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    • (1) 21.03.19 - 16:45
      SucheNachAusweg

      Ihr Lieben,

      ich hatte hier vor Kurzem schon mal gepostet. Mein Mann lügt und trifft sich mit anderen Frauen. Er macht weiter, obwohl ich es mittlerweile weiß - und auch obwohl wir drei kleine Kinder haben.

      Erst hatte ich Angst, die Trennung nicht zu schaffen, weil er so seine Mittel hat, mich von meinem Weg abzubringen und mich klein zu machen (eine manipulative Mischung aus Einschüchterung und „aber ich liebe dich doch“)...

      Mittlerweile bin ich deutlich weiter, habe eine Anwältin beauftragt und die Trennung eingeleitet. Ich war so froh, mich aus dieser für mich unerträglichen Situation Stück für Stück zu befreien.

      Und jetzt kommt es: Ich habe erst kürzlich meinen Vater und einige gute Freunde „eingeweiht“ - also ihnen von meiner Trennungsabsicht und auch von den Gründen erzählt...
      Ich wollte so gerne ein bisschen Rückenwind, und bekomme unerwartet nun ständig das Gegenteil: Mehrere mir eigentlich nahestehende Personen meinen, wir sollten es doch erst nochmal mit Eheberatung versuchen, bevor ich eine so weitreichende Entscheidung treffe. Meinem Mann würde ja wahrscheinlich etwas fehlen, dass er zu anderen Frauen geht, oft sei es ein Kommunikationsproblem, und so weiter.

      Mich schlägt das grad total nieder, und ich werde nun doch wieder unsicher. „Muss“ ich erst noch zur Eheberatung? Obwohl das komplette Vertrauen kaputt ist und ich nur noch raus möchte aus dieser Beziehung?
      Bin ich wegen der Kinder moralisch dazu verpflichtet, oder aus anderen Gründen?

      Ich dachte, ich fokussiere mich darauf, es durchzuziehen und nicht schwach zu werden. Und nun dieses ständige Gefasel von Eheberatung von Menschen, die ich eigentlich sehr schätze.

      Was meint ihr? Bin ich auf dem falschen Weg?

      • Was stimmt denn mit denen nicht ?
        Wenn er fremdgeht und das öfter gemacht hat, dann trennt man sich.
        Bei einer einmaligen Sache, würde ich es eventuell auch nochmal versuchen - wenn es ungeplant irgendwie einfach passiert ist.

        Bitte trenn dich, zieh das durch und sag deinen Freunden und deiner Familie Mal, dass die selbst Mal zum Therapeuten gehen sollten, bei der Einstellung.

        • (3) 21.03.19 - 16:54
          SucheNachAusweg

          Danke für deine schnelle Antwort!
          Nein, es war definitiv kein einmaliges „Versehen“, sondern er sucht gezielt mit Dating-Apps wie Tinder nach Frauen, und mit einer hat er sich jetzt schon mehrfach getroffen, auch nachdem es hier zu Hause am Geburtstag meiner Tochter aufgeflogen ist...

          • Also da würde ich auf jeden Fall die Reißleine ziehen. Sowas sollte man sich nicht bieten lassen und ich finde die Einstellung deiner Freunde / Familie wirklich unverständlich!
            Ich könnte es verstehen von ihnen, wenn es bei euch keine Vorgespräche gab usw. Aber du fühlst dich ja anscheinend schon länger nicht mehr wohl und das nicht nur auf Grund der Frauen.

            Also, trenne dich. Leb dein Leben und ich hoffe, dass du bald einen neuen Partner kennenlernst der dich wirklich zu schätzen weiß. 😊

      Hallo,

      du bist auf dem richtigen Weg, meiner Meinung nach. Er ist mehrfach fremd gegangen und macht dich klein. Sowas hat keiner verdient. Dir und deinen Kindern alles Gute!


      vg
      novemberhorror

    (8) 21.03.19 - 17:02

    Hier noch mein ursprünglicher Beitrag:
    https://m.urbia.de/forum/16-partnerschaft/5218918-wie-die-trennungszeit-in-gemeinsamer-wohnung-durchstehen

    Als ich mich mal aus einer für mich sehr schwierigen Beziehung löste, bekam ich ähnliches und mich verunsicherndes Gerede zu hören. Es gehört sicher viel Kraft dazu, aber du musst jetzt im Schnelldurchlauf (ich habe deinen Ausgangsbeitrag gelesen), dich besser durchzusetzen, abzugrenzen, zu schützen.
    Das betrifft auch wohlmeinende Ratschläge von Familie und Freunden. Wenn dir das nächste Mal jemand Eheberatung empfiehlt, dann könntest du folgendes sagen. "Vielen Dank für deine Meinung. Aber das hilft mir gerade überhaupt nicht. Ich brauche jetzt ganz konkret von dir a, b, c und nicht xy. Du musst das nicht verstehen, aber respektieren. Damit beenden wir das Thema Eheberatung jetzt, das ist für mich ausgeschlossen und gar keine Option".

    Du bist zu nichts verpflichtet... außer, dass es dir und deinen Kindern gut geht und du Halt hast in dieser schweren Zeit. Hol ihn dir! Mit klaren Wünschen und Forderungen - stell mal welche!

    • (10) 22.03.19 - 18:28
      SucheNachAusweg

      Liebe desfred,
      ich schreibe hier zwar ausnahmsweise in schwarz, aber ich bin viel im Forum unterwegs, und ich wollte dir an dieser Stelle sagen, dass ich deine Beiträge immer sehr liebe. ❤️
      Ich werde mir deine Worte zu Herzen nehmen, du hast ganz sicher mein größtes Lernfeld exakt auf den Punkt gebracht.
      Ich bin aufgewachsen in einer Umgebung, in der extreme Anpassung und „Wegdrücken“ der eigenen Bedürfnisse erwartet wurden. Bis heute tue ich mich mit klaren Ansagen schwer, aus einer diffusen Angst, Menschen dadurch zu verlieren.
      Ich arbeite daran - im Schnelldurchlauf! ;-)

Generell ist eine Eheberatung nicht nur zu dem Zwecke da, um wieder zueinander zu finden und einen Neustart zu machen. Man kann sie auch nutzen, um die Trennung besser durchzuziehen, z.B. wenn ein Partner überhaupt nicht verstehen will, was im anderen Partner vorgeht und den Status der Beziehung ignoriert. Aber: Eheberatung, egal zu welchem Zweck, muss immer freiwillig stattfinden und man muss es wollen. Das ist hier nicht der Fall. Scheinbar von beiden Seiten her nicht. Also ist jeglicher Ansatz zwecklos.

"Bin ich wegen der Kinder moralisch dazu verpflichtet, oder aus anderen Gründen?"

Hat er sich der Kinder wegen moralisch dazu verpflichtet gefühlt, statt einen Weg in die Arme anderer Frauen zu suchen in irgend einer Form an der Ehe zu arbeiten? Deine moralische Verpflichtung ist ja keine größere als seine.

Hallo!


Meine Mutter ist "wegen der Kinder" bei meinem Vater geblieben und hat uns damit die Kindheit und Jugend wirklich zur Hölle gemacht. Dauernd Streit, immer schlechte Stimmung, selbst im günstigsten Fall eisiges Schweigen am Abendbrottisch - wohlfühlen konnte man sich nicht bei uns zu Hause.

Daher kann ich Dir nur abraten, wegen der Kinder bei jemandem zu bleiben, mit dem Du so gar nicht mehr glücklich bist. Meine Eltern haben nie gelacht, nie Spaß gehabt, immer nur schlechte Laune. Und dabei haben sie sich nicht mal gegenseitig betrogen, sondern sie hatten sich einfach total auseinander gelebt und nichts mehr für die Beziehung getan.

Sorry, aber Dein Umfeld hängt da einem ganz falschen Bild nach. Wenn Dich die Ehe unglücklich macht, macht sie eure Kinder ebenfalls unglücklich. Meine Eltern haben es sicher nicht böse gemeint, sich nicht zu trennen, aber es war wirklich die Hölle. Als ich 16 war, habe ich meine Mutter dann gefragt, warum sie nicht endlich geht - damit hat sie sich dann getrennt und es wurde viel besser, bessere Stimmung, Lachen, angenehmes heim kommen. Leider zu spät, nach so vielen Jahren kaputter Kindheit.

  • (13) 22.03.19 - 18:32

    Danke für deinen Erfahrungsbericht, liebe Hasipferdi!
    Eines der Lieblingsargumente meines Noch-Mannes ist es, dass ich den Kindern mit einer Trennung schade und ich ihnen die Familie kaputtmache. Ich werde dann immer an deine Geschichte denken!

    • Lass Dich da wirklich nicht beeinflussen!

      Für die Kinder sind nur die ersten Umstellungen anstrengend, vor allem wenn Umzug oder Schulwechsel notwendig sind, aber das schaffen Kinder. Nach einigen Monaten geht es ihnen wesentlich besser als vorher, weil der dauernde Streit eine wahnsinnige Belastung ist. Ein Zuhause, in dem man sich traut zu lachen, nicht dauernd wieder alles eskaliert (sogar eine 3 im Gymnasium konnte einen neuen Streit auslösen)

      Du machst alles richtig, wenn Du Deine Kinder vor so einer vergifteten Atmosphäre schützt!

Hallo liebes,
Trenn dich!!!! Das ist das einzig richtige was du machen kannst
Narzistische Züge spiegeln sich wieder..


Viel Kraft und alles gute

Hallo.

Ich denke mal, das ist die Angst der Eltern oder auch der Freunde vor Veränderungen. War doch bis dato alles in Ordnung.

Ging mir auch so, nur dass ich die Trennung bis zum Vollzug geheimhielt. Aber meine Eltern waren so geschockt darüber, dass sie erstmal Funkstille brauchten. Der Vorwurf, wir hätten noch drüber reden können ist völlig daneben. Worüber reden, wenn ich mich entschieden haben. Die Details kommen eh erst nach der Trennung raus, denn dann ist man selbst bereit, drüber zu reden. Ich mache es gerade auch mit meiner Tochter durch. Ich hatte auch erst gedacht, das wird wieder. Aber je mehr Details sie mir erzählt desto besser finde ich die Trennung. Man glaubt gar nicht, was so hinter verschlossener Tür abgeht, da kann man sich als Außenstehender eigentlich gar kein Urteil bilden.

<<<Was meint ihr? Bin ich auf dem falschen Weg? >>>

Das ist allein deine Entscheidung und versuch damit erstmal alleine klarzukommen. DU bist auf dem richtigen Weg, das müssen die anderen erstmal verdauen und auch einsehen. Nimm es vielleicht nicht ganz so persönlich, zieh aber deine Sache durch. Und irgendwann werden sie auch merken, das war der einzig richtige Schritt.

Alles Gute und viel Kraft.

LG

PS: Ich verstehe beide Seiten.

(17) 22.03.19 - 09:30

Du machst alles richtig und ich denke, dass das familiäre Umfeld einfach mit solch einer Situation überfordert ist, deshalb die Reaktionen.
Als ich damals meiner besten (!) Freundin offenbarte, dass ich mich scheiden lassen will aus Grund A, B, C, D..., fiel sie mir total in den Rücken, griff mich verbal an, womit ich niemals gerechnet hätte.

Aber: Wir haben es alle überlebt :-) Wir sind seit 2007 geschieden; Scheidung ist ein Prozess, der einfach seine Zeit braucht. Manche Leute haben sich von mir abgewandt, dafür sind neue dazu gekommen. Und unterm Strich war es einer der besten EntSCHEIDUNGen in meinem Leben, weil es ab da wieder aufwärts ging in meinem Leben.

Nach jedem Tief kommt ein Hoch. Nach jedem Dunkel kommt wieder Licht. Nach jeder Ebbe wieder die Flut. Die Natur macht es uns doch vor, wie das Leben funktioniert.

Alles Gute für Dich!

Du bist auf dem absolut richtigen Weg.

Bleibe dabei und lass dich nicht bequatschen. Wenn diese "nahestehenden Personen" lieber in einer unglücklichen Situation verharren würden, sollen sie das machen. Nicht dein Business.

Jemand der dich nicht wertschätzt, hat in deinem Leben nichts verloren. Da wird auch eine Eheberatung nichts ändern auf Dauer.

(19) 22.03.19 - 14:16

Danke für all eure Antworten, sie sind wirklich wertvoll für mich.
Gerade gestern sagte mein Noch-Mann wieder drohend, ob mir eigentlich klar sei, was ich alles verlieren könne. Er führt es dann nie weiter aus...
Wenn ich bleiben würde, dann nur aus Angst. Und das kann ja nicht mein Leben und das der Kinder sein... Danke für euren Zuspruch. Wahrscheinlich können sich meine Familie und Freunde gar nicht vorstellen, wie das „andere Gesicht“ meines Mannes aussieht.
Ich will es ja selber manchmal kaum glauben.
Ich gehe weiter - Schritt für Schritt. Und hoffe, dass ich bald frei bin.

  • ALLES ist besser als ein Leben in Angst. Mein erster Mann drohte auch mit allem möglichen, mir die Kinder zu nehmen und was weiß ich. Ich hab die Scheidung durchgezogen, natürlich die Kinder behalten (er war ja als gewalttätig bekannt) und wir drei hatten wenige Jahre später einen Mann und Vater bekommen, der diese Bezeichnung auch verdiente.
    Kinder, die in einer kaputten Ehe aufwachsen, gehen selber kaputt. Zusammenbleiben "wegen der Kinder" ist der größte Unsinn. LG Moni

(21) 24.03.19 - 22:40

Wenn du deine Entscheidung getroffen hast, spielt es keine Rolle was andere dazu meinen. Unterstützung bei einer Trennung geben nur wenige. Irgendwie viele, besonders Ältere, empfinden das als Pflicht in der Ehe zu bleiben egal wie es läuft. Was du gerade durchmachst ist sehr schwer und erfordert viel Mut. Denke dass nicht alle so mutig sind. Niemand meint es böse dabei. Sie gehen nur von eigener Denkweise aus. Von eigenen Gefühlen.

Ich drücke dir die Daumen. Du machst es richtig.

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