Soll ich was sagen?

    • (1) 08.04.19 - 06:05
      Inaktiv

      Hallo zusammen,

      Ich brauche mal euren Input. Mir ist am Wochenende was seltsames passiert. Wir, mein Freund und ich, hatten am Wochenende Besuch von einem sehr guten alten Freund von ihm. Wir sind auch mit seiner Frau befreundet aber nicht so eng.

      Er war allein gekommen, seine Frau arbeitet sehr viel, ist die Hauptverdienerin. Wir sehen uns nur noch selten. Er arbeitet Teilzeit.

      Nun hat er auf unserer Party ziemlich wild geflirtet und ist mit einer Frau verschwunden. Ich habe ihn am nächsten Morgen darauf angesprochen und er hat sich damit verteidigt, dass ihn seine Frau auch betrügt.

      Ich weiß nicht ob ich das glauben soll, aber selbst wenn es so wäre, habe ich eigentlich den Eindruck, dass sich die beiden sehr lieben. Auch wenn es nicht immer rund läuft.

      Ich frage mich, ob er es vielleicht darauf anlegt, erwischt zu werden? Ich frage mich bloß wieso.

      Ich fühle mich nicht wohl dabei, ihr nichts zu sagen. Immerhin sind wir auch befreundet. Ich glaube nicht dass sie weiß wie er über sie redet, wenn sie nicht dabei ist.

      Was soll ich machen?

      • (2) 08.04.19 - 06:35

        "Was soll ich machen?"

        Gar nichts. Wenn überhaupt könnte Dein Partner mal mit ihm reden, es ist ja sein guter alter Freund.

        • (3) 08.04.19 - 06:47

          Wir haben gemeinsam mit ihm gesprochen. Ich finde es unfair, dass sie nicht die Möglichkeit hat, etwas dazu zu sagen. Es waren noch mehr gemeinsame Bekannte anwesend, wahrscheinlich sickert es irgendwann zu ihr durch.

          Ich finde es schwierig, als Freundin einfach gar nichts zu sagen. Andererseits ist unsere Freundschaft wahrscheinlich sowieso vorbei wenn sie davon erfährt und sich die beiden trennen.

          • (4) 08.04.19 - 07:28

            Wenn die Freundschaft eh danach vorbei wäre, ist sie sicherlich gar nicht so eine gute Freundin, als dass Du das Recht hättest, einen Tipp zu geben.
            Wäre sie Deine beste Freundin und Du hättest ihren Mann erwischt, würde meine Antwort auch anders ausfallen.

        Auch wenn man nun nicht akut reagieren will, kann man dem Freund durchaus klar machen, dass man nicht für ihn Lügen wird! Sollte sich seine Frau je erkundigen, wie die Party war, wird sie eine wahrheitsgemäße Erklärung erhalten.

        Dann sollte dem Freund hoffentlich klar sein, dass es irgendwann dessen Frau erfährt. Im 2. Schritt sollte ihm dann klar sein, dass es seine Frau besser von ihm selbst erfährt und er es ihr beichtet.

        Ich persönlich hoffe übrigens, dass meine "Freunde" mutiger wären und es mir direkt sagen würden, ohne dass ich extra nachfragen muss!

        • War das an mich adressiert? Die TE schrieb doch, sie hätten schon mit dem Freund gesprochen.

          Und was die Qualität der Freundschaft betrifft, sie scheinen sich nicht nahe genug zu stehen. Ich meine jetzt die TE und die Frau des Betrügers. Garantiert würde ich das auch über meine engen Freunde erfahren wollen als von Personen, die mir eher nicht so nahe stehen. Es ist ja auch eine sehr intime Situation, der Moment in dem ich das erfahre.
          Da schließe ich von mir auf andere.

          • Ja, die Antwort war an dich adressiert. Sozusagen als Alternative/Ergänzung zu "gar nichts", aber ohne direkt "petzen" zu gehen.

            Aber ich gebe dir recht, dass wäre die Aufgabe des Partners der TE, da er seinem Freund näher steht als sie. (oh, ich hoffe, ich komme nun nicht durcheinander mit den agierenden Männern und Frauen...)

            • Ja, das "gar nichts" bezog sich wirklich auf die TE und ihre Frage, ob sie der Frau Bescheid stecken soll. Später im Thread hab ich ja noch ergänzt, meine Antwort würde komplett anders lauten, wenn das ihre beste Freundin wäre.

              Für mich persönlich macht die Beziehung zu den betroffenen Personen einen ziemlichen Unterschied.

    (9) 08.04.19 - 08:03

    Also ich sehe das anders... Ich finde diese typische "bloß nicht woanders einmischen Mentalität" wirklich schrecklich und verstehe sie auch nicht.
    Man muss sich nur mal in die Rolle der Betrogenen hinein versetzen. Alle wissen es, alle reden ÜBER sie, aber keiner mit ihr? Da ist es doch nochmal ein besonders härter Schlag ins Gesicht, wenn sie es zufällig erfährt.
    Na klar besteht immer die Gefahr, dass sie einem nicht glaubt, dass sie eine offene Beziehung führen, dass sie es weiß und hinnimmt oder was weiß ich.
    Aber ich verstehe einfach nicht, wie man das eigene Schamgefühl oder die Angst vor Konsequenzen über das Wohl der eigenen Freundin stellen kann. Dabei ist es völlig unerheblich, wie eng die Freundschaft ist. Es ist eine Freundin!
    Man sollte sich Gedanken machen, wir man so ein schwieriges Gespräch anfängt und wie man sensibel mit der Thematik umgeht und nicht, ob man die Frau geschlossenen belügt. Und dieses höchstens kann der Mann mit seinem Freund sprechen... Was bringt das denn bitte der Betrogenen? Er scheint es ja in diesem Fall auch nicht zu bereuen.
    Ich finde es jedenfalls feige, sich mit einem pauschalen " es geht nur die beiden an" rauszureden, weil man Angst vor dem Gespräch oder den Konsequenzen für sich selbst hat.
    Ich hab zwar keine Erfahrung damit, weder mich selbst betreffend noch im Freundeskreis, aber mir fällt spontan kein Freund ein, dem ich so etwas verschweigen würde oder überhaupt könnte. Wenn man sich dann trifft, hat man doch zwangsläufig immer ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle und fragt sich, was wäre wenn.

    Liebe Grüße

    • >> Aber ich verstehe einfach nicht, wie man das eigene Schamgefühl oder die Angst vor Konsequenzen über das Wohl der eigenen Freundin stellen kann. Dabei ist es völlig unerheblich, wie eng die Freundschaft ist. Es ist eine Freundin!<<

      Sehe ich auch so. Erschreckend, wie manche denken.
      Ich hoffe, ich bin "genug" Freundin für denjenigen, der etwas weiß, sollte mein Ehemann mal fremdgehen ... ;-)

(11) 08.04.19 - 08:15

Hi, hier schreibt eine Ex-Gehörnte, die 2011 vier Wochen vor der Hochzeit von einem guten Freund meines damaligen Verlobten Fotos aufs Handy geschickt bekam: "Das solltest Du wissen, bevor Du heiratest..." Auf den Fotos war das zu sehen, was sich bei Eurem Kumpel wohl am Wochenende abgespielt hat.

Im ersten Moment war die Wahrheit für mich ein Schock, aber dann gingen mir viele, viele Lichter auf...Ich bin unendlich dankbar, dass jemand den Mut hatte, mir reinen Wein einzuschenken.

Alle im Dorf haben vom Doppelleben meines damaligen Verlobten gewusst (ich war "Reingeschmeckte" und hatte nicht den Buddybonus wie jemand, der vom Dorf kam), sogar seine Eltern. Aber niemand hat den Mut gehabt, mir zu sagen, was da eigentlich läuft. Er hatte viele hochrangige Ehrenämter und war eine Art "Dorfprinz", den jeder gedeckt hat.

Und ja - ich hatte das Gefühl, dass wir uns sehr lieben. Aber andere Frauen waren eben wohl noch interessanter; mich hat er wohl nur gebraucht, um seine Saubermann-Fassade zu übertünchen, denn ich war damals Inhaberin einer Presseagentur, hatte in Kind, arbeitete viel - und er schlawänzelte halt in der Weltgeschichte rum.

Ich bin wie erwähnt froh, dass sich jemand getraut hat, mir zu zeigen, wie es wirklich ist, zumal ja auch die Hochzeit vor der Tür stand. Die habe ich dann abgesagt; mein damaliger Verlobter war über die "Petzerei" seines Kumpels an mich empört und kündigte ihm im ersten Moment die Freundschaft - heute sind sie aber wieder dicke miteinander ;-)

Ich wundere mich immer, dass sich Freunde darüber aufregen, wenn man ihre Spielchen aufdeckt - wären sie wirkliche Freunde, würden sie ihre Freunde - in dem Fall Dich und Deinen Partner - gar nicht in solche Konflikte bringen.

Aber so nutzen sie die Freundschaft noch als Freischein oder gar Alibi, ihre falschen Spielchen gegenüber ihre Partern/innen zu treiben, in der Erwartung, dass der beste Kumpel dicht hält.

Ich würde der Dame reinen Wein einschenken.

  • (12) 08.04.19 - 09:06

    Ich kann dem nur beipflichten. Ich wurde aich mal betrogen und alle wussten es, nur ich nicht. Mein Ex hat es mir damals dann irgendwann selbst gesagt und danach kamen Freunde zu mir und meinten: tut mir leid, dass Du es so erfahren hast". Von meinen Freunden war ich enttäuscht. Ich hätte mir ebenfalls gewünscht, dass man es mir gesagt hätte. Ich empfand es als demütigend, anscheinend wie der letzte Trottel in Unwissenheit gelassen zu werden, während alle anderen davon bescheid wussten.

    LG

(13) 08.04.19 - 09:43

Und wenn es andersherum wäre?
Deine alte Freundin zieht mit einem Typen auf deiner Party ab.
Würdest du das genauso sehen und du dem Partner der alten Freundin stecken, dass sie mit jemand anderen abgezogen ist?

  • ich würde meiner Freundin in dem Fall sagen, wenn sie es nicht ihrem Mann beichtet, werde ich es tun.
    Wenn sie dann nicht mehr meine Freundin sein will, ist das ihre Sache. ich habe dann aber wenigstens für mich das richtige getan.

    • "ich würde meiner Freundin in dem Fall sagen, wenn sie es nicht ihrem Mann beichtet, werde ich es tun."

      Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

      Wie weit muss es wohl mit einer Freundschaft her sein, wenn man schon solche Dinge Dinge als Vorwand nimmt, einen Freund ans Messer zu liefern?

      • Hä?
        Ich sehe gerade nicht, wo der Unterschied sein soll zur Problematik der TE #kratz

        • Wenn ein Freund mir anvertraut, er habe einen "Fehler" gemacht, endet das Gespräch bestimmt nicht mit der erpresserischen Formel: Entweder sagst du es deiner Frau oder ich mach es!

          Der Mensch vertraut sich mir an, er sucht vielleicht meinen Rat oder was auch immer. Freunde sind, bis auf ganz wenige Ausnahmefälle, loyal zueinander. Das ist es, was Freundschaft ausmacht.

          • Das ist dann aber eine völlig andere Sachlage.
            Im Fall der TE machte der Freund mit seiner Aussage "meine Frau betrügt mich ja auch" nicht den Eindruck, als würde er "seinen Fehler" mit ihr klären wollen.

            Vielleicht war meine erste Aussage etwas zu impulsiv, natürlich würde ich keinen meiner Freunde erpressen wollen.
            Ich war zum Glück noch nie in so einer Situation, von daher wäre ich mit der Situation vermutlich überfordert und wüsste gar nicht, was richtig wäre ...

            • "Im Fall der TE machte der Freund mit seiner Aussage "meine Frau betrügt mich ja auch" nicht den Eindruck, als würde er "seinen Fehler" mit ihr klären wollen."

              Muss er doch auch nicht. Es ist eben seine Sicht der Dinge. Das kann man als Bekannte oder Freundin auch einfach mal hinnehmen.

              Man kann natürlich, wenn man sich schon auf dieser sehr vertraulichen Ebene befindet, mitteilen, dass man dieses Verhalten nicht schätzt, das man es von mir aus auch moralisch ablehnen. Man kann sogar eine Empfehlung aussprechen, nach dem Motto, "du solltest du mal grundsätzlich das Gespräch mit deiner Frau/Freundin suchen"....Das war's aber auch schon. Mehr kann und sollte man meiner Meinung nach nicht tun. Alles andere wäre eine Einmischung, die über meine Befugnisse oder Kompetenz hinausgeht.

              Ich habe Jahre lang einen Freund begleitet, der notorisch fremd gegangen ist. Das hatte seine Gründe, die ich sogar in Teilen nachvollziehen konnte. Ich kannte ebenfalls seine Frau, wobei ich mit ihr nicht in dem Sinne befreundet war. Wir haben so oft über dieses Thema gesprochen und ich habe ihm gesagt, dass nach meiner auch eigenen Erfahrung beim Thema Fremdgehen, meistens früher oder später alles ans Licht kommt und dann der große Knatsch folgt.

              So ist es dann bei ihm auch passiert weil er sich in eines seiner Abenteuer verliebt hat und er dann die Scheidung eingereicht hat. Seine Frau tat mir natürlich irgendwo auch leid aber ich wäre im Traum nicht auf den Gedanken gekommen, zu seiner Frau zu fahren um mich bei ihr mit meinem Wissen wichtig zu machen. Zumal ich auch überhaupt nicht hätte sagen können, wie sie überhaupt reagiert. Meine Eindruck später war, dass sie es im Grunde wusste oder geahnt hat aber selbst nicht den Hintern hoch bekommen hat, um Tabularasa zu machen.

              • Ich finde nicht, dass es dabei um Wichtigtuerei geht.
                Wenn man so ein Wissen erst mal hat - oft ja nun mal ungefragt - hat man es und wird es nicht mehr los.

                Mich würde das belasten. Dich hat es das offenbar nicht so wirklich, aber doch wohl nur, weil die Frau nicht deine Freundin war.
                Bei der TE ist das aber der Fall. Und DAS ist für mich eben auch ein entscheidender Punkt.

                Letztendlich kann jede Entscheidung über das eigene Handeln oder auch nicht handeln falsch sein. Siehe Beitrag einer Betrogenen.

                • "Ich finde nicht, dass es dabei um Wichtigtuerei geht"

                  Da bin ich mir durchgängig nicht sicher. Es ist ja nun wirklich so, dass es Menschen gibt, die nichts für sich behalten können. Und nicht deswegen, weil das Mitwissen sie belastet, sondern weil sie es einfach herausposaunen müssen.

                  " Dich hat es das offenbar nicht so wirklich, aber doch wohl nur, weil die Frau nicht deine Freundin war."

                  Trotzdem tat sie mir leid. Ich konnte ihn aber auch verstehen. Gerade beim Thema Partnerschaft gibt es eben nicht nur schuldig oder unschuldig, Täter und Opfer, Schwarz und Weiß.

                  Und weil es viel komplexer ist als man es sich in der Theorie ausmalt, verstehe ich meine Rolle bei einer solchen "Mitwisserschaft" v.a. als Zuhörer, vielleicht auch als Ratgeber, einem Freund gegenüber auch mal dahingehend, ihm den Kopf zu waschen. Ich sehe meine Aufgaben aber primär nicht darin, mich, wenn auch wohlwollend, pro-aktiv einzumischen.

                  Und ich hatte auch schon das Gespräch, wo ein Freund vermutete seine Zukünftige ist ein echtes Luder, die eben sehr gerne mit Männern schläft. Was sie auch war und es gab eine Menge Gerüchte über sie und ich wusste um ihre Einstellung um das Thema Treue. Ich mochte sie trotzdem gern weil gerade deswegen weil sie ihre Einstellung offensiv vorgetragen hat.

                  Ihm, meinem Freund, habe ich geraten sich vorzustellen, dass jedes kleine schmutzige Detail über sie der Wahrheit entspricht. Dass sie einfach nicht körperlich treu sein kann. Ich habe ihm nicht erzählt, was ich über sie tatsächlich wusste. Er sollte wenn, selbst darauf kommen und sich selbst und seine Bedürfnisse kennen. Ich habe ihn dann auch gefragt, ob er sie deswegen ein Stück weniger lieben würde. Er verneinte. Wenig später waren die beiden fast 20 Jahre verheiratet, haben 2 nette Kinder und haben sich erst getrennt als er etwas mit einem Mann angefangen hat. Allerdings ohne Streit, ohne Gezeter. Und ob und wie oft sie ihm ab und an fremd gegangen ist, weiß ich nicht.

                  So kann es auch gehen.

                  Ich mische mich eben grundsätzlich nicht so gerne und so tief in Dinge ein, deren Auswirkungen erst in der Zukunft liegen.

    (22) 08.04.19 - 10:14

    Also, wenn ich dich als eine Alte Freundin bitten würde meinem Partner nichts davon zu sagen, weil ich das selber regeln will, würdest du meine Bitte ausschlagen und mich auch noch erpressen...(Wenn du nichts sagst, mach ich es)?
    Na, Danke. Egoismus Pur.
    Auf so eine "Freundschaft" kann ich auch getrost verzichten. Wer nicht Loyal hinter mir steht und meine Bitten nicht respektiert kann, kann mich mal.

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