Vetrauensproblem Kiffen

    • (1) 15.04.19 - 10:20
      Verunsichert.

      Guten Morgen zusammen,

      ich hatte hier vor ein paar Wochen schon mal einen Beitrag geschrieben, weil mein Freund bevor wir zusammenkamen täglich gekifft hat und laut eigener Aussage abhängig war. Das hat er mir aber erst erzählt, als wir schon zusammen waren. Er hatte mir versprochen damit aufzuhören und hat dieses Versprechen zwei mal gebrochen (vielleicht auch öfter, aber diese zwei mal habe ich mitbekommen). Er hat es jedes mal runtergespielt und ich habe ihm ganz klar zu verstehen gegeben, dass ich mich trenne, sollte das nochmal vorkommen. Erstens wegen der Unehrlichkeit und zweitens weil ich keinen Partner haben möchte, der Drogen nimmt. Wenn er mit Freunden weg ist, raucht er. Und anscheinend auch, wenn ich nicht zuhause bin. Wir waren zwei Tage nicht zusammen und als wir uns wiedergesehen haben roch er nach Rauch. Ich habe ihn darauf angesprochen. Erst fragte er: wieso rieche ich nach Rauch? Dann gab er es zu und sagte, es sei ihm unangenehm. Ich stelle mir jetzt natürlich die Frage, ob er auch heimlich noch kifft. Der Rauchgeruch ist das einzige, woran ich für mich sicher sein kann, ob er gekifft hat oder nicht. Wenn ich, wie er, wüsste, dass meine Beziehung davon abhängt, dass mein Partner mir wieder vertraut bzw. nicht denkt, dass ich wieder angefangen habe, würde ich einen teufel tun und normale Zigaretten rauchen (was grundsätzlich wenn es gelegentlich wäre, okay für mich wäre). Sehe ich das zu eng? Mir fällt es einfach unheimlich schwer wieder Vertrauen aufzubauen, weil er es mir durch nichts als seine Worte beweisen kann und die haben schon zwei mal nicht gestimmt. Wenn er dann noch nach Rauch riecht, bin ich einfach nur noch verunsichert. Übertreibe ich da oder ist es irgendwie nachvollziehbar?

      Danke für eure Antworten.

      • (2) 15.04.19 - 10:37

        Guten Morgen!

        Ich denke du musst für dich selbst eine Entscheidung treffen mit der du glücklich wirst. Er sagte dir bereits dass er abhängig ist/war - ich kann dir hier nur aus meiner Sicht antworten, da ich selber einen Freund habe, der hin und wieder kifft.
        Eine Abhängigkeit kann aber nicht einfach von den einen auf den anderen Tag verschwinden. Du siehst ja bereits, dass er dich anlügt und weiter kifft, obwohl du damit nicht einverstanden bist.

        Ich finde es ist total nachvollziehbar, dass das für dich nicht in Ordnung ist (immerhin missbraucht er dein Vertrauen) - wenn sich das jedoch nicht ändert oder er sein eigenes Problem nicht in den Griff bekommt - würde ich mal überlegen ob du so wirklich glücklich wirst.

        Sprich doch nochmal mit ihm und frag ihn ob er sich vorstellen kann, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenn er das gerne möchte, könnt ihr den Weg gemeinsam gehen und du kannst ihn dabei unterstützen.
        Sollte er sich jedoch nicht ändern würde ich daraus Konsequenzen ziehen, da er dich vermutlich immer wieder diesbezüglich belügen wird. Und jeden Tag zu kiffen ist - finde ich - total übertrieben.
        Mach dich vorallem NICHT unglaubwürdig indem du jedes Mal sagst, dass du dich trennst, sobald er nochmal kifft - denn er wird es mit Sicherheit wieder tun... Somit wird er dich zunehmend nicht mehr ernst nehmen!

        Ich muss dazu noch sagen ich finde es nicht schlimm, wenn mein Freund kifft - er macht das aber auch nicht täglich bzw. wenn wir von 1x im Monat sprechen ist das oft.

        Alles Gute#klee

        (3) 15.04.19 - 11:01

        Hallo, mein 1.Freund war auch vom kiffen abhängig, er versprach es immer wieder zu lassen,aber ein abhängiger kann es nicht aus eigener Hand einfach so lassen.
        Er machte es immer und immer wieder, täglich, am Wochenende zog er sich schon in der Früh was rein sodass ich wenn es an der Tür klingelete nicht mal aufmachen durfte.
        Dieser Mensch hat sogar mit weiteren Drogen angefangen und ist dann gewalttätig geworden.
        Ich rate dir einfach nur zu laufen !!
        Er wird es nicht lassen !!
        Ihr seit erst kurz zusammen, ich würde mir das nicht antun , es war di schlimmste zeit meines lebens , war damals 16(jung und naiv) wurde sogar schwanger von ihm und er rauchte trotzdem weiter .
        Alles gute dir 🍀

        Rauchen ist bekanntlich eine Sucht, aufhören ziemlich schwer, erst recht, wenn man es eigentlich gar nicht will.
        Du hast deinen Freund rauchend kennengelernt. Er hat es dir zu Liebe offensichtlich enorm reduziert, mehr kannst du mMn nicht verlangen.

        Was die Kifferei angeht: Jeder Mensch braucht seine Drogen und im Prinzip ist es auch nicht anders als mit Alkohol. Im richtigen Maß und zum richtigen Zeitpunkt, ist das alles okay. So lange du deinem Freund nicht anmerkst, dass er gekifft hat, kann es, wenn überhaupt, nicht besonders viel sein.

        Hör auf ihn mit deiner Unsicherheit zubevormunden und unter Druck zu setzen, das geht nämlich schnell anch hinten los.
        Denk lieber darüber nach warum du so unsicher bist und ihm nicht vertrauen kannst. Arbeite an deinem Selbstbewusstsein, oft liegt das nämlich daran.

      • (5) 15.04.19 - 11:31

        Hallo,

        vielleicht kannst du dich ein wenig informieren über den Konsum von Cannabis. Ich bekomme das zum Beispiel aus der Apotheke mit thc und nach zwei Wochen Eingewöhnungszeit darf man damit sogar Auto fahren.
        Ganz ehrlich, da finde ich Alkohol wesentlich schlimmer.
        Vielleicht könnt ihr da irgendeinen Kompromiss finden.
        Darf ich fragen ob du ab und zu mit Freunden einen über den Durst trinkst?

        (6) 15.04.19 - 11:55

        Naja, es passt mit Euch offenbar nicht, wenn er von Dingen abhängig ist, die Dich so stören, dass Dich der pure Verdacht, er könnte nicht nur geraucht, sondern gekifft haben, in Deinem Vertrauen so erschüttert. Solche Beziehungen funktionieren dann zwangsläufig nur durch Heimlichkeiten und Lügen. Für mich sind Offenheit und Ehrlichkeit aber Grundpfeiler einer Beziehung. Offen und ehrlich kann er aber nicht sein zu Dir, weil Dich das, was er tut, so stört. Also tut er es heimlich, weil er Dich nicht verlieren will. Wichtig genug, um ganz aufzuhören, bist Du dann aber doch wieder nicht für ihn.

        Gibt nur drei Möglichkeiten: Entweder Du akzeptierst seine Sucht, oder Du nimmst weiter die Heimlichkeiten und Lügen in Kauf, oder Du beendest es. Er will offensichtlich nichts ändern, auf diese vierte Option würde ich daher als letztes setzen.

      • (7) 15.04.19 - 12:30

        Ich kann dir auch nur empfehlen, nochmal in dich zu gehen und zu überlegen, warum genau du keinen Freund möchtest der Drogen nimmt.

        Mein Partner hat in der Jugend viel gekifft und tut es in unregelmäßigen Abständen ca. alle 4-6 Wochen immer noch gerne. Zudem hilft es ihm bei gesundheitlichen Problemen (Reizdarm) - er hat allerdings kein Rezept dafür.

        Mir ist wichtig, dass er damit absolut verantwortungsbewusst umgeht - er raucht nur, wenn er danach 2-3 Tage nicht Auto fahren muss. Er übertreibt es auch nie, meistens merke ich nichtmal, dass er geraucht hat. Er würde auch nie zB. morgens vor der Arbeit rauchen und so seinen Job riskieren o.Ä.

        Das sind für mich persönlich die Grundvoraussetzungen dass sein gelegentliches Rauchen ok für mich ist.
        Aber: du musst natürlich für dich selbst rausfinden, was deine Grenzen da sind. Und ob er sich dann an deine Grenzen halten würde.

        Wenn du wirklich ganz grundsätzlich ein Problem damit hast und es auch in keiner Form tolerieren kannst und willst, dann wird es wohl schwierig werden in eurer Beziehung. Denn wie du schon ganz richtig schreibst: er hat bisher ja auch nicht dir zuliebe komplett verzichtet....

        Übrigens lese ich aus deinem Text jetzt noch keine Abhängigkeit heraus - ich weiß aber auch nicht, von welchem Zeitraum zu sprichst.
        Die oben beschriebene Konstellation funktioniert natürlich nicht mit einem wirklich Süchtigen, der regelmäßigen Konsum braucht.
        Wer wie mein Partner auch wochenlang darauf verzichten kann, ist mMn nicht süchtig sondern eher ein "Genußkonsument".

        Hallo,

        Wenn er selber zugibt, früher Abhängig gewesen zu sein, wird das mit dem geregelten Konsum wohl sehr schwierig. Oder ist zumindest extrem Riskant. Wenn er es noch nicht hat, sollte er sich dringend mit den Themen Suchtgedächtnis und vorsichtshalberauch gleich noch Suchtverlagerung befassen. Wegen Letzterem würde ich es auch nicht für ausgeschlossen halten, dass er jetzt tatsächlich Zigaretten raucht. Wäre aber m.E. auch ein gefährliches Spiel.

        Ich würde das heute bei meinem Partner nicht mehr tolerieren. Nicht in Deutschland solange es illegal ist. Ich persönlich finde einen gelegentlichen Joint auch besser als den Konsum von Alkohol. Der Staat sieht das aber leider anders. Und solange das so ist, hast du mit dem Bezug von Cannabis leider immer auch eine Verbindung ins kriminelle Milieu. Und ich denke mal, die meisten Dealer verticken nicht nur Cannabis....

        (9) 15.04.19 - 15:50

        Was ich mich gerade frage ist, warum du etwas gegen Drogen hast, aber gleichzeitig rauchen in Ordnung ist? Bedenke, dass auch legale Drogen wie Alkohol, Koffein und Nikotin, sowie diverse Medikamente existieren, verbietest du also jedem Partner Tee zu trinken oder Nasenspray bei einem Schnupfen zu nehmen? Wo ist da deine Grenze?

        Du übertreibst übrigens maßlos, du hast einen regelrechten Verfolgungswahn. Vertrauen und Kontrolle schließen sich übrigens aus. Wäre ich er, würde ich schleunigst die Beine in die Hand nehmen und dich verlassen, PartnerInnen mit Paranoia gehen gar nicht.

        Dein Freund sagt selbst, dass er süchtig ist. Natürlich versicht er dir zu versprechen, aufzuhören und bricht die Versprechen wieder. Hast Du je erlebt, dass ein Süchtiger einfach dem Partner zuliebe aufhören "kann"?
        Wenn er selbst nicht aufhören will, dann kannst Du das entweder akzeptieren oder nicht. Wenn er aufhören möchte, kannst Du ihn unterstützen, z.B. indem Du ihn zur Suchtberatung (Ja, auch bei Gras ist die oft notwendig) begkleiten usw.

        Aber zu verlangen, dass er plötzlich aufhört ist naiv gedacht. Und auch deine Dedektivarbeit wird nichts zur Sache beitragen außer ständigen Streit. Uch würde an deiner Stelle den Druck rausnehmen und meine Hilfe anbieten. Will er partou nicht aufhören und Du kommst damit nicht klar, was ich verstehen kann, würde ich die Beziehung beenden.

        LG

        Ihr passt nicht zusammen. Dein Partner muss Bereiche seines Lebens vor dir verstecken, weil du ihn nicht so akzeptierst, wie er ist.

        Übrigens, das Argument "Wenn er mich wirklich lieben würde, würde er mir zuliebe auf das kiffen verzichten" könnte man auch umdrehen zu "Wenn du ihn wirklich lieben würdest, warum gönnst du ihm nicht alle paar Wochen/Monate den THC-Konsum?" Wirklich berauscht wird er nicht sein, wenn du es nicht mal merkst. Ist im Grunde wie ein seltenes Glas mit gutem Wein.

        • (12) 17.04.19 - 16:50

          Hallo,
          ihr redet hier vom Akzeptieren des Kiffens?!

          Wie seht ihr das bei Crackrauchen?

          Mein Partner hat im Juni 18, im Oktober 18 und letzten Freitag Crack geraucht...
          Habe es ihm angemerkt und bzw. dann erwischt.


          Jedes Mal wurde versprochen es zu lassen.

          Was nun? Das ist schon schlimmer als kiffen, finde ich!

          Trennung oder Therapie?



          LG

          • Du hattest hier vor ein paar Tagen auch einen eigenen Beitrag?

            Crack ist ein Heroin-Derivat, oder?

            Heroin & Konsorten ist schon einige Stufen härter als kiffen. Ich hab keine Erfahrungen mit Crack an sich oder Leuten, die Crack nehmen. Ich weiß nicht, ob hier ein moderater, kontrollierter Konsum möglich ist. Ich nehme nun einfach mal an, dass dein Partner die restlichen 354 der 356 Tage eines Jahres ganz "normal" ist.

            Das ist nun eine sehr persönliche Frage. Ich sag mal so: Ich könnte mir eher vorstellen, mit einem Partner zusammen zu sein, der 2, 3 Mal im Jahr Crack raucht und ansonsten sein Leben auf die Reihe bekommt, als mit einem Partner, der regelmäßig schnell & gefährlich Motorrad fährt. Oder der 3x unter der Woche und das gesamte Wochenende mit seinem Fußballverein beschäftigt ist. Ist aber nur eine ganz persönliche Abwägung. Moderaten Suchtmittelgenuss (welcher Art auch immer) kann ich eher tolerieren als nicht zusammenpassendes Freizeitverhalten.

            Was ich dabei nicht verstehe, sind die dauernden Rechtfertigungen und leeren Versprechungen. Das würde mir auf den Sack gehen. Damit verliert dein Partner seine Glaubwürdigkeit. Soll er doch dazu stehen, dass er sich 2x jährlich die Birne mit Crack wegrauchen will. Oder du treibst ihn dazu, dir das Blaue vom Himmel runter zulügen - ich weiß es nicht. DAMIT käme ich nicht klar, solche widersprüchlichen Aussagen.

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