Frau ohne Kinderwunsch

    • (1) 22.03.19 - 09:45
      Kein Kind

      Hallo,
      Ist eine Frau ohne Kind so ungewöhnlich?
      Ein Mann dagegen nicht?
      Ich werde oft gefragt nach Kindern....nein hab ich nicht. Meist kommt die Frage von Frauen, eher selten von Männern.
      Dann, oh...warum denn?
      Nicht geklappt ?
      Mein Mann wird das so nicht gefragt.
      Es kommt zwar mal zur Sprache, aber wenn er sagt, nein keine Kinder, dann ist die Sache erledigt.
      Dass es Frauen und auch Männer gibt, die keinen Kinderwunsch haben, sollte doch jedem klar sein...oder kommt das in den Köpfen von Eltern nicht vor, dass es auch noch andere Lebensentwürfe gibt?

      • Hallo!

        Ich denke, SO ungewöhnlich ist es nicht, aber dennoch weg vom "Klischee-Rollenbild". Für viele ist es eben "normal", Kinder zu wollen / haben usw. Daher dann vielleicht das Interesse, ob du gewollt kinderlos bist oder nicht.
        Kommt jetzt natürlich auch drauf an, wer fragt. Ich bin 30, Single und kinderlos - wenn mich jemand fragt, ob ich denn mal Kinder möchte, sage ich immer "keine Ahnung, ich habe keinen großen Wunsch, aber das kann sich in einer Beziehung natürlich wieder ändern" - das wird akzeptiert. Auch, wenn ich jemandem sage, dass ich kein Kind habe, wurde ich tatsächlich noch nie gefragt, warum das so sei. Finde ich von "Fremden" tatsächlich auch ein bisschen übergriffig. Geht ja niemanden was an. Würde ich vermutlich dann auch so sagen ;)

        Ich finde es nicht so ungewöhnlich, dass man Frauen mehr Kinderwunschpotential zuschreibt als Männern.

        Ausnahmen bestätigen die Regel, aber Männer wollen Kinder doch meist, weil sie mit einer bestimmten Frau oder einem Mann eine Familie gründen wollen.. ich habe bis jetzt wenige Männer kennengelernt, die mit 50 durch die Gegend liefen und verzweifelt eine Partnerin suchen, die sie befruchten können. Männern fehlt, ob sie jetzt Kinderwunsch losgelöst von einer Partnerin oder einem Partner haben, schlicht der körperliche Aspekt.

        Für Frauen kommt eben noch die gigantische, körperliche Erfahrung hinzu..und ich denke, viele sehnen sich nicht nur nach dem Kind, sondern auch nach der Erfahrung, eins bekommen zu haben.

        Frauen geht aus meiner Sicht mehr an Erfahrungen flöten und ich kenne selbst die unterschiedlichen Aspekte des Kinderwunsches..von daher verstehe ich die unterschiedliche Behandlung.

        Frauen und Männer sind eben auch nicht gleich;-)

        (4) 22.03.19 - 10:35

        Genau,so ist es.Das ist ne reine Schublade."Eine Frau hat immer einen Kinderwunsch,ein Mann dagegen musst es nicht"-so denken die Menschen wirklich...leider!!!Man könnte denken wir haben 2019...Nein,bei manchen ist erst 1800 Jahr...

        Mach dir kein Kopf Liebes!Bei mir ist zum Beispiel umgekehrt:bin 30 und momentan erwarte ich mein drittes Kind.Und im Plan ist auch schon ein viertes...meine Tochter(das erste Kind)habe ich bewusst mit 19 bekommen.Bis heute viele zeigen mir dem Vogel...und fragen ob ich wirklich so hobbylos bin.Siehst du also wie kurios das ist!?

        Geh deinem Weg und sei stolz auf deine Entscheidungen😊

        • "Man könnte denken wir haben 2019...Nein,bei manchen ist erst 1800 Jahr..."


          Um 1800 haben wahrscheinlich Männer mehr Kinderwunsch gehabt als heute, da viele Kinder und Familie einen ganz anderen Status hatten bzw. ermöglichten und auch notwendig waren für die Versorgung im Alter.

      >> oder kommt das in den Köpfen von Eltern nicht vor, dass es auch noch andere Lebensentwürfe gibt? <<

      Doch, wieso sollte das nicht so sein?

      Wenn ich mich mit einer anderen (kinderlosen) Frau darüber unterhalte, frage ich je nach Intensität unserer Beziehung zueinander auch schon mal nach dem Grund. Damit begründe ich aber noch lange keine Erwartungshaltung an die Frau, dass sie Kinder haben müsse - es interessiert mich einfach.

      Ich selbst wollte lange keine Kinder und habe nun doch eins bekommen. Allerdings kann ich mir nach wie vor auch ein Leben ohne Kinder gut vorstellen und könnte dem durchaus auch etwas abgewinnen. Man darf das nicht falsch verstehen - ich liebe mein Kind und würde sie um nichts in der Welt wieder hergeben. Aber wenn ich nie eins bekommen hätte, dann hätte ich vermutlich auch nichts vermisst.

      Insofern führe ich solche Gespräche vollkommen wertfrei und aus reinem Interesse an der Person.

      • (7) 22.03.19 - 14:27

        Danke für Deinen Beitrag, der könnte glatt Wort für Wort von mir stammen.
        Nach langer Zeit ohne Kinderwunsch habe ich nun doch eine Prinzessin, die ich über alles liebe. Aber sooo das Muttertier bin ich nicht, es bleibt bei dem einen und manchmal wünsche ich mir auch, ich hätte keins 🙈

        An die TE: bei mir fingen die Nachfragen nach Kindern ganz extrem nach meiner Hochzeit an, und das immer von Kundinnen im Geschäft (ich arbeite bei einer Bank, nicht beim Friseur....).
        Irgendwann sagte ich einer (fremden) Dame, dass ich die sexuellen Aktivitäten mit meinem Mann und die eventuell daraus resultierenden Ergebnisse nicht mit ihr diskutieren werde - danach war Ruhe 😄 ich finde Frauen ohne Kinderwunsch völlig ok. Es ist eben in den Köpfen vieler Menschen - irgendwo nachvollziehbar - Frauen KÖNNEN Kinder bekommen, also ist es auch normal, welche zu bekommen.

        • "Irgendwann sagte ich einer (fremden) Dame, dass ich die sexuellen Aktivitäten mit meinem Mann und die eventuell daraus resultierenden Ergebnisse nicht mit ihr diskutieren werde - danach war Ruhe 😄"

          Super Antwort! Merke ich mir:-)#rofl

    (9) 22.03.19 - 11:14

    Huhu,

    Also so ungewöhnlich ist das nicht. Aber ich habe auch eine Arbeitskollegin, die ich Mal gefragt habe ob die keine Kinder wollen, da kam dann auch nur "nein, ich passe gern auf Nichten auf usw. Aber eigene Kinder will ich nicht" - finde ich auch vollkommen okay, aber war eben einfach neugierig, ob sie keine haben wollen.

    Würde das allerdings bei Männern ebenso fragen.

    Habe auch zwei Kolleginnen die eben keinen Partner haben, aber sich sehr ein Kind wünschen.

    Das ist ja immer unterschiedlich und bei manchen klappt es ja auch einfach nicht. Ne Freundin von mir hat sehr darunter gelitten, dass sie keine bekommen kann. In ihrer Gegenwart ist man dann einfach auch ein bisschen vorsichtiger, rücksichtsvoller was das Thema Kinder angeht. Kann man aber eben auch nur sein, wenn man es weiß.

    (10) 22.03.19 - 11:57

    Für mich sind kinderlose Frauen heutzutage nichts Ungewöhnliches mehr. Ich habe mehrere Frauen im Bekanntenkreis, die seit Jahren Single sind und nie den richtigen Partner gefunden haben. Einige sind schon in einem Alter, in dem es leider schon zu spät zum Kinder kriegen ist. Dann kenne ich noch welche, bei denen es wegen Unfruchtbarkeit nicht geklappt hat. Ich halte es aber auch für legitim, wenn man als Frau keinen Kinderwunsch hat. Leider wird das gesellschaftlich noch nicht richtig akzeptiert, aber das sollte dir egal sein. Wahrscheinlich werden Männer nicht danach gefragt, weil viele davon ausgehen, dass ihnen Dinge wie Geld und Karriere wichtiger als Kinder sind.

    Meiner Erfahrung nach kommen indiskrete Fragen dieser Art von Menschen, die ihre eigene Fruchtbarkeit nicht (mehr) so am Schirm haben. Also entweder junge Menschen (es sei ihnen verziehen) oder Ältere.

    Frauen gleichen Alters fragen eher aus Neugierde oder tatsächlichem Interesse an der Person.

    Auf demonstrativ blöde/provozierende Fragen antworte ich mittlerweile auch ebenso demonstrativ blöd.

    (12) 22.03.19 - 14:52

    Ich denke, es ist völlig normal, dass es Männer sowie Frauen gibt, die keine Kinder wollen. Die Gesellschaft sieht es wahrscheinlich immer noch als seltsam an, wenn dies von einer Frau geäußert wird, weil das Sich Fortpflanzen einfach in unserer Natur liegt und eben die Frau das Kind austrägt. Das Denken wird man so schnell auch nicht aus den Köpfen der Menschen bekommen, so offen unsere Gesellschaft in solchen Fragen zu sein scheint.

    Lass Dich doch von solchen Fragen nicht ärgern! Du weisst für Dich, warum Du keine willst und fertig. Ich würde mich da gar nicht groß rechtfertigen. Jedem das Seine :)

    • "Das Denken wird man so schnell auch nicht aus den Köpfen der Menschen bekommen, so offen unsere Gesellschaft in solchen Fragen zu sein scheint. "

      Warum sollte es ein Kennzeichen einer fortschrittlichen Gesellschaft sein, dass man nicht stutzt, wenn jemand keine Kinder will?

      Die eigene Reaktion zu regulieren, bevor man sie weiter gibt, ist fortschrittlich:-)

      Natürlich sind Lebensentwürfe frei und jede Gesellschaft verkraftet einen gewissen Prozentsatz an Menschen, die sich nicht fortpflanzen wollen oder können. Aber grundsätzlich ist die Fortpflanzung nunmal urmenschlich und notwendig, dass Gesellschaften überleben.

      Von daher ist kein Kinderwunsch natürlich etwas Seltsames und wird auch hoffentlich so bleiben.

(16) 22.03.19 - 14:59

Bei Männern besteht auch das größere Risiko ins Fettnäpfchen zu treten:

Haben Sie Kinder?
Ja.
Bringen Sie die doch mal mit.
Geht nicht, die leben nicht bei mir. (egal ob nun die Ex den Kontakt verweigert oder sie selbst keine Lust haben)

Ein Kumpel antwortete mal mit einem Augenzwinkern.
Eigentlich nicht, aber wenn mir mal eines über den Weg läuft, das mir ähnlich sieht, kann ich ja mal nachfragen. ;-)

Die Blicke waren entsetzt und amüsiert zu gleich.

Ein anderer Kumpel zieht Kinder mit auf. Er ist nicht der leibliche Vater, sozial aber schon.
Auf die Frage, ob er Kinder hat, tut er sich schwer. Ja, er zieht sie groß, nein, es sind nicht seine leiblichen. Daher hat er ein eigenes Wort dafür gefunden. Findelkind war es nicht, aber so ähnliches. Auch um der Situation die Spannung zu nehmen.


Bei Frauen wird erwartet, dass sie es sicher wissen oder sicher wissen, dass nicht.
"Ja, ich habe Kinder, aber die leben nicht bei mir." gibt es auch bei Frauen. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit da ins Fettnäpchen zu treten geringer, als bei Männern.


Einem Papa, der mit Kindern unterwegs ist, geht man eher davon aus, dass er der Vater ist. Evtl. noch Opa oder Papa mit seinem Bruder (Onkel)

Bei einer Frau mit Kindern könnte es auch die Tante, die Erzieherin, die Tagesmutter, die Freundin, etc. sein.


Von Fremden finde ich es zwar weiterhin frech, wenn sie so darauflosfragen. Für Smalltalk gibt es noch genug andere Themen.

Von der Wahrscheinlichkeit her, kann ich es verstehen, warum der Unterschied.

(17) 22.03.19 - 15:23

Naja, rein biologisch betrachtet gibt es ja eigentlich keine anderen Lebensentwürfe.
Menschen sind, genau wie jedes andere Lebewesen, dazu da, sich fortzupflanzen.

Die anderen Lebensentwürfe haben wir Menschen uns ja nur dank einiger zusätzlicher Gehirnzellen erschaffen.

Insofern denke ich, dass diese Frage recht natürlich ist.

Also, versteh mich nicht falsch, ich gestehe jedem zu, keine Kinder bekommen zu wollen. Wir haben diese Möglichkeit ja glücklicherweise.
Aber ich denke einfach, diese Frage ist "biologisch" bedingt.

LG Claudi

  • (18) 22.03.19 - 15:54

    Ich sehe es so, dass wir ja unseren Verstand haben um Emotionen und Triebe zu steuern und bewusst Entscheidungen zu treffen, die diesen eben nicht nach geben.
    Es gibt ja auch Frauen die einen Kinderwunsch haben und verspüren, ihn aber nicht umsetzen, sei es weil ihnen der Beruf wichtiger ist, die persönliche Freiheit oder die Partnerschaft.
    Auch schon erlebt.
    Bei mir ist der Wunsch gar nicht da.
    Auch das gibt es.
    Von daher mag es sein dass ich biologisch gesehen eine Ausnahme bin.
    Ich komme damit super zurecht, mein Mann und ich sind uns einig und das zählt.
    Ich schade ja niemanden oder enthalte ihm Kinder vor die er gerne gehabt hätte.
    Mein Bruder wollte auch nie Kinder, und hat ebenfalls eine Frau gefunden, die die gleiche Meinung hat....
    Es muss halt zwischen den Partnern passen.

    Glaube ich aus soziokulturellen Gründen nicht. Gerade hochentwickelte Gesellschaften bekommen immer weniger Kinder. Sollte es also irgendwann so sein, dass Menschen aufgrund ihrer wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung Kinder nicht mehr brauchen bzw. so wenige Kinder geboren werden, dass die Arterhaltung nicht mehr gewährleistet ist, dann ist eben Teil der Evolution. Wir wären nicht die erste Spezies, die ausstirbt. I interessiert dann aber auch kein Schwein mehr.😊

Selbstverständlich haben zu meisst Frauen den Wunsch Mutter zu werden! Es ist eben "natürlich" in den köpfen das eine Frau Kinder groß zieht!

Das muss jeder selbst entscheiden, aber mit fragen muss man wohl leben, solange man im Gebärfähigen Alter ist.

  • (21) 22.03.19 - 17:13

    Scheint so zu sein.
    Manche Menschen kann man mit ihrer Fragerei auch einfach unkommentiert stehen lassen.
    Das sagt dann mehr aus als jede Antwort.
    Wie sagt mein Mann...nicht alles erfordert eine Reaktion.
    Keine Antwort ist auch eine Antwort.

(22) 22.03.19 - 16:12

Das errinnert mich immer daran, als im Freundes- und Bekanntenkreis alle das 2. Kind bekamen.

Da war man mit gewolltem Einzelkind erstmal total der Außenseiter.

Kann man machen, muss man aber nicht, war meine Antwort dazu.

  • (23) 22.03.19 - 17:20

    Das hat meine Schwester auch erlebt.
    Unmöglich.
    Und eine Freundin bekommt jetzt das 7. Kind, auch wieder nicht gut.
    Ich glaube alles was vom Standard, zwei Kinder, Hund und Eigenheim abweicht, hat Potential, aufzufallen und blöde Fragen zu provozieren.
    Als ich ein Jahr ohne meinen Mann ins Ausland gegangen bin, wurde mir auch unterstellt, ich würde das nur tun, weil die Beziehung nicht intakt wäre.
    Wenn diese Leute wüssten, dass ich auch einen Abbruch hatte ....

    (24) 22.03.19 - 17:22

    Frage: warum hat euer Sohn keine Geschwister?
    Antwort der Frau: weil ich sie alle geschluckt habe....
    Zugegeben diese Antwort ist vollkommen niveaulos, aber wer sagt, dass es immer politisch korrekt sein muss?

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