Plötzlich finanzielle Ungleichheit

    • (1) 31.03.19 - 14:48
      Geldproblem

      Hallo,
      Mein Partner und ich waren finanziell immer gleich gestellt, er hat zwar etwas mehr verdient als ich, aber ich konnte da immer mit halten, wenn es darum ging die Miete hälftig zu übernehmen, den Urlaub für mich zu bezahlen oder mal essen zu gehen.
      Jetzt hat er durch den Tod seiner Eltern sehr viel Geld geerbt, fast 1 Millionen Euro.
      Die Eltern hatten Häuser in einer tollen Wohnlage an der Ostsee und er ist Einzelkind.
      Jetzt kann er plötzlich Urlaube machen die ich mit meinem Gehalt und finanziell verantwortlich für Kinder in Schule und Ausbildung, nicht bezahlen.
      Sein Sohn geht jetzt auf eine Privatschule, bekommt teure Dinge gekauft und meine Kinder bekommen das natürlich nicht.
      Ich kann mir keinen 10.000 Euro Urlaub leisten und auch keine teuren Klamotten.
      Diese Schieflage belastet zunehmend unsere Beziehung.
      Ich habe das Gefühl nicht mehr seine Liga zu sein.
      Er fährt jetzt alleine in Urlaub, was auch okay ist.
      Wie soll ich aber dauerhaft damit umgehen dass er sich Dinge leistet wo ich nur zuschauen kann.

      • Hallo!

        Warum lädt er Dich nicht ein?

        Man kann sich da wunderbar abwechseln: Du lädst ihn zu Dir ein und kochst, und er lädt Dich zum Nobelitaliener ein, wenn er dran ist. Du zahlst das lange Wochenende im Schwarzwald, und er eine Woche Thailand. So könnt ihr die Zeit zusammen genießen, miteinander Spaß haben, ohne dass einer das Gefühl hat, sich nicht zu beteiligen - nur eben jeder in dem Rahmen, den er sich gut leisten kann.

        Ganz ehrlich, alleine in den Urlaub fahren ist total doof. Man kennt niemanden, schließt höchstens oberflächliche Bekanntschaften, aber ist ja doch die meiste Zeit über alleine. Da könnt ihr doch wirklich eine gemeinsame Lösung finden.

        Hallo,

        ich nehme an, ihr seit eine Patchworkfamilie.

        Liest sich, als hättest Du keinen besonders großen Stellenwert in seinem Leben.

        Anspruch hast Du natürlich keinen, aber Dich bei den angenehmen Dingen des Lebens außen vor zu lassen geht so nicht gut.

        Redet, wie er sich das so vorstellt.

        Hallo,

        wie lange seid ihr denn schon zusammen? Sind es eure gemeinsamen Kinder?

        Also falls ihr schon länger zusammen seid bzw, vorher eine gemeinsame Zukunft geplant habt, würde ich sein Verhalten sehr befremdlich finden.

        Da würde ich eher erwarten, dass er dich einlädt oder von sich aus sagt, dass er die Miete nun allein bezahlt damit du das Geld zum Beispiel für Urlaub investieren kannst.

        LG Tina

        • (5) 31.03.19 - 15:19

          Es sind meine Kinder, die leben aber beim Vater, der Unterhalt für die Kinder von mir bekommt.
          Sein Sohn lebt bei uns, er ist 12 und lebt von Anfang an bei uns.
          Wir sind seit 10 Jahren ein Paar.
          Dass wir uns die Miete teilen finde ich richtig so ...ich verbrauche ja die Hälfte an Strom und Wasser.... er zahlt etwas mehr , da sein Sohn hier ein Zimmer hat und er übernimmt auch entsprechend die Nebenkosten.

          • Ihr seid seit 10 Jahren zusammen und Du ziehst seinen Sohn seit Kleinkindalter auf. Hast Du deswegen vielleicht auch mal phasenweise weniger gearbeitet, um für den Kurzen da zu sein? Den Haushalt zu großen Teilen übernommen, um ihm den Rücken freizuhalten? Oder war das alles von Anfang an strikt getrennt, sein Kind, seine Verantwortung?

            Ich versuche herauszufinden, wie eure Beziehung funktioniert, der Normalfall wäre ja eigentlich nach so langer Zeit, dass man längst einen gemeinsamen Geldtopf hat aber nicht mehr so sehr in "deines" und "meines" unterscheidet. Klar, es gibt solche Paare, meine Mutter rechnet mit ihrem Lebensgefährten jeden Kassenbon vom Supermarkt ab, aber das heißt nicht, dass sie sich nicht auch mal gegenseitig einen Urlaub schenken würden. Eben weil sie wissen, dass es ihnen sehr wichtig ist und keiner gerne alleine in Urlaub fährt.

            • (7) 31.03.19 - 15:41

              Nein...sein Kind, seine Verantwortung.
              Ich habe immer Vollzeit gearbeitet, hatte ja selbst 2 Kinder zu finanzieren die unterhaltsberechtigt waren und sind.
              Er hat die Betreuung alleine geregelt.
              Den Haushalt haben wir auch immer geteilt bzw.er hat da mehr gemacht als ich, da er die angenehmeren Arbeitszeiten hat.
              Ein gemeinsames Konto käme für mich nicht in Frage, ich lasse mich nicht aushalten.

              • Ok, dann musst Du vorsichtig mit ihm sprechen, schließlich hast Du ja auch die letzten Jahre von eurer Regelung profitiert, Dich nicht mehr als er eingebracht - damit besteht für ihn jetzt auch keine Verpflichtung, mit Dir zu teilen.

                Allerdings ist es für Dich ja auch nur ein Rückstand mit Enddatum, Deine Kinder sind ja offenbar schon groß und in wenigen Jahren fertig mit ihrer Ausbildung, damit entfiele dann ja auch Deine Verpflichtung zum Unterhalt. Wenn Du dann jeden Monat 1.000 Euro "übrig" hast, sind für Dich auch wieder größere Sprünge möglich. Während er mitbekommen wird, dass sein Vermögen recht schnell weg ist, wenn er öfter 10.000 für einen Urlaub ausgibt, da wird er dann auch wieder ein wenig sparsamer.

                • (9) 31.03.19 - 21:55

                  In wie weit hab ich profitiert?
                  Weil wir uns gleichberechtigt gekümmert haben um den Haushalt?
                  Bzw er etwas mehr gemacht hat, da er Teilzeit arbeitet während ich 42 Stunden mache plus die Fahrten?

                  • Naja, wenn einer Teilzeit arbeitet, der andere aber in Vollzeit mehr Geld verfügbar hat, wäre das gebräuchlichere Modell, dass derjenige mit mehr Einkommen sich an den Kosten anteilig ein wenig höher beteiligt. Da wäre bei Dir natürlich vorher der Unterhalb abzuziehen. Natürlich ist jedes finanzielle Modell ok, aber das wäre das, was sonst so "üblich" wäre, dass man sich anhand des verfügbaren Einkommens beteiligt und nicht genau abrechnet oder 50:50 macht, wenn die Einkommen deutlich unterschiedlich sind.

                    • (11) 01.04.19 - 20:03

                      Er verdient in Teilzeit 32 Stunden mehr als ich mit 42 Stunden.
                      Hat aber durch den Unterhalt an seine Ex Frau auch Kosten.
                      Er hat also mehr Zeit für den Haushalt und trotzdem mehr Geld als ich.
                      Ich habe nach Abzug von Unterhalt und Miete, Versicherungen etc noch ,300 Euro übrig für alles andere wie Essen, Kleidung, Urlaub.
                      Normalerweise wäre mein Selbstbehalt 1080 Euro, mein Ex lässt mir 1300.

          (12) 31.03.19 - 15:44

          Die Mutter hat sich auch gekümmert, also Hälfte der Ferien, die Wochenenden usw.

    Liest sich für mich allgemein nicht nach Partnerschaft.

    (14) 31.03.19 - 15:22

    Ich finde Partnerschaften in denen immer alles ganz genau in der Hälfte gesplittet wird mehr als merkwürdig. Meiner Meinung nach kann man ja Vorkehrungen treffen, dass bei einer Trennung alles sicher ist, aber solche Knauereien in der laufenden Beziehung können diese ja nur negativ beeinflussen!

    Habt ihr denn überhaupt eine gemeinsame Zukunft geplant? So wie du es formulierst hört es sich an als würdet ihr einfach von Tag zu Tag leben.
    Wenn ich einen neuen Partner hätte und er schickt sein Kind plötzlich auf eine super Schule und meins muss zurück stecken, wäre ich die längste Zeit mit diesem Mann zusammen gewesen. Eine richtige Familie (wenn auch Patchwork) seid ihr ja scheinbar nicht, denn in einer solchen sorgt man ja füreinander.

    Alleine in den Urlaub weil du dir keinen teuren leisten kannst... phu... dem würde ich den Vogel zeigen #schwitz.

    (15) 31.03.19 - 15:24

    Geld verdirbt (oft) den Charakter 🤷‍♀️

    Ich empfinde das Verhalten deines Freundes äußerst befremdlich.

Mir fällt dazu nur ein: KRASS

Für mich liest sich das total absurd!
Bei uns steht jeder für den anderen in einer Familie ein, egal ob es die eigenen Kinder sind oder ob das eine Patchwork Familie ist. Vorallem nach 10 Jahren 🙄😳 ich bin absolut schockiert! Ihr lebt zusammen! Und trennt den ganzen Haushalt voneinander? Klar, man muss nicht direkt ein Gemeinschaftskonto anlegen! Aber der eine muss doch für den anderen finanziell einspringen wenn es mal knapp ist, bzw guckt man in meiner Welt zusammen aufs Geld weil es ja sowieso ein Pott ist. Und gemeinsam wird dann entschieden welcher Urlaub finanziell machbar ist, egal von welchem Konto dieser bezahlt wird!

  • Sehe ich auch so. Klingt sehr nach einer WG. Irgendwie verständlich, dass er sich sein Leben jetzt gemütlicher gestaltet und du nur zusehen darfst. Wie hättest du dich verhalten, hättest du das Geld geerbt?

Im Gegensatz zu den anderen finde ich euer Modell nicht so ungewöhnlich. Ihr achtet beide auf finanzielle Fairness, daran ist nichts verkehrt. Im Zweifel sind dir deine Kinder und ihm sein Sohn näher als der Partner und dessen Sprösslinge. Das denkt sich wohl der überwiegende Teil der Patchwork-Familien...

Das sind halt 2 unterschiedliche Weltanschauungen, die hier im Forum aufeinander stoßen. Solange man mit gegenseitigem Verständnis reagiert, ist eine Diskussion möglich. Hier dann zu schreiben "das ist doch keine Partnerschaft!!einseinself!" bringt doch niemandem was. #klatsch

Ich würde an euer Stelle übrigens genauso handeln. Vom finanziellen Segen der verstorbenen Großeltern sollen deren Erben, nämlich dein Partner und dessen Sohn profitieren. Wäre halt nett, wen er dich und ev. deine Kinder mal zu was einlädt (Urlaub, essen, etc). Ich sehe echt nicht, wieso er langfristig deine Kinder (die nicht bei euch wohnen) finanziell unterhalten sollte. Vielleicht mag mir ja jemand der "Kein mein, kein dein, nur UNSER"-Fraktion antworten.

Ich sehe auch kein Problem darin, wenn er allein mit seinem Sohn auf Urlaub fährt. Das passiert auch in intakten Familien, ohne zu Streiterein zu führen.

Wie ist denn das Verhältnis deiner Kinder zu deinem Stiefsohn und deinem Partner?

  • (20) 31.03.19 - 16:28

    Wie gesagt, meine Kinder leben seit der Scheidung vor 11 Jahren beim Vater und sind 17 und 15.
    Ich sehe sie nur selten.Sue kennen den Sohn meines LG nur flüchtig von kurzen Begegnungen, sie leben mit ihrem Vater auch nicht in Deutschland.
    Ich bin nach unserer Trennung ( mein Ex ist kein deutscher Staatsbürger) wieder zurück nach Deutschland gegangen.
    Warum, weshalb würde zu weit führen und spielt auch für die jetzige Situation keine Rolle.
    Fakt ist, ich zahle jeden Monat über 1000 Euro Unterhalt, das ist selbstverständlich, solange ich das finanziell kann.
    Weniger arbeiten geht also nicht, ging nie warum auch?
    Meine Kinder würden die Schule gar nicht wechseln wollen...wozu auch!
    Mein Großer macht seit zwei Jahren eine Lehre und die 16jahrige ist diesen Sommer auch fertig und hat ihre mittlere Reife und einen Lehrvertrag.
    Warum sollte mein Mann meine Kinder finanziell unterstützen oder mir Kosten erlassen damit ich das kann?
    Ich bin eigenverantwortlich für meine Kinder zuständig, auch und gerade finanziell.
    Ich habe sie in die Welt gesetzt und muss den Spaß auch finanzieren, wie alle anderen Eltern auch.

    • Dann verstehe ich das Problem nicht.
      Einerseits stört es dich, dass das fremde Kind so verwöhnt wird, während deine 2 nix davon haben, andererseits erwartest du das gar nicht.

      Wie würdest du an seiner Stelle handeln? Was wäre für dich eine faire Lösung zu deinem Problem (wie auch immer dieses ausschaut)?

      • (22) 31.03.19 - 16:50

        Nein, es stört mich überhaupt nicht, es sollte nur ein Beispiel sein dafür was er jetzt anders macht als vorher.
        Hab ich vielleicht nicht richtig rüber gebracht.
        Es stört mich, dass er Alleingänge macht was uns angeht, er lässt es mich, wenn auch nur unbewusst, spüren, dass ich raus bin.

        • Das ist natürlich was Anderes.
          Wenn ihm die Zeit mit dir nicht mehr wichtig ist, jetzt wo er sich so viel leisten kann, dann liegt das Problem ganz woanders und nicht in der Erbe an sich.

          Vielleicht ist es aber auch nur eine Phase. Hätte ich 1 Mio geerbt, wäre ich sicherlich ein wenig ausgeflippt - zumindest anfangs. Vielleicht kommt er irgendwann runter und sieht, was wirklich zählt.

          Hast Du ihm das schon gesagt, dass Du das so empfindest, dass Du raus bist? Ich würde ihm das so sagen und ihn wohl direkt fragen, ob er nun gedenkt, sein eigenes reiches Leben zu leben, herabblickend auf Dein schmales Gehalt....
          Furchtbar, was hat der Mann für einen dürftigen Charakter ?
          Er muss Dir sicher nicht alles geben, nichts dagegen, dass er sein Kind verwöhnt....aber die ganzen Jahre warst Du ihm als Partnerin lieb und recht und nun nicht mehr? Nun macht er eine Zweiklassengesellschaft innerhalb der Familie auf?
          Doch, das würde mich massiv stören - Und Dich stört's auch, sonst hättest Du hier nicht geschrieben!
          LG Moni

    (25) 31.03.19 - 16:56

    Sein Sohn kam auf der Regelschule nicht zurecht, ein Schulwechsel war eh schon absehbar, von daher finde ich das gut investiertes Geld.

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