Freund zahlt anteilig Miete und muss deshalb nicht helfen?

    • (1) 09.04.19 - 16:48
      Putzfrau vom Dienst

      Hallo,

      ich (45, 2 Kinder) habe ein eigenes Haus und mein Freund ist vor 1,5 Jahren zu mir/uns gezogen. Er bezahlt anteilig zur Hypothek und zu den Nebenkosten was dazu. Zusätzlich zahlt er in unsere Haushaltskasse ein für Lebensmittel.

      Er arbeitet Vollzeit, ich arbeite 3-4 Tage/Woche.
      Klar, dass ich den Haushalt schmeiße, koche, Wäsche mache, Einkäufe, Garten und sämtliche Organisation.

      Von meinen Kindern und von meinem Freund erwarte ich nur, dass sie mal nach dem Essen den Tisch abräumen oder den Geschirrspüler ausräumen, was oftmals noch zu viel ist und alle haben Ausreden, etwas nicht tun zu müssen (ich habe gestern, heute ist der mal dran).

      Letztes Jahr haben wir ein Bauvorhaben im Garten geplant. Mein Freund wollte dieses in die Tat umsetzen. Ich bezahle die anfallenden Materialkosten.

      Nun ist ein Jahr vergangen und er ist immer noch nicht fertig (ich kann die Arbeiten nicht machen, da es schwere Sachen sind). Hätte man regelmäßig daran gearbeitet, hätte man 2 Monate gebraucht.
      Wenn ich ihn dränge, weiter zu machen, fühlt er sich unter Druck gesetzt und hat ständig Ausreden, heute mal nichts zu tun. Er ist kaputt von der Arbeit, Rücken, Schnupfen, sein Lieblingsverein spielt Fussball im Fernsehen oder sein Recht, "auch mal zu Chillen".

      Von mir werden aber immer frische Wäsche, ein sauberes Haus und warme Mahlzeiten erwartet.

      Letztens wurde mein Freund sauer, ich setze ihn unter Druck, er zahlt schließlich dazu, im Grunde müsste er gar nichts tun.

      Naja, sagte ich, dann müsste ich auch nicht für dich kochen, deine Wäsche machen etc. denn das würde ein Vermieter ja auch nicht tun, wenn er in einer Mietswohnung wohnen würde. Ausserdem war das Bauvorhaben im Garten abgesprochen.

      Hat er Recht? Müsste er nichts tun?

      • Selbstverständlich muss er etwas tun, was um Gottes Willen ist das für ein fauler Kerl?

        Es gehören halt immer zwei dazu... einer der macht und einer der machen lässt.

        Und das war keine Anklage, ich habe dabei primär über mich gesprochen ;) Wobei mein Mann nicht garstig zu mir ist, aber auch reichlich Ausreden hat... ich habe mich für die sanfte Rebellion entschieden, lass seine Klamotten jetzt rum liegen und wenn er halt den Weg ins Bett nicht mehr findet, dann räumt er sie schon weg, oder der Hund frisst bis dahin all seine Socken (kein Witz! Die Lütte liebt Stinkesocken^^)
        Und wenn er fragt, was wir jetzt machen wollen, habe ich eines der ausstehenden Projekte so lange aufs Tablett gebracht, bis er es getan hat, hab das nächste schon ausgeguckt.... und ich habe ihn nun mal ganz bewusst geschickt, z.B. Bett beziehen, weil ich hier noch zu tun habe - am liebsten dann wenn ich Abends noch HomeOffice habe und er sich sonst ins unbezogene Bett liegen muss.

        Und mein Mann verdient deutlich mehr als ich und beteiligt sich auch deutlich mehr an Miete und Lebenshaltungskosten, das kann und darf kein Kriterium sein, denn dann muss er eben von seinem Geld eine Haushälterin bezahlen. Ich bin jetzt erst vor 7 Monaten wieder in die quasi-Vollzeittätigkeit gegangen, vorher sah es natürlich anders aus, ist ja auch unsere gemeinsame Freizeit und ich hab ihm da natürlich so gut wie möglich den Rücken frei gehalten.

        Haushaltsplan machen. Für alle Familienmitglieder, auch die Kinder! Anteilig nach Alter und Job- bzw. Schulstunden.

        Die haben einfach alle inzwischen gecheckt, dass Ausreden und Gemotze sich positiv auf ihr Arbeitspensum auswirken. Falls sie das mit dem Plan immer noch nicht raffen: Geh mal ne Woche auf Erholungsurlaub. Mit Deiner besten Freundin. Und falls das Haus danach unbewohnbar ist: Koffer wieder in die Hand nehmen, auf dem Absatz umkehren und noch ne Woche bei der Freundin wohnen. :-p

      • (5) 09.04.19 - 17:22

        Natürlich hat er nicht recht!
        Ihr lebt zusammen.

        Ich kann verstehen, dass du sagst, dass du den Großteil, aufgrund dessen, dass du einfach mehr Zeit zu Hause verbringst als er, selbst erledigst. Das ist bei uns auch so, weil eben auf der anderen Seite unsere gemeinsame Frei- und Familienzeit daran hängt. Vor allem in den Mutterschutz- und Elternzeiten, wenn ich nicht studiert/voll gearbeitet habe.

        Aber wenn er sich ein Projekt im Garten vorgenommen hat und nun nichts macht, ist das Mist und so sollte es auch nicht sein.

        Aber das ist doch keine Frage. Natürlich müsste er etwas (mehr) tun. Selbst wenn er alles bezahlen würde. Man teilt sich doch Arbeiten auf, die anfallen. Wäre in jeder anderen WG doch aus so.

        Das Problem ist aber: Er tut zu wenig oder erledigt Dinge nicht fristgerecht, du fängst an zu meckern, das demotiviert ihn zusätzlich und die Meckerei geht weiter.
        Natürlich hast Du Recht in dem Du es bemeckerst oder es zum Thema machst.

        Von seiner Seite betrachtet, nur mal so als Idee: Es ist dein Haus, er ist zugezogen. Zusätzlich bist du auch noch diejenige, die die Ansagen machst also hast du gefühlt das Kommando. Vielleicht ist das ein Grund für seine schlechte Motivation. Nicht als Entschuldigung aber als Erklärung.

        Ich weiß ad hoc keine Lösung, kenne das Thema unfair aufgeteilter häuslicher Arbeiten zu Genüge.

        Manche würden sicher auch raten, ihm gleich die Pistole auf die Brust zu setzen, z.B. für das Bauvorhaben. Bis 30.06. diesen Jahres erledigt oder du rätst ihm, sich doch wieder etwas Eigenes zu suchen. Ob es dich deinen Zielen näher bringt, weiß ich nicht.

        • Bis 30.06. diesen Jahres erledigt oder du rätst ihm, sich doch wieder etwas Eigenes zu suchen.



          Meine Mutter hat meinem Vater solche Ultimaten gestellt. Allerdings nicht mit Auszug, sondern mit "dann hole ich Profis". Da sie ein gemeinsames Konto haben, wäre damit auch sein Geld dafür ausgegeben, nicht ihres. Das half auch schon mal. Man muss es nur durchziehen.

          Mein Vater ist Elektriker, irgendwas sollte er montieren oder reparieren, keine Ahnung mehr. Die Sache war nach einem halben Jahr immer noch nicht erledigt (Arbeitszeit vielleicht 10 Minuten). Eines Tages läutete es an der Tür, mein Vater öffnet. Steht sein Arbeitskollege auf der Matte. Verwirrte Frage, was er denn hier mache. Kollege meinte nur, meine Mutter habe ihn engagiert, er solle dieses und jenes machen.
          Das war meinem Vater peinlich! Aber sie haben dann zu dritt darüber gelacht und meine Mutter warnt ihn heute noch im Scherz "Wenn das nicht erledigt wird, rufe ich XX an."

          lg lene

      Geht es in einer Beziehung darum recht zu haben?

      Liest sich ein wenig so, als daß Du im "Kampfmodus" bist.

      Das Eigentliche ist doch, daß Du eine Erwartungshaltung hast, welche nicht erfüllt wird. Daran lässt sich nicht mit "recht haben", arbeiten, was Euch nur weiter auseinander bringt.

      Beziehung sollte das Gegenteil sein. Warum ist man denn zusammen? Zweckgemeinschaft oder der Liebe wegen?

      Du bemängelst Eigenschaften an ihm, die er vllt. auch an sich selbst nicht mag und das triggert ihn.

      Notfalls Mediation oder Coach um wieder eine respektvolle Kommunikation zu kommen. Alles anderen bringt Euch nur weiter auseinander. Aber vllt. ist auch das ein unbewusstes Ziel von Dir oder ihm.

      Er hätte Recht, wenn er eine Wohnung, die eine Putzfrau beinhaltet, angemietet hätte. Da er das nicht hat, sollte man sich fragen, wie er zu so einer provokanten Aussage kommt. Kann es sein, dass er gefrustet ist, die Hypothek mit abzubezahlen, aber kein Eigentum zu erwerben damit?

      Ich denke, er ist generell unzufrieden mit der Situation. Oder aber nur eine faule Socke, der keine andere Erwiderung eingefallen ist.

      Frag ihn......

      Also ihr zahlt ja beide für das Haus und geht beide arbeiten. Ich wüsste nicht wie er sich erschließt, dass wenn er was zahlt, er dann nichts machen muss. Abgesehen davon klingt das bei euch eher nach einer Zweckgemeinschaft. Ich würde an deiner Stelle mit ihm (und den Kindern) reden. Ihnen klar machen, dass sich manche sachen einfach ändern müssen. Bei meinen Eltern gab es sowas nicht. Meine Schwester und ich hatten ein eigenes Badeszimmer, und als wir alt genug waren mussten wir es auch selbst sauber halten. Meine Mutter hat nix mehr gemacht. Wenn wir von der Schule kamen wurde erstmal die Küche vom Frühstückszeug befreit und sauber gemacht. Du musst da einfach konsequenter werden. Kinder haben sich je nach Alter auch in den Haushalt einzubringen. Bei deinen Kindern kannst du auch nur deine bisherige Erziehung und mangelnden Forderungen dafür verantwortlich machen. Bei deinem Freund sollte aber auch klar sein, dass er auch mal was im Haus machen kann wenn er da wohnt. Punkt. Und zwar nicht nur mal so ein Projekt, sondern halt auch mal die Wäsche aufhängenoder ähnliches.

      Na da hast du dir ja ein Herzchen angelacht. Nach nur 1,5 Jahren so einen Spruch zu bringen. Nach dem Spruch hätte ich ihm nur noch das Köfferchen gepackt und die Tür aufgemacht. AUFNIMMERWIEDERSEHEN! 😊

      Ich vermiete auch eine Wohnung, für die Miete gibt es nur die Wohnung. Ein Hausmädchen würde extra kosten...

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