Hat unsere Ehe noch Sinn

    • (1) 23.04.19 - 08:29
      KeinePerspektive

      Hallo Ihr Lieben,

      ich brauche dringend mal die Meinung von Aussenstehenden. Grobe Situation. Mein Mann und ich sind seit 14 Jahren zusammen, seit 9 verheiratet. Er ist 41 und ich 36. Wir haben zwei tolle Kinder (6 und 3) und haben ein Häuschen im Grünen.

      Wir sind beide sehr pragmatisch veranlagt. Emotionen haben bei uns eher wenig Raum. Gibt es ein Problem, wird es versucht zu lösen. Er ist noch ein Stück weit emotionaler als ich.

      Wir waren nie die großen Kuschler, aber was unsere Beziehung mittlerweile an Distanz erreicht hat, gefällt nicht mal mehr mir. Bis auf ein, zwei Bussis am Tag gibt es keine Nähe. Und damit meine ich keine. Keine Umarmung, keine Berührung, kein Sex. Ich hab keine Ahnung wann wir das letzte Mal miteinander geschlafen haben.

      Auf die Umstände angesprochen meinte er, er hat Angst eine Depression zu haben. Er hat Erektionsprobleme, keine Libido, nicht mal Pornos machen ihn mehr an. Ich habe ihn gebeten das untersuchen zu lassen und er hat jetzt zum Glück einen Termin beim Urologen um evtl. körperliche Gründe auszuschließen und ob es tatsächlich von psychischen Problemen kommt. Unser sexuallleben war nie wirklich aktiv, aber aktuell fehlt mir die Nähe und natürlich auch der Sex immens. Ohne mein Ansprechen der Probleme wäre von seiner Seite nichts passiert. Er hätte es einfach so hingenommen.

      Es war ein Wachrütteln, es gab auch Tränen, er sagt mir, er liebt mich. Das ist ein paar Wochen her. Seitdem hat er mich wieder kein einziges Mal in den Arm genommen, berührt oder sonstiges. Ich habe das Gefühl, er verwechselt Liebe mit Bequemlichkeit, schließlich hat er durch mich ja wen für die Kinder, die kocht und sich ums Haus kümmert.

      In meinem Kopf spukt immer öfter der Gedanke einer Trennung. Ich will so nicht weitermachen. Ich will gezeigt bekommen, dass ich geliebt werde. Und nicht nur "ausgenutzt".

      Wir haben ein tolles Leben, als WG funktionieren wir einwandfrei. Nur die Liebe fehlt in meinen Augen. Seh ich das zu überzogen, sind meine Ansprüche nach Nähe und Co einfach nur zu hoch? Sollte ich froh sein, dass sonst alles passt und meine Bedürfnisse hinten anstellen / unterdrücken?

      Ich würde evtl. eine Paartherapie machen wollen. Meint ihr das hat in unserem Fall überhaupt noch Sinn?

      Ich weiß grad einfach nicht weiter....

      • Ich habe sofort an eine Paartherapie gedacht und dann gesehen, dass du sie in Erwägung ziehst. Macht das unbedingt! Ich glaube, dass ihr sehr gute Chancen habt, sich eurer Liebe zueinander wieder bewusst zu werden. Ihr müsst allerdings daran arbeiten und dafür ist die Paartherapie ideal.

        Bewusst Kuscheln, bewusst mal ein Kuss, eine Umarmung im Vorbeigehen - so etwas solltet ihr euch wieder angewöhnen, bis es zur leiben Gewohnheit wird. Fang doch einfach mal an und massiere deinem Mann die Hand, den Nacken oder die Füsse abends beim Fernsehen. Oder kuschele dich an ihn.

        Wenn er Depression haben sollte, wird er schwer liebe zeigen können....da ist man mit ganz anderen Dingen beschäftigt....wenn ihr das Immersion handgehabt habt wundert es mich auch nicht....du erwartest , von deinem Mann jetzt,dass er mehr Liebe zeigt weil dir aufgefallen ist, das er das kaum noch macht...aber gleichzeitig schreibst du, dass das schon immer ein wenig soo war...
        Am besten macht ihr eine Paartherapie und dein Mann seoerat eine.
        Sollte er wirklich Depression haben, kann man oft keine Gefühle zeigen obwohl man welche hat.

        (4) 23.04.19 - 09:56

        Du Liebe,

        ich weiß Dir auch keinen so richtigen Rat, möchte Dir aber schreiben, dass es bei mir ganz ähnlich ist. Nur mit der stehenden Diagnose Depression. Durch Antidepressiva ist das Liebesleben auch nix (Nebenwirkung Libidoverlust)
        Man liest ja überall depressive können dies nicht, sind krank, können nichts dafür. Kranke verlassen ist auch nicht die feine Art - Aber wer gibt den Partnern der depressiven Menschen das, was ihnen fehlt? Ich frage mich das auch. Man will ja auch nicht weglaufen - andererseits nicht selbst eingehen.

        Paartherapie - ist die Frage ob er mitmacht und ob es bei einer Depression was bringt?
        Aber einen Versuch wäre es vielleicht wert.

        #klee Alles Gute Dir!

      • (5) 23.04.19 - 11:31

        Hallöchen,
        einfach Mal selbst auf ihn zugehen ? Mein Mann ist da auch wirklich schlecht drin. Er mag nicht gerne auf mich zukommen, es gibt dafür keinen Grund, aber es ist so.
        Wir sind seit über 8 Jahren zusammen und ich weiß, dass er mich über alles liebt. Zwischendurch n kuss bekomme ich auch immer Mal von ihm. Aber wenn's ums kuscheln geht oder Mal in den Arm nehmen, dann gehe ich auf ihn zu und er genießt es dann auch. Ich bin dann eben der aktivere Part. Das stört mich aber nicht. Der Sex kommt zu 99% von mir aus - er begehrt mich dann sehr und verwöhnt mich auch. Aber ich muss ihn signalisieren, dass ich Lust habe.
        Es muss wieder bei euch zur Gewohnheit werden und das wird es von ganz allein. Wir standen auch schon an dem Punkt wo außer diese guten Morgen, gute Nacht und Hallo und tschüß küsse eben eigentlich der einzige körperliche Kontakt war. Das wollte ich nicht. Er auch nicht. Aber er kann es eben von sich aus nicht so, also habe ich den Part übernommen. Es mir angewöhnt ihn einfach Mal in den Arm zu nehmen oder zu kuscheln oder eben einfach zu sagen, dass ich Sex möchte. Ganz plump. Dann geht's ins Schlafzimmer und wir haben Spaß.
        Es ist viel umgewöhnung und Arbeit, damit eine Beziehung läuft. Sonst entfernt man sich voneinander. Das ist wohl normal.
        Ich würde dir raten öfter Mal den ersten Schritt zu machen und dir auch zu einer Paartherapie raten. Außerdem kann es ja sein, dass es wirklich auch körperlich ist und er deswegen keine Lust auf Sex hat. Den Termin würde ich ebenfalls nochmal abwarten.
        Aber auch sonst, bin ich immer eher der Meinung, dass man an einer Beziehung arbeiten muss, damit sie funktioniert. Am besten bevor man an deinem Punkt angelangt ist und schon früher die Notbremse ziehen und dran arbeiten.
        Aber jetzt würde ich an deiner Stelle alle Hebel in Bewegung setzen um wieder eine harmonische Beziehung zu haben.
        Gehen kannst du immernoch, wenn's nicht funktioniert. Aber dann habt ihr es versucht.
        LG und viel Glück 🍀

        (6) 24.04.19 - 07:35

        Ich danke Euch für eure Antworten. Vermutlich ist der Versuch einer Therapie aktuell die beste Lösung. Da gibt es wohl einiges aufzuarbeiten.

        Der Gedanke an andere Männer ist bereits da. Das war bei mir die größten Alarmglocken, dass etwas nicht stimmt. Bis dahin hatte ich es ja auch einfach nur als gegegeben hingenommen.

        Es ist nicht so, dass ich die Nähe nicht suche. Wir hatten z.B. am Wochenende die Situation, dass er unsere Kids von der Terrassentür aus im Nachbarsgarten beobachtet hat. Ich bin von hinten an ihn ran, wollte meine Arme um seine Hüften legen. Da hat er sich aprupt weggedreht mit den Worten "warte mal". Angeblich weil unsere kleine Tochter im Begriff war auf die Straße zu laufen, was ich aber so nicht wahrnehmen konnte. Sofort darauf angesprochen was das sollte, warum er keine Nähe zulassen will, hat er sich nur entschuldigt, dass das keine Absicht war. Aber ich bekomme gefühlt nur solche Signale gesendet.

      • Hi,
        tut er denn etwas gegen die Depression (oder was es auch immer ist)? Hat er sich schon mal durchchecken lassen, seine Schilddrüse untersuchen lassen? Tut er was für sich (Sport o.ä.)?
        Das sollte er zuerst mal angehen. Dass er momentan keine körperliche Nähe möchte, kann ja durchaus sein, aber dir ist er schon schuldig, dieses Problem aktiv anzugehen.

        vlg tina

        • (8) 24.04.19 - 09:11
          KeinePerspektive

          Er hat nun einen 1. Arztbesuch beim Allgemeinarzt hinter sich. Dieser hat ihn an den Urologen verwiesen. Typisch Facharzt natürlich erst Ende Mai einen Termin :(.

          Mit den Depressionen ist eine Selbsteinschätzung von ihm. Seine Eltern sind ebenfalls beide betroffen. Eine gewisse Antriebslosigkeit hat er auf jeden Fall. Aber er hat soweit sein Leben im Griff, dass er seiner Arbeit gut nachgeht. Ein wundervoller Papa für die Kids ist usw.

          Es sind einfach viele kleine Baustellen wie der Alkohol. Das muss mal alles auf den Tisch gebracht werden und nicht immer nur von mir hören, dass es schlecht ist.

      Nein deine Ansprüche sind auf keinen Fall zu hoch, und ich glaub dass eine Paartherapie auf alle Fälle in eine Richtung lenk die klarer sehen lässt, mir geht es ähnlich mein Mann hat eine Paartherapie abgelehnt... das hat er nicht nötig!
      Langsam sehe ich es als Zweckgemeinschaft - weil ich die Nähe vermisse!
      Ich wünsche dir die Kraft etwas zu ändern!
      Ein Leben ohne Liebe ist doch sehr traurig

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