Was soll man da noch tun? Chancenlos?

Hallo.

Zum Glück geht es nur um eine theoretische Frage und ich bin nicht betroffen. Ich bin schon seit Jahren hier unterwegs. Eine zeitlang häuften sich die Themen um eine bestimmte Sache, aktuell lese ich es nur vereinzelt, aber jedesmal war ich wirklich betroffen und sah selbst keinerlei Lösung. Ich hoffe, ich komme nie selbst in die Lage.

Also es geht um das Thema, dass der Partner plötzlich mit einer Frau befreundet ist, die ihm immer wichtiger zu werden scheint. Woher ist ja egal. Eben, dass der Mann (Geschlechterrolle könnte natürlich auch vertauscht sein) plötzlich immer mehr Kontakt zB zu einer Arbeitskollegin hat. Ob das nun nur virtuell oder auch mit persönlichen Treffen stattfindet spielt keine Rolle.

Nun tun dies die Herren ja sogar oft entgegen dem (verständlichen) Wunsch der eigenen Partnerin. Und die Begründung, da sei schließlich nichts, die Andere sei einem aber so wichtig, das lasse man sich nicht verbieten, könnte demütigender ja nicht sein.

Mich beschäftigt nur ehrlich die Frage, gibt es überhaupt etwas, was Frau da tun könnte, wenn sie sich wünscht, die Ehe/Partnerschaft zu erhalten? Ich erinnere mich wirklich dunkel an einen Beitrag vor Monaten, wo es um eine scheinbar gut laufende, langjährige Ehe ging. Sowas muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, was die Männer da ihren Frauen antun, selbst, wenn sie sich zu dem Zeitpunkt noch nichts zu Schulden haben kommen lassen. Aber aus meiner Sicht bleibt da doch dann wirklich nichts mehr, als dem Mann ganz klar zu sagen, dass weiterer Kontakt zur Trennung führt und das dann sofort durchzuziehen. Das wäre aus meiner Sicht der einzige, wenn auch gefährliche Weg, dem Mann die Augen zu öffnen und die geringe Chance, dass er aufhört, ohne, dass es zur Affaire kommt.

So etwas laufen zu lassen und abzuwarten gipfelt doch fast zwangsläufig darin, dass man entweder betrogen oder verlassen wird. Wenn der Mann dann hinterher merkt, was er verzapft hat und zum Weib zurückkehrt, ist der Betrug ja passiert. Bringt aus meiner Sicht also mal gar nichts.

Ich stelle mir gerade einfach vor, wie aus einem oberflächlichen Kontakt auch in einer fundierten Partnerschaft so etwas schlimmes erwachsen kann, was auch in einem vermeintlich frühen Stadium nicht aufzuhalten wäre. Ich würde das als so frustrierend, verletzend und demütigend empfinden.

Kann jemand meine verrückten Gedanken nachvollziehen?

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Ich verstehe bis heute das Problem nicht... Kumpels des gleichen Geschlechts sind immer gern gesehen und vollkommen akzeptiert, aber wehe es ist mal das andere Geschlecht, dann wird ein Fass aufgemacht, obwohl sich der Partner bei beiden identisch verhält.

Mein Mann hat eine beste Freundin und ich würde im Traum nie daran denken ihm das zu verbieten. Warum denn auch? Ob er nun mit nem Mann irgendwo versumpft oder mit ner Frau. Ich hatte auch eine zeitlang einen sehr guten Freund, aber das hat sich dann leider aufgrund sich ändernder Interessen im Sande verlaufen. Ich war allgemein nie wirklich mit Frauen befreundet.

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Ich sehe, dass du es nicht verstehst. Es geht hier nicht darum, dem Partner/ der Partnerin einen Freund/eine Freundin zu verbieten oder zu erlauben oder wie auch immer. Daher ist es auch unerheblich und nicht Thema, ob das bei dir, deinem Mann und seiner besten Freundin wunderbar funktioniert. Wobei mir bei „bester Freundin des Mannes“ oder wahlweise auch „Seelenverwandtschaft“ immer irgendwie die Augenbraue zuckt. Sei‘s drum.

Es geht der TE um den Moment, wo man erkennt, dass dem Partner/ der Partnerin ein Mensch des anderen Geschlechts immer wichtiger wird, bis nach der immer enger werdenden emotionalen Bindung irgendwann folgerichtig auch die körperliche Vereinigung folgt. Und was man dagegen tun kann. Ob man am besten gleich die Reissleine zieht und versucht, damit noch zu retten was zu retten ist oder eben den Dingen ihren Lauf lässt.

Sinnerfassend zu lesen kann so schön sein.

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Warum dürfen Männer und Frauen nicht befreundet sein? Sobald jemand in einer Beziehung ist, darf man nur noch gleichgeschlechtliche Freundschaften pflegen? Ist doch Blödsinn. Ich bin glücklich verheiratet, mein bester Freund auch.

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Es geht doch nicht um die Freundschaft an sich, sondern darum, dass die/der Freund(in) über den Partner gestellt wird! Da steckt meines Erachtens schon immer mehr dahinter, sonst würde man den Wunsch des Partners respektieren um ihn nicht zu verletzen! Ich gebe der TE 100% Recht!#ole

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Ich denke man kann das gar nicht pauschalisieren. Es gibt durchaus solche Freundschaften, wo es gut geht. Gefährlich wird es, wenn der Partner anfängt, Kontakte zu verheimlichen und etwas gegen den Willen der Partnerin macht z. B. treffen. Wenn mir jemand sympathisch ist, kann man sich doch zusammen treffen und der Partner merkt, dass da keine Gefahr ausgeht? Seltsam finde ich es, wenn auf einmal jemand neues ins Leben trifft, nie der Partnerin vorgestellt wird und auf einmal die Rede von Seelenverwandtschaft ist etc. Das kann man sagen, wenn man sich bereits Jahrzehnte kennt aber doch nicht nach ein paar Wochen. Da würde ich als Partnerin mir schlecht vorkommen, da ja die Seelenverwandte eigentlich Ich sein sollte und nicht jemand dahergelaufenes. Sich sympathisch sein und jemandem mögen ist OK.

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"Aber aus meiner Sicht bleibt da doch dann wirklich nichts mehr, als dem Mann ganz klar zu sagen, dass weiterer Kontakt zur Trennung führt und das dann sofort durchzuziehen. Das wäre aus meiner Sicht der einzige, wenn auch gefährliche Weg, dem Mann die Augen zu öffnen und die geringe Chance, dass er aufhört, ohne, dass es zur Affaire kommt."

Hätte mir mein Partner derart die Pistole auf die Brust gesetzt, wäre für mich die Beziehung ohnehin erledigt gewesen. Ein Ultimatum ist auch kein so hochtrabend und scheinbar überlegenes "Augen öffnen", sondern schlicht das Durchsetzen des eigenen Willens auf Biegen und Brechen.

"Und die Begründung, da sei schließlich nichts, die Andere sei einem aber so wichtig, das lasse man sich nicht verbieten, könnte demütigender ja nicht sein."

Als viel demütigender empfinde ich die Unterstellung, dass mit Loyalität beim eigenen Partner nicht gerechnet werden kann und er daher überwacht werden muss.
Vertrauen sieht jedenfalls anders aus.

Ich bin mit einem Kollegen seit nunmehr 18 Jahren befreundet, mit meinem Partner seit 21 Jahren zusammen. Zum Glück hat er so viel Selbstbewusstsein, dass er mich mit einem solchen Affentheater verschont hat.

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Ich selbst bin seit über 18 Jahren mit einem Mann sehr gut befreundet.
Er war immer mit ein und derselben Frau zusammen und hat diese auch geheiratet und 2 Kinder mit ihr bekommen.
Ich gehe und ging in seiner Familie ein und aus. Es gab niemals Komplikationen und wir hatten und haben keine sexuelle Verbundenheit. Mittlerweile ist er geschieden und Single.
Er ist auf meiner Hochzeit mein Trauzeuge gewesen und für mich die 1. Adresse, wenn ich einen Rat brauche. Ich bin einfach Glücklich, auf so eine lange und beständige Freundschaft zu vertrauen. Dies ist mir sehr wichtig.
Mein Ehemann hat und hatte niemals das Gefühl, mit ihm einen Konkurrenzkampf führen zu müssen. Für uns passt alles, wie es ist. Man muss nicht immer nur vom schlimmsten ausgehen :-)

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Ich kann mich da nur meinen Vorschreiberinnen anschließen.

Ich selbst komme grundsätzlich besser mit Männern als mit Frauen aus und im Leben lernt man immer wieder neue Menschen kennen und schätzen. Man schließt eben neue Freundschaften und warum zum Geier darf dies nur gleichgeschlechtlich sein und was machen Menschen, die sexuell an beiden Geschlechtern Interesse haben? Dürfen jene dann gar keine Freunde mehr haben?

Warum muss man davon ausgehen, dass man betrogen wird oder verlassen wenn man diese Freundschaft duldet (schreckliches Wort als wäre man der Gebieter über den Partner)?

Ich denke eher, dass Verbote und Erpressung den Partner in diese Richtung treiben.

Tatsächlich bin ich sehr froh dass mein Partner und ich genug Selbstbewusstsein haben um zu verstehen, dass Freundschaften auch zwischen den verschiedenen Geschlechtern funktionieren und gut sind. Meine Kumpels sind eine Bereicherung und keine Konkurrenz für ihn.

Ich bin mit ihm zusammen und habe ihn als Vater meiner Kinder gewählt dennoch brauche ich auch Freundschaften, die sich in einer völlig anderen Dimension abspielen als unsere Partnerschaft. Meine Kumpels sind mir ähnlich und haben die gleichen Interessen wie ich, mein Partner teilt diese teilweise nicht und so ist er froh, dass ich dafür andere habe und er die Dinge mit mir unternimmt die ihm auch Spaß machen.

Würde er mir in dem Punkt Misstrauen hätte er sich nunmal niemals auf mich einlassen dürfen, denn in dem Moment indem mein Partner anfängt mir Vorschriften machen zu wollen hat er verloren.

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Ich komme auch besser mit Männern als mit Frauen aus, dennoch würde ich niemanden über meinen Mann stellen!

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Du würdest also eine Freundschaft aufgeben deinem Mann zuliebe?

Bei uns ist der Punkt, dass niemand über einem anderen steht. Ich muss nicht wählen und ja mein Partner hat meine Freundschaften zu akzeptieren sonst kann er gehen. Wahre Freunde sind etwas fürs Leben Partner.... Nunja sagen wir sind ersetzbar. Mein Partner muss mich nehmen wie ich bin und das gehört nunmal zu mir.

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Ja Mensch, ich schrieb doch theoretisch.

Damit meine ich natürlich, dass die Gesamtsituation einem blinden mit Krückstock klar ist, dass sich da mehr anbahnt. Es sollte keine Grundsatzdiskussion sein, ob platonische Freundschaften zum anderen Geschlecht möglich sind, was ich niemals ausschließen würde.

Es geht darum, dass plötzlich eine neue Frau in das Leben eines Mannes eintritt und vollkommen unnötig immer mehr Raum einnimmt, wo eben klar ist, dass die Situation brisant ist. Siehe aktuell der Beitrag kurz hier drunter.

Darum geht es mir, wenn es höchstwahrscheinlich auf einen Seitensprung hinausläuft, nicht, generell andersgeschlechtlichen Umgang zu verbieten.

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Und dass es auf einen Seitensprung hinaus läuft erkennt man woran?
Meine Glaskugel funktioniert bei so etwas nicht.

Mal anders herum... Was bringt einem ein Ultimatum in dem Moment? Es gibt nichts unerotischeres als ein Mensch, der sich bedroht fühlt und mit so einem Aufstand in Form solch einer Forderung gibt man dies auch noch offen zu.
Zudem würde ich mir überlegen, sollte dieses Ultimatum ziehen, wann kommt die nächste Frau, die eine potentielle Bedrohung für die Beziehung darstellt?

Verstehst du was ich meine? Ist ein Mann tendenziell zugängig für so etwas wird es nicht die letzte Situation gewesen sein und somit sollte man sich generell überlegen ob monogamie dann das richtige ist oder ob der Partner der falsche ist.

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Also, ich habe besagten Beitrag gestern gelesen.
Aber ehrlich gesagt, "könnte" es sich hier auch um eine reine platonisch Freundschaft handeln. Gegenteiliges lese ich dort nicht.

Aber klar, wenn alles eindeutig ist und man sich nach vorangegangenen Gesprächen sicher ist, dass mehr laufen wird oder Tatsachen bereits geschaffen wurden, kann man wohl wirklich "nur" für sich einen Schlussstrich ziehen..:-(

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Ich hatte auch so einen Mann, nach außen hui und heimlich... Ihr wollt es nicht wissen. Ich hätte mir gewünscht, dass er offen und ehrlich damit umgeht. Und vor allem mit mir redet und mir sagt, was in ihm vorgeht.

Ich war oft emotional komplett am Boden und ich fühlte mich jedes, wirklich jedes Mal komplett hängen gelassen und hat es mir vorgeworfen.
Dann hatte ich eine Affäre, dieser Mann hat mich komplett angezogen, wie an einer Schnur. Ich konnte mich dem nicht erwehren. Wie damit umgehen? Ich war offen und ehrlich zu meinem Mann und war am Boden zerstört. Ich bat ihn um Beistand und dass wir das überstehen. Er fühlte sich beleidigt von mir und ist aggressiv geworden. Hat mich also komplett allein gelassen. Die Affäre war dann beendet und wir fanden wieder zusammen. Es lief ganz gut eine kurze Zeit.
Anfang des Jahres habe ich herausgefunden, dass mein Mann seit immer schon außereheliche sexuelle Kontakte unterhält, seit Jahr und Tag...
Inzwischen sind wir getrennt und ich ertrage nicht einmal mehr seine Nähe. Schrecklich ist das.
Wie gesagt, ich hätte mir Offenheit und Zusammenhalt gewünscht. Damit kann man solchen Krisen begegnen, davon bin ich überzeugt.

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Bevor ich meinem Partner irgendetwas verbieten oder vorschreiben würde oder ihn darum bäte, einen Kontakt zu einer Frau zu reduzieren, würde ich lieber in Kauf nehmen, dass er sich verguckt oder gar auch “fremdgeht“.
Ich scheue den Vergleich mit anderen Frauen nicht und glaube, dass es gar nicht mal schlecht für die eigene langjährige Beziehung ist, wenn jemand von außen mal wieder beide Partner dazu nötigt, ihren Standpunkt und ihre Beziehung zueinander zu bestimmen und sich zu fragen: Lieben wir uns noch? Führen wir noch die Beziehung, die wir führen wollen?
Krisen, und dazu gehört sicherlich auch, wenn man sich frendverguckt, sind immer auch eine Chance für die eigene Beziehung.
Damit das klappt, braucht man natürlich einen Partner, der nicht Verliebtheit mit Liebe verwechselt und man selbst sollte sich dieses Unterschieds auch bewusst sein.
Auch wenn es schmerzhaft sein kann, ich gönne meinen Partner das Gefühl, verliebt zu sein. Und er darf das auch auskosten so sehr er das will. Er gehört mir doch nicht.
Ich vertraue lieber darauf, dass uns so viel verbindet und trägt, dass er nicht alles wegen ein paar Schmetterlingen hinschmeißt.
Was wäre es denn für eine Liebe, in der man einander gegenseitig ein- und beschränkt? Das kann nur auf freiwilliger Basis geschehen, dass man sich selbst beschränkt. Alles andere finde ich zutiefst bevormundend.