der ewige Junggeselle

    • (1) 05.04.19 - 11:50
      freundin44

      Hallo,

      ich bin mit meinem Freund nun 8 Jahre zusammen. Er ist 51, ich 44. Ich mag ihn immer noch wie am ersten Tag und eigentlich geht es unserer Beziehung auch gut. Aber heiraten will er irgendwie nicht, also zumindest hat er mich noch nicht gefragt. ich war schon mal verheiratet, er noch nie. am Anfang fand ich das ungewöhnlich und hatte Befürchtungen, mit ihm stimmt etwas nicht. Aber er ist einfach nur gerne Junggeselle. Er liebt meine beiden Töchter wie seine eigenen Söhne. Also Familienmensch ist er schon. Aber heiraten ist irgendwie nicht. Manchmal macht mich das traurig. Ich habe es auch schon mal angedeutet aber er macht dann nur Scherze über die Ehe und spricht über hohe Scheidungsquoten. Ich frage mich wovor er Angst hat, es würde sich doch gar nicht viel ändern, nicht mal unsere Nachnamen. Wegen der Kinder behalten wir unsere. Ich liebe ihn eben und würde ihn gerne als Ehemann. Ich frage mich ob so ein Mann der so lange unverheiratet hat überhaupt jemals heiraten wird.:-(

      • Wenn du schon einmal verheiratet warst, weißt du ja selbst, dass so eine Hochzeit keine Garantie ist. Vielleicht hat es damals für eine Zeit dich und deinen Mann näher zusammengeschweißt, aber am Ende hat es ja auch nichtfür ein "lebenslang" gereicht.
        Vielleicht sieht dein Partner es genauso und ihm ist es einfach nicht wichtig, dass ihr auch auf dem Papier zusammengehört? Eine glückliche Beziehung scheint ihr ja trotzdem zu haben. Genießt das.

        > Ich frage mich wovor er Angst hat, es würde sich doch gar nicht viel ändern, nicht mal unsere Nachnamen.<

        Das ist Deine Sicht der Dinge. Vielleicht fragt er sich, warum Du heiraten möchtest, wenn es doch gar nicht viel ändern würde, kann man es doch lassen. Kostet Geld - und eine Scheidung nochmal viel mehr.

        Warum deutest Du es nur an? Habt ihr mal wirklich darüber gesprochen #kratz? So etwas bespricht man doch durchaus in einer Partnerschaft und kennt dann auch die Meinung des anderen und muss nicht ein Forum fragen, wovor der Partner eventuell Angst hat ;-)

        Lichtchen

        (4) 05.04.19 - 12:33

        Warum ist dir das Heiraten so wichtig, wenn sich ja angeblich nicht so wirklich was damit ändert? 🤔

        Und ich versteh ehrlich gesagt nicht, warum so ein Hype ums Heiraten gemacht wird. Man kann heutzutage alles schriftlich und mit einem Notar absichern lassen.
        Mein Partner war schon mal verheiratet, die Scheidung ist grade erst durch und er möchte es nicht nochmal. Für mich ist das völlig in Ordnung, denn ich habe nicht das Bedürfnis mit ihm vor dem Traualtar zu stehen. Und doch liebe ich ihn und ich sage auch zu ihm „mein Mann“.

      • (5) 05.04.19 - 13:40

        Ich kann nur von mir sprechen, bin zwar weiblich - aber das tut nichts zur Sache, denke ich:

        Ich war noch nie verheiratet, und verschwende daran auch keinen Gedanken. Warum? Weil ich es überflüssig finde. Und weil ich auch finde, dass die Scheidungsrate schon für sich spricht. Warum gibt man sich das freiwillig und gerne?

        Ich bin mit meinem Lebensgefährten auch schon knapp 12 Jahre zusammen. Wir haben keine gemeinsamen Kinder, kein gemeinsames Eigentum. (Das würde wenigstens noch im Ansatz erklären, warum eine Hochzeit sinnvoll ist).
        Wofür also heiraten? Aus romantischen Gründen? Hm. Das ist mir zu wenig "Grund".

        Glücklicherweise ist er auch nicht besonders ambitioniert zum Thema. Er kennt das schon, ging böse auseinander damals.

        Von daher - ja, ich kann die Haltung deines Partners verstehen. Er tickt da wohl ähnlich wie ich. Es gibt eben Menschen, die müssen die Erfahrung "Heirat" nicht machen.
        Halte ich für sehr vernünfitg, übrigens.

        Gruss
        agostea

        Wenn der Mann verheiratet sein will, wäre er das bereits. Er will also nicht.

        Ohne gemeinsame Kinder würde ich vermutlich auch nicht heiraten. Viele Pflichten, viele Kosten, mühsame Trennung.

        Der Mann hat bereits Kinder? Er würde deren Erbe beschneiden, wenn er dich heiraten würde. Darum heiraten viele Paare mit nicht-gemeinsamen Kindern nicht mehr.

      Ich bin 3 Jahre älter als Dein Partner, war auch nie verheiratet und meine Freundin war sogar schon dreimal verheiratet. Sie würde sogar noch ein viertes Mal, meine ich zu ahnen.

      Ich bin einfach zu feige um zu heiraten, es macht mir Angst den hohen Ansprüchen an Treue und Ergebenheit, die sich aus einer Ehe ergeben, nicht gerecht zu werden.

      Außerdem liebe ich meine Freundin viel zu sehr als sie der Gefahr auszusetzen, erneut Ex-Frau zu sein.

      • Man sollte auch ohne Trauschein die gleichen hohen Ansprüche an Treue und Ergebenheit haben, wenn man in einer langen Partnerschaft verweilt. Nur eine eventuelle Trennung ist unverbindlicher, sollten man diesen Ansprüchen nicht gerecht werden.

        • "Man sollte auch ohne Trauschein die gleichen hohen Ansprüche an Treue und Ergebenheit haben"

          Nein, denn die Ehe ist das öffentliche Bekenntnis, mit der unausgesprochenen "Ewigkeit" bzw. ein Leben lang treu zu ein. Der Anspruch der Ehe ist weit höher.

          Ich kann mir nicht einmal einen Essensplan für einen Monat machen. Wie kann ich da so anmaßend sein, zu denken, ich kann jemandem den Rest meines Lebens zusichern?

          • (11) 05.04.19 - 16:26

            Nein...es ist ein Vertrag der bis auf Widerruf gilt...mehr nicht.
            Siehst du doch selbst an deiner Lebensgefährtin... dreimal hat sie diesen Vertrag aufgelöst.
            Nix lebenslange Treue...es ist ein Steuermodell mehr nicht.

            Treue ist ja wohl der Grundstein der meisten Beziehungen, ansonsten kannst du es auch nicht Beziehung nennen. Das Fehlen eines Trauscheins ist doch kein Freifahrtschein zum Fremdgehen.

    Hm, irgendwie kenne ich dein Gefühl, man möchte doch irgendwie noch diesen letzten Schritt, sonst fehlt etwas.

    Habt ihr denn wirklich mal in Ruhe miteinander darüber geredet? Kennt er deinen Wunsch? Du kennst ja auch seine wahren Gründe nicht, warum er sich so ziert. Hast du bereits darüber nachgedacht, dass er sich einfach nicht so fest binden möchte?

    Redet doch nochmal intensiver darüber, ohne Andeutungen, aber mit klaren Vorstellungen und wenn er dann immer noch dagegen ist, dann musst du das auch akzeptieren.

    P.S.: Warum sagen immer alle, dass eine Trauung so teuer ist? Für den Termin beim Standesamt zahlt man nicht die Welt, wenn man nicht mal die Dokumente ändern muss, beläuft sich das auf um die 20€.

    >>>P.S.: Warum sagen immer alle, dass eine Trauung so teuer ist?<<<

    Wer sagt das denn #kratz ? Ich habe das noch nie gehört.

Frage: Hat er eine Betreuungsvollmacht und eine Patientenverfügung verfasst, in der Du eingetragen bist? Wenn nein, kommst Du nicht mal in die Intensivstation rein, wenn ihn morgen einer umfährt. Hab ich selber bei einer Frau erlebt, als ich meinen Mann besuchte. Sie durfte nicht zu ihrem Lebensgefährten, egal, wie sie beteuerte, sie würden zusammenleben.
Gibt es irgendeine finanzielle "Absicherung" für Dich für seinen Todesfall? Versicherung o.ä.? Muss kein Vermögen sein...aber immerhin bekämst Du als seine Frau wenigstens eine Rente, so nichts, keine Erbberechtigung vorhanden, garnichts.
Wenn alles nein, dann will er wirklich keinerlei Verantwortung Dir gegenüber haben und ist und bleibt wohl ein eingefleischter Junggeselle.
Gibt Frauen genug, die beim Todesfall des unverbindlichen Partners plötzlich auf der Straße standen, weil nichts geregelt worden war. Seine Kinder sind Dir zu nichts verpflichtet.
Wenn es bei euch so ist, würde ich da schon mal mit ihm reden. Muss nicht geheiratet werden, aber manche Dinge gehören wenigstens geregelt . LG Moni

  • "Wenn alles nein, dann will er wirklich keinerlei Verantwortung Dir gegenüber haben und ist und bleibt wohl ein eingefleischter Junggeselle. "

    Oder er weiß es einfach (noch) nicht.

    Die Punkte von dir sind aber richtig und wichtig!

    Ich kann aber gerade zum Thema Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht jedem empfehlen, sich dahingehend mal beraten zu lassen. AUCH verheiratete. Das nur so am Rande, weil vieles nicht so einfach ist, wie man sich das so vorstellt.

    • Deinem letzten Satz stimme ich voll zu. Mein Mann und ich hatten es schon sehr früh gemacht, bestimmt schon ca. 2000.
      Viele meinen, man müsse zum Notar, muss man nicht.
      Manche meinen auch, sie würde nichts nützen bein manchen Ärzten, auch das ist falsch. Wenn sie sich nicht daran halten, machen sie sich strafbar.
      Ich habs in der Praxis erlebt, in zwei Krankenhäusern. Die fragten übrigens schon bei der Einweisung, ob sowas vorläge und ich händigte ihnen die Kopien gleich aus.
      Wir hatten zusätzlich zur Pat.Verfügung ein Kombi-Formular "Betreuungs-/Vorsorgevollmacht", das reichte vollkommen. Es müssen keine 20 Seiten Papier sein ;-)
      LG Moni

      • Ich weiss nicht, wie die Rechtslage in Deutschland ist, in der Schweiz kann man sich eine vorformulierte Vollmacht aus dem Internet herunterladen, die Namen einsetzen und das ganze von einem Bezirksschreiber (oder wie die Funktion in den einzelnen Kantonen heissen mag) beglaubigen lassen. Dieser beurkundet lediglich, dass die bezeichneten Personen sich mit einem amtlichen Dokument ausgewiesen und in seiner Gegenwart das Dokument unterzeichnet haben, ein Notar könnte prinzipiell auch beratend tätig sein. Dafür kostet es umgerechnet CHF 20, für diesen Betrag kriegt man beim Notar noch nicht mal einen Kaffee.

        Prinzipiell muss man sich das nicht beglaubigen lassen, was beglaubigt ist, gilt allerdings bis zum Beweis des Gegenteils als erwiesen.

        Grundsätzlich ändert das aber nichts daran, dass ggf. keine Leistungen für Hinterbliebene (oder deren Kinder) ausgezahlt werden oder dass man ohne verheiratet zu sein als x-beliebige Person gilt und nicht erbberechtigt ist, was sich auch auf Kinder erstreckt, zu denen sozial ein Elternverhältnis besteht, jedoch nicht rechtlich.

        Erbrechtliche Fragen können in der Schweiz nicht einfach mit einer Erklärung zwischen den Partnern wegbedungen werden, weil die Pflichterben (Kinder, die eigenen Eltern, oder deren Nachkommen) dadurch nicht gebunden sind. Soweit ich weiss, soll das bei der nächsten Gesetzesrevision ändern, damit die Gesetzeslage eher auf Situation von Patchworkfamilien und Familien ohne Trauschein passt, aber bisher ist es immer noch so. In Deutschland ist es möglicherweise ähnlich.

        • Bei uns reichen bei der Pat.verf. und Vorsorgevollmacht die Unterschriften des Verfügenden und desjenigen, den er festlegt. Formulare gibts im Internet, allerdings auch verschiedene. Es kommt aber auch nicht aufs einzelne Wort an.
          Wenn man sich mit der Pat.verf.unsicher ist, hilft auch der Hausarzt.
          LG

“Ich frage mich wovor er Angst hat, es würde sich doch gar nicht viel ändern, nicht mal unsere Nachnamen. “

Gegenfrage: Wovor hast denn du Angst, dass du einen Trauschein herbeisehnst?

Ist eine Beziehung im Eimer, ist es doch viel besser, wenn man sich informell und zügig trennen kann. Ist die Beziehung in Ordnung, wird sie durch einen Trauschein auch nicht besser...

(23) 06.04.19 - 01:45

Ich glaube einfach.... nicht jeder Mensch möchte heiraten. Gerade heutzutage, wo es eben "normal" ist, auch ein zweites oder drittes Mal zu heiraten. Da geht der Sinn der Sache für viele Menschen verloren.

Aber nach acht Jahren habt ihr darüber doch bestimmt mal gesprochen oder nicht?

LG

(24) 06.04.19 - 08:52

Dazu kann er genauso sagen- ich frage mich, warum es ihr so süchtig ist, es würde sich doch gar nicht viel ändern...

Don't marry, be happy!

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