Ehemann lügt ständig

    • (1) 21.03.19 - 12:30
      Ichdrehedurch

      Uff ich könnte so ausrasten wieder. Ich will einfach nur hier raus und abhauen.

      Mein Ehemann lügt ständig. Es ist mir so nie wirklich aufgefallen. Natürlich gab es hier und da mal eine Lüge aber so heftig wie es zurzeit es ist, war es noch nie. Oder es ist mir garnicht aufgefallen.

      Seit zwei Wochen ist es heftig. Wir streiten nur noch. Es war sogar so schlimm, dass ich angefangen habe unsere Sachen zu packen. Er hat aber so Hund Wasser geheult, dass ich nicht gehen könnte samt Tochter. Es geht um so banale Dinge. Dinge die er nicht wissen konnte, tut er so als ob er es wusste. Wenn ich sage, das er sich jetzt wiederspricht, versucht er sich zu winden anstatt zu zugeben, dass er jetzt gelogen hat. Ich frage ihn warum er das macht und was er seiner Tochter beibringen möchte, er sagt, dass er nicht weis warum er lügen tut. Er kann es sich nicht erklären.

      Heute sollte er unserer kleinen Tochter das Medikament verabreichen. Das müssen wir zweimal am Tag machen. Sie windet sich und hasst es, schreit dabei fürchterlich. Da ich nicht immer die böse sein möchte, wollten wir uns abwechseln. Sie muss das Medikament 10x einatmen. Ich bin kurz raus, aber in hörweite. Sie hat keine zweimal das Medikament eingeatmet und er sagt ganz laut. So sind fertig. Hallo .... gehts noch??? Ich bin so ausgerastet. Habe ihm gesagt er soll heute nicht nachhause kommen. Ich will einfach nicht mehr. Es reicht. Jedoch ist er ein guter Mensch. Er hilft mir wo er kann usw. aber diese Lügerei macht mich noch verrückt.

      Danke fürs lesen. Ich musste mal Luft raus lassen. Kann mit niemandem darüber sprechen. Alle aus der Familie halten ihn für einen tolle. Mann. Ist er ja auch, außer das lügen. Das weis aber niemand.

      Lg

      • Hm.
        Weißt du, Lügen/Unaufrichtigkeiten sind für mich mittlerweile nur noch Indikatoren für dahinterliegende und in meinen Augen sehr unattraktive Charaktere.
        Ich meine damit nicht einmalige Lügen, Unaufrichtigkeiten usw., die sich vielleicht sogar bei näherem Hinschauen gar nicht als Lügen entpuppen, sondern schlichte Erinnerungsverwechslungen, die bei jedem Menschen mal passieren können.
        So wie du es beschreibst, ist das ja ein durchgehendes Muster bei ihm. Ich könnte damit nicht leben, weil sich in meinen Augen dahinter Feigheit, Selbstunsicherheit und Bequemlichkeit verbirgt. Angst vor erwachsener Kommunikation auf Augenhöhe, Angst vor unangenehmen Verhaltenskonsequenzen, sowas eben. Das wirklich Schlimme dabei ist aber für denjenigen, der angelogen wird, dass es eben niemals eine faire und erwachsene Kommunikation gibt, dass Vertrauen missbraucht, mit Füßen getreten wird, und das nur, weil der Lügner nicht dazu in der Lage ist, sich mit seinen eigenen Selbstunsicherheiten, Ängsten und seiner Bequemlichkeit auseinanderzusetzen...

        Es tut mir leid, aber für mich wäre die Beziehung mit einem Menschen Lebenszeitverschwendung.

        Irgendwie habe ich das Problem noch nicht ganz verstanden. Welche Lügen erzählt er denn?
        Er darf nicht Hause übernachten, weil er nur 2x hat inhalieren lassen?

        • (4) 21.03.19 - 13:29

          Nein natürlich nicht. Wie oben beschrieben, lügt er ständig. Das heute war nur ein Beispiel von vielen.

      Oh je
      Kann so einen Dauerlügner nicht ertragen.
      Man muss nicht alles sagen, aber lügen geht gar nicht.
      Schon 3x nicht in einer wichtigen Vertrauensbasis.

      Ich würde def Konsequenzen ziehen. Es gibt kaum mehr was ich hasse neben Lügen.

    • (7) 21.03.19 - 16:16

      Das Problem kenne ich - wenn du kannst, gehe, wenn du unglücklich bist. Bei mir ist es auch so: Mein Mann ist ein ganz netter, total hilfsbereiter Typ, überall beliebt. Leider führt er ein sexuelles Doppelleben - er geht fremd. Immer mit der gleichen Frau. Die hat es auf ihn abgesehen, aber auch auf meine Kinder und auf unseren Betrieb.

      Ich weiß das offiziell nicht, aber inoffiziell lese ich die Emails der beiden mit. Das weiß mein Mann aber nicht. Gerade ist mal wieder "off", sie ist sauer ... das geht dann eine Weile ...

      Ich tue mir das auch nur an, weil wir nach einer Trennung finanziell vor einem entsetzlichen Scherbenhaufen stünden und er vermutlich das Sorgerecht für unsere Kinder bekäme (er arbeitet nur zu Hause, zählt als "Hausfrau").

      Glücklich bin ich nicht. Ich überlege oft, wenn er später kommt, ob er nun lügt oder die Wahrheit sagt - es stresst mich. Das komplette Vertrauen ist komplett dahin.

      • Hallo,

        wie kannst du da die Füße still halten? Wieso sollte die andere Frau an euren Betrieb rankommen?


        vg
        novemberhorror

        • (9) 23.03.19 - 12:23

          Innere Immigration. Mein Mann und ich haben unseren Betrieb die letzten 20 Jahre liebevoll aufgebaut (und bewohnen unser Betriebsgebäude auch noch). Jetzt läuft es richtig gut - durch den Immobilienhype ist er nun so viel wert, dass wir verkaufen müssten, wenn wir uns trennen - dann wäre er arbeitslos. Und ich unterhaltsverpfichtet. Oder ich würde ihm alles lassen. Dann wäre ich doof.Zudem haben wir Investionskredite laufen. Den letzten 2016 über 100.000€ abgeschlossen. Schon alleine die Vorfälligkeit würde uns weh tun.

          Nächster Punkt: Die Kinder. Da mein Mann praktisch "daheim" arbeitet, zählt er als Hauptsorgeberechtiger. Klar würde das Sorgerecht geteilt werden - ich war schon beim Anwalt, der tippt darauf, dass mein Mann das Aufenthaltsbestimmungsrecht etc. bekommt. Ich wäre dann die Zahlmama - und würde meine Kinder jedes zweite Wochenende sehen, wenn es doof läuft.

          Ergo unter dem Strich: Ich würde mich dumm und dappig bezahlen, müsste eine neue Wohnung suchen, schauen, wie wir den Betrieb finanziell abwickeln, wenn sich mein Mann doof anstellt, dürfte ich da noch Unterhalt löhnen, für die Kinder sowieso. Während Madame darauf spekuliert, dass man seinen Anteil in ein schönes Häuschen und Fernreisen investieren kann und immer darauf drängt, dass er die Kinder nehmen soll, schon wegen des Unterhalts.

          Ich habe die Wahl zwischen Pest und Cholera. Das ist mir klar. Ich hänge an meinen Kindern. Sie sind mein Leben. Ich will sie täglich aufwachsen sehen und nicht bei meinem Mann und einer Funzel. Ich hänge an meinem Betrieb. Ich liebe es, mir Dinge auszudenken, auszuprobieren, mich zu freuen, wenn sie klappen. Es würde mich umbringen, wenn ich das aufgeben müsste. Durch meinen "Hauptjob" würde ich sehr viel Geld verlieren - für Unterhalt, während andere sich freuen. Madame würde das Geld primär in sich selbst investieren, für sie sind die Kinder nur Mittel zum Zweck und eine Einkommensquelle.

          Lieber halte ich die Situation aus, wie sie ist. Sie tut mir nicht mehr weh. Ich weiß ja, was läuft. Wenn die Kinder älter sind, dann werde ich neu überlegen - wenn alles in trockenen Tüchern ist, werde ich gehen.

      (10) 22.03.19 - 08:48

      So was lässt du mit dir machen? Hast du keinen Stolz? Eine Scheidung ist nie toll, hatte ich auch aber lieber ein glückliches zufriedenes Leben als ein Lügengebilde, so was merken die Kinder sowieso. Die haben ganz feine Antennen. Pass nur auf dass daraus keine Hassliebe wird.
      Sorry aber solche Frauen verstehe ich nicht.

      Gabi

      • (11) 23.03.19 - 12:24

        Du musst es auch nicht verstehen - sorry, dass ist doch wieder so ein "ich bin sooo toll, ich würde das nicht mit mir machen lassen Post". Prima. Vielleicht bist du ein besserer Mensch, der schlauer entscheidet. Ist es das, was du hören willst?

        • Hallo "kenn ich",
          Wollte dir nur schreiben, das ich dein Verhalten verstehen kann! Wenn eine Trennung für dich so einfach wäre, wärst du schon weg.
          Hast du schon alle möglichen Szenarien durch gespielt?
          Alles Gute dir ☘️

          • (13) 24.03.19 - 13:02

            Ja, ich war bei zwei Fachanwälten und habe das worst possible scenario durchgespielt - die Kinder wären sicher weg. Meinen beide. Der Betrieb würde verkauft und 1:1 aufgeteilt werden (wir können uns diese Summen nicht auszahlen).

Neulich habe ich gelesen, dass besonders strenge Eltern besonders gute Lügner produzieren. Darüber nachgedacht kann ich sagen, das stimmt. Die Menschen, die in meinem Umfeld richtig viel und ohne Nachzudenken gelogen haben, kamen alle aus einem dominanten und auch teilweise handfesten Elternhaus. Sie haben gelernt, dass es besser ist, eine gute Lüge zu erzählen, die hoffentlich nicht aufgedeckt wird, statt für die unangenehme Wahrheit die Strafe zu kassieren.

Mein Ex ist auch so. Und das war einer der Hauptgründe, ihn zu verlassen. Er konnte sogar noch weiter lügen, wenn ich ihm den Beweis unter die Nase gehalten hab. Unglaublich!

Übrigens ist es legitim, das Kind beim Inhalieren ganz kurz mit einem laufenden Fernseher abzulenken. Egal, wie alt sie ist, das dauert ja nur eine Minute, wenn sie sich dann nicht mehr wehrt. Sie merkt es fast nicht und verknüpft das Inhalieren nicht mit Gewalt, sondern mit lustigen Bildern. Ihr ein Tablet mit einem besonders tollen Foto hinhalten geht auch, wenn sie noch sehr klein ist.

  • Kann ich total bestätigen. Ich kann richtig gut lügen. Wenn ich lüge, werde ich nie erwischt und bin absolut überzeugend. Gut lügen können war elementar in meiner Kindheit, sonst wär ich aus den Strafen doch nicht mehr rausgekommen, obwohl ich extrem brav war. Das Wichtige: Ich lüge nie gegenüber Menschen, die mir wirklich wichtig sind, denn mit denen muss ich ehrlich reden können.

Hallo,
ich glaube, konkret auf diesen einen Fall den zu schilderst, dein Mann ist überfordert. Ich denke hier hat er nicht gelogen, weil er dir oder eurer Tochter etwas böses möchte, er kann denk ich einfach nicht mit der Situation umgehen, dass Kind zu etwas zu zweingen, was es nicht möchte, auch wenn es medizinisch notwendig ist und sich dann mit dir auseinander zu setzen, warum er das nicht macht.
Ich schätze mal er wird prinzipell nicht der kommunikativste Typ sein? Kann es sein, dass er sich verbal nicht unbedingt ausdrücken kann was er will/kann und was nicht?

Hallo!

Hast Du vielleiht noch ein paar konkrete Beispiele?

Diese Situation war ja jetzt klar "umgehen einer belastenden Situation". Es ist ja eigentlich nicht wirklich ein schlechter Charakter, wenn er es nicht übers Herz bringt, sein weinendes Kind weiterhin zur Inhalation zu zwingen. Vielleicht solltet ihr da besser nochmal mit dem Kinderarzt reden, ob es nicht Alternativen gibt, oder ein Medikament, wo ein Sprühstoß reicht. 10 Sprühstöße sind schon wirklich heftig und unangenehm, sogar wenn man längst Erwachsen ist.


Lügt er sonst auch, um unangenehme Aufgaben zu umgehen, oder wenn er Sorge hat, was falsch zu machen oder so? Könnte auch einfach Vermeidungsverhalten sein, aus der Kindheit heraus gelernt, weil es sonst immer gleich einen herben Konflikt gab.

(18) 21.03.19 - 18:32

Also, deinen genannten Beispiele finde ich nicht dramatisch.

Ja, man sollte nicht lügen, mache ich auch nicht, aber für die aufgezählten Dinge deines Mannes habe ich Verständnis.

Was ist daran so schlimm, wenn er so tut als wüsste er wovon du redest? Vielleicht interessiert ihn das Thema nicht, oder er möchte nicht dumm da stehen, oder oder oder. Vielleicht reagierst du aber auch immer fies, wenn er das zugibt? Das kann so viele halb so wilde Gründe haben.

Ja, das mit dem Medikament hätte so auch nicht passieren können, aber ich vermute mal er war überfordert? Nicht jeder muss das machen können. Besser wären natürlich gewesen, wenn er das zugegeben hätte? Nur wie hättest du dann reagiert? Vermutlich wäre das auch nicht richtig gewesen.

(19) 21.03.19 - 20:00

Mein Ex war ein notorischer Lügner. Das kam aus seiner Kindheit. Er hatte extrem strenge, unterdrückende Eltern, die mit Liebesentzug bestraften. Um dem zu entgehen und auch um sich interessanter zu machen log er das sich die Balken bogen:

Beruf seiner Eltern, sein Alter, auch dem einen er hätte im Sommer Geburtstag dem anderen er wäre im Winter geboren, Beruf, Führerschein, Unfälle, sein Opa wäre gestorben, gegenüber seiner Familie ich hätte einen Unfall gehabt usw....

Er log eigentlich bei allem. Ich glaube es war psychisch. Es war zwanghaft. Ich würde deinem Mann raten, einen Psychologen aufzusuchen und der Sache auf den Grund zu gehen

(20) 21.03.19 - 20:29

lügen ist doof, ganz klar. aber ich finde es kommt auch immer drauf an. mein mann hat eine leichte form von autismus. so leicht, daß sie lange unbemerkt blieb und erst im erwachsenenalter erkannt wurde. er ist in manchen dingen einfach schlecht und vergisst viel. und von klein an hat er gelogen, um das zu überspielen. als ich ihn kennenlernte, hat er auch öfters gelogen, wegen banalen dingen. verschlafen, dinge vergessen oder nicht erledigt. er hat sich schlecht und als loser gefühlt und dachte er könne meine erwartungen nicht erfüllen und log. es gab viele gespräche und er hat verstanden, dass das so einfach nicht geht. ich hab ihm auch gesagt, dass er irgendwelchen leuten erzählen kann was er will, bitte. aber ich solle doch bitte die person sein, zu der er ehrlich ist. es hat dann gott sei dank klick gemacht und er lügt mich nicht mehr an und auch im alltag kaum noch. man weiß nie was dahinter steckt und ausrasten ist auch nicht immer der beste weg.

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