Unstimmigkeiten

    • (1) 27.04.19 - 14:38

      Hallo Liebe Community, :-)
      Mein Mann und ich haben einen großen Kinderwunsch. In den letzten Tagen kommt es jedoch immer wieder zu Streitigkeiten obwohl ich einfach nur nach vorn schauen möchte. Wir haben einige Verluste zu verkraften, in den letzten Monaten sind Oma, Vater und unser kleinen Sohn (direkt nach der Geburt) verstorben.
      Unstimmigkeiten gibt es nun, da mein Mann findet dass ich unmoralisch handle und er nicht weiß ob er so jetzt eine Familie gründen möchte, da er denkt ich könne auch in Zukunft unmoralisch handeln.. zum Streitpunkt: Meine Eltern haben damals aus Liebe geheiratet, mit der Zeit gab es immer mehr Schwierigkeiten da mein Vater unteranderem Koleriker war. Meine Mutter hatte es somit nicht einfach. Sie hat immerwieder überlegt sich scheiden zu lassen, hat es aber nie durchgezogen da Sie wollte dass meine Geschwister und ich gut aufwachsen und mit beiden Beinen im Leben stehen. Vor ein paar Jahren hatte mein Papa eine Erkrankung, meine Mutter ist weiterhin bei ihm geblieben weil Sie ihn so auch nicht alleine lassen wollte - trotz der Umstände, dass Sie sich naja.. nicht mehr wirklich liebten. Es ging ihm dann auch wieder besser. Im letzten Jahr hat Sie sich einen Vollzeitjob gesucht um alleine klar zu kommen, haben immer wieder über Scheidung gesprochen. Mein Vater wollte es nicht (man muss ja den Schein waren). Meine Mutter schon, aber hat nie wirklich den Absprung geschafft, hat sich aber was die Männerwelt angeht etwas umgeguckt (keine Zweitbeziehung oder so, nur bisschen geschrieben etc.) Dann ist mein Vater verstorben (plötzlich, hing zusammen mit seiner vorherigen Erkrankung). Meine Mutter hat dennoch sehr getrauert, hatte Angst alleine zu sterben, immerhin waren sie lange verheiratet obwohl die Liebe "weg" war. Nach ca. 1-2 Monaten hat meine Mutter jemanden kennen gelernt, zufällig, hat sich verliebt.
      Ich unterstütze meine Mutter was die neue Beziehung angeht, weil ich weiß was sie alles durchgemacht hat und das es größtenteils für uns war. Ich gönne ihr das Glück.
      Mein Mann findet es viel zu schnell, versteht nicht warum meine Mutter sich damals nicht direkt getrennt hat als die Ehe mehr oder weniger in die Brüche ging. Er findet es von mir unmoralisch, die neue Beziehung zu unterstützen, da es mein Vater war und erst so wenig Zeit vergangen ist. Außerdem regt es ihn auf, dass die Großeltern nicht Bescheid wissen sollen.
      Ich hoffe auf Rat eurerseits, ich wünsche mir einfach nur ein bisschen Glück nach dem Ganzen und eine intakte Familie.

      • Was hat denn die Ehe deiner Eltern mit euch zu tun?
        Es steht nirgends geschrieben wie lange man da zu "warten" hat. Wenn es passt dann passt es und deine Mutter sollte ihr Leben genießen. Meine eigene Mutter ist seit Ende Februar zweifach verwitwet 😪, mit gerade mal 63 Jahren.

        Dein Text fängt mit Problemen in eurer Beziehung an und endet mit der neuen Beziehung Deiner Mutter...

        Ich glaube, Du musst Dein Leben sortieren, er muss sein Leben sortieren und dann habt ihr vielleicht eine Chance euer gemeinsames Leben auf die Kette zu bringen.

        Deiner Mutter ist nur Alibi-Grund für euer Theater.

          • Warum hast Du dann die ganzen Schicksalsschläge erwähnt?

            Ich denke, über das streiten über Deine Mutter reagiert ihr etwas ab. Leider ist das insgesamt einer Beziehung nicht sonderlich zuträglich, weil die Ursache nicht entdeckt und behandelt wird.

            Ich sehe das auch als Alibi an. Was geht ihn bitteschön das Liebelsleben deiner Mutter an? Rein gar nichts. Klingt für mich so als schiebt er das nur vor weil er evtl. doch kein Kind mehr mit dir möchte.. Vielleicht hat der Verlust eures Sohnes ihn dermassen geprägt dass er nicht mehr will?

            • (7) 27.04.19 - 16:46

              Das war auch mein erster Gedanke. Männer können oft schwer so tiefe Trauer und wahre Emotionen zeigen, es kann sehr gut sein, dass er unterbewusst wahnsinnige Angst vor noch so einem schlimmen Verlust hat und deshalb die neue Beziehung der Schwiegermutter (die ihn und auch die TE ja mal im Grunde auch NICHTS angeht) zum Vorwand nimmt, kein Kind mehr mit so einer "unmoralischen" Frau zu wollen.

              Auch wundert mich, dass die TE selbst den Tod des eigenen Kindes nur beiläufig erwähnt, stattdessen lang und breit der Tod des ungeliebten Cholerikervaters aufgearbeitet wird. Liebe TE, kann es sein, dass Dein Mann und Du BEIDE den Tod Eures Sohnes verdrängt? Ich würde Euch dringend eine Selbsthilfegruppe für verwaiste Eltern oder eine Paartherapie ans Herz legen, bin davon überzeugt, dass Ihr eine ganz andere Baustelle habt, an die Ihr beide nicht rühren wollt (verständlich!), das mit Deiner Mutter ist nur eine Ablenkung, ein Symptom, die Ursache liegt evtl. tiefer. Habt Ihr gemeinsam um Euer Kind getrauert? Verarbeitet Ihr das gemeinsam? Oder versucht jeder irgendwie für sich selbst, damit klarzukommen? Letzteres entzweit!

              • Wir reden sehr viel über den Verlust unseres Sohnes. Natürlich ist das nicht einfach. In dem Falle war es jedoch so, dass unser kleiner Schatz schwere Fehlbildungen hatte und sich erst zum Ende hin zeigte, wie stark diese wirklich ausgeprägt waren. Es war ein sehr seltenes Syndrom welches nicht automatisch mit Lebensunfähigkeit einher geht.. wäre es anders ausgegangen, wäre es ein Leben voller Qualen gewesen :-(...daher kommen wir einigermaßen zurecht.
                Ja mein Vater war kein einfacher Mensch, aber ich habe ihn dennoch sehr geliebt.
                Ich glaube dass mit das größte Problem ist, dass ich teilweise meine Mutter evtl. zu sehr unterstützt habe/ teilweise in manch einer Situation meinem Mann vorgezogen habe...bzw. dass er den Eindruck hatte nicht an erster Stelle zu stehen. Ich glaube, dass es meinerseits mit Verlustängsten zu tun hat... :-( Aber es war auch einfach etwas viel, innerhalb von 2 Wochen erfuhren wir, dass etwas nicht stimmt (Baby), dann ist urplötzlich mein Vater verstorben der uns die ganze Zeit versucht hat aufzumuntern, dann die Diagnose Lebensunfähigkeit und die Geburt...

      Ich kann ehrlich gesagt überhaupt nicht nachvollziehen, wir ihr beide darüber in Streit geraten könnt.

      Deine Mutter hatte es scheinbar jahrzehntelang nicht leicht und kaum an sich gedacht. Er kommt auf die Idee mit Steinen zu werfen, wenn sie es endlich tut?!

      Ich denke auch, dass dies nicht die Ursache für euren Streit ist, sondern dein Mann eher einen Aufhänger sucht.

      Mein Beileid zu deinem Verlust!!!

      Kann es sein, dass dein Mann den Verlust des Kindes auf deine Mutter überträgt?
      Ich weiß ja nicht, wie schnell du wieder schwanger werden willst. Vielleicht möchte er damit aussagen, dass es pietätlos ist, einen Menschen nach xy Monaten zu ersetzen. Will heißen: er möchte in nächster Zeit nicht an neuem Nachwuchs arbeiten.

      Ist irgendgwie um die Ecke gedacht, ich weiß.

      Ansonsten müsste man meinen, dein Mann ist ein Erbsenzähler, der deiner Mutter ihr Glück nicht gönnt und sich in Dinge einmischt, die ihn A) nichts angehen und B) deren Hintergründe er nicht kennt. Allenfalls aus deinen Erzählungen aus deren Ehe. Mir wäre so ein Typ zuwider.

      Also dann lieber zurück zu Absatz 1

      Mein Beleid!
      Ich glaube auch, dass es deinem Mann, vielleicht auch einfach unterbewusst, um etwas anderes geht. Ihr habt gerade so viel durch, da können es mehrere Sachen sein.

      Er findet es unmoralisch.. okay. Und was genau erwartet er nun von Dir? Was sollst Du tun? Mit Deiner Mutter schimpfen? Dich von ihr distanzieren?

      Und dann würde er das nächste Kind angehen wollen?

      Äh.. echt jetzt?

      Ich hab ehrlich gesagt auch das Gefühl, das er projeziert.
      Eigentlich geht es nicht um deine Mutter, sondern tief in sich fragt er sich, ob es so "kurz" (Ich weiß ja nicht, wie lange es jetzt her ist, aber es gibt Dinge, da können auch mehrere Jahre kurz sein) nach dem Tod eures Kindes in Ordnung ist, ein neues zu bekommen.
      Vielleicht hat er auch unbewusst das Gefühl, euer Kind zu ersetzen.

      Ich fürchte auch, das du in dem Fall nichts tun kannst, das sollte er bei einem Fachmann aufarbeiten und richtig verarbeiten.

      • Es ist erst 4 Monate her... das Okay der Ärzte haben wir, das Syndrom ist willkürlich aufgetreten, keine Sache der Vererbung... Es war wirklich eine schwere Zeit da ich zuerst nicht ernst genommen wurde bzgl. vorzeitigen Wehentätigkeiten und dem Gefühl der Hyperaktivität von unserem Schatz, wir sind noch recht jung und die Ärzte gingen nicht von etwas Ernstem aus (für die nächste Schwangerschaft weis ich es besser und werde hartnäckiger sein, wenn etwas vom Gefühl her nicht stimmt). Mein Mann hat jedoch schon mehrfach gesagt, dass er weiterhin einen starken Kinderwunsch hat..und er ist auch während der Geburt sehr gut mit der Situation umgegangen (Palliativbetreuung, wir hatten 35min mit unserem Engel). Vielleicht ist es dennoch einfach der Stress der letzten Monate, weshalb das Alles jetzt so ausartet. :-(

        • Das eine schließt das andere nicht aus.
          Es kann durchaus sein, das er sich gerade wegen des starken Kinderwunsches unbewusst schuldig fühlt.
          Das ist ja das verzwickte daran, Bewusstsein und Unterbewusstsein ziehen nicht unbedingt am selben Strang. Es kann durchaus sein, das es ihm bewusst gut geht und er meint, das alles in bester Ordnung sei, weil er seine wahren Gefühle verdrängt.
          Sowas zeigt sich dann eben oft in solchen Situationen, wo eines scheinbar gar nichts mit dem anderen zu tun hat, beides sich aber dennoch irgendwie ähnelt.
          Und eine Ähnlichkeit ist ja durchaus vorhanden, ein nahestehender Mensch ist gestorben, es wurde eine Weile getrauert, und jetzt wird weitergemacht, nach vorn gesehen. Nur eben das es in dem einen Fall offenbar völlig inakzeptabel sein soll (eben bei deiner Mutter) und in eurem zwar angeblich in Ordnung ist, dennoch aber nach einer Ausrede gesucht wird, eben dies nicht in die Tat umzusetzen.

          Ich kenne ihn nicht, kann natürlich auch sein, das er sich grundsätzlich immer in Dinge einmischt, die ihn nichts angehen, aber wenn das nicht der Fall ist, dann liegt auf jeden Fall der Verdacht nahe, das es hier eigentlich um ganz andere Dinge geht. Oder er gönnt deiner Mutter das Glück nicht, soll es ja auch geben. Aber ich denke, in beiden Fällen wäre seine Reaktion für dich nicht unerwartet gewesen, schließe ich daher doch eher aus.

    Was zum Teufel gehen die Beziehungen Deiner Eltern Deinen Mann und Dich was an? Was hat er da zu bewerten und zu kommentieren? Es geht ihn genauso wenig an, wem Deine Mutter was sagt und was nicht. Und wenn sie alle 4 Wochen einen anderen Freund hätte, geht ihn das immer noch nichts an!
    Wieso lasst ihr das alles mitten in eure Beziehung?
    Verstehe ich nicht und hätte ich mir nie und nimmer vorstellen können. Würde ER sich vorschreiben lassen, wen er lieben darf und wie er zu leben hat?
    Haltet euch zurück und kümmert euch um eure Beziehung. Ich glaube, damit habt ihr genug Redebedarf.
    Einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und seiner moralischen Entrüstung sehe ich nicht. Das sind zwei verschiedene Dinge.
    LG Moni

    Der Verlust deines Babys ist erst 4 Monate her. Dein Mann braucht vermutlich einfach mehr Zeit und Raum um damit klar zu kommen. Das solltest du respektieren. Jeder trauert anders. Ich würde euch auch eine Therapie nahelegen, da es mir auch sehr komisch vorkommt dass du hier so viel über deine Eltern schreibst, die mit alldem absolut gar nichts zu tun haben, du ihnen jedoch die Hauptschuld zuweist.

    Oh je! Wie alt ist dein Mann denn bitte, wie kann man als „junger“ Mensch eine so staubige Meinung haben! Es geht um das Glück deiner Mutter, sie nimmt deinem Vater auch nichts weg, er ist gestorben. Wenn ich eines gar nicht leiden kann, dann Menschen, die sich mehr sögen darum machen, was andere Leute denken könnten, als anderen ihr Glück zu gönnen! Ich würde deinem Mann mal gehörig die Meinung sagen.

    (19) 27.04.19 - 21:20

    Hallo,

    Meine Tante hat über Jahre ähnliches durch gemacht wie deine Mutter. Mein Onkel war Alkoholiker und lieb bis zu seinem Tod bei ihm, trotz dass sie irgendwann mal einen Mann kennen gelernt hatte der sie auch begehrte. Der Tod meines Onkel war absehbar, leberzirose und creuz Feld Jakob und je weiter die Krankheit fortschritt umso mehr versöhnten sie sich. Meine Tante hatte recht schnell nach den Tod meines jemand neues. Mein cousin hat meine Tante darum erst dann mit jemanden zusammen zu ziehen, wenn der neue Mann ihre Vergangenheit mit trägt. Dieser Mensch begegnete ihr Jahre später- die zwei wohnen inzwischen zusammen.

    Der Verlust eines Kindes ist tragisch und Männer trauern anders. Mein Mann und ich haben über Jahre versucht ein Kind zu bekommen. Als die Diagnose der unfruchtbarkeit kam, war es gut für meinen Mann dass wir solange schon geübt hatten. Als im letzten Jahr die Oma von meinem Mann starb veränderte sein Wesen- stellte vieles in frage.

    Nimm den Druck raus beim Thema Kind. Zudem solltet ihr ganz klar eine Grenze zwischen eurem und den leben der Eltern ziehen. Wir sind alles Kinder unserer Eltern, aber wir sind nicht genauso.
    Mein Mann und ich haben sehr unterschiedliche elternhäuser. Ich habe vor Jahren beschlossen den Kontakt zu meinen Eltern abzubrechen. Beim Thema Schwiegereltern holen wir uns jetzt professionelle Hilfe. Es ist nicht unsere Aufgabe das Verhalten der anderen gut zu heißen, aber akzeptieren sollte man es.

    Alles gute für euch

    Hallo!

    Es klingt so, als würde Dein Mann im Moment einen Vorwand suchen, um den Kinderwunsch nach eurem schweren Verlust noch ein wenig zu verschieben, vielleicht ist er im Moment einfach noch nicht bereit für ein neues Kind? Auch wenn er weiterhin einen großen Kinderwunsch hat, aber nicht jetzt, nicht so schnell, nicht bevor er den Verlust verarbeiten konnte?

    Auch bei Dir: vielleicht wäre es besser, wenn Du erst die letzten Verluste aufarbeitest, bevor ein neues Kind kommen soll. Lass Deiner Seele zeit, zu heilen. Gerne mit professioneller Hilfe.

Top Diskussionen anzeigen