Soll ich was sagen?

    • (1) 08.04.19 - 06:05
      Freundinseit2011

      Hallo zusammen,

      Ich brauche mal euren Input. Mir ist am Wochenende was seltsames passiert. Wir, mein Freund und ich, hatten am Wochenende Besuch von einem sehr guten alten Freund von ihm. Wir sind auch mit seiner Frau befreundet aber nicht so eng.

      Er war allein gekommen, seine Frau arbeitet sehr viel, ist die Hauptverdienerin. Wir sehen uns nur noch selten. Er arbeitet Teilzeit.

      Nun hat er auf unserer Party ziemlich wild geflirtet und ist mit einer Frau verschwunden. Ich habe ihn am nächsten Morgen darauf angesprochen und er hat sich damit verteidigt, dass ihn seine Frau auch betrügt.

      Ich weiß nicht ob ich das glauben soll, aber selbst wenn es so wäre, habe ich eigentlich den Eindruck, dass sich die beiden sehr lieben. Auch wenn es nicht immer rund läuft.

      Ich frage mich, ob er es vielleicht darauf anlegt, erwischt zu werden? Ich frage mich bloß wieso.

      Ich fühle mich nicht wohl dabei, ihr nichts zu sagen. Immerhin sind wir auch befreundet. Ich glaube nicht dass sie weiß wie er über sie redet, wenn sie nicht dabei ist.

      Was soll ich machen?

      • "Was soll ich machen?"

        Gar nichts. Wenn überhaupt könnte Dein Partner mal mit ihm reden, es ist ja sein guter alter Freund.

        • (3) 08.04.19 - 06:47
          freundinseit2011

          Wir haben gemeinsam mit ihm gesprochen. Ich finde es unfair, dass sie nicht die Möglichkeit hat, etwas dazu zu sagen. Es waren noch mehr gemeinsame Bekannte anwesend, wahrscheinlich sickert es irgendwann zu ihr durch.

          Ich finde es schwierig, als Freundin einfach gar nichts zu sagen. Andererseits ist unsere Freundschaft wahrscheinlich sowieso vorbei wenn sie davon erfährt und sich die beiden trennen.

          • Wenn die Freundschaft eh danach vorbei wäre, ist sie sicherlich gar nicht so eine gute Freundin, als dass Du das Recht hättest, einen Tipp zu geben.
            Wäre sie Deine beste Freundin und Du hättest ihren Mann erwischt, würde meine Antwort auch anders ausfallen.

        Auch wenn man nun nicht akut reagieren will, kann man dem Freund durchaus klar machen, dass man nicht für ihn Lügen wird! Sollte sich seine Frau je erkundigen, wie die Party war, wird sie eine wahrheitsgemäße Erklärung erhalten.

        Dann sollte dem Freund hoffentlich klar sein, dass es irgendwann dessen Frau erfährt. Im 2. Schritt sollte ihm dann klar sein, dass es seine Frau besser von ihm selbst erfährt und er es ihr beichtet.

        Ich persönlich hoffe übrigens, dass meine "Freunde" mutiger wären und es mir direkt sagen würden, ohne dass ich extra nachfragen muss!

        • War das an mich adressiert? Die TE schrieb doch, sie hätten schon mit dem Freund gesprochen.

          Und was die Qualität der Freundschaft betrifft, sie scheinen sich nicht nahe genug zu stehen. Ich meine jetzt die TE und die Frau des Betrügers. Garantiert würde ich das auch über meine engen Freunde erfahren wollen als von Personen, die mir eher nicht so nahe stehen. Es ist ja auch eine sehr intime Situation, der Moment in dem ich das erfahre.
          Da schließe ich von mir auf andere.

          • Ja, die Antwort war an dich adressiert. Sozusagen als Alternative/Ergänzung zu "gar nichts", aber ohne direkt "petzen" zu gehen.

            Aber ich gebe dir recht, dass wäre die Aufgabe des Partners der TE, da er seinem Freund näher steht als sie. (oh, ich hoffe, ich komme nun nicht durcheinander mit den agierenden Männern und Frauen...)

            • Ja, das "gar nichts" bezog sich wirklich auf die TE und ihre Frage, ob sie der Frau Bescheid stecken soll. Später im Thread hab ich ja noch ergänzt, meine Antwort würde komplett anders lauten, wenn das ihre beste Freundin wäre.

              Für mich persönlich macht die Beziehung zu den betroffenen Personen einen ziemlichen Unterschied.

    Also ich sehe das anders... Ich finde diese typische "bloß nicht woanders einmischen Mentalität" wirklich schrecklich und verstehe sie auch nicht.
    Man muss sich nur mal in die Rolle der Betrogenen hinein versetzen. Alle wissen es, alle reden ÜBER sie, aber keiner mit ihr? Da ist es doch nochmal ein besonders härter Schlag ins Gesicht, wenn sie es zufällig erfährt.
    Na klar besteht immer die Gefahr, dass sie einem nicht glaubt, dass sie eine offene Beziehung führen, dass sie es weiß und hinnimmt oder was weiß ich.
    Aber ich verstehe einfach nicht, wie man das eigene Schamgefühl oder die Angst vor Konsequenzen über das Wohl der eigenen Freundin stellen kann. Dabei ist es völlig unerheblich, wie eng die Freundschaft ist. Es ist eine Freundin!
    Man sollte sich Gedanken machen, wir man so ein schwieriges Gespräch anfängt und wie man sensibel mit der Thematik umgeht und nicht, ob man die Frau geschlossenen belügt. Und dieses höchstens kann der Mann mit seinem Freund sprechen... Was bringt das denn bitte der Betrogenen? Er scheint es ja in diesem Fall auch nicht zu bereuen.
    Ich finde es jedenfalls feige, sich mit einem pauschalen " es geht nur die beiden an" rauszureden, weil man Angst vor dem Gespräch oder den Konsequenzen für sich selbst hat.
    Ich hab zwar keine Erfahrung damit, weder mich selbst betreffend noch im Freundeskreis, aber mir fällt spontan kein Freund ein, dem ich so etwas verschweigen würde oder überhaupt könnte. Wenn man sich dann trifft, hat man doch zwangsläufig immer ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle und fragt sich, was wäre wenn.

    Liebe Grüße

    • >> Aber ich verstehe einfach nicht, wie man das eigene Schamgefühl oder die Angst vor Konsequenzen über das Wohl der eigenen Freundin stellen kann. Dabei ist es völlig unerheblich, wie eng die Freundschaft ist. Es ist eine Freundin!<<

      Sehe ich auch so. Erschreckend, wie manche denken.
      Ich hoffe, ich bin "genug" Freundin für denjenigen, der etwas weiß, sollte mein Ehemann mal fremdgehen ... ;-)

Hi, hier schreibt eine Ex-Gehörnte, die 2011 vier Wochen vor der Hochzeit von einem guten Freund meines damaligen Verlobten Fotos aufs Handy geschickt bekam: "Das solltest Du wissen, bevor Du heiratest..." Auf den Fotos war das zu sehen, was sich bei Eurem Kumpel wohl am Wochenende abgespielt hat.

Im ersten Moment war die Wahrheit für mich ein Schock, aber dann gingen mir viele, viele Lichter auf...Ich bin unendlich dankbar, dass jemand den Mut hatte, mir reinen Wein einzuschenken.

Alle im Dorf haben vom Doppelleben meines damaligen Verlobten gewusst (ich war "Reingeschmeckte" und hatte nicht den Buddybonus wie jemand, der vom Dorf kam), sogar seine Eltern. Aber niemand hat den Mut gehabt, mir zu sagen, was da eigentlich läuft. Er hatte viele hochrangige Ehrenämter und war eine Art "Dorfprinz", den jeder gedeckt hat.

Und ja - ich hatte das Gefühl, dass wir uns sehr lieben. Aber andere Frauen waren eben wohl noch interessanter; mich hat er wohl nur gebraucht, um seine Saubermann-Fassade zu übertünchen, denn ich war damals Inhaberin einer Presseagentur, hatte in Kind, arbeitete viel - und er schlawänzelte halt in der Weltgeschichte rum.

Ich bin wie erwähnt froh, dass sich jemand getraut hat, mir zu zeigen, wie es wirklich ist, zumal ja auch die Hochzeit vor der Tür stand. Die habe ich dann abgesagt; mein damaliger Verlobter war über die "Petzerei" seines Kumpels an mich empört und kündigte ihm im ersten Moment die Freundschaft - heute sind sie aber wieder dicke miteinander ;-)

Ich wundere mich immer, dass sich Freunde darüber aufregen, wenn man ihre Spielchen aufdeckt - wären sie wirkliche Freunde, würden sie ihre Freunde - in dem Fall Dich und Deinen Partner - gar nicht in solche Konflikte bringen.

Aber so nutzen sie die Freundschaft noch als Freischein oder gar Alibi, ihre falschen Spielchen gegenüber ihre Partern/innen zu treiben, in der Erwartung, dass der beste Kumpel dicht hält.

Ich würde der Dame reinen Wein einschenken.

  • Ich kann dem nur beipflichten. Ich wurde aich mal betrogen und alle wussten es, nur ich nicht. Mein Ex hat es mir damals dann irgendwann selbst gesagt und danach kamen Freunde zu mir und meinten: tut mir leid, dass Du es so erfahren hast". Von meinen Freunden war ich enttäuscht. Ich hätte mir ebenfalls gewünscht, dass man es mir gesagt hätte. Ich empfand es als demütigend, anscheinend wie der letzte Trottel in Unwissenheit gelassen zu werden, während alle anderen davon bescheid wussten.

    LG

(13) 08.04.19 - 09:43

Und wenn es andersherum wäre?
Deine alte Freundin zieht mit einem Typen auf deiner Party ab.
Würdest du das genauso sehen und du dem Partner der alten Freundin stecken, dass sie mit jemand anderen abgezogen ist?

  • ich würde meiner Freundin in dem Fall sagen, wenn sie es nicht ihrem Mann beichtet, werde ich es tun.
    Wenn sie dann nicht mehr meine Freundin sein will, ist das ihre Sache. ich habe dann aber wenigstens für mich das richtige getan.

    • "ich würde meiner Freundin in dem Fall sagen, wenn sie es nicht ihrem Mann beichtet, werde ich es tun."

      Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

      Wie weit muss es wohl mit einer Freundschaft her sein, wenn man schon solche Dinge Dinge als Vorwand nimmt, einen Freund ans Messer zu liefern?

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