Ehevertrag

    • (1) 02.05.19 - 22:39
      Ohne Plan

      Wer hat einen Ehevertrag gemacht und ward ihr Euch da von Anfang an einig, dass es keine Zugewinn Gemeinschaft geben soll sondern jeder für sich selbst verantwortlich ist?

      • (2) 02.05.19 - 23:32

        Ehevertrag kam bei uns nicht in Frage, da wir zum Zeitpunkt der Eheschließung schon zwei kleine Kinder hatten (0 und 2 Jahre) und ich nicht arbeiten ging, da wäre ich schön blöd gewesen, mich auf sowas einzulassen.

        • Falsch, du wärst sehr gut beraten gewesen, einen abzuschließen. In einem Ehevertrag wird unter anderem das finanzielle geregelt, ja, aber nicht zwangsläufig nur zum Nachteil der Ehefrau.
          Gerade bei einer Trennung mit kleinen Kindern sichert der Ehevertrag die Frau (als in der Regel betreuende Person) ab, indem er zB die Unterhaltspflichten ausweitet.
          Einer Frau wird ohne Ehevertrag durch den Mann kein Unterhalt für sie mehr gezahlt, wenn das jüngste Kind 3 Jahre alt ist. Ihr wird zB „zugemutet“, ab diesem Moment Vollzeit zu arbeiten um sich selber zu finanzieren. Das sieht auch das Arbeitsamt / Jobcenter so. Ein Ehevertrag könnte dieses aushebeln, indem der Mann zB auch Unterhalt für die Frau zahlt, bis die Kinder in der Schule sind.

          Also, man geht als Paar idealerweise zum Notar und lässt sich beraten. Was macht Sinn, was brauchen wir, wo stehen wir, was passiert im Falle einer Trennung etc. Das kostet was, klar, aber im Falle des Falles ist das eine gute Investition.Ein Ehevertrag gilt leider oftmals noch als Sicherung für den wohlhabenden Ehemann und als Nachteil für den ärmeren, Kindern betreuenden Teil (also die Ehefrau in aller Regel), aber das stimmt eben nicht.

          Durch einen Ehevertrag lässt sich vieles vorab in Liebe und zu einem Moment absprechen und regeln, wo die Beziehung im Konsens ist. Später ist man bei einer Trennung in wesentlich problematischeren Gewässern unterwegs und muss Dinge mühsam gegen Widerstand und emotionale Verletzungen abstimmen..

          Und wenn es nicht zur Trennung kommt, umso besser. Aber man schnallt sich ja auch an, sagt mein Vater immer, und der ist Notar und Familienrechtler..

      (4) 03.05.19 - 00:08

      Ich denke es kommt darauf an wer was mit in die partnerschaft bringt. Auf meiner seite der familie ist einiges an Geld und Immobilien, da war mir immer klar dass ich mal einen vertrag mache da auch unser haus groesstenteils von meiner seite finanziert wurde. Ist einfach fair so und mein manm war immer damit einverstanden. Nur weil man seine besitztümer teilt heisst nicht dass man auf Unterhalt etc verzichtet. Mein mann verdient sehr gut. Im falle einer trennung muss er trotzdem mir was zahlen da ich durch unsere kids wenig arbeiten kann. Einfach mal beraten lassen wie und was genau in eurer situation am besten ist.

    • (5) 03.05.19 - 05:10

      Wir haben einen Ehevertrag mit einer modifizierten Zugewinngemeinschaft, heißt alles wird geteilt außer Betriebsvermögen oder Anteile an Unternehmen. Ich bin selbständig, mein Mann könnte sich auch irgendwann mal selbständig machen - diese Unternehmen sollen auch im Fall einer Trennung geschützt bleiben.

      Außerdem haben wir gegenseitige Unterhaltsansprüche und den Versorgungsausgleich nach oben gedeckelt. Mein Mann und ich sind ähnlich gut ausgebildet, verdienen ähnlich viel und da soll sich im Fall einer Trennung jeder in erster Linie in der Eigenverantwortung bleiben.
      Darin bestand bei meinem Mann und mir tatsächlich immer Einigkeit.

      Lt. Notar funktioniert ein solcher Ehevertrag auch nur bei ähnlichen wirtschaftlichen Verhältnissen. Sollte ein Ehepartner durch Vertrag einseitig und nicht unerheblich belastet werden, kann ein solcher Ehevertrag im Nachhinein noch gut angefochten und für nichtig erklärt werden. Bei der klassischen Einverdiener-Ehe wäre eine solche Regelung schon schwieriger durchzusetzen.

      Viele Grüße

      (6) 03.05.19 - 06:59

      Guten Morgen,

      mein Mann hat 2 Immobilien mit in die Ehe gebracht. In einer lebt die Mutter, die wurde durch den Ehevertrag rausgenommen, damit seine Mutter dort weiter leben kann, falls es zur Trennung kommt. Die andere Wohnung haben wir nicht mit rausgenommen, weil klar war, dass ich die ersten Jahre Zuhause bleiben würde für die Kinder und abgesichert wäre für einige Zeit, falls wir uns Trennen würden. Oder so.... ursprünglich wollten wir gar keinen Ehevertrag, aber durch die Wohnsituation seiner Mutter mussten wir dann einen machen. Im Nachhinein wäre mir auch egal gewesen, wenn ich an keiner der Immobilien einen Zugewinn hätte.

    • Kein Ehevertrag.
      Ehe wurde geschlossen mit dem Vorsatz "für immer"

      Wir haben auch keinen Ehevertrag, keiner von uns hat aber auch besondere Vermögen wie Land oder Immobilien o.ä.
      Und keiner hat Betriebsvermögen.
      Das hätten wir ganz klar getrennt.

      Wir sind beide Hauptverdiener und erwirtschaften gerade gemeinsam unsere Vermögen, daher besteht derzeit die normale Zugewinnung.

      Lasst euch gut informieren, bei vorherigen Vermögen finde ich es immer fair wenn da vielleicht getrennt wird bzw bis zu einem gewissen Rahmen. Weiter muss natürlich geklärt werden wer Zuhause bleibt und vllt auf Gehalt verzichtet, sind Kinder in Planung und jemand arbeitet dann lange Zeit Teilzeit usw..

      Alles Gute.

      • (9) 03.05.19 - 09:10

        Mein Mann wird erben, Immobilien die mehrere Millionen wert sind.
        Ich bin selbständig und daher werde ich auch immer arbeiten, auch wenn Mal ein Kind kommen sollte.
        Teilzeit oder längere Auszeit ist nicht vorgesehen und kommt in meiner Vorstellung auch nicht vor.
        Ich habe schon ein Kind und auch da ohne Pause nach der Geburt weiter gearbeitet wie vorher auch.
        Wenn er allerdings in Elternzeit gehen würde wäre da seine Entscheidung.
        Er verdient besser als ich, hat private Altersvorsorge, Betriebsrente, Lebensversicherung....ich habe auch eine Rentenversicherung aber bin längst nicht so gut abgesichert wie er.
        Allerdings will ich auch von seiner Rente nix...er hat ja dafür gearbeitet und die Beiträge eingezahlt von seinem Einkommen.
        Die Idee ist eher von mir ausgegangen, mir ist das sehr wichtig, dass wir gegenseitigen Versorgungsanspruch ausschließen.

    Ich hätte nie mit einem Ehevertrag heiraten. Was man in der Ehe gemeinsam erwirtschaftet soll beiden gehören. Sonst hätte ich keine Ehe gebraucht.

    Mitgebrachtes Vermögen oder während der Ehe geerbtes Vermögen fällt sowieso nicht in die Zugewinn Gemeinschaft.

    • (11) 06.05.19 - 11:23

      ...der Zugewinn der ererbten Immobilien würde aber reinfallen. Falls es mal zur Trennung kommt, wird es seeehr mühsam. Und ich will nicht verheiratete sein in der Befürchtung, mein Mann scheut nur die Scheidungskosten & -mühen.

      Bsp.: Die Immobilien sind zum Zeitpunktes des Erbes 1 Mio € wert. Bei der Scheidung sind die 2 Mio € wert - also 1 Mio € Zugewinn. Der Erbe müsste dem dahinscheidenden Partner 500.000€ auszahlen. Von der Mühe, den korrekten Wert zu ermitteln, ganz zu schweigen...

      Ich persönlich würde nur heiraten, wenn Gütertrennung vereinbart wird.

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