Braut wird betrogen - Wie damit umgehen? Seite: 2

      • Ich finde, das ist ein solcher extremer Ausnahmefall, dass ich es der Braut sagen würde. Denn ich könnte beim besten Willen die zelebrierte Scheinheiligkeit dieser bevorstehenden Veranstaltung nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, mich bei diesem Fest wo man sich Liebe und Loyalität zueinander versichert dabei setzen, höflich applaudieren oder gar noch wie im Fall deines Mannes bezeugen, dass das alles so seine Richtigkeit hat.
        Wenn die Braut eh schon Bescheid weiß - okay. Ihre Entscheidung. Wenn sie davon nichts wusste - dann sollte ihr zumindest die Chance gegeben werden, sich gut zu überlegen, an welchen Menschen sie sich da eigentlich binden will.

        (27) 05.04.19 - 07:58

        Dein Mann sollte schon so viel Schneid haben und als Trauzeuge absagen mit der Begründung, dass er unter diesen Umständen nicht dazu bereit ist. Die Einladung zur Hochzeit ausschlagen und nicht hingehen.
        Der Braut würde ich nix stecken.
        Ich denke mal sie weiß wen sie da heiratet. Einen Notorischen Fremdgänger, der sich ganz bestimmt nicht ändert nur weil beide heiraten und evtl. noch Kinder kommen. Sie ist sich wahrscheinlich sehr bewusst, dass auch sie betrogen wird, blendet es aber aus oder akzeptiert es gar. Alles egal. Denn heiraten tut er ja nur sie.
        Gar nicht mal so selten so ein Verhalten.

        (28) 05.04.19 - 08:53
        chronisch Fremdgehen

        Puh also nach all dem was ich über Fremdgeherpärchen weiss, grade bei routinierten Fremdgehern, ist, dass da einer ist der routiniert betrügt und einer der sich nach Strich und Faden verarschen lässt.

        Ich will vorweg schicken, ich war jung und naiv und einfach zu beeindrucken. Er hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er genug Fickfreundschaften hat, nie, vor keinem. Auch da wusste es jeder. Ich war seine Affäre. Von vor der Beziehung bis über die Hochzeit hinaus... sie hat nie hinterfragt, dass ich quasi halb bei ihm gewohnt habe, immer da war, wenn sie auf Schicht war, keiner der gemeinsamen engen Freunde hat was gesagt, wenn sie uns beim Fummeln gesehen haben....

        Wir kannten uns flüchtig, mochten uns kaum. Bis es dann zu einer Begegnung kam: Sie hatte eigentlich Nachtschicht, war aber zuhause geblieben, ich stand schon vor der Tür. Klar hatte ich eine gute Ausrede, aber das war nicht das Problem.
        Der Typ war einfach ein riesen Arsch. Er war cholerisch, war wütend, hat getobt, hat sie durch Worte und Gesten massiv herabgewürdigt und dabei hatte ihm da niemand was getan!
        Er ist dann irgendwann mit seinem Motzkopf im Keller verschwunden, wir haben uns unterhalten - das war sein normaler Pärchenmodus, anders kannte sie ihn gar nicht und war sehr erstaunt, dass ich ihn anders kannte.

        Ich habe an dem Tag die Affäre für mich beendet, wollte es ihr es recht zeitnah auch alles erzählen, aber dazu kam es nicht, ich hatte dann genug eigene Probleme (Todes- und Pflegefall im nächsten Familienumfeld) und Stand heute 5 Jahre später, was man so über gemeinsame Bekannte mitbekommt:
        Sie haben ein Kind, er bleibt zuhause für die Betreuung, weil sie mehr verdient. Statt zu betreuen gibt er das Kind bei der Familie ab und ist oft tagsüber "alleine" und keiner fragt sich, was er da wohl macht.
        Seine beste Freundin und Trauzeugin, genau wie die besten Freunde wussten von meiner und den vorherigen Affären, ich wette auch von der aktuellen und keiner sagt was. Und die Ehefrau lässt alles mit sich machen, sich anbrüllen, finanziell ausnutzen, demütigen, nieder machen - und es braucht wirklich nicht viel um hinter die Kulissen zu blicken.

        Ich hatte seitdem nix mehr mit einem vergebenen Mann und werde es auch nicht mehr. Und ich hab seitdem noch so einiges mitbekommen, von solchen notorischen Fremdgehern und die suchen sich schon den passenden Typ Frau.

        Ich würde es ihr sagen. Ihr kennt euch kaum, ergo habt ihr auch nichts zu verlieren. Ihr den Screenshot zeigen, ihr sagen was alle reden. Entweder setzt sie sich damit auseinander oder sie lässt es. Aber Du hast es zumindest probiert.

        Sehr schräge Geschichte. Geh mal davon aus, dass alle anderen, die der Bräutigam in spe vorher gefragt hat, ob sie Trauzeuge sein wollen, ihm den Vogel gezeigt haben und dankend abgelehnt haben. Und dein Mann war dann halt irgendwann so "doof", zuzusagen.
        Ganz ehrlich: Du sagst selbst, dass deine erste Info über ihn war, dass er ein notorischer Fremdgeher sei. Euch liegt ein Screenshot seines Fremdgehversuchs vor (Wie kommt man an so etwas? Wer hat denn den Screenshot gemacht und reicht den rum?). Meinst du nicht auch, dass seine Verlobte auch davon weiß? So blind kann man ja nicht sein, vor allem, wenn der Typ so verschrien ist. Du kennst die Frau nicht, daher bist du sicher nicht die Richtige, die ihr das stecken sollte.
        Rate deinem Mann, als Trauzeuge zurückzutreten. Das würde ich auch nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können, zumal die beiden sich ja nicht mal so besonders nahe sind. Und ich könnte an deiner Stelle nicht auch noch freundlich lächelnd die Braut zu ihrer Hochzeit beglückwünschen. Vielleicht redet dein Mann dem Bräutigam nochmal ins Gewissen, aber mehr würde ich an seiner Stelle nicht machen. Die Frau tut mir leid, aber ganz ehrlich: Sie wird wohl wissen, wen sie sich da geangelt hat.

      • Ich würds wissen wollen, auch wenn es weh tut.
        Sie hätte die Chance auf einen anderen Neustart.

        Trauzeuge wäre ich dann übrigens nicht. Nur wenn es einen offene Beziehung ist. Dann gern.

        LG

        Er betrügt seine zukünftige Frau BALD und alle wissen das schon außer die Braut?
        Wie genau darf ich mir denn das vorstellen? Läuft er durch die Gegend und kündigt seine Untreue an???

        Wäre ich dein Mann würde ich das Amt des Trauzeugen wieder frei geben. Es wäre mir zu blöd, eine Ehe zu bezeugen, an die ich nicht glaube. Den Grund dafür würde ich den Schwerenöter mitteilen. Er kann sich ja dann überlegen, wie er seiner Frau das erklärt.

        Weiter würde ich nichts dazu sagen.

      Der Frau Bescheid geben. Wie gut man sich kennt, ist in diesem Fall völlig egal.
      Diese "betrifft mich nicht, also juckts mich nicht" - Wegschau - Mentalität find ich sowas von daneben. Da wird dann kollektiv "dichtgehalten" und ignoriert, um später bei der Hochzeit scheinheilig das vermeintliche Glück mitzuzelebrieren. Ekelhaft.

      • #klee
        Gehen wir mal vom Worst Case aus: Zukünftige Braut bekommt nach der Hochzeit davon Wind und davon, dass so gut wie jeder es wusste, nur sie nicht.

        Wie verraten wird sie sich dann wohl fühlen?
        Das macht doch was mit der Seele eines Menschen.
        Mir würde alleine bei der Vorstellung das Stück Hochzeitstorte im Hals stecken bleiben.

        • Niemand weiß, was kommt, jedes Gedankenspiel ist Spekulation.

          Es ist ein moralisches Dilemma. Opfern um zu retten? Aktiv in den Lauf des Schicksals eingreifen oder einfach schauen, was passiert?

          Selbst wenn man unterstellt, dass die Absicht, alles aufzudecken, eine gute ist und nicht vor allem dazu dient, das Wissen, das einen belastet auf andere abzuladen um sich dann auch noch moralisch auf der richtigen Seite zu wähnen, kann man nun mal nicht wissen, was wirklich geschehen wird, auch die Details betreffend, die man vielleicht gar nicht kennt.

          Wenn es so kommt wie Du es orakelst, dann wird sie sich womöglich nicht besonders gut fühlen. Aber würde sie sich besser fühlen wenn man es ihr vorher sagt? Immer vorausgesetzt, sie schenkt dem auch Glauben. Was ich zumindest bei manchen Menschen stark anzweifeln würde. Dann wärest Du nämlich der "Verräter", der ihr den sog. schönsten Tag im Leben versemmelt hat. Glückwunsch! Ich hoffe, Du kannst dann damit auch gut leben. :-)

          • Ja! Ich richte mich nach meinen Werten, meinem Gewissen und meinem moralischen Kompass der mich bei Entscheidungen leitet.

            Zudem ist er der Verräter. Nicht ich.

            • Eben. Es sind Deine Werte. Und Du bist, Verzeihung, moralisch überlegen genug, diese Deine Werte nun universell anwenden zu wollen und diese als Rechtfertigung für einen Eingriff in das Leben anderer einzusetzen? Wobei Du noch nicht einmal alle Umstände kennen wirst, geschweige denn den Ausgang Deines Eingriffs....

              Ganz schön kühn. Ich wäre glücklich, könnte ich mich auch als so moralisch gefestigt betrachten.

              • Unterlassen ist kein Eingriff ins Schicksal anderer?

                • Nein.

                  • Das ist jetzt allerdings von dir eine kühne Feststellung, da auch unterlassene Handlungen letztlich Handlungen sind, sie sind die Entscheidung, nicht zu handeln, obwohl man es könnte.

                    • Deswegen habe ich auch von einem moralischen Dilemma gesprochen.

                      In diesem Fall allerdings - und hier geht es nicht um Leben und Tod - und bei allem Verständnis für Deine moralische Empörung, halte ich ein Nichteingreifen für klüger. Für klüger wohlgemerkt und nicht für moralisch besser.

                      Es fehlen definitiv Details über die Umstände.

                      Und (!): Wenn dieser Mann tatsächlich ein notorischer Fremdgänger ist, dem bei jeder Frau das Gemächt aus der Hose hüpft, und es angeblich die ganze Gemeinde schon weiß, warum weiß es die zukünftige Braut nicht? Sie als unmittelbar Betroffene hat also nie etwas gemerkt?
                      Allein dieser Umstand, würde mich tendenziell vermuten lassen, das sie es auch gar nicht wissen will. Vielleicht ist sie eine begnadete Verdrängungskünstlerin. Was weiß ich. Und da würde ein dringender Appell vor der Hochzeit wohl vermutlich vieles auslösen aber nicht die Errettung ihrer - wie hast Du es gesagt? - Seele?

                      • Ich bin weder so moralisch empört noch derartig von mir selbst durchdrungen, dass ich mich als Erretterin oder moralisch, wie du es sagtest, überlegen ansehen würde. Wie kommst du darauf, bitte?
                        Das steht mir nicht doch gar nicht zu. Als Mensch voller Fehl und Irrtümern schwebe ich nicht über den Dingen, nur weil ich eine gewisse Haltung vertrete, die zudem ihre Ursachen hat. Die kann ich dir gerne nahelegen.

                        Ich! ganz persönlich! empfinde bei den vorliegenden Umständen - bevorstehende Hochzeit und somit durchaus eine Entscheidung fürs Leben - und bei dem Gedanken an die zukünftige Braut Mitgefühl. Mitgefühl und daraus resultierend andere schützen wollen beeinflusst sehr meine Wertvorstellungen und meinen inneren moralischen Kompass, ebenso wie ich scheinheilige Farcen verabscheue und daher nicht Teil eines solchen Szenarios sein wollen würde. Ob das "gutes Tun" oder "richtiges Tun" ist, ob es das "einzig richtige Tun" ist, das habe ich nirgends mit keiner Silbe geschrieben, sondern nur aus mir heraus argumentiert. Ich halte es dafür. Überzeugungen sind kaum verhandelbar.

                        Und, wie ich in meiner allerersten Antwort schrieb: "Wenn die Braut eh schon Bescheid weiß - okay. Ihre Entscheidung. Wenn sie davon nichts wusste - dann sollte ihr zumindest die Chance gegeben werden, sich gut zu überlegen, an welchen Menschen sie sich da eigentlich binden will".

                        Es ging mir also in erster Linie darum, ihr überhaupt die Möglichkeit zu geben, bei bei Kenntnis ALLER Informationen eine Entscheidung zu treffen und auch eben darum nicht in diese unsägliche Situation geraten zu müssen die ggf. - daher auch, WORST CASE - sich von aller Welt verraten zu fühlen. Und ja. Eine solche Erfahrung macht nun einmal was mit der Seele eines Menschen.

                        • "Ich bin weder so moralisch empört noch derartig von mir selbst durchdrungen, dass ich mich als Erretterin oder moralisch, wie du es sagtest, überlegen ansehen würde. Wie kommst du darauf, bitte?"

                          Weil Du selbst schreibst, dass Dein moralischer Kompass Dich dazu anleitet pro-aktiv in den Lauf der Dinge anderer Menschen einzugreifen. Dazu bedarf es einer Überzeugung und der Überlegenheit, der Situation gewachsen zu sein.

                          "Ich! ganz persönlich! empfinde bei den vorliegenden Umständen - bevorstehende Hochzeit und somit durchaus eine Entscheidung fürs Leben - und bei dem Gedanken an die zukünftige Braut Mitgefühl. "

                          Ich empfinde ebenfalls Mitgefühl mit Menschen, denen scheinbar unverschuldet Ungemach droht (Betonung auf "droht" denn de facto kann ich den weiteren Verlauf nicht wissen) oder die das Opfer von zumindest fragwürdigem Verhalten ihrer Mitmenschen (hier er künftige Gatte) werden, das ist doch gar nicht die Frage.

                          Und vielleicht ist genau diese sehr emotionalisierte Sichtweise und das Ausmalen von Bildern, wie die arme Braut wohl leidet, wie gedemütigt sie sich fühlen weil man ja selbst als Betroffene auch so fühlen würde, nicht der beste Ratgeber.

                          "ebenso wie ich scheinheilige Farcen verabscheue und daher nicht Teil eines solchen Szenarios sein wollen würde"

                          Da gebe ich Dir recht. Einer solchen Veranstaltung muss man nicht beiwohnen. Und mit meinem fernbleiben bekunde ich meinen Unmut in ausreichender Form bzw. der Absage als Trauzeuge.

                          • "Und vielleicht ist genau diese sehr emotionalisierte Sichtweise und das Ausmalen von Bildern, wie die arme Braut wohl leidet, wie gedemütigt sie sich fühlen weil man ja selbst als Betroffene auch so fühlen würde, nicht der beste Ratgeber"

                            Hmmm.
                            Wie war das jetzt noch gleich mit dem Aspekt der moralischen Überlegenheit? Habe ich irgendwo versucht, deine Haltung in diesem Sachverhalt auf eine solche Weise auszuhebeln, wie du es gerade mit der meinen tust, habe ich was übersehen? Ich hoffe doch wirklich, dass wir uns ein Spiel wie: Wer verhält sich in einer solchen Situation tatsächlich richtig, und wer am Ende falsch ersparen können, auch wenn die TE davon vielleicht indirekt profitiert. Mir ist jedenfalls nicht daran gelegen, dich von meinem Standpunkt zu überzeugen. Das wird nicht gelingen, aber umgekehrt wirds nun einmal auch nichts. #klee

                  Doch, ist es sehr wohl!

          (46) 05.04.19 - 12:44

          Ich kenne ein Paar, wo der Mann notorischer Fremdgeher ist. Als der anfing, mich anzugraben, war ich auch in der Bredullie, ob ich es ihr sagen soll (es waren Freunde von uns). Ich habe dann ein hypothetisches "würdest du es wissen wollen, wenn..."-Gespräch mit ihr geführt, worauf sie zu meinem Erstaunen vehement betonte, es NICHT wissen zu wollen, wenn er fremdgeht. Sie sagte das fast flehend, woraus ich schloss, sie wusste es eh und wollte nicht NOCH eine Horrormeldung bekommen. Also sagte ich es nicht. Die sind inzwischen seit 30 Jahren zusammen.

          Ebenso im Freundeskreis meiner Eltern. Meine Mutter hat die Frau informiert, und die haben meinen Eltern darauf die Freundschaft gekündigt. Irgendwann trafen sie sich zufällig und die Frau sagte zu meiner Mutter "Warum musstest Du mir das sagen? Ich war glücklich bis zu dem Tag."

          Manche Frauen wollen es wohl nicht anders. Und gerade bei notorischen Fremdgehern, wo es alle wissen, gucken die Partnerinnen oft bewusst. Welches Recht hat man, denen das eigene Wertekonzept angedeihen zu lassen und ihnen Augen zu öffnen, die bewusst geschlossen bleiben, frag ich mich.

          • Warum sprichst du mir vor dem Hintergrund deiner Erfahrungen und Werte ab, so zu handeln, wie ich es vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen und Werte tun würde? Es geht hier nicht um das objektiv richtige oder falsche Tun oder Unterlassen. Das kann niemand wissen. Es geht auch nicht darum sich Rechte zu nehmen, denn so oder so könnte man entscheidend eingreifen in ein Leben. Entweder durch Tun oder Unterlassen.
            Also - woran orientiert man sich dann selbst am Ende, vor eine solche Entscheidung gestellt?

            • (48) 05.04.19 - 21:11

              Ich spreche niemandem was ab. Wie ich beschrieb sollte man im besten Fall dem Betroffenen selbst die Entscheidung lassen, ob er es hören will oder nicht. Und wenn ich ihn nicht gut genug kenne, hypothetische Gespräche mit ihm zu führen, um das rauszufinden, würde ich lieber schweigen.

      Naja, dann kann sie doch aber die Reiseleine ziehen, und ihn nicht heiraten! Darum geht es doch, sie vor einer womöglich falschen Entscheidung zu bewahren.

      • Woher nimmst Du das Wissen, dass sie so reagiert, wie Du es Dir erhoffst?

        Wenn es angeblich alle wissen und es quasi die sprichwörtlichen Spatzen von den Dächern pfeifen, nur sie als einzige weiß nichts, was sagt Dir das?

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