Er will nicht heiraten...

    • (1) 27.03.19 - 23:38

      Hallo ihr Lieben,
      Mein Freund will nicht heiraten. Das hat er mir schon deutlich gesagt. Für ihn ist das keine Besonderheit. Er braucht das alles nicht. Ich verstehe das komplett. Ich bin keine Romantikerin. Ich möchte auch nicht unbedingt heiraten. Jetzt ist es nur so: wir wollen ein Kind zusammen. Dies wird vor allem von ihm vorangetrieben. Jetzt kam aber raus dass er nicht auf natürlichem Wege ein Kind zeugen kann. Bei mir ist alles in Ordnung. Ich muss mich nun eine Hormontherapie und Operationen etc. unterziehen um eine ICSI machen zu können. Ich habe wahnsinnige Angst davor auch vor den Narkosen vor den Nebenwirkungen und Risiken. Ich bin bereit das alles zu tun weil ich ihn sehr sehr liebe und ein Kind mit ihm möchte um jeden Preis. Die Sicherheit eine Ehe auch wenn etwas mit dem Kind passieren würde oder mit ihm oder mit mir würde mir einfach zusätzliche Gewissheit verschaffen dass wir wirklich meinen für immer und ewig denn ein Kind verbindet sowieso. Ich wünsche mir Sicherheit. Könnt ihr das verstehen? Bin ich paranoid? Wie würdet findet ihr das?

      • (2) 27.03.19 - 23:51

        Ich verstehe deinen Wunsch sehr. Auch wir haben keinen Wert auf Ehe gelegt, bis Kinder kamen, weil das eben mehr verbindet als alles Andere und der Wunsch irgendwann da war, eben auch auf dem Papier eine richtige Familie zu sein, in der alle denselben Nachnamen haben (das finden viele nicht wichtig oder altmodisch, ich fand es aber doof, dass entweder Vater oder Mutter mit Nachnamen nicht heißt wie die eigenen Kinder).

        Allerdings ist es in Eurem Fall leider so, dass so eine KiWu-Behandlung, wenn sie NICHT erfolgreich ist, schon viele Beziehungen zerstört hat, denn das ist emotional einfach sehr belastend. Ich würde daher wirklich warten, rein aus Vernunft, bis wirklich ein Kind unterwegs ist, bevor ich heirate, einfach weil das schon so viele Paare auseinandergebracht hat. Den Traum vom gemeinsamen Kind evtl. nach den Strapazen begraben zu müssen, das schaffen leider viele nicht, ohne daran zu zerbrechen. Gerade auch weil es nicht an dir liegt, gibt sich der Eine am Ende die Schuld, weil dem Anderen der Wunsch nicht erfüllt wird, und der Andere bekommt irgendwann Gedanken, dass dieses Problem mit einem anderen Partner gar nicht bestünde. Ja, das kannst Du Dir jetzt noch nicht vorstellen, dass es so kommen könnte, aber wenn der Fokus irgendwann so auf Kinderkriegen ist, wird der Wunsch überdimensional, steht über allem, und da verlieren sich einfach sehr viele dann irgendwann als Paar, weil es so sehr belastet, wenn es nicht klappt.

        (3) 27.03.19 - 23:52

        Das kann ich sehr gut verstehen. Mein Mann wollte auch erst nicht heiraten, aber ein Kind mit mir. Als er dann gehört hat, was so alles passieren kann in Schwangerschaft und unter der Geburt, dass ich als ledige Mutter das alleinige Sorgerecht beantragen kann, dass man unverheiratet erstmal die Vaterschaft beantragen muss... hat er mir doch einen Antrag gemacht. Wir haben nur klein mit Familie geheiratet. Kaffeetrinken und hinterher Essen gehen. Alles sehr schlicht und einfach. War aber schön für uns und genau richtig.
        Ich drücke dir die Daumen, dass ihr einen Weg findet.

        Ich finde das vollkommen verständlich. Bevor (!) du da an die Kinderplanung gehst, würde ich von ihm Sicherheiten fordern.

        Für mich klingt das gerade nach: wir versuchen das jetzt Mal mit einem Kind und wenn das nicht klappt, muss man ja auch nicht ein Leben lang zusammen bleiben.

        So, und wenn es dann klappt? Mit schreiendem Säugling und Schlafmangel bleiben bürokratische Regelungen schnell Mal auf der Strecke - darum kümmern wir uns nächste Woche...

        Wer würde das Kind im ersten Lebensjahr betreuen? Zugunsten dieses Partners sollte der jeweils andere eine Lebensversicherung abschließen. Wenn eine mittelfristige Verdienstreduzierung absehbar ist, zusätzlich eine private Rentenversicherung.
        Gegenseitige Vorsorgevollmacht versteht sich von selbst. Gegenseitiges Testament.

        Klar, man muss nicht heiraten. Aber dann soll man bitte den Hintern hoch kriegen und die Dinge, die eine Ehe automatisch regeln würde auf anderem Wege erledigen. Wenn er das nicht will oder nicht auf die Reihe kriegt, würde ich mit so einer Schnarchnase kein Kind bekommen...

        LG!

        PS
        Was man alles bedenken muss findet man problemlos online unter dem Stichwort"unverheiratete Paare Absicherung"

      • Huhu :) ich kann dich da gut verstehen. Deinen Partner irgendwie weniger. Denn ein Kind verbindet nunmal deutlich mehr als eine Ehe. Aber jeder Mensch ist da anders. Mir persönlich war es immer wichtig, dass mein Kind so heißt wie ich. Nun, wenn ihr eine icsi macht, müsst ihr die Vaterschaft ehe vorher notariell beglaubigen lassen. Kostet im übrigen :/ bei uns 250€

        Ich vermute, dass er sowieso nochmal anders entscheiden wird, wenn es bei euch mit dem Kind klappt über die icsi. Vielleicht aber auch nicht...dann ist er nicht der Typ für die Ehe. Dennoch kann er ein guter Familienvater sein.
        Ich kann dir nur meine Erfahrung mit dieser icsi sagen...wir haben die ersten Versuche auch selbst bezahlt. Wollten eigentlich beide "noch" nicht heiraten. Vielleicht erst, wenn das kind 1-2 Jahre ist. Im Nachhinein war es blöd, denn wir haben wirklich sehr sehr viel Geld ausgegeben für die Behandlung. Dann noch diese notarielle Sache. Letztendlich haben wir uns entschieden doch zu heiraten (und haben es keinen Tag bereut!!!) Und bekamen 3 versuche von der Krankenkasse auch bezahlt. Wir brauchten 8 versuche bis zum Erfolg. Und obwohl alles immer super aussah. Vielleicht hätte es ohne der Unterstützung der krankenkasse einfach auch mit uns nicht mehr geklappt :( denn diese finanzielle Belastung ist echt schon eine Nummer.
        Heute sind wir sehr froh geheiratet zu haben. Naja...würden wir ja irgendwann ehe. Ganz unabhängig von den steuerlichen Vorteilen, besonders mit Kindern und der Unterstützung der Kassen...fühlt sich die Ehe im Nachhinein richtig gut an. Was ich echt nie gedacht hätte. Da ich es war, die nie wirklich heiraten wollte :)
        Vielleicht denkt ihr nochmal drüber nach, ob es sich nicht doch insgesamt lohnt :)

        Lg

        (6) 28.03.19 - 00:54

        Vielleicht hilft das Argument "Kosten"?

        Eine (!) Icsi kostet als Selbstzahler locker mal 5000-6000 €.
        Verheiratet hat man aber 2 weitere Optionen:

        1. Die KK übernimmt bei DREI Versuchen 50 %. Je nachdem welche Klinik und welche/wie viele Medis bleibt khe dann bei 1500-2000 € pro Versuch.

        2. Ihr wechselt jetzt frühzeitig eure KK. Es gibt Kassen, die 3 Versuche zu nahezu 100 % übernehmen. Ihr bleibt dann auf den Fahrtkosten und den Extrawünschen (z.b. schlüpfhilfe, Blastokultur oder kryo) "sitzen".

      • Naja, für Kinder benötigt es eigentlich keine Ehe, aber die Krankenkassen übernehmen nur (Anteile), wenn man verheiratet ist. So schlimm ists auch nicht, es ändert sich mit Trauschein ohnehin nichts.

        Ich finde eine Ehe auch unnütz.

        Aber: wenn ein Kind ins Spiel kommt, sehe ich das anders: da sollte geheiratet werden, und zwar schon vor der Geburt. In eurem Fall schon vor Beginn der Massnahmen.

        Ohne die Absicherung einer Heirat würde ich nichts machen in deinem Fall. Du gehst so einen grossen Schritt auf ihn zu, dass er sich auch in deine Richtung bewegen muss.

        (9) 28.03.19 - 08:11

        Naja, es ist eine Pattsituation. Er möchte auf keinen Fall heiraten, Du auf keinen Fall unverheiratet ein Kind. Beides ist nachvollziehbar.

        Tipps und Argumente hast Du schon bekommen. Ich an Deiner Stelle würde mir aber überlegen, ob ich damit leben könnte, nur deswegen geheiratet zu werden, damit die ICSI nicht so viel kostet. Gleichzeitig würde ich mich aber auch fragen, ob man den Kinderwunsch dann nicht noch weiter aufschieben sollte, bis es eine zufriedenstellende Einigung gibt. Denn wenn jetzt einer von euch nachgibt, um des lieben Friedens Willens und nur dem Partner zuliebe kann das ein ewiger Stein im Schuh sein. Wenn das Kind erst einmal da ist, wird er wohl kaum noch über eine Heirat nachdenken.

        (10) 28.03.19 - 08:23

        Hallo,
        für uns war die Schwangerschaft auch noch kein Grund zum Heiraten - aber als wir ein Haus kaufen wollten, haben wir‘s getan. Wir haben an einem Montagmorgen mit Baby im Tragetuch, in Jeans und T-shirt den Zettel beim Standesamt unterschrieben und das war‘s ;-).
        Wir haben das als rein formalen Verwaltungsakt gesehen, der mit unseren Gefühlen füreinander nichts zu tun hat. Wir tragen auch keine Ringe und haben jeder seinen Nachnamen behalten. Unsere Tochter heißt also wie ich, für uns ist das gar kein Problem.
        Verheiratet zu sein hat auch steuerliche Vorteile, vielleicht wäre das auch ein Argument für Deinen Partner. Ihr würdet jedes Jahr Geld sparen, welches auch Eurem Kind zugute käme. Und spätestens wenn Ihr jemals Wohneigentum kaufen wollt, solltet Ihr unbedingt heiraten, wegen der Erbschaftssteuer.
        Alles Gute! Laß ihm ein bißchen Zeit, manche Entscheidungen müssen reifen :-).

        • (11) 28.03.19 - 17:35

          Hier ebenso. Geheiratet nur mit Kindern. Ganz billige Ringe (25 Euro pro Stück). Reicht, denn sie liegen nur im Schrank😂Es gibt nicht mal ein Hochzeitsfoto. Wir haben vergessen die Standesbeamtin zu fragen.
          Außerdem wollt das Foto eh nur seine Mutter😂
          Geheiratet hab ich nur wegen dem Geld. Keine Sorge, mein Mann ist nicht reich. Ich hab ihn ja schon 16 Jahre davor ausgebeutet.
          Nein Spass. Der Grund der Trauung war rein wegen unserer Kinder. Sollte ihm was passieren, stehe ich mit den Kindern alleine da. Unterstützung von Familie in puncto Kinderbetreuung existiert bei uns nicht. Ich würde nur schwer einen Job finden, der mit den Betreuungszeiten bzw. mit der VS kompatibel ist. Eine Witwenpension bringt uns da schon weiter. Aber wir hoffen ja, dass der Fall nie Eintritt.

          Wenn die Kinder alt genug sind können wir uns ja wieder scheiden lassen, wenn wir nicht zu faul dafür sind😂

          • >>>Eine Witwenpension bringt uns da schon weiter. Aber wir hoffen ja, dass der Fall nie Eintritt.<<<

            Wenn ein Mann stirbt und seine Kinder noch so jung sind, dass sie zwingend Betreuung brauchen, gehe ich mal davon aus, der Mann auch noch relativ jung ist. Da bringen dich die 50 oder 55% Witwenrente nicht weit.

            • Äh ja, mein Mann hat bereits 27 Arbeitsjahre auf dem Buckel.
              Ihm ist es wichtig, dass es seinen Kindern halbwegs gut geht. Selbst mit 50 Prozent seines aktuellen Gehalts wäre es bereits möglich, dass ich mit den Kindern halbwegs die paar Jahre bis die Kinder alleine bleiben könnten, zu überbrücken.
              Dazu würde ja noch die Familienbeihilfe kommen und die Halbwaisenrente.

              Wir wissen, dass es nicht die romantischte Art war zu heiraten. Ohne Kinder hätten wir beide es wohl nie gemacht.

              • >>>Selbst mit 50 Prozent seines aktuellen Gehalts wäre es bereits möglich,<<<

                Das will ich gerne glauben :-), aber das ist ja nicht das, was du als Witwenrente bekommen würdest.

      (15) 28.03.19 - 09:15

      Ich kann deinen Wunsch nachvollziehen - muss aber aus Erfahrung sagen, dass dieses Versprechen auch keine Garantie ist. Außer bestimmten Formalitäten, die man auch anders regeln kann, bietet eine Ehe meiner Meinung nach keine wirkliche Sicherheit - und ob ihr wirklich für immer und ewig meint, hängt ja nicht von einem Verwaltungsakt ab.

      (16) 28.03.19 - 10:50

      Hallo,

      mein Partner und ich sind seid über sieben Jahren zusammen und bekommen im Juni (ungeplant) unser gemeinsames Kind (wir haben beide schon Kinder).

      Ich war schon einmal verheiratet, und habe ehrlich gesagt null Ambitionen, dies noch einmal zu tun#schein...Kind hin oder her, ich muss nicht nur einem Kind wegen heiraten. Das habe ich schon einmal getan und hat in Scheidung geendet...von daher macht es mir überhaupt nichts aus, dass wir ein Kind bekommen und unverheiratet sind.

      Mein Partner würde denke ich schon gerne heiraten, zumindest hat er das mal angedeutet..ich habe ihm aber gleich den Wind aus den Segeln genommen und ihm versucht zu verdeutlichen, dass ich nicht heiraten muss/will....

      Also ich an deiner Stelle hätte daher überhaupt kein Problem, wenn ich ein Kind mit meinem Partner habe und wir nicht verheiratet sind...absichern kann man sich auch ohne Ehe!

      Lg

      (17) 28.03.19 - 13:53

      Hallo, ich glaube nicht das ein Trauschein hilft ein Leben lang zusammen zu bleiben. Ich bin nicht verheiratet und habe 3 Kinder. Mit dem Vater meines ersten Kindes, dachte ich das ist er. Wir bleiben zusammen bekommen Kinder usw. Im übrigen wollten wir beide ein Kind. Tja und als ich dann schwanger war, hat er mich verlassen. Einfach so. Ich glaube nicht das ein Trauschein das verhindert hätte. Mit dem Vater meiner Töchter lebe ich zusammen. Wir sind glücklich und zufrieden. Wir sind nicht verheiratet und haben es auch nicht vor. Ehrlich gesagt geht's natürlich in eurem Fall auch um die Kosten und da würde ein Trauschein einiges verändern. Da könnte man ja nochmal drüber nachdenken.

      (18) 28.03.19 - 14:41

      Ich hatte das Problem auch.
      Wir hatten ein Kind und mein Partner wollte dann heiraten, da er befürchtet hat im Falle einer Trennung Nachteile bezüglich des Umgangsrechtes zu haben.
      Wir sind dann zu einem Anwalt für Familienrecht, der sagte, dass er wenn er als Vater eingetragen ist, die gleichen Rechte hat wie verheiratete Väter.
      Wir haben uns ein paar Jahre später getrennt und uns eine teure Scheidung so gespart
      Er hat sein Kind immer gesehen, unser Sohn hat sogar mehrere Jahre bei ihm gelebt.
      Was für Nachteile befürchtest du denn genau wenn du nicht verheiratet bist?
      Finanziell?
      Sicherheit gibt es nicht in Beziehungen.

      (19) 28.03.19 - 16:50

      So ein formeller Aufwand ist es nun auch nicht... einmal vor der Geburt zum Jugendamt oder Standesamt zusammen und die Vaterschaft anerkennen und danach wenn man eh den Elterngeldantrag abgibt noch das gemeinsame Sorgerecht beantragen. War beides eine Sache von 10 Minuten. Das ist nichts gegen alles andere was man so beantragen muss: Elterngeld, Kita Antrag usw.

      Eine Ehe ist ja auch mit formellen Dingen, die erledigt werden müssen gekoppelt.

      Ich verstehe daher nicht, dass du nun unter der fadenscheinigen Argumentation deinen Partner zur Ehe drängen willst. Absicherung geht auch anders. Und das Argument, dass du alles tust damit ihr ein Kind kriegen könnt hinkt auch. Oder willst du das Kind etwa nicht?

      • (20) 01.04.19 - 10:05

        Drängen werde ich ihn sicher nicht das bringt sowieso nichts. Und wie gesagt mir persönlich ist eine Ehe auch nicht wichtig gewesen- war sie nie. Aber ich kenne ihn und alles was man vorher bürokratisch regeln könnte statt zu heiraten scheut er auch. Es geht mir rein um die Absicherung des Kindes und mir... ja die ist auch gesetzlich gegeben. Ich weiß. Aber deswegen wollte ich ja euren Rat was ihr dazu denkt. Danke für deine Meinung

    Hallo!

    Die Ehe ist insbesondere ein Rechtsgeschäft, das Unterhalts- und Erbschaftsansprüche regelt. Es geht dabei nicht um Liebe und Romantik, sondern eigentlich um eine ganze Menge Vollmachten, die man da auf einen Schlag regelt. Ihr könnt das ganze natürlich auch Teilchen für Teilchen notariell regeln, aber das wird weder billig noch die gleiche Rechtssicherheit haben.

    Außerdem würde sich bei einer ICSI für eine Ehepaar die Krankenkasse beteiligen (manche zahlen fast alles, macht euch schlau!), für ein unverheiratetes Paar gibt es dagegen nichts.

    Es sprechen also ganz klar rechtliche und finanzielle Gründe für eine Ehe, ganz rational und unromantisch.

    Vielen vielen Dank ihr Lieben für eure tollen Antworten! Es ist schön nicht allein zu sein. Ich kann alle eure Argumente gut verstehen. Danke dafür! Ich werde berichten...

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