Schlauer Satz

    • (1) 28.03.19 - 10:30
      nurschnell

      Schlauer Satz, eben gelesen:

      Der ideale Partner ist nicht jemand, der jede unserer Vorlieben teilt, sondern jemand, der mit Sensibilität, Einsicht und Humor Unterschiede zu verhandeln versteht.

      • Ist eine Beziehung eine Dauerverhandlung..., nur etwas softer formuliert? Klingt nach Brexit für Weichbirnen.

        Verhandeln, verhandeln, verhandeln......

        Ich will in einer Beziehung nicht verhandeln müssen. Bei mir soll jeder machen können, was ich will.

        • #rofl#rofl

          Ach komm. So schlecht ist der Satz nicht, auch wenn ich das mit dem "idealen Partner" 1. in Frage stelle bzw. einer Definition bedarf, 2. dürfen Unterschiede meiner bescheidenen Meinung nach auch mal unverhandelbar einfach bestehen bleiben.

          • Na eben. Meine Rede.

            Dieser "schlaue Satz" klingt nach Formungsprozess. Ich knete so lange, bis alles meinen Idealen entspricht.

            Ich will meinen Partnern nicht formen, Er soll so sein wie er/sie ist. Inklusive "Arschloch-Attitüden". Worüber soll ich mich sonst im Leben ärgern können? Manchmal liebe ich es auch wenn ich sie hassen kann.

            • Das ist sicherlich eine gewisse Form der Weisheit, die du da aufweist.

              In vielen Fällen und insbesondere bei jüngeren Menschen (jünger: für mich so um die 30) ist es aber doch so, dass man sich gegenseitig an Themen den anderen betreffend abarbeitet, zum Guten, zum Schlechten,...

              Manchmal bringt es ja auch Entwicklungsfortschritte mit sich, dem Partner zuliebe anders zu handeln, als man es gewöhnt ist oder tun wollen würde. Manchmal ist genau sowas aber auch einfach nur blöd.

              Darüber kann man wirklich ins Philosophieren geraten.

              • "Manchmal bringt es ja auch Entwicklungsfortschritte mit sich, dem Partner zuliebe anders zu handeln, als man es gewöhnt ist oder tun wollen würde. "

                Absolut richtig. Das zeigt, dass Du auch ein weises Köpfchen bist........:-)

                Mir persönlich ist es jedoch noch nicht passiert, dass meine Gefährtinnen mir hätten etwas beibringen können. Im Reinen ist halt alles rein.#ole

                • Echt nicht? :-D Keine Demut oder Frustrationstoleranz wenn man vom anderen nicht direkt kriegt, was man unbedingt meint jetzt sofort haben zu wollen?
                  Oder gehörst du zu den Glücklichen, denen das nie passiert ist? Wenn ja verrate mir bitte das Geheimnis

                  • "Wenn ja verrate mir bitte das Geheimnis"

                    Zölibat :-)

                    • Verstehe. Diese höhere Daseinsstufe habe ich noch nicht erreicht. ;-)

                      • (10) 28.03.19 - 14:19

                        Im Ernst.....Eine Beziehung ist keine Verhandlungssache. Selbst Dinge, von denen man selbst sagt, so wie der andere es macht oder vorschlägt, ist es besser. Besser im Sinne von erfolgreicher, effizienter, wirkungsvoller, was auch immer, wird man es nicht ändern weil der andere es will sondern wenn, weil man es selbst so will. Also sind Einsicht und Weitsicht wichtig und dazu sind nach meiner Erfahrung viele Menschen nur bedingt fähig.

                        Wir werden in unseren ersten 10 Lebensjahren zu 80% in unseren Verhaltensweisen geprägt. Was nicht bedeuten muss, diese erlernten Typologien nicht noch einmal ändern zu können aber es ist nicht eben leicht. Es bedarf also einer gewissen Beharrlichkeit aber auch jeder Menge Taktik und Einfühlungsvermögen um einen Menschen zu einer Verhaltensänderung zu bewegen. Erst Recht in grundlegenden Dingen. Du macht aus einem notorischen Schmutzfinken keinen Ordnungsfanatiker mehr. Es sei denn, der- oder diejenige sind so gut erzogen, dass sie es aus Gefälligkeit Dir gegenüber machen. Deinen Ordnungssinn haben sie dennoch nicht begriffen. Aber sie wollen einfach Frieden.

                        Ständig zu verhandeln, im Sinne von Dealen (wie soll das überhaupt ablaufen? Wenn Du Deine Brocken wegräumst - um beim Thema Ordnung zu bleiben -, dann gibt's hinterher Zückerchen), stelle ich mir sehr sehr anstrengend vor.

                        Mir gehen manche Attitüden meiner Mitmenschen natürlich mitunter auf den Geist. Aber ich würde sie nicht wirklich ändern wollen. Ich begleite sie höchstens mit einer Form von Ironie.

                        Außerdem möchte ich meine Partnerin doch auch bewundern dürfen. Wenn ich nun genauso ordentlich wäre wie sie, nähme ich ihr die Bühne und mir die Freude, ab und an zu ihr aufzuschauen. :-)

            Hach, manchmal sagen mein Mann oder ich auch den Satz

            Schatz, ich liebe dich, aber ich mag dich grad nicht also geh bitte.
            (alternativ zu nicht mögen sagen wir auch mal hassen.)

            😂😂

            lg lene

      (12) 28.03.19 - 12:18

      <<<Bei mir soll jeder machen können, was ich will. >>>

      #rofl

      Sehe ich auch so.
      Wozu soll sonst so eine Beziehung gut sein wenn es nicht einen gibt, der es macht und den anderen, der es mit sich machen lässt!?

      (13) 28.03.19 - 21:49

      Ich stimme dir überwiegend zu, aber es gibt immer in jeder Beziehung Dinge, die verhandelt werden müssen.

      (14) 29.03.19 - 00:17

      Ich sehe das ganz anders, was Verhandlungen in einer Beziehung betrifft.
      Ich gebe zu: „Verhandeln“, das klingt nach Job und Gehalt, nach Nahost-Konflikt oder Bahnstreik. Doch wir alle verhandeln täglich kleine und große Themen. Weil heute eine Vielzahl möglicher Lebensstile nebeneinander existiert und Männer- und Frauenrollen weniger genormt sind, ist der Verhandlungsbedarf bei Paaren im Vergleich zu früher stark gestiegen. Heute können und müssen Paare die meisten wichtigen und auch die weniger wichtigen Entscheidungen miteinander aushandeln: ob man Kinder haben will und wie viele, wer wann welche Aufgaben im Job, im Haushalt und in der Kindererziehung übernimmt und nach welchen Leitlinien überhaupt erzogen werden soll.

      Aber auch die Petitessen müssen, wenn es solche bleiben sollen, verhandelt werden: Wer bringt den Müll herunter? Laden wir Freunde ein oder verbringen wir den Abend gemütlich auf dem Sofa? Wie feiern wir Weihnachten, bei deinen Eltern oder bei meinen oder allein? Wie oft kann ich zum Sport gehen, ohne dass mein Partner sich vernachlässigt oder als Babysitter ausgenutzt fühlt? Wie viel Taschengeld bekommt der Sohn? Auch wenn „Verhandeln“ wie ein Gegenprogramm zur romantischen Liebe klingt – wenn es eine solche langfristig bleiben soll, kommen wir ums gute Verhandeln nicht herum. Die Qualität unserer Beziehung hängt in großem Maße davon ab, wie wir miteinander verhandeln. Denn wo sich einer übervorteilt, in unbefriedigende Rollen gedrängt oder missachtet fühlt, haben romantische Gefühle keine Chance. Stattdessen wachsen Ärger und Verdruss.

      • So wie Du es schreibst, dealt Ihr Tag ein Tag aus. Welch' ein Horror! Der allerdings wohl keiner ist, denn was Du als "Verhandlungen" bezeichnest, sind sprachlich korrekt bestensfalls Absprachen und 80 - 90% davon finden wohl non-verbal und automatisch statt.

        Niemand braucht mir zu sagen, schon gar nicht muss ich es verhandeln, wer wann den Müll raus bringt, Kindern ein Gute-Nacht-Lied singt, das Essen kocht usw. usf...man macht es einfach. Und bei Dingen, die man nur gemeinsam erledigen kann, wird kurz eine Rollenverteilung abgestimmt - ich gehe einkaufen und bringe Leergut weg und Du kannst schon anfangen den Flur zu wischen - das war's. Da wird nichts verhandelt.

        Warum das im Idealfall ohne oder nur mit ganz wenigen Absprachen funktioniert? Das nennt man Chemie zwischen Menschen, die in vielen Dingen ähnlich ticken. Bitte nicht verwechseln, mit gleicher Meinung in allem und jedem. Und dort wo man keine gemeinsame Basis hat, macht halt jeder sein Ding. Eigentlich auch kein Problem.

        Wer wie Du denkt, man müsse jeden Lebensbereich ausverhandeln, der hat wohl überhaupt keine gemeinsame Basis und die Chemie muss grottenschlecht sein. Vermutlich wird dann auch die Verhandlungswut die Beziehung nicht retten. :-)

        • (16) 29.03.19 - 21:22

          >>>So wie Du es schreibst, dealt Ihr Tag ein Tag aus. Welch' ein Horror!
          Wer wie Du denkt, man müsse jeden Lebensbereich ausverhandeln, der hat wohl überhaupt keine gemeinsame Basis und die Chemie muss grottenschlecht sein>>>>

          >>>Warum das im Idealfall ohne oder nur mit ganz wenigen Absprachen funktioniert? Das nennt man Chemie zwischen Menschen, die in vielen Dingen ähnlich ticken<<<<


          Ich muß dich leider enttäuschen! Das entspricht keineswegs der Realität. Deine Äußerungen über zwei Menschen die dir unbekannt sind empfinde ich schon fast Grenzwertig.

          Chemie zwischen zwei Menschen bedeutet ausschließlich eine starke Anziehung füreinander.
          Ob diese zwei Menschen ähnlich ticken oder kompatibel sind für ein gemeinsames Leben steht auf einem ganz anderen Blatt.

          Meiner Ansicht nach hast du nicht annähernd den Sinn meinens Beitrages verstanden.
          Macht aber nichts, jeder so wie er kann:-)

      (17) 29.03.19 - 16:50

      Das trifft so meines Erachtens nicht zu. Verhandeln hat für mich immer die Konnotationen, dass zwei gegensätzliche Parteien jeweils für sich das Bestmögliche herausholen wollen bzw. eigene Vorstellungen weitestgehend durchsetzen wollen. Verhandlungen werden also immer da nötig, wo zwei unterschiedliche Positionen aufeinandertreffen.
      Aber in eine Partnerschaft entsteht doch gerade dadurch, dass man Grundlegendes teilt.
      Immer bevor wir in unserer Beziehung einen weiteren Schritt gemacht haben, stand im Vorfeld fest, dass wir ähnliche Vorstellungen hatten und genau deshalb sind wir dann ja diesen Schritt weiter gegangen. Die Rollenverteilung im Haushalt wurde niemals verhandelt, dadurch dass wir vier Jahre zusammen waren, bevor wir zusammenzogen, wussten wir vom anderen, wie er tickte. Dann gab es keine Verhandlungen, lediglich Absprachen. Gleiches gilt für die Kindererziehung. In einer langjährigen Beziehung kennt man doch das Wertesystem des anderen und geht mit diesem konform. Erst dadurch entwickelte sich der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind. Und so wird heute auch in Erziehungsfragen miteinander gesprochen, aufgrund eines sehr ähnlichen Erziehungsideals geht es aber wirklich nur um Detailfragen.
      Und auch andere Fragen werden besprochen, nicht verhandelt!
      Unsere Interessen sind doch in einer Beziehung nicht gegenläufig. Wir haben das doch das gleiche Ziel, lediglich beim Weg spricht man sich an.

      • (18) 29.03.19 - 21:33

        >>>Das trifft so meines Erachtens nicht zu. Verhandeln hat für mich immer die Konnotationen, dass zwei gegensätzliche Parteien jeweils für sich das Bestmögliche herausholen wollen bzw. eigene Vorstellungen weitestgehend durchsetzen wollen.>>>

        Das ist die Definition ...Verhandeln

        etwas eingehend erörtern, besprechen, sich über etwas, in einer bestimmten Angelegenheit eingehend beraten, um zu einer Klärung, Einigung zu kommen.

        Ich verstehe überhaupt nicht warum das Wort Verhandeln so negativ bewertet wird.
        Aber das ist okay, ich muss nicht alles verstehen:-)

(19) 28.03.19 - 12:23

Das sehe ich nicht ganz so....

Eine Partnerschaft besteht auch aus Kompromissen, wenn beide absolut nicht auf einen Nenner kommen. Allerdings machen die verschiedenen Charaktere und die Reibung (also Streit) erst eine Beziehung aus. Sonst wäre es ein langweiliges nebeneinander her leben ohne Feuer und Anziehung die m.M.n eine gute Beziehung ausmacht.

Ich lebe mit einem Mann zusammen, der Kompromisse generell als “loose-loose-Situationen“ einstuft und sie daher nicht eingeht und im Umkehrschluss niemals von mir erwarten würde, einzulenken.

Das hat viel Konfliktpotenzial, ich finde es aber, nachdem ich mich lange daran gewöhnen musste, sehr befreiend, dass hier nix verhandelt wird, sondern jeder tut, was er für richtig hält. Viel Humor und eine hohe Schnittmenge zwischen unseren Charakteren machen es möglich, das wir funktionieren.

Das Problem am “Verhandeln“, das immer so vernünftig klingt ist, dass oftmals beide Parteien eine interne Rechnung führen, wer wann wir uns wie sehr und wie oft nachgegeben hat und diese Rechnung wird dann gerne in Krisen oder Streit-Situationen auf den Tisch geknallt.

Insofern stoße ich mich auch dem Begriff des “Verhandelns“, finde aber Sensibilität, Einsicht und Humor wichtig, nur dass Einsicht für mich heißt, dass man einander leben lässt wie man ist.

(21) 28.03.19 - 12:45

Verhandeln hört sich nicht sonderlich nach Liebe und Partnerschaft an.

  • (22) 28.03.19 - 12:58

    Das ist glaube ich der Punkt, dass manche meinen, bei Liebe würde man immer so auf einer Wellenlänge schwimmen, dass es keinen Dissens und folglich auch weder Verhandlungen noch Kompromisse bräuchte.

    Der Glaube, der geliebte Partner könnte jemals alle Vorlieben teilen, ist aber ein Täuschung und die Ent-Täuschung am Ende der Verliebtheit entsprechend groß.

    Dementsprechend kommt es gerade darauf an, 1.) die Unterschiede anzuerkennen und 2.) sinnvoll damit umzugehen. Und "Verhandeln" bedeutet dabei auch nicht immer Kompromisse oder sich und den anderen zu verbiegen. Manchmal hilft vielleicht auch "Zweinigen", wie das Vera Birkenbiehl mal genannt hat: Die Einverständnis von zwei Menschen, dass sie sich eben in manchen Punkten _nicht_ einig sind und trotz dieser partiellen Uneinigkeit in anderen Bereichen gut miteinander klarkommen.

    • (23) 28.03.19 - 13:08

      Ich finde, das hast du gut geschrieben. Ich sehe das mit dem "Verhandeln" auch, was bestimmte Punkte angeht - nicht als so kritisch.
      Wenn man zB verhandelt, was es heute zum Essen gibt. Oder verhandelt, wohin man in Urlaub will, der eine will ans Meer, der andere in die Berge, man kennt es ja.
      Bei Wohnungseinrichtung wird es schon eine Stufe schwieriger.
      Bei Haushaltsführung ist oft schon die erste Eskalationsstufe vorprogrammiert, wenn man hier nur mühsam verhandelt aber auf keinen echten Nenner kommt und dem anderen nur das eigene Bild geradebiegen will.
      Richtig schwierig wird es bei Grundsatzfragen, eigenen Überzeugungen und Werten. Sich da abzuarbeiten, puh. Bringt meist nix.

(24) 28.03.19 - 14:47

Was für Unterschiede? Männer sind doch eh alle gleich. Lernte ich hier bei urbia. Kennste einen, kennste alle.

Nee, Schmarrn. Eigentlich wollte ich schreiben, dass hier eh nur das gemacht wird, was ich will.

Der Satz passt zum Thread davor.....

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