Ich fühl mich allein

Hallo ihr Lieben,

entschuldigt bitte, dass mein Beitrag nicht wirklich zum Thema passt aber ich möchte einfach mal etwas loswerden und das traue ich mich nur anonym.
Ich habe das Gefühl bald zu explodieren und das möchte ich nicht bzw. kann ich mir aufgrund meiner beiden Kinder auch einfach nicht erlauben.
Um mich zu verstehen muss ich etwas ausholen.
Ich bin das jüngste von 7 Kindern. Ich habe 5 Brüder und eine Schwester.
Mein Vater verließ die Familie als ich 1 Jahr alt war. Danach war er wohl lange Zeit spielsüchtig und alkoholabhängig. Er war für mich nie präsent und ich lernte ihn auch erst als Teenager kennen. Gab einem ab da an aber oft genug zu verstehen, dass er keine wirklichen väterlichen Gefühle für seine leiblichen Kinder hat. Was auch der Grund ist weshalb ich bis heute eher ein sehr oberflächliches und sporadisches Verhältnis zu meinem Vater habe. Man schreibt sich alle paar Wochen mal. Wir wohnen auch 200km auseinander.
Seit ich denken kann hatte meine Mutter meinen damaligen Stiefvater an ihrer Seite. Meine ersten Lebensjahre wuchs ich normal auf doch ich merkte relativ schnell dass meine Familie anders ist. Meine Brüder, bis auf einer, hatten schon relativ viel mit Gewalt und Drogen zu tun und machten meiner Mutter das Leben nicht gerade einfach. Mein Stiefvater entpuppte sich auch als gewalttätiges Arschloch und ich musste mehr als einmal mit anhören wie er meine Mutter schlug oder sie die Treppen runterstieß.
Gegen Mitte der Grundschulzeit wurde es am schlimmsten.
Einer meiner Brüder fing an mich zu missbrauchen. So zeigt man seine Liebe sagte er damals...
Das ganze ging etwa zwei Jahre und hörte auf als ich meiner Mutter einen Brief schrieb und ihr alles darin erzählte.
Aber jemals mit mir darüber geredet oder mich mal in den Arm genommen hat niemand.
Als mein Bruder sich die Arme und die Pulsadern aufritze und die ganzen Wände seines Zimmers mit Onkelztexten aus seinem Blut voll schrieb kam er in die geschlossene Psychatrie.
Selbst da nahm meine Mutter mich mit zu den Besuchstagen und auch sein Zimmer wurde nach dem Streichen meins.
Ich fühlte mich seit ich klein war so alleingelassen von meiner Familie...

Dann kam die weiterführende Schule. Auch dort hatte ich es nicht leicht, einmal weil ich nicht gerade hübsch war und auch ständig nur die Klamotten meiner Brüder bekam und auch weil der Ruf meiner Familie nicht gerade gut war.

Es verging einige Zeit. Dann trennte sich meine Mutter von meinem Stiefvater bzw schmiss ihn mein einziger vernünftiger Bruder raus weil sich mein Stiefvater wohl an meiner damals 14 Jährigen Schwester vergehen wollte.
Meine Schwester verließ auch ein paar Monate darauf das Elternhaus und ging zu ihrem damals um einiges älteren Freund, der auch ihr Mann wurde.
Meine Mutter hat nichts dagegen unternommen, wie sie es nie tat.
Nachdem nun auch meine Schwester weg war und drei meiner Brüder entweder im Gefängnis oder in der Psychatrie saßen und der einzige normale meiner Brüder auch schnell das Weite suchte nachdem er seine Frau gefunden hat war das Haus das wir hatten zu groß und wir zogen ein paar Städtchen weiter in eine Wohnung.
Nur meine Mutter, ihr neuer Freund, der jüngste meiner Brüder und ich.

Ich verbrachte viel Zeit als Teeanger im Badezimmer unserer Wohnung. Ich weinte und schnitt mich... fast täglich. Ich versteckte die Narben unter Schweissarmbändern, passte ja eh zu meinem jungenhaften Outfit Und wenn ich die Tür wieder öffnete setzte ich mein Lächeln auf und versuchte einfach weiterzuleben.

Mit 16 bekam ich meinen ersten Rechner. Schnell lernte ich Chatplattformen kennen und einen jungen Mann mit dem ich täglich mehrere Stunden telefonierte.
Er wohnte 200km entfernt von mir.
Als ich 17 Jahre alt war erkrankte meine Mutter plötzlich an Lungenkrebs. Als der Krebs entdeckt wurde hatte er bereits gestreut, eine Chemo war nicht mehr möglich. Innerhalb weniger Wochen verstarb sie.
Nach der Beerdigung packte ich meine Sachen und zog zu meiner Internetbekanntschaft mit dem ich dann auch 3 Jahre eine Beziehung führte bis wir uns freundschaftlich trennten.
Zu meiner Schwester hatte ich mal mehr und mal weniger Kontakt, nach allem was war konnte ich einfach für niemanden aus meiner Familie mehr ein inniges Verhältnis aufbauen. Was meine Brüder angeht, hatte ich zu dem jüngsten und dem zweitjüngsten hin und wieder Kontakt. Ich heiratete damals meinen ersten Mann, bekam eine Tochter, machte meine Ausbildung ging arbeiten und lebte einfach mit meiner Vergangenheit ohne ihr groß Beachtung zu schenken. Auch wenn das oft schwer war aber ich lernte zu funktionieren und zu verdrängen und mir ging es eigentlich recht gut damit.

Nach 6 Jahren trennten mein erster Mann und ich uns. Auch hier wieder freundschaftlich und wir fanden einen guten gemeinsamen Umgang mit unserer Tochter.
Als er eine neue Frau kennenlernte welche bereits zwei Kinder hat (damals 13 und 15) habe ich mich für ihn gefreut und es lief sehr gut was unsere Tochter anging.
Aber dann kam unsere Tochter (sie war 5) irgendwann zu mir und erzählte davon, dass der Sohn der Freundin ihr Videos mit Nackten gezeigt hat und er sie untenrum angefasst hat. Für mich brach eine Welt zusammen. Mein Mann trennte sich von seiner Freundin und wir gingen mit unserer Tochter zur Kinderschutzambulanz und zur Therapie. Sie war damals zum Glück noch so klein, dass sie nicht verstanden hat, dass es sexueller Missbrauch ist und sie hat auch aufgrund der erfolgreichen Therapie keinen psychischen Schaden genommen. Das kann natürlich trotzdem jederzeit noch kommen, sie ist jetzt knapp 10 Jahre alt und daher kann ich ihren Vater umso weniger verstehen.
Ein paar Monate nach dem Missbrauch kam er wieder mit der Frau zusammen. Ab da an wurde unserer Verhältnis schlecht. Ich ging zum Jugendamt, nachdem er verlauten ließ, dass jeder eine Chance verdient hat und der Junge eine Therapie machen würde.
Das Jugendamt verbot dem Vater damals, dass der Junge und unsere Tochter sich sehen dürfen. Wenn er sich daran hält dürfe unsere Tochter weiterhin alle zwei Wochen zum Vater. Was sie natürlich auch wollte, er ist ihr Vater.
Das ganze ist jetzt knapp 5 Jahre her, er ist weiterhin mit dieser Frau zusammen und hat den Jungen auch voll und ganz akzeptiert. Ich nicht! Was absolut keiner von denen verstehen kann, stattdessen werde ich als krank dargestellt und als neurotisch.
Der Junge war damals zwar erst 13 Jahre alt, er ist therapiert und ich glaube auch nicht dass er sich nochmal an meiner Tochter vergehen würde aber er hat es getan und das ist etwas was ich niemals verzeihen werde und mein Mutterherz blutet bei dem Gedanken dass dort alle einen auf normal machen.
Ich habe versucht gerichtlich dagegen vorzugehen. Erfolglos.

Als ich noch mit ihm verheiratet war lernte er auch mal meine Schwester kennen und wenn man sich selten mal gesehen hat hat man sich auch verstanden. Als wir uns trennten und die das mit meiner Tochter geschah, hatten meine Schwester und mein Ex anscheinend guten Kontakt. Sie freundeten sich an und da meine Schwester damals große Probleme mit ihrem Mann hatte (sie hatten bereits 3 Mädchen zusammen) zog meine Schwester zu meinem Exmann.
Ich fühlte mich irgendwie ziemlich hintergangen und der Kontakt war daher auch auf Eis.
Es tat weh zu wissen dass alle einen auf Familie machten, vor allem eben auch dann wenn meine Tochter alle zwei Wochenenden da war und sich niemand für mich und meine Gefühle interessierte. Aber ehrlich gesagt kannte ich das ja schon.
Ich lernte dann etwa ein Jahr später meinen jetzigen Mann kennen. Er ist großartig und ein toller Stiefvater für meine Tochter geworden und mittlerweile auch toller Vater unserer gemeinsamen 2 1/2 jährigen Tochter.
Die zwei Brüder mit denen ich hier und da mal Kontakt hatte bedrohten und beleidigten mich auf ganz schlimme Art und Weise weil es ihnen nicht passte das mein Mann türkischer Abstammung ist.
Daher gibt es auch keinerlei Kontakt. Hier und da erfahre ich wenn sie wieder mal im Gefängnis sitzen.
Mein Bruder der mich als Kind missbrauchte hat sich im letzten Jahr das Leben genommen.

Wir ziehen in 2 Monaten aus unserer Wohnung in unser gemeinsames Haus. Ich dachte ich würde jetzt endlich ankommen und Vergangenes hinter mir lassen können aber irgendwie ist mir das nicht gegönnt und nun zu dem was ich eigentlich schreiben wollte und wofür ich so weit ausholen musste (entschuldigt bitte dafür).

Vor etwa 2 Jahren meldete sich meine Schwester bei mir. Sie würde gerne Kontakt haben, sie vermisst mich und auch wegen der Kinder würde sie es schön finden. Mich wurmte es noch immer total, dass sie so engen Kontakt zu meinem Exmann hat und seiner Frau dessen Sohn meine Tochter missbraucht hat aber ich schluckte es weil ich dachte jetzt wo meine Schwester mit meinen Nichten schon in meiner Nähe wohnt will ich auch ein Teil davon sein. Und die letzten 1 1/2 Jahre verstanden wir uns auch echt gut. Natürlich habe ich vieles ausgeblendet und geschluckt aber ich wollte eine Schwester haben, das Gefühl haben da ist noch jemand aus deiner Familie dem du doch nicht egal bist.
Außerdem hat sie mittlerweile einen neuen Partner und vor 8 Monaten meinen Neffen geboren. Von Anfang an hatte ich den kleinen so unglaublich lieb dass ich manchmal sogar Angst davor hatte da ich das Gefühl nur von meinen Kindern und meinem Mann her kenne.
Ich war froh, dass meine Schwester da war...


Vor knapp zwei Monaten habe ich allerdings von meiner Tochter erfahren, dass die Freundin ihres Vaters samt dem Jungen bei ihm eingezogen ist.
Meine Schwester wusste davon. Die wohnen wohl schon ein paar Wochen oder Monate zusammen und meine Schwester wusste es von Anfang an. Ich habe nie verlangt dass sie mir Story aus dem Leben meines Ex erzählt, wollte ich auch nie wissen weil es mir ehrlich gesagt nie gut damit ging zu wissen wie eng die sind.
Aber ich hätte erwartet, dass Sie mir als meine Schwester erzählt, dass die dort eingezogen sind oder zumindest meinem Ex darauf hingewiesen hätte dass es mir dies zu erzählen hat. Stattdessen sollen es alle verheimlichen auch meine Tochter.
Ich war enttäuscht als ich das erfahren habe und habe meine Schwester daraufhin angeschrieben. Das einzige was kam war, dass sie auf genau sowas keinen Bock hätte und sich einfach nur raushalten will. Danach blockierte sich mich überall.

Ich weiß mittlerweile ehrlich gesagt nicht mal mehr was ich fühlen soll....
Das hat mir so einen großen Stich ins Herz versetzt. Plötzlich habe ich wieder niemanden mehr. Meine Kinder und mein Mann sind die einzige Familie die ich habe, die einzige Familie die mich nicht enttäuscht und trotzdem fühle ich mich so allein.
Meine Tochter hat durch die Schule und ihren Vater natürlich häufig Kontakt zu meinen Nichten und Neffen und zu meiner Schwester. Um so mehr tut es irgendwie weh wenn ich Fotos sehe wo alle zusammen Ausflüge machen, feiern, lachen... nur halt eben ohne mich.
Ich will damit abschließen aber ich weiß nicht wie.
Am liebsten würde ich meine Familie aus meinem Gedächtnis streichen und nie wieder ein Teil meines Lebens werden lassen.
Aber das ganze hat mich so getroffen und verletzt, dass meine ganze Vergangenheit mich wieder einholt und mich frage warum ich ausgerechnet in diese Familie geboren wurde und wieso ich keinem einzigen von Ihnen wichtig bin.
Für meine Kinder und meinen Mann funktioniere ich und habe Spaß mit ihnen aber im Inneren brodeln die Gedanken und machen mich verrückt in Momenten wo man mit seinen Gedanken ganz allein ist.
Ich dachte nur, dass es gut tun könnte einfach mal alles rauszulassen auch, wenn vllt vieles kalt klingen mag wie ich über meine Vergangenheit „rede“ aber zum einen wollte ich textlich nicht noch mehr schreiben und zum anderen ist das mittlerweile meine Art geworden mit alldem umzugehen. Je oberflächlicher ich darüber rede, je mehr Zeit vergeht umso weniger fühlt es sich echt an.
Aber das mit meiner Schwester hat mich erneut so aus der Bahn geworfen dass ich es einfach loswerden wollte....
Ich wünsche mir so sehr, dass mich die Zeit auch ihr gegenüber kalt werden lässt aber durch den Kontakt zu meinem Ex und allem was dazu gehört wird es mir diesmal wirklich schwer gemacht. Einfach flüchten kann ja ich diesmal nicht....

Es tut mir wirklich leid, dass mein Text so lang geworden ist, es musste einfach nur mal raus.

S.

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Ich denke du hast zwei grosse Baustellen, die eine ist deine Herkunftsfamilie, da würde ich eine Therapie empfehlen.

Die andere Baustelle ist der sexuelle Übergriff. Da geht es nicht nur um dich, sondern in allererster Linie um deine Tochter (und auch um den Täter). Du sagst deine Tochter hat keine Folgeschäden. Die wird sie aber entwickeln, wenn du es nicht schaffst, mit der Geschichte klarzukommen. Was du dir ausbedingen kannst und sogar musst, ist dass deine Tochter NIE alleine mit dem damaligen Täter ist. Alles andere ist tatsächlich Geschichte, Teil eurer Biographie, welche alle ausser dir gut aufgerabeitet haben.
Es ist wichtig sein Kind zu beschützen, es ist wichtig das Kind zu unterstützen, wenn es Missbrauchsopfer wird, es ist aber ebenso wichtig, die Weiterentwicklung nicht zu behindern. Gerade bei jungen Missbrauchsopfern besteht das Risiko, dass es Folgeschäden gibt durch die Art und Weise wie das Umfeld agiert. So wie du die Sache beschreibst, stellst du momentan genau in der Hinsicht einen Risikofaktor dar.

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Danke für deine Antwort. Das soll nicht ignorant rüber kommen aber ich glaube kaum dass es so ist wie du schilderst. Was den Missbrauch meiner Tochter angeht rede ich ganz offen mit ihr. Ich war von Anfang an an und auf ihrer Seite. Auch als gewisse Menschen behaupteten, es wäre nicht alles von dem wahr was meine Tochter uns erzählte.
Sie weiß mit ihren noch 9 Jahren nichts von meinem eigenen Missbrauch und ich war noch nie schwach gegenüber meinen Kindern. Ganz im Gegenteil. Sie können sich immer voll und ganz auf mich als Mutter verlassen.
Was den Jungen angeht rede ich offen mit ihr darüber, dass es mich stört, dass der Junge bei ihrem Vater lebt, dass ich den Umgang am liebsten verbieten würde. Aber ich habe sie ganz offen gefragt wie es ihr damit geht und was sie will. Sie liebt ihren Vater, sie hat das was damals angeht verarbeitet sagt sie, nimmt es selbst sogar nicht als so schlimm dar. Sie sagt sie würde es anders sehen wenn es ihr jetzt passiert wäre aber sie sagt ganz ehrlich, dass sie damals dachte es wäre einfach etwas verbotenes wie klauen und nur deshalb hat sie es mir gesagt und nicht weil es sie belastet hat. Genauso sprach sie auch damals mit den Therapeuten darüber.
Sie hat dem Jungen verziehen sagt sie und ihn akzeptiert, akzeptiert aber auch, dass sie nie mit ihm alleine sein darf und dass ich diesem Jungen niemals verzeihen kann und auch genau deswegen diesen Bruch mit ihrem Vater habe. Meine Tochter und ich haben ein sehr gutes und offenes Verhältnis, weshalb sie auch zu mir kam nach einigen Wochen des Schweigens was den Zusammenzug anging. Ich kann verstehen, dass sie nicht eher zu mir kam und bin dankbar dafür, dass sie es doch tat.
Würde ich jemals das Gefühl haben, dass sie die Situation bedrückt und sie würde nicht mehr zu ihrem Vater wollen würde ich wieder gerichtlich vorgehen. Aber sie liebt ihren Vater und auch die Freundin hat sie sehr ins Herz geschlossen.
Wenn mir aber ein Zusammenzug aller verheimlicht wird hab ich doch das Recht diese Leute darauf vernünftig anzusprechen ohne, dass ich von meiner Schwester überall blockiert werde und von meinem Exmann als krank betitelt werde weil ich finde dass er echt ein moralisches Arschloch ist und ich nicht verstehen kann wie man als Vater mit demjenigen auf Familie machen kann der die eigene Tochter missbraucht hat.
Glaube eher kaum, dass ich das Problem bin.
Und eigentlich ging es auch gar nicht um den Missbrauch meiner Tochter.

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Dadurch, dass du dem Täter nicht verzeihen kannst, deine Tochter aber schon, setzt du sie einem extremen Loyalitätskonflikt aus. Die Sicherheitsvorkehrungen scheinen ja alle ernst zu nehmen.
Hut ab vor deiner Tochter, tolles Mädel!
Natürlich erzählt dir keiner was von den Plänen, wird ja jeder wissen, wie du dem Jungen gegenüberstehst und wie du reagieren wirst.

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Hallo,
lass dich mal drücken #liebdrueck

Mir fehlen die Worte, ich kann es nicht fassen und wahrscheinlich kann sich keiner da reinversetzen, was du bisher alles aushalten musstest.

Hast du beim Jugendamt angezeigt, daß der Stiefsohn mittlerweile beim Vater deiner Tochter wohnt - da können sich die beiden doch gar nicht aus dem Weg gehen.

Ich weiß nicht, was ich dir bzgl. deiner Schwester raten soll - ob ihr einfach ein oberflächliches Verhältnis weiter aufrecht erhalten sollt.

Konzentrier dich auf deinen Mann, deine Kinder. Das ist jetzt DEINE Familie. Und vlt. kannst du dir jemanden zum reden suchen - einfach reden kann manchmal wirklich helfen, auch wenn vieles dabei wieder hochkommt.

Du bist eine wirklich starke Frau.
LG und alles Gute

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Dankeschön für deine Worte.
Tatsächlich war ich beim Jugendamt und habe mir Rat eingeholt. Mittlerweile sieht es aber einfach so aus, dass der Junge so etabliert wurde, dass er von allen akzeptiert wurde einschließlich meiner Tochter. Sie hat ihm verziehen und es ist okay für sie, dass er bei ihrem Vater wohnt. Eigentlich freut sie sich, weil dadurch natürlich auch die Freundin ihres Vaters dort wohnt und die hat sie echt gern, auch die Tochter hat sie ins Herz geschlossen, die zwar ihre eigene Wohnung hat aber durch den zusammenzug nun auch öfter da ist. Mit meiner Schwester zusammen und ihren ganzen Kindern hat sie für sich dort eine echt tolle Familie. Das möchte sie natürlich nicht verlieren und ich stehe als Mutter irgendwie im Zwiespalt.
Der Junge wurde laut Gutachten erfolgreich therapiert. Ein weiterer Missbrauch gegenüber meiner Tochter wird ausgeschlossen.
Meine Chancen aktuell dagegen vorgehen zu können sind klein. Und meine Tochter würde so leiden, wenn sie nicht mehr zu ihrem Vater dürfe oder die Beziehung daran zerbricht, dass die Freundin wieder ausziehen muss.

Du hast Recht ich muss mich auf meine eigene kleine Familie konzentrieren. Das würde mir mit einem klaren Bruch leichter fallen aber ich bekomme einfach ungewollt viel zu viel mit von denen und das stimmt mich einfach traurig.

Ich muss versuchen neu anzufangen. Ich freue mich unglaublich auf unserer Haus und unsere neue Umgebung und vllt fällt es mir ja da leichter damit abzuschließen.

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Sie müssen sich nicht aus dem Weg gehen, sie dürfen nur nicht unbeausichtigt sein.

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Deine Lebensgeschichte ist sicherlich sehr schlimm und auch das, was deiner Tochter widerfuhr, ist eine schlimme Sache, die bestimmt sehr viel in dir an altem Schmerz ausgelöst hat.

Aber was mir aus deinen Zeilen entgegen springt, ist, dass du unbedingt lernen musst, dich selbst viel besser abzugrenzen, dich zu schützen und dich nicht zu verstricken, damit schützt du im Übrigen auch deine Tochter.

Ich weiß nicht, ob du das Ganze mal wirklich therapeutisch aufgearbeitet hast. Wenn nicht, wird es höchste Zeit und wenn doch, muss irgendwas schiefgelaufen sein, dass du noch so in deiner eigenen Vergangenheit drin steckst.

Deine Vergangenheit war schlimm. Ja. Aber du bist eine erwachsene Frau, die sich eben nicht mehr ständig, wie du es beschreibst, davon einholen lassen muss. Du bist keine Verdammte und auch nicht das einsame kleine Mädchen von damals, du hast eine Familie, für die du nicht nur funktionieren "musst", wie du es beschreibst, will sagen, du hast auch Menschen um dich herum, die dir wohlgesonnen sind. Da muss dein Blick hin. In die Gegenwart. In die Zukunft. Das bedeutet nicht, dass du jemals komplett abschließen wirst können mit deiner Geschichte, aber sie als Teil integrieren lernen, der heute nicht mehr dein ganzes Leben bestimmt und überschattet.

Zu deiner Tochter noch eine Anmerkung. Es gibt Menschen, die mit schlimmen Erlebnissen umgehen und sie bewältigen können. Es kommt darauf an, was sie selbst stützt und unterstützt. Du hast sie therapeutisch angebunden, was sicherlich richtig war, dann erkenne bitte auch, dass es keine Notwendigkeit ist, dass aus dieser einmaligen, wenn sicherlich auch schlimmen Sache für alle nicht unbedingt eine psychische Störung in der Zukunft zwangsläufig resultieren muss. Vielleicht hilft es dir, was deine Tochter angeht, mal nach Resilienz zu googeln. Ich schreibe dir das, weil du nachvollziehbar Befürchtungen hast, die aber vor allem auf deinem Hintergrund basieren und nicht eintreffen müssen, es ist eben keine Gesetzmäßigkeit. Und auch, wenn ich möglicherweise deinen Zorn auf mich ziehe, ist es für deine Tochter sogar gut, wenn sie mit dem Jungen Kontakt hat und merkt, okay, er hat etwas Schlimmes, Grenzüberschreitendes getan, aber ein Monster ist er nicht. Vielleicht hilft ihr das sogar beim Verarbeiten.

Ich lege dir wirklich dringend nahe, dass du dir Hilfe suchst und dich auf den Weg machst. #klee

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Ich verstehe gar nicht wie alle darauf dreschen dass ich meiner Tochter im Wege stehen würde. Ich akzeptiere die Gefühle meiner Tochter und stehe ihr da auch nicht im Wege und trotzdem muss ich den Jungen doch nicht mögen oder toll finden dass alle innerhalb kürzester Zeit auf normal machen und da war nicht mal die Therapie meiner Tochter beendet und der Junge hatte seine nicht mal begonnen.

Und es ging hier auch nicht um den Missbrauch meiner Tochter sondern um das Verhalten meiner Schwester mir gegenüber.
Damit ihr verstehen könnt wieso mich ihr Verhalten so verletzt habe ich von meiner Vergangenheit erzählt.
Es ging darum wie ich mich fühle eigentlich 7 Geschwister zu haben und doch nicht einen einzigen.

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Und ich glaube auch nicht, dass ich mir für meine Tochter alles gefallen lassen muss.
Mein Ex hat zu Zeiten als ich das Jugendamt einschaltete lauter heftiger Gerüchte in die Welt gesetzt, sein eigenes Kind versucht gegen mich aufzubringen und erzählt ihr immer wieder wie scheisse doch Ausländer sind. Und generell sind seine Ansichten sehr skurril.
Und trotz allem rede ich ohne Hass, Vorurteile oder sonst irgendwas über ihren Vater oder die anderen.

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Hallo,
das was dir in deiner Kindheit passiert ist tut mir wirklich sehr leid, es ist schrecklich! Leider kann man sich seine Eltern / seine Ursprungsfamilie nicht aussuchen (sonst hätte ich mir selber auch eine andere ausgesucht) und auch seine Kindheit kann man nicht ändern.
Du hörst dich sehr danach an, dass du mit allem noch nicht abgeschlossen hast und ich würde dir zu einer Therapie raten, um alles aufzuarbeiten und endlich abschließen zu können, oder zumindest besser damit leben zu können.

Das mit deiner Tochter tut mir leid, was mir nur beim lesen einfiel, war es wirklich „Missbrauch“ oder eher eine Art kindliche Doktorspiele, was jetzt nicht heißen soll, dass ich das gutheiße! Aber deine Tochter scheint es nicht als Missbrauch empfunden zu haben, sagt sie ja selber, von daher sollte man es vielleicht nicht immer wieder thematisieren, da sie ja schon eine erfolgreiche Therapie hinter sich hat und die Sache nicht so schlimm in Erinnerung hat wie du.
Bei uns im Bekanntenkreis gab es einen ähnlich Fall, allerdings waren es zwei Jungs und beide im Alter zwischen 9-11Jahren. Die Jungs haben sich wohl gegenseitig angefasst (mehr aber nicht) und einer hat dies einige Tage später dann seinen Eltern erzählt. Beide Elternpaare haben mit den beiden Jungs zusammen darüber gesprochen. Die Jungs haben direkt am nächsten Tag wieder zusammen gespielt und alles scheinbar vergessen, und sind auch heute 6 Jahre später noch sehr gut befreundet, wer damit aber Probleme hatte und hat (?) waren die Eltern. Diese reden zwar weiterhin miteinander und treffen sich zufällig auf Feiern, aber die große Freundschaft ist dahin, Treffen zu viert gibt es nicht mehr. Dabei war die Sache für die Jungs eher (verbotene) Neugierde oder was auch immer. Auch haben beide mittlerweile feste Freundinnen.
Ich weiß nicht genau, was ich dir damit sagen will, aber schon in die Richtung, alle haben die Sache aufgearbeitet, der Junge hat eine Therapie gemacht, deine Tochter ebenso, seine Mutter und dein Ex haben ihm verziehen, genauso wie ihm deine Tochter verziehen hat, selbst das Jugendamt/Gericht unternimmt weiterhin nicht, warum kannst du ihm nicht etwas neutraler entgegentreten? Die Sache war einmalig, er weiß, dass es falsch war, er war erst dreizehn und wusste vielleicht selber nicht genau, dass sie sich nicht anfassen dürfen, dass Video hat ihn irritiert....was auch immer, es kommt für mich jedenfalls nicht so rüber, als wäre er ein Monster, welches kleine Mädchen missbraucht, sondern das er weiß, dass es ein Fehler war. Auch wenn ich dafür hier gesteinigt werde, aber so sehe ich es (zumindest nach deinen Schilderungen).
Ich denke dein eigener wirklich schlimmer und mehrfacher Missbrauch trägt einiges dazu bei, wie du ihm gegenüber stehst.
Deiner Tochter geht es gut, sie ist gerne bei ihrem Vater und der neuen Familie, gönn es ihr und versuche deine negative Einstellung dazu zu ändern, dass wird für deine Tochter besser sein.

Dass deine Schwester dir nicht erzählt hat, dass dein Ex und seine Freundin zusammenziehen kann ich ehrlich gesagt verstehen, nachdem ihr jahrelang nicht den besten Kontakt hattet und sie ja weiß, wie du zu allem stehst. Außerdem liegt es an deinem Ex dir dies mitzuteilen oder auch nicht, denn es geht dich ja auch nichts an, solange er die Vorlagen vom Gericht einhält.

„Alle machen einen auf glückliche Familie, nur ich bin außen vor“....aber das liegt ja auch ein wenig an dir.
Eigentlich gehörst du ja auch nicht mehr wirklich zur neuen Familie von deinem Ex. Es gibt eben nicht immer die tollen Patchwork Familien, wo alle zusammen glücklich sind und es große treffen gibt.

Ich würde dir zu einer Therapie raten und dass du dir deine eigene glückliche Familie aufbaust, deine Kernfamilie hast du ja und auch Freunde können mehr Familie sein, wie die wirklichen Blutsverwandten.
Willst du unbedingt zur Familie von deinem Ex gehören, dann versuche dem Sohn zu vergeben und auch deiner Schwester zu verzeihen und lade alle zu einem Treffen ein, integrier dich.

Sorry für den langen Text!

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Danke auch Dir für deine Antwort.
Nein es waren keine kindlichen Doktorspiele. Es hat sie bewusst darüber aufgeklärt wie Frauen schwanger werden können und ihr das in Pornos gezeigt. Er hat sie untenrum geleckt und als sie es zu ließ wollte er es ein anderes mal wieder machen. Daraufhin erzählte sie es.

Doch ich habe mit meiner Vergangenheit abgeschlossen und trotzdem darf ich doch vom Verhalten meiner Schwester enttäuscht und verletzt sein.

Und was den Jungen angeht möchte ich ihm gegenüber nicht neutraler sein. Er hat mit vollem Bewusstsein meine Tochter missbraucht und mehrmals behauptet meine Tochter würde lügen.
Der ist generell in seiner ganz eigenen Welt und selbst mein Ex sagte damals vor dem Missbrauch mehrmals das was nicht mit dem stimmt. Auch meine Schwester ließ öfter verlauten dass sie ihre Kinder niemals mit dem alleine lassen würde.
Aber naja solche Ansichten ändert man ja schnell wenn sie einem so besser in den Kram passen.

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Und ich betone nochmal dass es mir um die Reaktion meiner Schwester nach dem Ansprechen ging.
Sie fragte mich eine Woche vorher ich ob meine Tochter außerhalb des Zweiwochenrhythmus zu ihrem Vater bringen könnte da meine Schwester dort mit ihren Kids den Geburtstag eines ihrer Kinder feiern wollte. Ich stimmte zu und fragte ob sie wüsste ob der Junge auch da ist. Sie sagte nein. Und ich glaubte ihr. Das dort aber alle schon mehrere Wochen wohnen und der Junge sehr wohl auch auf dem Geburtstag eingeladen ist sagte mir niemand.

Wie ich bereits sagte will ich einfach nur nicht angelogen werden und ich dachte ich wäre ihr mehr wert als blockiert zu werden. Ich wollte mir Luft machen. Mehr nicht.

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Wieso bist du so aggressiv und pampig zu denen die dir mir ihren antworten versuchen zu helfen???? "ich fühle mich allein" wundert dich das???

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Ich reagiere nicht pampig doch ich möchte mich rechtfertigen wenn jemand behauptet ich würde meiner Tochter im Wege stehen.

Und ich darf doch schließlich sagen, dass es ganz gewiss nicht so ist dass ich mit meiner Vergangenheit nicht abgeschlossen habe. Die habe ich sehr wohl hinter mir gelassen und umso enttäuschter war ich lediglich so einen geringen Stellenwert im Leben meiner Schwester zu haben.
Dann kommen Kommentare von wegen Dir hätte ich auch nichts erzählt... ich habe echt viel für meine Schwester und ihren Kindern getan in den letzten 1 1/2 Jahren sie sollte mir nichts erzählen, habe ich nie verlangt, ich selbst hätte es anders gemacht worum es mir aber ging war ihre Reaktion nach meiner Ansprache.
Das ich das ins rechte Licht rücken möchte ist doch verständlich und hat nichts mit anpampen zu tun.

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Niemand hat iwo geschrieben du stehst deiner Tochter im Weg!!!
Und wer seine ganze Lebensgeschichte ins Inet stellt und sich so traurig und allein fühlt obwohl Mann und Kind da sind der wirkt nicht so als würde iwann mit der Vergangenheit abgeschlossen!!! Was hast du den hier eigentlich erwartet das alle dir sagen wie schlecht deine Familie und dein Ex usw ist und wie leid du uns tust????

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Hallo.

Ich kann deine Gefühle in ihren verschiedenen Eben verstehen, glaube ich.

Ich muss dich loben, du schreibst wirklich sehr klar, ohne böse Verbitterung, obwohl darunter so manch Anderer leiden würden. Du bist trotz allem sehr selbstbeherrscht. Und das Schlimme ist, dass das keiner zu würdigen scheint. Im Gegenteil, du wirst noch als die Engstirnige hingestellt und hintergangen.

Deine Vergangenheit ist schlimm. Besonders in Anbetracht der erneuten Probleme, die mit deiner Tochter passiert sind, bleibt sowas präsent. Selbst wenn du therapiert wärst, könntest du immer wieder damit konfrontiert sein und alte Gefühle werden vermutlich immer mal wieder leicht aufflackern, bis an dein Lebensende.

Hauptsächlich geht es dir ja gerade darum, dass du traurig bist, keine heile Herkunftsfamilie zu haben. Das habe ich leider auch nicht und verstehe, dass du das schade findest. Wenn du nun immer wieder konfrontiert wirst, dass eben ein Teil dieser Familie trotz der ganzen Probleme eine heile Welt lebt (ob diese heile Welt echt ist oder nicht, ist ja fast egal), dann bricht diese Wunde einfach immer wieder auf. Wirklich distanzieren kannst du dich wg deiner Tochter nicht, also wird dich das Thema noch lange begleiten.

Du musst für dich einen Weg finden, das so weit wie möglich hinter dir zu lassen. Du tust bereits dein bestes ggü deiner Tochter und ich finde, das machst du richtig gut.

Hast du denn auch keine intakte Schwiegerfamilie? Nichtsdestotrotz wünsche dir inneren Frieden und Glück mit deiner jetzigen Familie.

Alles Liebe für dich!

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Danke für deine Worte.
Das war mir von Anfang wichtig, das kein böses Blut fließt trotz allem was meiner Tochter passiert ist. Mir steht ihr wohl im Vordergrund und ich weiß dass sie ihren Vater liebt und auch die anderen und deswegen möchte ich ihr das auch nicht schlecht reden.
Immer wenn sie bei ihrem Vater war erzählt sie mir von ihrem Wochenende. Darüber dass alle da waren und eine Menge Spaß hatten. Ich freue mich für sie und lasse sie auch immer fleißig erzählen.
Nur ich würde lügen wenn ich sage, dass es mich nicht verletzt.
Und das eben auch obwohl ich mit meiner Vergangenheit abgeschlossen habe.

Ich muss wie du sagst versuchen diese Gefühle abzustellen.
Sicher wird die Zeit auch hier Wunden heilen. Es ist eben einfach noch so frisch und ich komme mir mies dabei vor wenn ich meine Schwester und ihre Kinder in der Stadt sehe und diese reflexartig den Platz verlassen.

Ich war mir einfach sicher, dass ich mittlerweile einen Wert für sie habe zumal die letzte Zeit sehr intensiv war aber das dies nicht so war tat einfach weh.

Aber du hast recht. Ich muss das ganze mit Abstand sehen. Ich sollte nicht dem hinterherweinen was nicht ist und auch nie sein wird.
Mein Mann und meine Kinder sind großartig, ich bin dankbar dass sie da sind und mein Leben trotz allem zu etwas Besonderen machen.

Ich wollte auch niemanden hier gegenüber undankbar rüberkommen, möchte aber auch nicht als verbitterte in Selbsmitleid suhlende Frau dargestellt werden die nur den Zeigefinger hebt.

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Du hörst sich sehr sympathisch an und ich wünsche Dir alles Gute!
Was ich trotzdem glaube,Du brauchst dringend therapeutische Hilfe um alles aufzuarbeiten.
Deinem Ex würde ich auch nicht verzeihen

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Dankeschön

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Ich habe im Übrigen etwa ein Jahr nachdem ich meine Heimat verließ eine Therapie gemacht. Die Zeit bis dahin brauchte ich erstmal um den plötzlichen Tod meiner Mutter zu verarbeiten.
Dies war auch eigentlich der Grund wieso ich zur Therapie ging. Meine Vergangenheit war dort natürlich auch Thema.
Eine schwere Zeit für mich. Aber auch eine Gute. Durch die Therapie lernte ich, dass ich nicht Schuld trage an dem was passiert ist und ich habe für mich gelernt mit der Geschichte umzugehen. Wie gesagt mir ist es mittlerweile egal was mit meinen Brüdern ist, denn ich bin Ihnen schließlich auch egal. Ich habe immer versucht nach vorne zu gucken und das positive zu sehen. Ich erlebe viel schönes mit meinen Kindern und meinem Mann. Ich leide nicht mehr unter meiner Vergangenheit und das schon viele Jahre. Ich bin meinen Weg gegangen und habe für mich persönlich viel erreicht.
Ich habe meine Schwester in mein leben gelassen weil ich dachte wir könnten neu anfangen und ich stellte mir vor wie schön es wäre eine Schwester zu haben. Dafür habe ich vieles geschluckt und akzeptiert. Wäre nur sie gewesen fiele es mir leichter. Aber die Kinder fehlen mir so sehr und gerade an so schönen Sonnentagen vermisse ich sie umso mehr wenn ich mir vorstelle, dass wir diese eigentlich zusammen verbringen würden.
Aber ihr habt Recht, ich kann nicht ändern dass meine Schwester es so sieht, mir bleibt nichts anderes übrig als weiter nach vorne zu schauen, ohne sie und ich muss erwachsen darüber hinwegsehen dass sie trotz allem ein Teil der Familie meiner Tochter ist auch wenn es anders rum nicht mehr so sein wird.
Was den Jungen angeht weiß ich nicht wie es weiter geht was meine Gefühle ihn gegenüber angeht. Ich weiß nur, dass dieses ständige Handeln hinter meinem Rücken es erschwert ihn zu akzeptieren. Und doch tue ich es ja, einmal weil ich weiß, dass ich rein rechtlich wenig Chancen hätte aber vor allem und das war und ist mir immer das Wichtigste ging es mir immer um meine Tochter. Ich habe lediglich Ehrlichkeit erwartet von ihrem Vater und das Verständnis dafür dass ich noch Zeit brauche ihn zu akzeptieren.
Vielleicht habt ihr auch recht wenn ihr sagt, dass meine Tochter in der Sache stärker ist und schneller ihren Weg damit gefunden hat und ich als Mutter ihr gut damit täte gleiches zu tun. Aber das ist schwer... und wenn alle so mit mir umgehen noch schwerer. Alles soll und muss ich akzeptieren. Weder Ihr Vater noch meine Schwester interessieren sich dafür wie es mir mit all dem geht.
Aber es ist wie es ist und es wird sicher auch das ein oder andere Mal noch weh tun aber es lässt sich nicht ändern und ich muss mir neue Ziele stecken.
Bald ziehen wir in unser Haus in einer wirklich schönen Umgebung und die ein oder anderen Bekanntschaften sind sicher auch dabei.

Danken euch für die lieben und auch aufklärenden und ehrlichen Worte.

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Liebe S,

ich möchte dir einen anderen Gedankenanstoß geben.

Ich wurde als Kind von einer mir nahe stehenden (6 Jahre älteren) Person missbraucht. Es war jemand, dem ich stark vertraute und ich hatte nichts dagegen. Ich fand es sehr spannend, so direkt über alles aufgeklärt zu werden (das Thema Sex war immerhin Tabu.) Für mich damals keine große Sache, es ist auch nur wenige Male passiert und ich bin nie dazu gezwungen worden.

Erst viele Jahre später ist mir klar geworden, was das eigentlich bedeutet. Mittlerweile bin ich selber Mutter und kann mit dem Erlebten nicht umgehen. Zeitweise ist es wirklich schwer.

Natürlich muss es für deine Tochter nicht so enden. Ich finde es großartig, wie du sie dabei unterstützt. Was ich dir aber sagen will ist, vertraue deinem Instinkt und stehe dazu! Alle Ratschläge hier a la "armer 13-jähriger, er ist doch noch ein Kind" helfen weder dir noch deiner Tochter. Du hast jedes Recht, diesem Jungen zu misstrauen. Auch wenn er noch zu jung oder zu dumm ist, um zu verstehen, was er damit anrichtet, ändert sich nichts an der Tatsache, dass er das tut. Schütze dein Kind - auch wenn deine oberflächliche Schwester komplett aus deinem Leben verschwindet.

Alles Liebe!

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Wow, Du hast echt viel mitgemacht. Ich denke das müsstest Du mit professioneller Hilfe aufarbeiten.