Wie spreche ich das alles an?

    • (1) 24.03.19 - 12:05
      LifeinPeaces

      Hallo,

      ich habe folgendes Problem:

      Seit zwei Jahren ca. hat mein Mann sich ziemlich von mir zurückgezogen. Er hängt nur noch am PC, Handy, vor dem Fernseher.

      Er will nicht mit mir kuscheln, strichelt mich nicht mehr, ich bekomme nichts schönes mehr zu hören außer „Ich liebe dich“ aber das hat auf mich keine Wirkung mehr. Er zeigt es nicht und sagen kann man viel.

      Das Sexleben ist eigentlich eine Katastrophe. Tagsüber will er keinen Sex weil er angeblich zu müde ist. Anstatt dass wir uns am Wochenende, wenn unser Kind Mittagsschlaf macht (2 Stunden lang) ins Bett kuscheln und etwas Spaß gemeinsam haben, setzt er sich sofort vor den PC..Aber nachts überfällt er mich dann wie ein wildgewordener Hund und kommt nach 2-3 Minuten. Ich habe absolut keine Ahnung, wann ich das letzte mal gekommen bin..

      Er redet auch überhaupt nicht mehr wirklich mit mir. Es geht eigentlich nur nich darum, was wir essen, was wir heute Abend im Tv schauen und über Dinge die unser Kind betreffen.

      Mir geht es damit sowas von schlecht. So schlecht, dass ich schon zu einem Therapeuten gehe um damit klarzukommen. Ich liebe ihn von ganzen Herzen, aber er hat sich so sehr verändert, dass ich gar nicht mehr an ihn heran komme. Immer wenn ich etwas ansprechen will, wird er sauer und es gibt einen Riesen Streit. Er tut dann mit seinen 41 Jahren so, als wäre es 85. Sagt dann Sätze wie „für sowas bin ich zu alt“ oder „damit muss ich jetzt auch nicht mehr anfangen“..

      Ich bin ein Mensch, der es sehr sehr schwer hat, Dinge anzusprechen. Das heißt es brodelt seit Monaten in mir und ich weiß einfach nicht, wie ich ihm klarmachen soll, dass mich das sehr unglücklich macht. Dadurch das er immer so kacke reagiert, wenn man mal was anspricht, bin ich total gehemmt den 1. Schritt zu tun..

      Ich will, dass wir eine Familie sind, aber auch dass wir wieder ein Ehepaar sind und nicht nur Eltern..vermisse ihn schrecklich 😔

      Habt ihr Ideen, wie ich das alles ansprechen kann?

      • Wenn du es so nicht ansprechen kannst, dann schreib ihm vielleicht einen Brief in dem du alles aufschreibst was dich stört, was du gerne ändern möchtest und das dafür auch etwas Arbeit nötig ist.
        Eventuell könnte eine Paartherapie helfen.

        Was antwortest du darauf, wenn er dir "ich liebe dich " sagt?
        Hast du ihm gesagt, dass du davon aber nichts merkst?

        Er ignoriert dich weitestgehend, interessiert sich nicht für dich und behandelt dich respektlos. Das krasseste Ding finde ich ja noch die nächtlichen Übergriffe. Warum lässt du ihn das machen? Du bist doch keine Entsorgungsstation, bei der er einen wegstecken kann, wenn es ihm nachts in den Kopf kommt.

        Was liebst du an ihm? Er ist ja schon länger so. Killed das nicht alle romentischen Gefühle in dir? Vielleicht liebst du sein früheres Ich oder die Vorstellung von Ehe und Familie.

        Die Idee mit dem Brief finde ich sehr gut! Allerdings solltest du dir genau überlegen, was du schreibst und welche Konsequenzen du ziehen willst. Nur zu schreiben "ich kann das so nicht mehr oder ich bin unglücklich" wird nichts bringen. Die Konsequenzen solltest du dann auch umsetzen sonst nimmt er dich noch weniger ernst.

        Es interessiert ihn anscheinend auch nicht, dass du zur Therapie gehst, weil die Situation dich krank macht.

        Achte auf dich! Lieber glücklich getrennt als gemeinsam einsam und krank. Die Kinder merken doch auch, dass etwas nicht stimmt. Ihr seid keine unbeschwerte u. glückliche Familie (mehr)

        • (4) 25.03.19 - 09:05

          Ich antworte ihm, dass ich ihn auch liebe. Was ich ja auch tu..

          Und ja, ich liebe sein altes Ich. Er war immer so aufmerksam, liebevoll, kuschelig. Wir haben kaum ferngeschaut, Handy lag auf dem Schrank abends. Wir haben es sowieso kaum geschafft einen Film zu schauen ohne übereinander herzufallen..Klar das ist in der Anfangsverliebtheit immer so extrem, aber das ging bei uns knapp drei Jahre so..Kaum hatten wir einen Kinderwunsch und oft Sex nach Plan, ist die Luft raus..Seit dem hängt er nur noch vor dem pc und Handy.

          Ich müsste mich wirklich mit dem Gedanken befassen, wie es ohne ihn wäre. Hab ich auch schon, aber es zerreißt mich..Ich habe ihn ja nicht umsonst geheiratet..

          Mittlerweile habe ich das gefühlt mit einem alten Mann verheiratet zu sein..Ich bin noch nicht mal 30..Ich möchte noch ein paar Dinge erleben und das mit ihm. Von ihm kommt dann nur „ das brauche ich alles nicht“ 🙄🙄

      Du machst dir die falschen Gedanken. Statt zu denken "wie kann ich das ändern", solltest du denken "ob und wie du damit umgehen kannst". Du kannst ihn nicht bewegen, nur dich selbst kannst du ändern, deine Einstellung.

      (6) 24.03.19 - 23:20

      Hallo. Da kommen mir einige Ideen in den Kopf.

      1. Er macht eine persönliche Kriese durch. Vielleicht Midlifecrisis, und hormonell ändert sich da auch schon was bei Männern in diesem Alter. Oder er hat Depressionen?

      2. Leider Leider beobachte ich das bei so vielen Männern! Es kommt mir manchmal vor dass es ihre Natur ist. Sobald ein Mann eine Frau hat, und es gibt Kinder verliert er das Interesse. Er fühlt sich zu sicher. Und will einfach nur in Ruhe sein Leben leben. Auf dem Sofa, mit Handy, Fernsehen und Tüte Chips. Alles andere Verhalten, wenn ein Mann aufmerksam ist, wenn er mal aktiv hilft und und und... das alles ist nur seine Bemühung die Frau gut zu stimmen. Damit er wieder seine Ruhe hat.

      Ich fürchte das Thema mit ihm anzusprechen wird nicht viel bringen. Na ja es wird schon. Nur nicht das was du dir womöglich wünschst. Er wird sich nicht ändern solange er nicht Leidensdruck verspürt. Und darauf hast du wenig Einfluß.

      Vielleicht ist es besser sich erstmal von ihm zu distanzieren. Und sich verstärkt um sich selbst zu kümmern. Lass es dir gut gehen. Auch ohne ihn. Schenke ihm weniger Beachtung. Und auch sex in dieser Form würde ich ablehnen. Will er dir keine Aufmerksamkeit schenken am Tag, sein Pech. Kann es sich dann selbst beglücken. Er soll erst seine Probleme lösen, oder sich selbst darüber klar werden was er will in einer Beziehung. Du bist da für deinen Mann. Aber nicht als Fusabstreifer.

      • (7) 25.03.19 - 09:00

        Also von Depressionen gehe ich nicht aus.

        Aber die anderen Punkte könnten schon passen. Ich habe auch den Eindruck, dass er nur noch seine Ruhe will.

        Aber ich habe keinen Mann geheiratet, damit ich mich danach nicht mit ihm beschäftigen muss. Wenn ich mein Umfeld betrachte, sehe ich wie die Männer sich um ihre Frauen bemühen (auch mit Kind). Sie bekommen Blumen, Aufmerksamkeiten zum Jahrestag, liebe Worte..

        Und ich bin kein Mensch, der super viel benötigt. Aber ich muss spüren, dass ich geliebt werde. Das ist zurzeit nicht der Fall. Ich fühle mich einsam und mein Mann macht sein Ding..

        Ich habe seit Monaten so eine Wut im Bauch, die ich einfach nicht rauslassen kann. Ich weiß, dass ist so ungesund. Eigentlich sollte ich mal alles rausschreien, was mich anko*** aber ich habe immer Angst, dass ich ihn verletzte oder das die Stimmung zwischen uns schlecht wird. Oberflächlich verstehen wir uns ja gut. Aber wir könnten theoretisch auch WG Bewohner sein mit dem kleinen +..

        Mehr will ich mich gar nicht distanzieren von ihm. Ich mach ja fast alles schon alleine.. Hobbys, Sport, mit Freunden treffen, zur Familie fahren..Die Tage sagte er nach ein paar anstrengenden Tagen „bald kannst du dir mal wieder einen Tag ohne uns gönnen“..Ich frag mich was in seinem Kopf vorgeht?!? Ich will doch Zeit mit ihm verbringen, nicht noch weniger!

        Sorry für den langen Text..bin echt verzweifelt, weil ich es einfach nicht auf die Reihe bekomme, dass alles anzusprechen. Ich selbst bin wahrscheinlich Schuld, dass es soweit gekommen ist, weil ich den Mund nicht aufbekomme 😢

        • (8) 25.03.19 - 11:17

          Gut. Dann überlegen wir gemeinsam wie du das ansprechen kannst. So wie ich verstehe ist das was du willst. Richtig?

          Erstmal überlegst du dir was genau du ihm mitteilen willst. Formuliere das schon mal in Gedanken so dass dein Mann sich dadurch nicht angegriffen fühlt. Na ja, möglichst. Und dann überlegst du WAS genau macht dir Angst. Da ist sicher eine Idee im Kopf was schlimmes kommen kann wenn du das Thema ansprichst. Schau es dir an. Wie realistisch ist diese Angst? Und wenn es doch passieren sollte was du fürchtest, wäre es wirklich so schlimm? Manchmal braucht es Gewitter um was zu verändern. Deinem Mann wird es auf jeden Fall unangenehm sein. Aber solange du nichts sagst lässt du ihn im Glauben dass für dich alles stimmt so wie es ist. Darum betrachte das so, du tust ihm sogar einen Gefallen. Du gibst ihm die Möglichkeit Klarheit zu bekommen und rechtzeitig an eurer Beziehung zu arbeiten. Mit dir gemeinsam. Denn eine tote Beziehung raubt euch beiden die Lebenszeit. Keiner ist glücklich und wird es auch nicht solange sich nichts ändert.

          Also nur Mut. Es lohnt sich

          • (9) 25.03.19 - 11:48

            Hey,

            Danke für deine Antwort :-)

            Meine größte Angst ist, dass er nichts ändern will und es dann irgendwann aus ist zwischen uns. Ich habe mittlerweile nicht mehr die Lust neue Dinge vorzuschlagen, weil ich weiß, dass er sie ablehnt. Und ich möchte nicht immer und immer wieder enttäuscht werden.

            Und falls es zwischen uns mal aus sein sollte, habe ich noch größere Angst, dass er unser Kind mitnimmt.

            Mit ihm über Probleme reden war noch nie einfach..

            Aber klar, du hast Recht. Wenn ich nichts sage, wird alles bleiben wie es ist..

            Man, wieso bin ich so ein Feigling? 😔 Wenn ich neben ihm im Bett liege, denke ich mir, jetzt sag einfach was dich ankotzt. Aber dann denke ich, „nein, du kannst doch jetzt nicht einfach alles raushauen und ihn so verletzten“...

            • (10) 25.03.19 - 17:10

              Und angenommen es ist mal aus. Was dann? Erlaube dir einfach Fantasien im Kopf. Mal dir aus wie wird dein Leben sein ohne ihn. Was wirst du verlieren. Und was wirst du gewinnen? Geh aber ganz realistisch von aktueller Situation aus und nicht von dem was mal war. Das Ende einer Beziehung ist ein Neuanfang für beide und eine neue Chance.

              Und zum Thema das Kind wegnehmen. Na das wollen wir mal sehen dass irgendein Gericht das Kind einem Mann zuspricht der das Sofa nicht verlassen kann. Er wird das auch selbst ganz sicher nicht wollen wenn es drauf ankommt die ganze Verantwortung für ein Kind zu tragen.

              Über Probleme zu reden ist nie einfach. Aber es hat auch was positives. Mach auch da wieder eine Aufstellung was du gewinnst wenn du redest und was du verlierst. Und entscheide dann.

              Mach dir auch selbst keine Vorwürfe wegen Angst. Die Angst hat ihre Funktion, und sie ist wichtig. Wir können aber auch bewusst anschauen vor was sie uns warnen will und uns vor möglichen Gefahren schützen.

              • (11) 25.03.19 - 20:22

                Was dann wäre? Ich würde tatsächlich die Liebe meines Lebens verlieren, meine kleine wundervolle Familie wäre kaputt. Mein Kind würde seinen Vater vermissen (wenn es bei mir bleibt), alles was wir uns aufgebaut haben wäre einfach weg..

                Das macht mich unendlich traurig, denn ich habe diesen Mann so nicht geheiratet. Er war so anders vorher. Wenn ich alte Fotos sehe, kann ich kaum glauben, dass es ein und die selbe Person ist..

                Ich frage mich ständig, wieso er so geworden ist. Warum hat er sich so verändert? Wenn es an mir liegt, wieso sagt auch er nichts? Er ist sonst immer so ein erschreckend ehrlicher Mensch, warum jetzt nicht?

    (12) 25.03.19 - 12:48

    Dass es seit langer Zeit in dir brodelt, kann ich gut verstehen.

    Die berühmtem Worte von der Liebe werden noch ausgesprochen, aber tatsächlich beschreibst du das glatte Gegenteil, nämlich eine lieblose Beziehung.

    Es fällt dir schwer, das alles anzusprechen, aber offenbar hast du es ja bereits wiederholt versucht. Er sagt aber klar und deutlich, dass er es nicht einsieht, nun noch etwas zu ändern, als hättet ihr nicht noch ein paar Jahrzehnte Lebenszeit vor euch.

    Ausgangspunkt war wohl der Kinderwunsch, Sex nach Plan, gefolgt vom Leben mit einem Kind.

    Das ist für viele Paare eine Umbruchsituation, aus der sie nicht zwangsläufig gestärkt herausgehen. Bei euch kommt erschwerdend hinzu, dass auch zuvor schon Initmitäten mit praktischen Zwängen (Sex nach Plan) verbunden war.

    Was daraus nun entstanden ist, siehst du verständlicherweise nicht mehr als lebenswerte Beziehung an. Die Art und Weise, wie er sich nachts an dir bedient, ist für mich eine Bankrotterklärung.

    Du befindest dich bereits in Therapie. Hat sich daraus für dich eine Entscheidungshilfe ergeben?

    Aber wie auch immer: Du hast Probleme, das offen anzusprechen, möchtest ihn nicht verletzen. Er verletzt dich aber umgekehrt ebenso und mir ist auch nicht klar, worin aus seiner Sicht der Sinn der Paarbeziehung bestehen soll. Hier wurde empfohlen, ihm deine Empfindungen in einem Brief zu schreiben. Ich weiß, dass es keine einzige wahre Lösung geben wird, aber das würde bei mir als Betroffene nicht gut ankommen.

    Vielleicht könntest du bei ihm ansprechen, dass du ihn liebst, es dir aber sehr, sehr schlecht geht und du so nicht weiterleben möchtest. Dann fragst du, ob er bereit ist für ein offenes Gespräch, das auch nicht sofort stattfinden sollte, aber es sollte dafür ein konkreter Zeitpunkt in allernächster Zukunft festgelegt werden. Er kann sich dann entsprechend sammeln und ist vielleicht weniger versucht, sofort in eine Abwehrhaltung zu verfallen.

    Wiegelt er dann aber wieder nur ab oder ist von vornherein nicht gesprächsbereit, könntest du ihm klipp und klar sagen, dass es dir sehr ernst ist und die Uhr eigentlich auf fünf nach zwölf steht. Als letzten Versuch könntest du dann anbieten, das Gespräch im Beisein eines Mediators zu führen. Lehnt er das ab, kannst du dir nur noch die Frage stellen, ob du so leben kannst.

    Die Befürchtung, dass er im Falle einer Trennung das Kind einfach mal so mitnimmt, halte ich für unbegründet. So einfach geht das gar nicht und bei seinem Familiensinn wird er kaum das alleinige Sorge- oder Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragen, geschweige denn bekommen.

    Alles Gute!

    • (13) 25.03.19 - 20:18

      Vielen Dank für eure Antworten..

      Ich habe heute bereits aufgeschrieben, wie es mir geht, was mich stört, was ich von einer Ehe erwarte..Ich würde das gerne mit ihm besprechen. Da muss ich nun die Portion Mut bekommen, das auch zu tun.

      Einen Brief will ich ihm nicht überreichen. Am Ende wird dann nicht alles angesprochen, es werden Dinge vergessen. Aber ich möchte ihm jeden Punkt klarmachen..

      Ich glaube bei ihm ist das Problem, dass seine Eltern quasi auch so eine Ehe führen. Er denkt, dass das normal ist. Ich dachte das auch eine Zeit lang. Aber durch die Schwangerschaft habe ich so viel andere Pärchen kennengelernt, dass ich nun sehe, wie viel besser es bei anderen läuft..Ich wusste bis dahin nicht, was mir eig alles fehlt..

      Naja, drückt mir die Daumen, dass ich es auf die Reihe bekomme, das ist kein Leben mehr 😔

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