Flirtwütiger Arbeitskollege - wie damit umgehen?

    • (1) 22.03.19 - 16:21
      mal schwarz

      Hallo zusammen,

      ich habe eine neue Arbeitsstelle seit ein paar Monaten. Habe sofort einen guten Draht gehabt zu meinem direkten Kollegen, der auch dafür zuständig war, mich einzuarbeiten. War sehr dankbar, dass ich Dank ihm von Anfang an eine Anlaufstelle hatte und jemanden, der mich überall einführt und vorstellte, mich mit in die Pause nahm etc.! Erst hatte ich ein bisschen das Gefühl, er flirtet mich an, aber er erzählte dann auch irgendwann von Frau und Kind daheim und damit war dieses Thema dann auch geklärt.

      Jetzt ist es aber so, dass er trotzdem irgendwie immer mal wieder anzüglich wird und ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll bzw. was ich davon halten soll. Es fing damit an, dass er mir eigentlich von Anfang an Komplimente gemacht hat, schon beim Einarbeiten sagte er, wie froh er sei, so eine hübsche neue Mitarbeiterin an die Seite gestellt bekommen zu haben und nicht mit irgendeiner hässlichen Schreckschraube da zu sitzen. Das ist ja noch OK und fand ich ganz nett. Aber irgendwann fing er dann auch an, über meine Figur Komplimente zu machen, und inzwischen macht er regelmäßig anzügliche Scherze bzw. sagt Sachen scherzig, wo man gar nicht weiß, ist das jetzt wirklich als Scherz gemeint oder nur als Scherz verpackt, damit er sich wieder aus der Affaire ziehen kann, falls ich abweisend reagiere.

      So erzählt er mir z.B. gern seine sexuellen Vorlieben und fragt mich nach meinen aus. Ich reagiere dann meist flapsig und gehe nicht drauf ein. Zwischendurch flirtet er auch mit 1-2 anderen Kolleginnen, von denen er weiß, dass die total auf ihn stehen, was ich auch immer etwas daneben finde, weil er denen z.B. nie erzählt hat, dass er vergeben ist, scheinbar bewusst nicht, und die sich echt Hoffnungen machen (hassen mich auch alle beide von Herzen weil sie denken, zwischen uns läuft was #schwitz ) Ich dachte mir eben immer, ja gut, der testet halt gern seinen Marktwert. Habe ihm aber mal was gesagt wegen der Kolleginnen, er soll da doch mal klarstellen, dass er eine Frau Zuhause hat, weil ich mir auch erhoffe, dass die dann vielleicht netter zu MIR sind, und habe ihm gesagt, dass ich sein Verhalten als vergebener Mann denen gegenüber nicht gut finde, da betont er dann immer sehr, er sei kein Fremdgeher und das habe alles nichts zu bedeuten, es sei doch nur Spaß.

      Ich weiß langsam nicht mehr, was ich davon halten soll und wie ich mit seinem Verhalten auch mir gegenüber umgehen soll. Wenn ich signalisiere, dass ich es nicht gut finde, stellt er es gern so dar, als ob ich ja alles falsch verstehe und er ja nur Scherze macht. Ich sol mich mal locker machen und nicht alles so Ernst nehmen. Und immer wieder diese Betonung drauf "Was denkst du denn, ich bin verheiratet, ich bin kein Fremdgeher." Das sagt er so oft, obwohl ich ihm ja nie fremdgehen vorgeworfen habe, dass ich es schon komisch finde DASS er es dauernd so betont. Man sagt ja immer, die, die das sagen, sind eigentlich die schlimmsten von der Sorte, oder?

      Naja, lange Rede, kurzer Sinn, ich bin langsam unsicher, wie ich mich verhalten soll. Bin wie gesagt sehr zurückhaltend, frage mich aber trotzdem: Was will der eigentlich von mir, warum macht er das immer? Kennt Ihr solche Männer? Ich versuche es ja immer wieder locker zu sehen, aber es kommen immer wieder Situationen, wo ich wieder denke oder mich frage: Was soll das, was denkt der sich dabei?

      • Sag ihm doch mal, dass Dich seine sexuellen Vorlieben nicht interessieren und ihn Deine nix angehen, dass Du ihn als Kollegen sehr schätzt, dass Du aber zukünftig keinerlei Bemerkungen hinsichtlich Deiner Figur o.ä. mehr akzeptieren wirst, weil Du Dich dadurch belästigt fühlst.

        • (3) 22.03.19 - 16:32

          Ja, würde ich unter anderen Umständen tun, aber ich möchte nicht so krass werden, da er es erstens immer so scherzig verpackt, dass so eine ernste Ansage nur wieder heißen würde, ich versteh ja alles falsch und nehm alles zu ernst, und zweitens habe ich wie gesagt schon mit den beiden anderen Kolleginnen ein angespanntes Verhältnis und habe Angst, wenn ich es mir mit ihm verscherze, dass ich dann ziemlich im Abseits lande dort. Daher versuche ich das ganze klein zu halten, indem ich nicht drauf eingehe, ohne ihm jedoch vor den Kopf zu stoßen.

          • Es ist völlig egal, wie er das meint. Wenn Du Dich unangemessen angesprochen fühlst, hat er es zu unterlassen. Du musst Dich auch nicht rechtfertigen, warum Du bisher zugelassen hast, dass er so mit Dir spricht. Du willst ab jetzt keine anzüglichen Bemerkungen mehr über Dich und auch nichts über sein Sexualleben hören.

      (5) 22.03.19 - 16:31

      Du bist eine erwachsene Frau und weißt nicht wie du das beenden kannst?
      Ehrlich?
      Sag doch einfach, unter vier Augen, ohne Zeugen, dass du ihm die Eier rasierst oder abreißt wenn er noch einmal so was sagt.
      Der Ton muss natürlich entsprechend sein.
      Ich arbeite fast nur mit Kerlen und erlebe das ständig.
      Ich packe mir den Kerl und er kriegt eine Verwarnung, beim nächsten Mal, Kopf auf Tischplatte.
      Oder...sag ihm, du zeigst ihn an wegen sexueller Belästigung.
      Oder geh zum Betriebsrat... die Typen sind dann ihren Job schnell los.
      Wobei ich für die direkte Ansprache bin... du reagierst viel zu nett.
      Warum?

      • (6) 22.03.19 - 16:33

        Ach so...meiner Erfahrung nach haben fast alles ein braves Frauchen zu Hause sitzen, und die Kerle alle was nebenbei laufen.

    Ich finde tatsächlich, dass das schon fast an Belästigung grenzt. Ja, ich habe sicher auch ein, zwei Kollegen, die ich mag und wo Gespräche auch mal mehr privater Natur sind, aber so weit geht das nicht, da wuerde ich auch nicht wollen. Vor allem nicht so im normalen Arbeitsalltag.

    Wenn es dich stört, dann sag was. Wenn er nicht aufhört, Gespräch mit der Personalabteilung suchen. Man kann sich ja erstmal einfach beraten lassen.

    Und den Kommentar mit der hässlichen Schreckschraube finde ich so daneben, ein Job sollte doch bitte nicht auf Grund des Aussehens vergeben werden!

    (9) 22.03.19 - 18:18

    Die Überschrift geht völlig an den beschriebenen Sachverhalten vorbei. Du hast keinen flirtwütigen Kollegen, du wirst belästigt.

    Unprofessionell hat er sich von Anfang angezeigt, indem er meinte "wie froh er sei, so eine hübsche neue Mitarbeiterin an die Seite gestellt bekommen zu haben und nicht mit irgendeiner hässlichen Schreckschraube da zu sitzen."

    Das ist kein Kompliment, sondern anbiedernd und bezogen auf andere weibliche Arbeitskräfte abwertend.

    Du beschreibst dann, wie sich sein Verhalten gesteigert hat, angefangen von Kommentaren zu deiner Figur, über anzügliche Bemerkungen bis hin zur Frage nach sexuellen Vorlieben.

    "Wenn ich signalisiere, dass ich es nicht gut finde, stellt er es gern so dar, als ob ich ja alles falsch verstehe und er ja nur Scherze macht."

    Genau so funktioniert Belästigung. Er nimmt sich immer mehr raus, weil er sich das mangels deutlicher Abgrenzung erlauben kann, es wird immer schlimmer, du windest dich wie ein Aal und wenn es ganz unerträglich wird und du endlich mal negativ reagierst, ist alles ein Scherz.

    Am Ende steht die belästigte Mitarbeiterin dann auch noch als die Doofe da, denn monatelang war doch alles so lustig und auf einmal versteht das Mäusle keinen Spaß mehr, hat wohl ihre Tage.

    Schau mal, in was für eine Lage der dich gebracht hat - widert dich das nicht an? Und da schreibst du von flirten?

    Du kannst jetzt nur bei der nächsten Gelegenheit den ekelhaften Kerl in seine Schranken weisen und ganz klar signalisieren, dass du künftig ein professionelles kollegiales Miteinander einforderst. Macht er dann wieder Scherzchen, ist ein Hinweis auf die Einbeziehung eines Vorgesetzten angebracht.

    • (10) 22.03.19 - 21:26

      Wow! Super geschrieben. Danke für den guten Beitrag. Wir müssen Frauen Mut machen sich nicht mehr wie in den 50ern unterdrücken zu lassen. Erschreckend was der Kerl sich traut! Der hat ja gar keinen Respekt.

(11) 22.03.19 - 19:04

Dein Kollege verhält sich sexuell übergriffig. Unabhängig davon, ob er vergeben ist, er ist respektlos und gehört gemeldet.
Punktaus.

Der Kerl flirtet nicht, er belästigt Dich und ist rotzfrech, das Ganze noch auf eine ganz hinterhältige Art, sodass er IMMER DIR den schwarzen Peter zuschieben kann, mach damit ganz schnell Schluss.
Ich hab 40 Jahre mit Soldaten gearbeitet, gefeiert, gelebt....wir hatten verdammt viel Spass zusammen und ich hörte mir Tausender versauter Witze und Beziehungsprobleme an, aber - hätte mich einer nach meinen sexuellen Vorlieben gefragt oder derart plump angemacht, hätte ich ganz dicht an seinem Gesicht gesagt "Freundchen, bis hierher und nicht weiter, reiss Dich zusammen oder es knallt".
Halte ab sofort absolut professionell geschäftliche Distanz ein, keine Spielchen, keine anzüglichen Witzchen, Du bist immer der Depp, wenn die Stimmung des Herrn plötzlich umschlagen sollte.
Du sollst nichts "signalisieren" sondern klar und deutlich aussprechen "Herr Müller ich mag Ihre Art von Humor nicht und ich bin hier um zu arbeiten, machen Sie Ihre Späßchen gerne mit jemand anderem".
Dann verliert er hoffentlich die Lust darauf. Lieber als Spassbremse gelten wie als Abteilungsmatratze.... Kolleginnen in anderen Dienststellen, die sich anders verhalten haben als ich, haben es meist auf irgendeine Weise bereut. LG Moni

(14) 22.03.19 - 21:29

Ich würde offensiv auf die Frauen zugehen die dich nicht mögen und die Situation erklären. Und dem Typen danach ganz klar Grenzen setzen. !!!!!

>>>wie froh er sei, so eine hübsche neue Mitarbeiterin an die Seite gestellt bekommen zu haben und nicht mit irgendeiner hässlichen Schreckschraube da zu sitzen.<<<

Mit deiner Reaktion auf diesen Satz hattest du schon "verloren".

  • (16) 23.03.19 - 07:57

    Naja, ich war neu, die anderen Kollegen waren wie gesagt von Anfang an abweisend zu mir, klar hängt man sich dann automatisch an den Einzigen, der nett ist.

    Ja, ich hätte es von Anfang an nicht zulassen dürfen. Es klingt jetzt hier zusammengefasst sehr krass, möchte dazu sagen, dass das Ereignisse aus 4 Monaten zusammengefasst sind, wir haben ansonsten ein fast schon freundschaftliches Verhältnis, wir reden über alles, den Alltag, was wir mit dem am WE gemacht haben, es ist halt insgesamt so ein vertrautes enges Verhältnis inzwischen entstanden, dass dieses "in sexuelle Themen geraten" irgendwie dann fließend geschieht. Wahrscheinlich fühle ich mich davon auch weniger belästigt als verstört, weil ich ihn nicht nur als Kollegen sondern auch als eine Art Freund empfinde und ihn auch als Mann ohne Frau und Kind und das generell Flirtwütige nicht schlecht finde. Ich sag mal, zu 95% reden wir über Job und Privates, zu 5% bringt er dann sowas.

    Die eine Kollegin meinte aber zu mir: "Warte ab, bis jemand Neues kommt, dann bist Du abgeschrieben, die Nummer hat er mit jeder von uns durchgezogen." Es ist auch schwer, sich zu beschweren, es ist ein kleiner Privatbetrieb und er ist bestens mit dem Chef befreundet (auch privat) und hat auch Leitungsfunktion, wenn der nicht da ist. Ferner hat er personelle Entscheidungsbefugnis. Es arbeiten außer ihm und dem Chef nur Frauen dort, alle durchgehend attraktiv (ich habe das anfangs drauf geschoben, dass es eine serviceorientierte Branche ist mit viel Kundenkontakt, frage mich aber inzwischen, ob die zwei Herren sich da einen kleinen Büroharem gönnen fürs eigene Ego, wobei der Chef mich noch nie komisch angesprochen hat, aber mit dem habe ich auch kaum zu tun).

    Naja, ich weiß durch die entstandene Freundschaft daher manchmal nicht, wo ist beruflich und private Grenze, unter Freunden flachst man ja manchmal auch anders als unter Kollegen. Bin aber auch verunsichert durch die beschriebene Gesamtsituation, ob das wirklich "Freundschaft" ist oder ich mich wirklich komplett aufs Berufliche distanzieren soll.

    • (17) 23.03.19 - 08:31

      An dieser Stelle würde ich gern noch bemerken:
      "Warte ab, bis jemand Neues kommt, dann bist Du abgeschrieben, die Nummer hat er mit jeder von uns durchgezogen"
      die arme Neue... Da wird das grundsätzliche Problem also auf die nächste Frau weitergereicht die sich mit diesem Belästiger auseinandersetzen muss. Jeder weiß es, jeder schützt ihn, und er kann machen, was er will. Das ist schade und macht mich etwas betroffen, denn mit dir wurde das gleiche ja auch gemacht.

      oder ich mich wirklich komplett aufs Berufliche distanzieren soll.

      Bitte mach das - und merk es Dir auch gleich fürs künftige Berufsleben. Freundschaften entstehen ganz ganz selten im Beruf - und dann erst nach etlichen Jahren, in denen man Vertrauen aufbauen kann. Bei DEM Typ trifft das sicher nicht zu.
      Der ist das Hinterletzte - und die Bemerkung darüber, dass Du bei der nächsten Neuen abgeschrieben bist, spricht doch Bände, samt dem bisher Geschilderten.
      LG

      Hallo!

      Frag Dich einfach: wenn sein Kollege Mike Tyson wäre, würde er genau diesen Spruch auch bringen?

      Und in Zukunft reagierst Du sofort, wenn so ein Spruch kommt. Denk wirklich an Mike Tyson, das hilft Dir, die Sprüche sofort einsortieren zu können.

      Und denk drüber nach, ob Du Dich nicht woanders bewerben möchtest. Zukunft hast Du da eh nicht, Aufstiegsmöglichkeiten gibt es auch nicht, und wenn jemand schwanger wird in dem "Privatharem" kommen sicher auch nur dumme Sprüche. Es ist nicht schlimm, wenn man im Lebenslauf bei einer Firma nur kurz war, solange das nicht dauernd passiert.

Hallo.

Eine blöde Situation. Ich verstehe, dass du verunsichert bist, zumal die Kolleginnen dir ja schon nicht wohl geneigt sind. Aber mach dir bewusst, dass es so eh nicht besser werden wird. Du hast nichts zu verlieren.

Als erstes würde ich im Beisein der betreffenden Kollegen entweder offen klarstellen, dass er Familie hat, oder das einfach ansprechen, indem du in deren Beisein etwas dazu fragst "wir geht's deiner Familie, hatte deine Jüngste nicht gestern Geburtstag/Leichathlethik/Schwimmkurs...?" Muss ja nicht stimmen. Es ist völlig egal, er wird den Zaunpfahl schon erkennen und die Damen auch.

Als zweites solltest du ihm wirklich den Wind aus den Segeln nehmen. Du könntest sagen, dass du seine angeblichen Scherze widerlich findest und er das sofort zu unterlassen hat, da du sonst anderweitig dagegen vorgehst.

Ich wünsche dir viel Mut, dich gegen ihn zu wehren. Du schaffst das!

  • Wahrscheinlich fühle ich mich davon auch weniger belästigt als verstört, weil ich ihn nicht nur als Kollegen sondern auch als eine Art Freund empfinde und ihn auch als Mann ohne Frau und Kind und das generell Flirtwütige nicht schlecht finde.

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass sie sich gar nicht wehren möchte, weil sie in den Typ verknallt ist. Und eigentlich gerne von uns gehört hätte " Hey cool, der steht total auf dich"...

    Und die Kolleginnen sind wahrscheinlich deshalb abweisend, weil sie das schon kennen und sich irgendwas zwischen Fremdschämen und distanzieren wollen. Und die TE kann davon ausgehen, dass die anderen Damen sehr wohl von seiner Frau wissen.

    Ich arbeite in einem "männlich geprägten" Beruf, bin die einzige weibliche Angestellte und das habe ich tatsächlich noch nicht erlebt. Mal ein derberer Spruch, auch mal auf Kosten von Frauen - da kann ich gut mitlachen.

    Erlebt habe ich das in diversen Praktika in genau solchen Umfeldern. Männer Chefs, Frauen "wasauchimmer"-Fachangestellte, Sekrtärin etc... damals hat es mich nicht gestört, weil ich meinen Vorteil daraus gezogen habe, heute würde so mit mir glaube ich gar keiner mehr sprechen...

    Und er - ist einfach ein chauvinistisches Arschloch...

(22) 23.03.19 - 11:37

Ich verstehe nicht, warum du dich so weit von den Kolleginnen entfernt hast.

Dass sie dich nicht mögen, entwickelt sich ja häufig erst und passiert nicht sofort, wenn du das 1. Mal durch die Tür kommst. Zumal du schreibst, es seien durchweg ansehnliche Frauen im Betrieb, die es eigentlich nicht nötig haben, bei der Neuen, nur weil sie hübsch ist, in Eifersüchteleien zu verfallen.

Sie spielen dir den Ball schon zu und sagen dir offen, dass es ihnen genauso ergangen ist. Und du bist nicht in der Lage, darauf entsprechend zu antworten und dich mit ihnen zu verbünden?? Stattdessen wissen sie angeblich nichts von seiner Familie und denken, dass da was läuft zwischen euch. Ist mir unbegreiflich! Denn SO wird man stark! Indem sich Betroffene zusammenschließen und ihm Grenzen setzen oder geschlossen den Chef informieren!!

Warum hast du den Damen nicht gesagt, dass es dir auch unangenehm ist. Zumal er Familie hat und gefragt, wie sie mit der Situation umgegangen sind?

Es drängt sich der Gedanke auf, dass du es erst toll fandest, dass er dich umwirbt. Da haben die Kolleginnen vielleicht schon die Augen verdreht. Und jetzt bleibst du weiterhin sehr privat und vertraut mit ihm, dass alle denken müssen, du findest es toll. Andere Signale sendest du ja nicht.

Distanzier dich von ihm und werde beruflich professionell und bemühe dich um guten Kontakt zu den Kolleginnen. Du bist erst 4 Monate da und hast keinen Kontakt zu Kolleginnen und einen unangemessen persönlichen zum Vorgesetzten. Sehr unklug angefangen von dir!!!

Der Typ ist nicht "flirtwütig", der ist übergriffig und belästigt dich. Und selbst wenn - auch "Flirtwut" hat am Arbeitsplatz nichts verloren.

Was will frau überhaupt in so einer Firma, in der es offenbar ansonsten nur zickige Tussis gibt und sich zwei blöde Gockel als Hähne im Korb gefallen. Bist du so gering qualifiziert, dass du dir das geben musst?

(24) 23.03.19 - 17:15

Ok, es hat alles nicht nur 2, sondern 3, 4 und 5 Seiten. Und wir lesen natürlich jetzt alles durch mehrere Filter durch - allein schon, weil wir ja nur deine Seite sehen.

Außerdem geht's ja ganz oft auch auf den Ton. Meine erste Reaktion war auch: Was für ein Arschloch! Und über was redet ihr da eigentlich in der Arbeit? Aber dann fällt mir mein etwas "dödeliger" Kollege ein, glücklich verheiratet mit 2 Kindern und sowas von unattraktiv als Mann, der auch immer genau diese Sprüche ablässt. Wenn da jetzt eine neu daher kommt, die wundert sich wahrscheinlich auch, was der von ihr will. Nur, der ist nach 3 Wochen durchschaut - außer die Dame hat es so bitter nötig, dass sie es nicht sehen will.

Mir persönlich würde es viel zu weit gehen, mit IRGENDEINEM Mann (außer meinem) über sexuelle Vorlieben zu sprechen. Aber ich würde auch nicht gleich Zeter und Mordio schreien, sondern als emanzipierte Frau dem ganzen auf freundlich-flapsige Art einen Riegel vorschieben. Der Spruch: "Weißt du, zu den Schülern sag ich immer, wer am lautesten über Sex redet, hat den wenigsten. Und dann sind sie eigentlich immer ruhig." hilft schon ziemlich weiter. Dazu ist es durchaus auch so, dass ich meinen Kollegen ausreichend Signale setze, dass ich für sexuelle Anzüglichkeiten nicht empfänglich bin. Flirten tun wir trotzdem und das nicht zu knapp. Momentan ist ein Kollege gerade dabei, mir mit ziemlich tiefgründigen Gesprächen den Kopf ein wenig zu verdrehen. Darf er auch, aber wenn es mir zu "nah" wird, dann signalisiere ich es auch hier.

Auch wenn die Feministinnen unter euch jetzt wieder laut schreien werden: Ja, das Verhalten des Kollegen KÖNNTE übergriffig sein, aber die Frau lässt es auch ohne Not mit sich machen und genießt es ja doch ein Stück weit. Es ist kein Abhängigkeitsverhältnis da, er spielt keine körperliche Überlegenheit aus, es handelt sich um zwei freie, erwachsene Menschen. Wenn sie ihn in die Schranken weisen WILL, dann soll sie es tun - entweder durch die Blume oder durch geschicktes Verhalten (eben z.B. vor allen Leuten mal ein: "Sag doch deiner Frau auch schöne Grüße.") oder durch eine klare Ansage, notfalls auch durch eine Meldung beim Chef. Wenn sie ihn nicht in die Schranken weisen will (und dieser Gedanke drängt sich mir auch auf), dann ist es auch kein Übergriff.

Ich sehe das so: Ich bin eine selbstbestimmte Frau und wo sexuelle Belästigung für mich losgeht, das entscheide ganz allein ich. Das kann auch der Mann nicht hellsehen, denn bei einem fühle ich mich wohl, wenn er mir den Nacken massiert, beim anderen bekomme ich die Krätze, wenn er mir nur die Hand auf den Unterarm legt. Dementsprechend ist es mein Job, meine Grenzen so zu setzen, wie es mir passt. Also ist es m.E. durchaus auch erlaubt, dass ein Mann mal schaut, wo die Grenzen liegen. Das ist eigentlich genau die Spannung zwischen Frau und Mann, die das Leben doch auch schön macht. Die man auch mal genießen kann, ohne gleich einen als Sexualtäter zu denunzieren. Dann erwarte ich aber natürlich auch, dass der Mann die Grenzen einhält. Wenn er das wirklich nicht tut, dann muss man sich weitere Schritte (Distanz, offen Ansprechen, rechtliche Schritte) überlegen. Aber soweit ist es hier doch garnicht.

  • (25) 23.03.19 - 20:16

    "wenn die Feministinnen unter euch jetzt wieder laut schreien werden: Ja, das Verhalten des Kollegen KÖNNTE übergriffig sein, aber die Frau lässt es auch ohne Not mit sich machen und genießt es ja doch ein Stück weit."

    Die laut schreienden Feministinnen - muss es wirklich sein, andere Meinungen mit solchen mittlerweile negativ belegten Schlagwörtern abzuwerten? Davon abgesehen, dass es "den" Feminismus gar nicht gibt, geht es doch um Argumente und nicht um die Zuordnung zu einer wie auch immer gearteten Denkrichtung, vor allem wenn du von dir so stolz als der "selbstbestimmten" und "emanzipierten" Frau sprichst, als wäre das nun was ganz Besonderes.

    Am Ende schreibst du doch auch nichts anderes als die meisten hier. Dass sie sich nicht von Anfang an klar abgegrenzt hat und seinen blöden Spruch zu weniger attraktiven Schreckschrauben auch noch toll fand, haben doch fast alle kritisiert.

    "Die man auch mal genießen kann, ohne gleich einen als Sexualtäter zu denunzieren."
    Zeig uns doch bitte mal die Stelle, wo du das gelesen hast.

    "Das kann auch der Mann nicht hellsehen, denn bei einem fühle ich mich wohl, wenn er mir den Nacken massiert,"
    "Spannung zwischen Mann und Frau"

    Darf man fragen, wo du arbeitest? Ich kenne keine Frau, die es nötig hat, sich diese Art von Bestätigung am Arbeitsplatz zu holen. Liest sich für mich irgendwie nach schwülstigem Groschenroman (dann trafen sich ihre Blicke über den Raum hinweg, seine Hand im Nacken, lehnte sie sich gurrend zurück).

    Trifft nicht meine Realität am Arbeitsplatz.

Top Diskussionen anzeigen