Nur noch genervt

    • (1) 01.04.19 - 13:32
      Mamamella

      Hallo ihr Lieben,

      schon länger merke ich, dass ich immer genervter werde, vielleicht hat ja jemand gute Tipps, wie ich da wieder rauskomme.

      Mein Mann und ich haben 2 Kinder, 4 & 5 Jahre. Er geht voll arbeiten und ist in der Regel von 7-18 Uhr abwesend. Ich arbeite Teilzeit mit 16 Stunden, dh, 2 volle Tage pro Woche. 3 Vormittage sind die Kinder in der Kita und ich kümmere mich um alles- Haushalt, großer Garten, Papierkram, Auto, das ganze soziale wie Organisation Geschenke, Familienfeiern etc. Mir ist bewusst, dass ich durch diese freien Tage schon ziemlich gut gestellt bin und eigentlich keinen Grund zum Meckern habe. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich nie fertig werde, dass es immer und immer kein Ende nimmt mit all den Sachen, die zu erledigen sind, dass ich immer zuständig bin und dass ich mich nie richtig entspannen kann. In diesem Zustand nervt es mich, dass mein Mann keine Ahnung davon hat, was es bedeutet, alles zu wuppen. Er ist ja beruflich sehr eingespannt und soll sicherlich nicht am Wochenende den Hausputz starten. Aber er würde ja schon helfen, wenn er Kleinigkeiten machen würde, wie beispielsweise Sachen nach Benutzung wieder wegräumen oder Wäsche so in den Korb werfen, dass sie direkt gewaschen werden kann. Wenn ich ihn darum bitte, sagt er zwar ja, aber er macht es dann trotzdem nicht. Das nervt mich zunehmend. Insgesamt habe ich das Gefühl, nirgends richtig anerkannt zu sein. Auf der Arbeit arbeite ich ja nur die Teilzeitmutti, zuhause habe ich ja hinreichend Zeit, weil ich nicht vollbeschäftigt bin.. und für mich fühlt es sich an wie ein immerwährendes Hamsterrad...ich merke, dass ich zunehmend unzufriedener werde. Kennt ihr diese Gedanken? Was tut ihr dagegen? Wie kann ich meinen Blick ins Positive ändern? Was kann ich ändern?

      • (2) 01.04.19 - 14:09

        Ich würde ja jetzt sagen, dass du dir eine Dreiviertel- oder gar Vollzeitstelle suchen solltest um auf der Arbeit voll anzukommen, dann könnt ihr Haushalt und alles drumherum gleichmäßig aufteilen und vielleicht nimmt das dieses Gefühl von im Hamsterrad alleine festzustecken weg. Zumindest mir und den meisten Frauen, die ich kenne, würde es helfen.

        (3) 01.04.19 - 14:11

        "Aber er würde ja schon helfen, wenn er Kleinigkeiten machen würde, wie beispielsweise Sachen nach Benutzung wieder wegräumen oder Wäsche so in den Korb werfen, dass sie direkt gewaschen werden kann."

        Das ist keine Hilfe, das ist eine Selbstverständlichkeit für alle Personen im Haushalt. Wer soll das Liegengebliebene aufräumen? Wer soll laut ihm die Wäsche in den Korb werfen? Du? Warum macht er es nicht selbst?

        Und wenn es für euch fair ist, das Einkommen zusammen zu bestreiten, dann ist es ja auch nur fair, den Haushalt zusammen zu erledigen. Wie war denn die Aufteilung vor den Kindern, als ihr beide noch 40 Stunden gearbeitet habt?

        • (4) 01.04.19 - 16:49

          Als wir beide noch voll gearbeitet haben, da habe ich wohl auch mehr gemacht, wenn ich jetzt zurückblicke. Aber es hat mich nicht belastet, weil wir nur 2 Personen waren und eine kleine Wohnung hatten. Mit den Kindern kam das Haus, der Garten und das ganze Drumherum. Im Prinzip ist seine Arbeitszeit immer bei 40 Stunden geblieben, meine hat sich erhöht

          • (5) 01.04.19 - 19:38

            Dann ist Dir zumindest jetzt klar, wann die Schieflage entstanden ist. Daraus ergibt sich ja auch die Argumentationsbasis: Die Arbeit zu Hause wurde viel mehr für Dich, während er sogar entlastet wurde, weil Du das nun alles alleine machst.
            Das kann ihm ja nicht egal sein.

      Ich weiß, dass dir die Antwort wie ein Hohn vorkommen wird, aber deshalb arbeite ich Vollzeit. Ich kenne zig Familien in meinem Umkreis die genauso arbeiten wie ihr und die Wertigkeit des Gegenübers ist gleich Null." WAS IST DENN, DU ARBEITEST DOCH NUR EIN PAAR STUNDEN?" Das aber alles andere auch erledigt werden muss, sieht der andere nicht. Hier werden die Dinge gemeinsam erledigt und trotzdem bleibt noch genügend Zeit für die Familie.

      • Das kann aber auch nach hinten losgehen.

        Ich kenne Konstellationen, wo beide VZ arbeiten und sie trotzdem nebenher noch den ganzen Haushalt, Wäsche und Einkauf macht, weil er keine Ahnung, den längeren Anfahrtsweg zur Arbeit hat oder abends viel zu k.o. Ist, weil seine Arbeit angeblich anstrengender ist und und und...

        • (8) 01.04.19 - 16:46

          Genau das denke ich auch. Ich wäre immer eher abends da wegen der kürzeren Strecke zur Arbeit und würd ja dann sowieso in der Woche alles anfallende erledigen. Und es würd doch eigentlich nur zu Lasten der Kinder gehen, die dann länger betreut werden müssten etc

          Also ich kenne das nicht. Alle meine Freundinnen arbeiten Vollzeit und gemeinsam werden die Aufgaben erledigt.

          • Als ich noch Vollzeit gearbeitet habe, war meine Arbeit 2 km vom damaligen Wohnort entfernt.
            Mein Mann musste 20 km pendeln, morgens und abends war oft Stau.
            Ich habe also, weil ich früher zu Hause war, gekocht.
            Freitags bin ich nach der Arbeit einkaufen gegangen.
            Im Ergebnis hatten wir beide dann zur gleichen Zeit „frei“, aber ich habe ja trotzdem mehr gemacht.
            Das meinte ich.
            Es gibt sicher Konstellation, wo beide gleich viel machen, aber es gibt ja auch Paare/Familien, die Essen abends nur Brot und nicht warm, da stellen sich dann auch manche Probleme, zB mit kochen unter der Woche gar nicht...
            Auch gibt es Paare, die verstehen unter „putzen“ die Wohnung saugen, ein Mal die Woche. Da gibt es dann auch weniger Stress mit der Aufgabenverteilung, weil es einfach wenig zu tun gibt, nach deren Verständnis.
            Ohne Kinder/Tiere ist der Haushalt, gelinde gesagt ein Klacks, wenn ich so an früher denke...

      (11) 01.04.19 - 21:14

      Je länger ich mir Deine Antwort (und die ähnlich lautenden) durch den Kopf gehen lasse, desto wütender werde ich! Was sagt es über unsere Gesellschaft aus, dass Frauen einander raten, auf Vollzeit arbeiten zu gehen, damit sie die Möglichkeit erhalten, Anerkennung, Respekt, Gleichbehandlung und eine gerechte Verteilung der Haushalt- und Familienarbeit zu erlangen??? Das zeigt doch nur, dass es hier eine enorme Schieflage gibt und sich noch vieles in den gesellschaftlichen Ansichten ändern muss!

      • (12) 02.04.19 - 11:06

        Liebe Mamamella,

        Du hast Recht: gesellschaftlich ist es heute noch völlig ok wenn Männer NUR arbeiten gehen. Beweis sind die vielen Damen hier, die sich empören von wegen die Frau solle dem Kerl da mal gehörig den Marsch blasen und sich nichts bieten lassen wenn er nicht seinen Teil im Haushalt und der Erziehung von Kindern beisteuert.

        Es empört sich gesellschaftlich keiner, dass diese Exemplare von Mann sich nicht einbringen. Es sind maximal die Frauen, die den Fingerzeig bekommen, sich nicht genug zu wehren. Selbst Frauen greifen Frauen an und nie die Männer.

        Auch die Politik gibt schöne Scheinwelten zur Gleichberechtigung vor, aber bei wirklich wichtigen Themen fallen die Konzepte der FamilienministerIN Frauen in den Rücken. zB die neue Idee Kinds-Unterhaltszahlungen, wo die Rate der Väter, die keinen Unterhalt zahlen viel höher ist, als die, die sich kümmern.
        Oder die seit einigen Jahren geltenden Unterhaltsregelung nach Scheidung: sie spiegeln das Wunschdenken, Frauen würden sich selbst versorgen können wider. Nicht aber nicht die Realität (vor allem in ländlichen Gegenden), dass Frauen weitestgehend nur 50% arbeiten wenn überhaupt.

        Es gibt da noch viel zu tun... Leider.
        Aber so lange so viele vor allem Frauen akzeptieren wie es ist, wird sich nichts ändern. Wäre in der Gesellschaft ein Mann, der sich nicht einbringt, verpönt/ schlechter angesehen/ würde man mit dem Finger auf ihn zeigen, wäre hier schon deutlich mehr Bewegung drin...

        Du arbeitest doch jetzt auch voll! Nur das du für einen Bruchteil bezahlt wirst.

    (14) 02.04.19 - 08:48
    das liegt woanders

    Hm, also ich arbeite 20 Std. halbtags an 4 Tagen und mein Mann erkennt an, was ich tue, unterstützt mich wo es geht und legt niemals vor mir die Füße hoch.

    Klar, er lässt auch gern was liegen (hab ich in 20 Jahren nicht wegbekommen :-p), aber das ist ok für mich, da er wie gesagt viele andere Dinge tut ohne dass ich erst was sagen muss.

    Die TE könnte vermutlich 60 Stunden arbeiten und der Partner würde es nicht anerkennen. Denn der Knackpunkt ist ein anderer denke ich.

So wie sich das anhört, dass du möchtest, dass er auch Mal seine Wäsche in den Korb tut, klingt das für mich als hättest du dich an die Rolle des Mädchen für alles gewöhnt und hättest aufgehört dir Respekt zu verschaffen. In der jeweiligen Situation sagen, dass er was machen soll funktioniert offenbar nicht. Ich an deiner Stelle würde mit ein/zwei Wochen Urlaub nehmen, und mit den Kindern ohne ihn zu Oma und Opa fahren dann kann er Mal sehen was ein Haushalt so alles beinhaltet. Und mit ihm danach ein längeres Gespräch über Respekt in der Partnerschaft führen. Diese Kleinigkeiten, die du beschreibst, sind nämlich selbstverständlich in Einer Partnerschaft in der man sich respektiert.

  • (16) 01.04.19 - 16:44

    Das würde dann aber gar nicht das Bild wiederspiegeln. Was muss er denn groß machen, wenn er 2 Wochen alleine zuhause ist? Die meiste Arbeit machen doch die Kinder. Ich müsste mal mehrere Wochen alleine weg, so dass er sich um alles, wirklich alles mal kümmert. Aber das ist ja auch schwer umsetzbar.

    • (17) 01.04.19 - 19:42

      Glaubs mir, vielen Männern, die gar nichts zu Hause machen, reicht schon ein Wochenende als heilsame Kur. Wenn Du von Freitag bis Sonntag Abend mit einer Freundin wegfahren würdest, ginge das?

      • (18) 01.04.19 - 20:43

        Das hab ich tatsächlich schon ein paar Mal gemacht. Er bekommt das dann echt gut hin und er und die Kinder haben eine wirklich schöne Zeit. Nur ist es doch so, dass an einem Wochenende nur das nötigste gemacht werden kann. Er wäscht ja dann z.B. nicht oder so. Also denkt er sich doch: alles super. Sie ist zuhause und kann immer so schöne Zeiten haben. Er blickt das ja gar nicht, dass es im Alltag ganz anders läuft...

Guter Tipp, aber die Kinder natürlich zu Hause lassen. Für ihn allein fällt nicht so viel an. Und die Rechnungen und Geschenke für Geburtstage und auffüllen der Vorräte und Termine hat er auch nicht. Männer sehen es einfach nicht. Es ist verrückt.

(20) 01.04.19 - 15:55

Sachen, die er nicht wegräumt, landen da wo sie ihn stören (PC Tastatur, Kopfkissen...)
Wäsche, die nicht im Korb landet, wird nicht gewaschen.
Und berechne mal die Zeit, die du für Tourerei der Kinder, kochen für die Kinder, einkaufen ... aufbringst. Da bist du in der Woche schnell bei 40 Std. und schwups kann zumindest an den Tagen, an denen du arbeitest und am Wochenende alles geteilt werden.

Er soll nicht helfen, sondern seinen Anteil übernehmen.
Er macht Dreck, er will essen, er trägt Kleidung, es sind auch seine Kinder.

  • (21) 01.04.19 - 16:37

    Es ist nicht so, dass er seine Klamotten überall rumschmeißt oder so. Es wäre nur hilfreich, wenn er die Socken auseinander zieht, die Taschen leert und so weiter. Ich hab das sogar mal gemacht, dass ich das dann nicht gewaschen hab, aber es gab einen Megastreit und dann hab ich es halt doch wieder gemacht. Ich glaub, es hängt auch damit zusammen, dass ich gar nicht weiß, was ich verlangen kann und was gerecht wäre.

    • Wir oder besser gesagt ich habe das mit der Wäsche so gelöst. Kommt sein Shirt auf links zur Schmutzwäsche, dann kommt es genau so in den Schrank zurück. Dasselbe gilt für seine gesamte Wäsche. Vor allem für die Socken vom Gnädigen.

      (23) 02.04.19 - 10:12

      Hallo.

      Ich hatte das mit der Wäsche zB direkt richtig verstanden. Ja, es ist ein Dilemma und eigentlich ist das nicht so schwer, aber weißt du was? Wenn mein Mann mich fragt, was wir essen oder er einkaufen soll, ist es schon immer so, als sei plötzlich ein Resetknopf gedrückt worden.

      Mir persönlich fällt es sehr schwer, die Woche essenstechnisch vorauszuplanen, und dann entsprechend einzukaufen. Wenn ich das mache, mache ich es spontan. Das wiederum gefällt meinem Mann aber nicht, also plant das meist er und er kauft auch ein.

      Aus meiner Sicht geht es nicht um Fair. Aufzurechnen in der Beziehung führt seltenst zu mehr Harmonie. Ich mache auch mehr, weil ich nicht arbeite und habe die gleichen Gefühle wie du. Aber mir macht es nichts aus, an vielen Stellen hinterherzuräumen, die Taschen zu leeren usw, weil mein Mann Dinge tut, die ich eben weniger kann oder mag.

      Überlegt doch gemeinsam, welche Arbeiten dein Mann machen könnte, weil sie ihn nicht so stören oder er es besser kann? Gartenarbeit? Müll, Getränke? Bürokram?

      Dafür siehst du darüber hinweg, dass er linke Socken in die Wäsche wirft oder die Taschen voll sind?

      Wäre das etwas? Und Verständnis bekommt man selten in Streitgesprächen. Wenn du in einer ruhigen Minute ansprichst, dass du dich wenig wertgeschätzt fühlst, versteht er dich vielleicht besser und selbst, wenn sich danach nicht viel ändert, geht es dir besser.

      LG

Ich sehe das genauso wie die anderen, dass du wahrscheinlich "versteckt" mehr Arbeit machst als er. Ein Tagebuch führen, wann du wie lange was machst, könnte da tatsächlich eine Gesprächsgrundlage sein. Und Sachen in die Wäsche werfen können ja wohl schon Kinder, geschweige denn ein erwachsener Mann! Würde er alleine leben müsste er sich ja auch neben den 40 Stunden um den Haushalt und alles drum herum kümmern. Das bekommen andere auch hin.

Was ich noch ergänzen würde, sind ein pasr Worte über die Art des Stresses. Du sagst, dass du gefühlt nie fertig bist. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass du so viele verschiedene Dinge hast, an die du denken und die du organisieren musst. Dein Mann arbeitet nur auf der Arbeit, danach hat er frei, auch am Wochenende hat er frei. Bei dir vermischen sich Orte (Arbeit zu Hause) und Zeiten (keine festen Arbeitszeiten). So kannst du nie richtig abschalten. Natürlich hat man von Kleinigkeiten im Haushalt nie richtig frei (Maschine einräumen etc.), aber im Moment machst das alles du, und er macht nichts. So ein Leben wie er hätte ich auch gerne!
Wenn ihr das auf beide Schultern verteilt, geht es dir bestimmt schon besser.

Du scheinst ja auch bei deiner Arbeit nicht glücklich mit dem Teilzeitmodell zu sein. Das macht zusätzlichen Stress.

Vielleicht solltest du wirklich vollzeit arbeiten und ihr macht einen Putzplan. Jeder hat seine Aufgaben, beide machen gleich viel. Da kann er ja gar nichts gegen sagen! Du hast doch die gleichen Rechte wie er!

  • (25) 01.04.19 - 16:41

    Ich kann mir das gar nicht vorstellen, wie es funktionieren würde, wenn ich auch voll arbeiten würde. Unter der Woche würde ich wahrscheinlich das nötigste machen, weil er aufgrund der Fahrzeit noch länger weg ist. Und am Wochenende würden wir zusammen wahrscheinlich auch den ganzen Samstag benötigen, um all das zu organisieren, was ich sonst in der Woche mache. Dann hätten wir aber ganz schön wenig gemeinsame Zeit mit den Kindern, die sieht er ja zurzeit nur ne Stunde abends oder so.

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