Nach ehrlicher Ansage schweigen im Wald

    • (1) 03.05.19 - 18:49
      Inaktiv

      Hallo Urbia-Welt.

      Hm. Das Wochenende startet bewölkt, nicht nur wettertechnisch. Ich habe meinem Partner heute mittag offenbart, dass ich mit dem Plan, gemeinsam ein Haus zu kaufen und zusammenzuziehen, lieber warten will. Die Partnerschaft läuft wirklich gut, aber ich komme nicht mit dem Verhalten seiner Tochter (4) klar. Wir haben es immer wieder thematisiert, er glaubt, dass ihre Ausbrüche vielleicht irgendwann besser werden. Aber unterm Strich ist es so, dass der Kontakt mit ihr für mich und meine Kids einfach nur noch Stress bedeutet. Ich habe keine Lust mehr, mit ihr was zu unternehmen, weil sie jede noch so coole Situation, jeden Ausflug, jeden Spielemittag mit nicht enden wollendem Gebrüll komplett crasht. Wir können nirgendwo mit ihr hin, ohne dass es Brüllen wie am Spieß mit hektischem Aufbrechen gibt. Sie weint nach dem Aufwachen, vor dem Schlafen, beim Schlafen, während dem Essen, beim Einkaufen, im Auto - ich pack' das einfach nicht. Ich habe selbst 2 Kinder (7, 5) und kenne von beiden so eine Aufregung nicht. Meine Kids haben auch keine Lust mehr, mit der Kleinen meines Partners was zu unternehmen. Sie geben sich viel Mühe, aber jedes noch so schöne gemeinsame Erlebnis endet im Brüllkonzert von ihr, begleitet von Schlagen, Stampfen, sich auf den Boden werfen, Spucken.
      Mir ist das im Moment einfach too much und ich kriege echt Beklemmungsgefühle, wenn ich mir vorstelle, dass dann jedes Umgangswochende und die Tage unter der Woche, wo sie beim Vater ist, diesen Zirkus veranstaltet. Ich kenne sie jetzt seit einem Jahr und es ist von Anfang an so. Ich habe jedenfalls heute die Hauskauf-Pläne gecancelt, so Leid es mir tut. Vielleicht in 2, 3 Jahren, wenn man sieht, ob diese Phasen (?) vielleicht besser sind. Mein Partner weiß nicht, ob es besser wird. Er ist der Ansicht, dass "Integration in ein Familienleben" vielleicht helfen könnte. Aber wenn nicht - was dann?

      Mein Partner ist jetzt sehr verletzt und der Meinung, ich würde nicht mit ihm zusammenwohnen wollen und ihn nicht mehr lieben. Er wohnt quasi bei uns, wenn er seine Tochter nicht hat. Ansonsten ist er eben bei sich und besucht uns mit ihr oder wir fahren zu den beiden und unternehmen etwas gemeinsam. Aber jedes Mal enden die Besuche eben mit diesem Gebrüll. Weil wir eigentlich gerne zusammenziehen möchten und dafür mehr Wohnraum bräuchten, kam die Idee, dass wir gemeinsam ein Haus kaufen könnten, da ich auch Haustiere haben.
      Aber es ist eine riesen Verantwortung, sich gemeinsam nach 1 Jahr Beziehung eine Hausfinanzierung ans Bein zu binden, wenn es gleichzeitig einen Part im Leben gibt, der gefühlt pausenlos für sehr viel Anspannung sorgt #gruebel Und mir ist es zu "heiß", mich auf solch eine Entscheidung einzulassen. Mein Partner ist ein sehr, sehr geduldiger Vater, der sich mit konsequentem Handeln schwer tut; das kann ich so stehen lassen, wenn er sich in seinem Bereich mit seiner Tochter bewegt. Aber in meinem Bereich möchte ich eben solche grundlosen Ausraster nicht. Bei einem gemeinsamen Haus wird es dann schwierig, meine Grenzen wahren zu können. Das ist mein Empfinden; und ich möchte nicht nach 1 Jahr völlig entnervt und kaputt ausziehen und irgendwo wieder von vorne anfangen müssen.

      Ich musste mir das einfach gerade von der Seele schreiben.

      Danke fürs Lesen.

      • (2) 03.05.19 - 18:58

        Danke!

        Danke, dass Du zuerst an Deine Kinder denkst und nicht vor lauter Verliebtheitshormonen in Juhuu-Stimmung zusammen ziehst, während du weißt, dass es alle belastet.

        Wenn er wirklich meint, dass die Kurze mehr "Integration" braucht, kann sie ja mit zu Dir und kriegt eben ein kleines Bett ins Kinderzimmer oder Schlafzimmer, aber ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass es nur daran liegt. Eher hat sie die ganze Trennung noch gar nicht verkraftet.

        (3) 03.05.19 - 19:01

        Hallo,
        wie lange seid ihr denn zusammen und wie lange ist er schon getrennt von der Kindsmutter?
        Liebe Grüße

      (5) 03.05.19 - 19:27

      Du hast recht damit noch kein gemeinsames Eigentum mit deinem Patner anzuschaffen, schon gar nicht in dieser Größenordnung. Selbst ohne den kleinen " Terrorzwerg " ist das nach einem Jahr Zusammensein ein viel zu großer Schritt.
      Vielleicht redet ihr nochmal , bei diesem Gespräch würde ich aber nicht den Fokus auf das Kind legen , eher darauf das ihr für so eine Entscheidung noch nicht lange zusammen seit . ....

      Ich finde es toll was Du schreibst und sehr verständlich.
      Du willst auf Dich aufpassen und es ja für alle harmonisch haben. Ich denke, Dein Partner versteht das schon, aber klar ist da jetzt auch Enttäuschung.
      Ich wünsche Euch gute Gespräche und dass es in einer gewissen Zeit noch zum Zusammenziehen kommt.

    • Hallo, ich habe auch mehrere Kinder und keines war je so. Weder Jungen noch Mädchen.
      Das klingt übel und ich hätte auch keinerlei Nerven für so ein Kind.
      Mir tun jetzt schon Deine Kids leid, denn so was macht denen auch kein Spaß und geht ja komplett gegen jeden Strich.

      Gut, dass Du ehrlich warst.
      Gesund im Prinzip.

      Hat die Kleine irgendwas, oder ist sie schlichtweg nicht erzogen?

      Unerträglich ist ja kein Begriff mehr dafür und wie gesagt ich habe auch Kinder und würde so was denen nie und nimmer täglich zumuten.
      Liebe hin oder her.

      • (8) 03.05.19 - 21:01

        Hallo, danke für Deine Antwort und dass Du meinen Post gelesen hast.

        Diese Schreiattacken sind angeblich normal für ein Kleinkind. Ich selbst würde das mal bei einem Kinderneurologen abklären lassen, das habe ich ihm auch schon mal gesagt. Ich hatte solch einen Stress mit meinen nie.

        Wir haben vorhin nochmal kurz geredet; er kann meine Argumente nicht nachvollziehen. Er sagt, er würde anders denken: Das Kind ist ja nur alle zwei Wochenenden für 3 Tage da, dann noch unter der Woche mehrere Stunden - das lässt sich doch schaffen und sei zeitlich überschaubar. Das könne man doch hinkriegen.
        Ja, wenn es das eigene Kind ist, hat man vielleicht diese Kraft, so eine Unruhe auszuhalten und Verständnis dafür aufzubringen?!

        Er hat dann noch gestichelt und gemeint, dass ich ja beruflich ruhig auch mal so taff sein könnte; von der Firma würde ich mir alles gefallen lassen. Ich habe darauf hin geantwortet, dass das durchaus stimme - aber wenn es beruflich schon anstrengend ist, will ich wenigstens daheim/privat nicht auch noch Terror?! Terror, den ich nicht mal selbst verursacht habe (was sein Kind angeht).
        Und er meinte dann noch, dass eine Beziehung das aushalten müsse, dass man das gemeinsam durchstehe, und nicht einfach wegläuft, und ob ich auch Plan B hätte, wenn meine Kids mal nicht mehr so lässig zu händeln seien wie jetzt.

        Naja. Er ist sehr verletzt, was ich verstehe. Aber ich fühle mich erleichtert.

        • (9) 03.05.19 - 22:58

          Ach du Arme. Aber mach dir keinen Kopf, meiner hatte damals fast 1:1 gleich reagiert "also du läufts jetzt einfach davon? Eine Beziehung muss das aushalten können" Ja, eine Beziehung ist Arbeit, aber von beiden Seiten. Wenn ich mir diesen Heul-Terror antuen soll, dann muss er im Gegenzug auch bereit sein mit dem Kind an dessen Verhalten zu arbeiten! Solange ich hier keine Bemühungen sehe dass wirklich etwas getan wird (Kinderpsychologe, weil: nein, "Normal" ist das nicht mehr) solange muss ich der Situation fern bleiben. Das scheint bei dir ja fast gleich zu sein.

          Und von wegen "nur alle 14 Tage" das ist immerhin JEDES 2. WOCHENENDE! Das ist nicht wenig. Weil seien wir ehrlich, wenn man einen gut ausgelastet Job hat, vielleicht 50h pro Woche arbeitet, hat man ja auch nur 2 Tage pro Woche frei. Und die nächsten 2 Tage sind wieder belastet durch Geschreie und Geheule, also wenn mans genau nimmt bleiben einem da somit auch nur 4 freie Tage im Monat.

          Mach dir nicht zu vier traurige Gedanken, ich denke seine Reaktion ist einfach gerade der 1. Schock und ein bisschen Verletztheit. Es wäre ja aber auch gut wenn er vielleicht endlich merkt, dass das Verhalten seiner Tochter eben nicht völlig normal ist und ihn jetzt deswegen den Hauskauf gekostet hat. Vielleicht regt ihn das auch ein bisschen zum Denken an. Hat er keine männlichen Freunde mit denen er sich ab und wann trifft, mit seinem Kind? Die Freude meines Partners wollten sich auch nicht mehr mit ihm treffen wenn die Kleine dabei war.. dieses Lichtlein ist ihm aber erst aufgegangen, als ich ihn darauf hingewiesen habe...

          (10) 04.05.19 - 12:48

          Ich finde dich sehr vernünftig. Nur leider denkt dein Partner nur kurzsichtig.

          Möglicherweise bessert es sich mit seinem Kind. U. U. wird es auch nur anders, aber nicht weniger anstrengend. Man müsste die Ursache suchen und angehen. Wer weiß, was bei dr Mutter los ist oder ob sie von ihr negativ beeinflusst wird oder ob es einfach mangelnde Erziehung ist. Letzteres kann dein Partner aber nicht allein 2 WE im Monat ausbügeln. Was sagt denn die Mutter dazu? Benimmt sie sich dort auch so?

          Du bist erstmal deinen Kindern verpflichtet und das es ihnen gut geht. Irgendwann kommt da auch die Pubertät. Das wird stressig genug.

          Er redet sich das schön. Stell dir vor, das Kind soll ganz zu euch ziehen. Angenommen die Mutter kommt auch nicht mit ihr klar und sie soll ganz zu euch ziehen. Dann kann dein Partner schlecht sagen: " tut mir leid, mehr als 2 WE kann hier keiner ertragen." Und dann hängst du an einer gemeinsamen Immobilie.

          (11) 04.05.19 - 15:42

          "und ob ich auch Plan B hätte, wenn meine Kids mal nicht mehr so lässig zu händeln seien wie jetzt."

          Auch in diesem Fall bewährt es sich ja, getrennte Wohnsitze zu haben. ;-)

          Deine Entscheidung ist richtig und ich würde es genauso machen. Stell dir vor, die Kindsmutter muss auf Kur oder fällt aus anderen Gründen aus? Dann würde die Kleine zu euch ziehen. Mir tut es ja auch sehr leid für das Mädchen, aber ich würde meine Kinder, die ja auch klein sind, nicht da hineinziehen wollen. Auch später, mit 3 Pubertierenden sind getrennte Wohnsitze nicht schlecht. :-)
          Bei dem Mädchen würde ich etwas in Richtung Autismus vermuten, anders ist so ein Brüllkonzert nicht zu erklären. Redet dein Freund denn mit der Kindsmutter? Ich würde mir da bei meinem Kind ganz große Sorgen machen, denn "normal" ist das nicht.

          Grüße

          • (12) 04.05.19 - 16:41

            Hallo Milasue, lieben Dank für Deinen Post.

            Ja, mir geht es mit der Entscheidung, die ich gestern ausgesprochen habe, deutlich besser. Lieber ehrlich und gleich was sagen, als ein riesen Fass aufmachen und hinterher das große Heulen haben, mit Haus an der Backe, in dem sich keiner recht wohl fühlt.

            Als Paar verstehen wir uns super, daher auch der Wunsch des richtigen Zusammenlebens, aber ja - mit dem Stress mit der Kleinen kann ich leider nicht umgehen und auch meine Kinder fallen komplett hinten runter, wenn die Situationen eskalieren, weil sich keiner mehr in der Situation wohl fühlt. Es hat sich bei uns auch eine gewisse Resignation im Umgang mit der Kleinen eingeschlichen, da wir uns alle Mühe geben, ein schönes Miteinander zu haben. Und für dieses schöne Miteinander ist ja auch alles da: Zeit, Garten, Haustiere, Humor, Liebe, Mobilität, gute Laune. Die Kleine war schon vor unserer Beziehung so und sie ist auch bei ihrer Mutter so. Am Anfang hatte ich den Gedanken, dass sich alles einspielt, wenn sie eben bei uns das Familienleben miterleben kann mit Ritualen, festen Zeiten, gemeinsamen Unternehmungen. Sie macht das auch gerne und fragt ihren Papa, ob sie uns besuchen können. Und es geht dann immer eine gewisse Zeit lang gut - und plötzlich, wie aus dem Nichts, kippt die Situation, obwohl vorher alles harmonisch und ruhig war. Ich sehe, wie sich ihr Blick verändert und dann geht es los - und sie kann sich nicht mehr beruhigen. Auslöser? Keine Ahnung. Sie macht das ja auch bei ihrem Papa, wenn wir nicht da sind.

            Ich habe ihm ganz klar gesagt, dass ich mit dem Verhalten nicht umgehen kann und wäre es mein Kind, hätte ich längst alle Hebel in Bewegung gesetzt, um herauszufinden, warum sie denn so schlagartig ausflippt, allein, um das auch als Mutter nervlich zu überleben. Die Eltern der Kleinen pflegen jedoch ein anderes Erziehungskonzept: Kinder machen die Regeln und sollen sich frei entfalten. Die Schreiphase sei wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung. Er hat deshalb auch immer 1000 Ausreden, warum die Kleine heute wieder nicht gut drauf ist, warum sie heute wieder quengelig ist usw.
            Das ist ok in seinem Raum. Aber in meinem Raum möchte ich das nicht mehr. Deshalb habe ich gestern die Entscheidung GEGEN ein gemeinsames Haus ausgesprochen. Finaler Auslöser war der 1. Mai; da wollten wir eigentlich gemeinsam was mit allen Kindern unternehmen, letztendlich hat es aber doch nicht geklappt. Ich war mit meinen Kids auf Tour, er fuhr mit seiner Tochter in meinen Garten. Hm - und ich bemerkte leider, dass ich 100 Umwege fuhr, um möglichst nicht nach Hause - mein Zuhause - zu müssen. Ich wollte einfach der Kleinen nicht begegnen und ich wollte nicht, dass sie ev. wieder mit ihren Ausrastern unseren schönen Ausflugstag runtermacht. Ich hatte buchstäblich Angst, nach Hause zu fahren...Aber letztendlich kamen wir ja dann doch daheim an und ich war richtig erleichtert, als ich sah, dass das Auto meines Partners nicht mehr da ist (wobei ich ihn gerne gesehen hätte...) Später am Telefon erzählte er mir, dass sie gar nicht lang im Garten gewesen seien; seine Tochter wäre wieder quengelig gewesen (also Heulmodus), da sei er wieder heimgefahren (zu sich). Also: Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht. Mich macht es eben immer traurig, weil eigentlich alles da ist, um glücklich zu sein: Das Wetter war toll, wir haben ein Trampolin im Garten, haben für sie einen Sandkasten angeschafft und sie ist einfach immer unzufrieden und fordernd. So möchte ich definitiv nicht auf Dauer leben.

            Aber heute haben sich die Wellen wieder beruhigt. Er sieht meine Entscheidung ein, ist zwar geknickt und enttäuscht, aber er dankte mir auch, dass ich ehrlich zu ihm bin und ihm nichts vormache. Und ich habe ihm mit meiner Entscheidung gezeigt, dass er mal selbst sein eigenes Verhaltensmuster überdenken sollte: Er neigt zum "Prinzip Hoffnung - es wird bestimmt gut werden." In der Vergangenheit hat er schon öfter größere Entscheidungen nach diesem Prinzip getroffen und flog jedes Mal damit auf die Nase. auch mit der Mutter seines Kindes hatte er die Erfahrung gemacht: Obwohl die Ehe am Ende war, wollte sie noch ein Kind und er hat eingewilligt, in der Hoffnung, dass alles gut werden würde. 12 Monate nach der Geburt waren die beiden getrennt.

            Ich durchkreuze eben sein Muster, in dem ich sage: "Obwohl ich Dich wirklich liebe, bin ich nicht bereit, unter den gegebenen Bedingungen mit Deiner Tochter mein Leben und das meiner Kinder so auseinanderzureißen zu lassen. Ich danke für Dein Verständnis. Wenn sich die Lage entschärft hat, können wir nochmal über eine gemeinsame Homebase reden. Die Probleme musst Du aber jetzt erst mal lösen, denn ich habe sie nicht verursacht."

            Und dadurch, dass ich dem Hauskauf nicht mehr zustimme, hat er jetzt sehr, sehr viel Zeit, sich um seine Angelegenheiten zu kümmern. das geplante Haus sollte nämlich renovierungsbedürftig sein, weil er handwerklich gerne viel machen möchte - was er auch definitiv kann. Aber so ein Hausprojekt lässt ja dann auch wenig Zeit/Muse für andere "Baustellen" im Leben - eine schöne Ablenkung also. Jetzt hat er ja die Zeit, sich mit seiner Ex auseinanderzusetzen in Bezug auf das Kind.

            Danke fürs Lesen.

            • (13) 05.05.19 - 20:09

              Allein schon dem Kind zuliebe sollte er sich Hilfe suchen.Für die Kleine sind die Stimmungsschwankungen und Ausraster ja auch nicht schön. Sie braucht Hilfe um mit sich und der Welt besser klar zu kommen, sonst wird sie dauerhaft Probleme im Sozialkontakt mit anderen haben. Vielleicht eine Tonfeld-Therapie?

              • (14) 05.05.19 - 20:34

                Hallo und danke für Dein Feedback.

                Wir konnten inzwischen einiges klären; wir werden unsere Hauspläne auf unbestimmte Zeit verschieben und er wird sich mit seiner Ex an einen Tisch setzen, um die Thematik mit seiner Tochter anzugehen. Dabei halte ich mich vorerst raus; die beiden sind jetzt als Eltern gefragt. Wir werden auch vorerst darauf verzichten, im großen Klüngel etwas miteinander zu unternehmen; er wird die Zeit jetzt mit seiner Tochter verbringen, wenn er da ist. Und ich kümmere mich um eine lang geplante Weiterbildung. Und in seinen kinderfreien Tagen verbringen eben wir Zeit miteinander.

                Dieser Plan fühlt sich gut und richtig an und ich denke, dass meine Absage wichtig war, um genau diese Entwicklung anzuschubsen.

                Liebe Grüße!

        (15) 04.05.19 - 22:24

        Ich finde die Reaktion deines Freundes gar nicht so falsch. Eine Beziehung muss wirklich einiges aushalten können. Auch deine derzeit so pflegeleichten Jungs können sich jederzeit in jede unmögliche Richtung entwickeln. Du wirst nicht wollen, dass er geht, oder?

        ABER, er darf nicht von dir verlangen, das Problem zu akzeptieren und dich damit zu arrangieren - so nach dem Motto, es ist wie es ist, gehe damit um, wenn du mich liebst. Er soll bereit sein, nach einer Lösung zu suchen, die auch für dich in Ordnung ist, auch wenn du nicht die Mutter seiner Tochter bist. Geduld und "sich entfalten lassen"-Konzepte funktionieren sehr offensichtlich nicht. Das Kind brauch dringend professionelle Hilfe.

        • (16) 05.05.19 - 20:30

          Hallo, danke für Dein Feedback.
          Ich denke, wir haben inzwischen eine gute Lösung gefunden: wir schieben die Hauskauf-Pläne auf unbestimmte Zeit (also keine Prio) und behalten unser derzeitiges Beziehungsleben bei: Wir sehen uns an seinen kinderfreien Tagen und an seinen Tochter-Tagen verbringt er die Zeit mit ihr vorerst mal ohne uns. Und er wird sich mit seiner Ex an einen Tisch setzen, um die besagte Thematik anzugehen; ich halte mich dabei raus. Ich werde mich um meine lang angestrebte Weiterbildung kümmern und wir werden sehen, was sich wie entwickelt. Jeder von uns braucht jetzt Zeit, um gewisse Themen in seinem Leben zu klären.

          Liebe Grüße!

      (17) 06.05.19 - 10:40

      Ich habe auch zwei Jungs und die haben sich auch nieso aufgeführt, oder ist das nur so ein Mädelsding, weil zickig und verwöhnt?
      Ist die Kleine es gewohnt als Einzelkind immer im Mittelpunkt zu stehen und man lässt ihr jeden Willen??
      Na, darauf hätte ich auch keine Lust!

      Lass dich nicht zu etwas drängen, was dir Bauchweh verursacht und du jetzt schon weißt das du dich dabei nicht wohlfühlst.
      Ich habe 12 Jahre mit meinem Partner in getrennten Wohnungen gelebt (meine Jungs waren noch klein, als wir uns kennenlernten) und wir sind erst im letzten Herbst zusammen gezogen... ging in den 12 Jahren auch alles wunderbar!

      LG

(18) 03.05.19 - 20:08

Du hast ihm ja heute erst vermittelt, dass die gemeinsame Planung zunächst ruhen soll.
Das muss er erst mal sacken lassen. Auch wenn er sich jetzt enttäuscht und verletzt zeigt, wird er sicher Verständnis für deine Entscheidung zeigen. Immerhin lehnst du ja nicht das Zusammenleben mit ihm grundsätzlich ab, sondern findest eine so weitgehende Verpflichtung wie die eines Hauskaufs zum jetzigen Zeitpunkt falsch.

Auch ohne die Besonderheiten hätte ich schon Bauchschmerzen allein wegen der kurzen Dauer der Beziehung. Dazu dann die massiven Probleme mit seiner Tochter, die nicht nur dich, sondern eben auch deine Kinder beeinträchtigen. Dein schlechtes Bauchgefühl wird dich nicht täuschen und wenn man sich nicht sicher fühlt, kann man solche Risiken nicht eingehen.

Es mag ja tatsächlich sein, dass das Verhalten seiner Tochter sich auf absehbare Zeit ändert. Der derzeitige Zustand liest sich schon erschreckend. Das ist aber die Baustelle der Eltern und nicht deine und sollte deshalb auch nicht zu deiner gemacht werden.

Er wird sicher nach der ersten Enttäuschung Verständnis finden und wenn nicht, dann wäre es erst recht eine gute Entscheidung, den Hauskauf auf Eis zu legen.

Alles Gute und berichte bitte mal, wie es weiter geht bei euch, ich finde es immer schade, wenn man nichts mehr hört.

(19) 03.05.19 - 20:23

Erstmal: Gratulation zu deiner mutigen Entscheidung! Es wäre natürlich einfacher, sich dem Verliebtsein hinzugeben und darauf zu hoffen, dass sich der Rest dann schon einpendelt. Da braucht es eine absolut klare Sicht (und Mut, finde ich) nicht einfach auf das Herz und den Bauch sondern in deinem Fall auf den Kopf zu hören.

Die rosa Brille legst du irgendwann ab, die Herzchen in der Luft weichen irgendwann dem Alltag. Und was bleibt dann? Im schlimmsten Fall bist du todunglücklich in einem Haus, hast Schulden am Hals und fängst an dein Leben zu hassen. Und vermutlich würdest du es früher oder später auch dem Kind deines Partners zeigen/zu spüren geben (ob bewusst oder unbewusst) und DAS wäre ja dann wirklich quasi 'zu unterst angekommen'. Ich selbst habe genau das hinter mir (ok kein Haus gekauft aber zusammengezogen). Zu dem völlig unerzogenen, unselbstständigen und STÄNDIG weinendem Kind und einer boshaften EX kamen später noch Krankheit und Arbeitslosigkeit hinzu. Ich war mit den Nerven am Ende. Und auch wenn mich jetzt einige steinigen werden: Genau mir ist es passiert, dass ich die negativen Gefühle an die Kleine gebunden habe. An den Umgangswochenenden kam ich am Freitag immer später nach Hause, ich hatte schon morgens Bauchschmerzen beim Gedanken dass sie wieder bis 1-2 Uhr morgens heult weil sie nicht bei uns schlafen will etc etc. Ich hatte mir so oft gewünscht, wieder eine eigene Wohnung zu haben. Schlussendlich haben wir das Problem Kind und Ex gelöst bekommen aber es war ein harter steiniger Weg. Allerdings, und das ist der Unterschied zu euch, wir waren nur zur Miete. Ich hätte sofort gehen können. Beim Hauskauf wäre das dann doch etwas schwieriger gewesen. Daher nochmal: Hut ab vor deiner Entscheidung, es war die richtige. Gib ihm etwas Zeit, geht mal schön essen und dann redet nochmal darüber. Er würde auch seinem Kind keinen Gefallen tun und dir auch nicht. Und er liebt doch euch beide. Viel Glück#klee

  • (20) 03.05.19 - 21:10

    Hallo du. Danke fürs Lesen.
    Ich habe mich in Deiner Beschreibung wiedergefunden: Am Mittwoch war ja Feiertag und ich habe mit meinen Kids was unternommen. Eigentlich wollte er mit seiner Tochter hinterherkommen, was aus irgendwelchen Gründen dann doch nicht geklappt hat. Er ist dann mit ihr in meinen Garten gefahren, wo Sandkasten und Trampolin stehen.

    Und glaubst Du...ich wollte partout nicht heim. Ich habe 1000 Umwege gefahren und hoffte, dass sie einfach nicht mehr da sind, wenn ich in meine Wohnung komme. So war es dann auch - sie waren nicht mehr da, als wir ankamen. Als wir später telefonierten, meinte er, sie seien nur kurz im Garten gewesen, weil die Kleine quengelig gewesen wäre. Super...mein Gefühl hat mich nicht getäuscht: Ich hatte einfach keinen Bock drauf, mir den schönen Ausflugstag mit den tollen Impressionen wieder crashen zu lassen von der Prinzessin auf der Erbse, die wieder maulend und heulend an Papas Rockzipfel gehangen hätte.

    Genau das habe ich ihm vorhin auch erzählt, dass genau dieses Erlebnis/empfinden vom 1. Mai der finale Auslöser für meine Entscheidung war: Die Angst, in mein eigenes zuhause zu kommen, in dem es seit Jahren sehr, sehr harmonisch zugeht. Wir haben sogar Hund UND Katze und die beiden sind beste Kumpels. Nicht mal da gibt es Stress. Mit meinen Kids schon drei mal nicht.

    Ich habe ihm vorhin auch gesagt, dass seine Tochter für mich leider keine Bereicherung ist wie für ihn und dass ich mich nicht zwingen kann, diese ganze Situation mit dem Prinzip "Hoffen, dass es besser wird" zuzuschütten.

(21) 03.05.19 - 21:01

Gratulation zu der mutigen Entscheidung. Dein Partner muss einsehen, dass er das zuerst mit seinem Kind auf die Reihe bringen muss, egal wie. Ab und an ist in dem Alter ein Brüllanfall normal, aber dauernd hält das ja niemand aus - auch Deine Kinder nicht. Verständnis für ein Kind ist selbstverständlich, aber ohne Konsequenz geht's auch nicht. Wahrscheinlich ist auch eine Zusammenarbeit mit seiner Ex nötig.
Für "nur eine Phase" ist die Zeit ja wirklich schon zu lang, das Kind muss doch auch darunter leiden. Will sie evtl. garnicht zu ihm und man sollte mal pausieren? Nur so eine Idee.
Zum Haus kaufen usw. habt ihr ja wirklich noch Zeit.
LG Moni

  • (22) 03.05.19 - 23:14

    "Will sie evtl. garnicht zu ihm und man sollte mal pausieren?" --> finde ich einen sehr guten Ansatz...

    @TE: Was spricht denn dagegen dass ihr so weitermacht wie bisher? Er wohnt quasi bei dir aber behält seine Wohnung wenn die Kleine bei ihm ist?

    • (23) 03.05.19 - 23:39

      Für die TE spricht wohl nichts dagegen.

      Meine Tochter hatte als Kind in dem Alter auch ihre legendären Brüllanfälle und man wusste meistens nicht warum #cool Aber niemals so lange und auch nicht so auffallend oft.

      Deswegen dachte ich mir wirklich, das Kind sollte man mal eine Weile aus der Situation rausnehmen und einfach pausieren mit den Besuchen. Wundert mich, dass darauf noch niemand kam.

(25) 03.05.19 - 23:42

Hallo Moni.
Danke für Deinen Beitrag. Ja, ich denke, dass die Familie gefragt ist, die vielen Themen mit dem Kind zu lösen. Ich kann das jedenfalls nicht. und habe meine Themen mit meinem Ex und unseren Kindern auch so gelöst, dass alle harmonisch miteinander leben können. Und ich habe auch schon angesprochen, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass so viel Heul-Stress körperlich/seelisch gut für so ein kleines Kind sein soll, zumal ich persönlich nicht nachvollziehen kann, warum sie eigentlich immer weint und warum sie sich nicht beruhigt, wenn man sie tröstet.
Es macht mich nachdenklich, dass mein Partner jetzt so enttäuscht ist; ein Hauskauf nach dem Prinzip "Hoffnung, dass alles besser wird" ist definitiv unvernünftig und unverantwortlich.

Top Diskussionen anzeigen