Streiten vor Kleinkind

    • (1) 04.05.19 - 10:44
      Shshiu

      Liebe Urbiana,

      unser Kind (1,5) reagiert extrem gestresst wenn mein Partner und ich uns streiten. Beim letzten Mal hat unser Kind sich in der Situation selbst mehrfach gebissen. Das macht uns natürlich sehr große Sorgen. Jetzt hoffe ich hier auf neue Inpulse, einfach Meinungen oder eigene Erfahrungen.

      Ich selbst weine bei Streit, bleibe ruhig aber werde im Frust ehr überheblich, nehme die Problene meinens Partners nicht so ernst. Mein Partner ist sehr aufbrausend, laut, schimpft und knallt Türen. Wir arbeiten an uns aber alte Muster sind schwer abzulegen. Unsere Streitgespräche dauern ewig, meist 1-2 Stunden. Meist geht es um eine Kleinigleit die dann schnell zur Grundsatzdiskussion führt. Unser Kind ist eigentlich immer dabei und mag nicht im Nebenraum bleiben. Oft will unser Kind sogar auf meinen Arm. Mir wäre lieber den Streit zu verschieben, sodass unser Kind im Bett ist. Mein Partner kann mit seinen Gefühlen aber nicht warten und ist außerdem der Meinung das Kinder Streits ruhig erfahren dürfen, die gehören zum Leben dazu.

      Ich beobachte dass unser Kind nicht gerne mit meinem Partner alleine ist, bei anderen Personen ist das weniger problematisch. Außerdem hat unser sonst mutiges Kind Angst vor lauten Männern, auch wenn die gut gelaunt sind. Ich würde meinem Partner gerne sagen dass ich denke dass unser Kind in gewisser Weise Angst vor ihm hat, finde aber nicht die richtigen Worte.

      Mein Partner und ich lieben uns und wir lieben beide unser Kind. Jetzt wollen wir nur bessere Wege finden.

      • Ich weiß echt nicht recht, was du dir für Antworten erhoffst.

        Ich frage mich aber echt, wie man so rücksichtslos sein kann, sich vor seinem Kind lautstark zu belegen und Türen zu knallen. Ein abartiges Verhalten von Eltern seinem Kind gegenüber.

        Dein Kind beißt sich selbst? Herzlichen Glückwunsch. Den ersten Knacks hat es schon weg.

        Kann man sich vor seinem Kind nicht zusammenreißen und eine vernünftige Diskussion führen, wenn das Kind schläft?

        Angeblich liebt ihr euer Kind ja. Dann verhaltet euch wie liebende Eltern und hört auf euch vor dem Kind zu streiten.

        Ganz einfach nicht streiten, wenn das Kind dabei ist.

        Vor einem so kleinen Kind streitet man nicht. Schon garnicht lautstark und impulsiv. Euer Kind kann das noch garnicht einschätzen. Natürlich dürfen Kinder schon auch mitbekommen wenn man mal nicht einer Meinung ist, aber eben nicht so. Euer Kind lernt auch von euch und wenn ihr euch so vor dem Kind streitet wird es sich irgendwann auch mit euch so streiten.

      • Oft will unser Kind sogar auf meinen Arm.

        -----

        Das will es aber nicht, weil es so lustig findet, dass ihr streitet! Es hat schlichtweg Angst und sucht deine Nähe. Im Nebenzimmer hätte es noch mehr Angst.
        Es ist für mich unbegreiflich, wie erwachsene Personen derartig wenig Selbstbeherrschung haben und die Diskussion nicht verschieben können.
        Dein Kind tut mir wirklich leid!
        Ihr wollt bessere Wege finden? Na prima. Und dafür frägst du in einem Forum nach?
        NICHT VOR DEM KIND STREITEN. UND AUCH NICHT SO, DASS ES DEN STREIT MITBEKOMMT.
        Falls Ihr das nicht alleine hinbekommt, empfehle ich eine Paartherapie.

        (6) 04.05.19 - 11:26

        Ein einjähriges Kind will natürlich nicht allein zwei Stunden im Nebenraum bleiben, in dem Alter meiner Kinder konnte ich nicht mal allein aufs Klo gehen, ohne dass es Geschrei gab.

        Wie kann man sich so oft und langanhaltend streiten um jeden Mist, dass so ein kleines Kind schon offensichtlich einen psychischen Schaden davongetragen hat? Könnt Ihr Euch nicht zusammenreißen, wenn Ihr Euch und das Kind doch angeblich so liebt?

        Dazu fällt mir nix anderes ein als "Pack schlägt sich, Pack verträgt sich." *** [vom urbia-Team editiert. Bitte bleibt höflich.] *** Wenn ich sowas bei meinem Kind beobachte, bin ich weg, MIT Kind. Du nimmst dagegen noch Rücksicht auf deinen offenbar cholerischen ach so geliebten Mann und willst ihm deine besorgniserregenden Beobachtungen am Verhalten Eures ach so geliebten Kindes nicht mal mitteilen, das Kind soll aber bei Streit nicht auf den Arm wollen sondern im Nebenraum allein sein. Finde den Fehler.

        • (7) 04.05.19 - 11:37

          Im übrigen glaube ich, du redest das Verhalten deines Mannes dir selbst und uns schön und klein. Auf normale Streitereien reagiert ein Kind diesen Alters nicht so extrem. Dein Partner ist ein aggressiver Choleriker, der sich nicht im Griff hat und deinem armen Kind mit seinen immerwährenden Tobsuchtsanfällen Todesangst macht.

      (8) 04.05.19 - 11:56

      Vielen Dank für eure Antworten. Es ist schön zu lesen, dass auch ihr der Meinung seid dass man vor Kindern nicht streiten soll. Heute Abend werde ich das mit meinem Partner besprechen und nach einer Lösung suchen. Ehrlicherweise habe ich mir hier hilfreichere Tipps erhofft als „lasst es“ aber ich bin mir sicher dass wir uns selbst einen Weg schaffen können bei dem das Wohl unseres Kindes natürlich oberste Priorität hat.

      Scheinbar war der Treat nicht meine beste Entscheidung und ich bin in der „Mitten-im-Leben“-Schublade gelandet, was ich aber auch niemandem verübel. Den Besorgten möchte ich sagen, dass diese Streits kein Alltag sind und unser Kind natürlich immer auf unseren Arm darf. Unser Kind ist durch Hochbegabung auch regelmäßig bei diversen Experten, eine Vernachlässigung oÄ wäre also schnell bemerkt.

      Auch wenn mein Beitrag dazu einzuladen scheint möchte ich trotzdem kurz an den guten Ton appellieren. Sicher ist es bei solch emotionalen Themen nicht einfach sachlich zu bleiben aber vielleicht kann man kurz emphatisch darüber nachdenken ob man selbst durchweg konstruktiv und entspannt Streiten... und wenn dem doch so ist: bitte her mit den Ratschlägen!

      • Du appelierst allen Ernstes an den guten Ton in einem Forum, wo Worte lautlos gelesen werden, streitest aber dauernd lautstark mit deinem Partner vor eurem Kind.

        Oh man.

        Ein Tipp? Reißt euch einfach zusammen. Denkt in dem Moment an die angebliche Liebe euch und eurem Kind gegenüber. Redet später sachlich miteinander und wenn es gar nicht geht, geht einer von euch aus dem Raum raus und holt mal Tief Luft.

        (10) 04.05.19 - 13:31

        Wie äußert sich eine Hochbegabung bei einem einjährigen Kind? #kratz Wie kommt man überhaupt auf die Idee, eine Solche bei einem so kleinen Kind diagnostizieren zu lassen und was sind das für Experten, zu denen man das Kind dann regelmäßig bringt, letzteres dann zu welchem Zweck genau?

        Ich glaube, Du bist vor allem hochbegabt im erfinden von Erklärungen. ;-)

      (12) 04.05.19 - 18:19

      Ich kenne nur die andere Seite. Selbst hab ich keine Kinder. Meine Eltern haben KEIN einziges Mal vor uns Kindern gestritten. Ich hab aber immer mitbekommen, dass was im Argen liegt weil sie sich tagelang angeschwiegen haben und gerade mein Vater sehr schlecht gelaunt war. Mich hat das ehrlicher Weise immer total angekotzt. Dieses nach außen hin ist alles ok und es brodelt aber wie wild. Ich hab mir oft gewünscht, meine Eltern hätten sich mal einfach angebrüllt.
      Deswegen denke ich, dass Problem liegt einfach bei euch. Ich hatte auch schon mal einen Partner, mit dem ich mich angeschrien habe. Eigentlich bin ich das aber gar nicht. In einer "richtigen" Beziehung streitet man meiner Meinung nach nicht. Klar, man giftet sich mal an, aber ansich ist man fast immer in der Lage, alles ruhig zu diskutieren. Und hier sehe ich euer Problem. Besonders dann, wenn ihr euch an Kleinigkeiten aufhängt.

      Redet ihr denn genug?

      LG

      (13) 05.05.19 - 02:10

      Euer Kind ist gerade knapp dem Säuglingsalter entwachsen und war schon bei mehreren Experten wegen seiner Hochbegabung? Echt jetzt? Wer soll denn sowas glauben?

(14) 04.05.19 - 13:08

Sucht euch Hilfe beim Erwerb einer besseren Kommunikationsstruktur. Besprecht das Verhalten eures Kindes in einer Erziehungsberatungsstelle und lasst euch dabei unterstützen, Empathie für euer Kind in einer solchen Situation zu lernen.
Haltet Abstand von Expertenspezies, welche ohne jedwede Fachkompetenz eine HB annehmen.

Und nicht zuletzt: seid nett zueinander. #klee

Hallo!

Macht schnellstens eine Eheberatung mit dem Fokus darauf, eine vernünftige Kommunikationskultur zu entwickeln - ohne Anbrüllen und Türen knallen wegen Kleinkram, und ohne jede Kleinigkeit zur Grundsatzdiskussion werden zu lassen.

Das kann man wirklich lernen, vor allem auch, dass man Stress und Frust nicht immer durch Streit am eigenen Partner auslassen muss. Und um Himmels Willen doch nicht mit dem Kind zwischen euch!

Da muss ich ganz tief durchatmen.
Was sollen wie Dir da raten?
Das nächste Kund welches sich Muster anlegt und schwer raus kommen wird...

Man kann sich schon vor Kindern streiten. Schließlich kernen Kinder auch , dass es Konflikte geben kann und wie man die löst. Aber es kommt auf die Streitkultur an.

An der könnt Ihr arbeiten. Gerade das übermäßig laut werden sollte man vermeiden. Und du vielleicht Kommunikationsformen, die ihn laut werden lassen.

Hier geht es auch manchmal hoch her und als das Kind noch kleiner war, flogen noch häufiger die Fetzen, weil wir beide arge Probleme hatten, uns mit der neuen Arbeitsteilung zu arrangieren. Und unser Kind reagierte auch gestresst, naja, mittlerweile schreitet es eher energisch als Streitschlichter ein.

Wir haben das natürlich zum Anlass genommen, an unserer Streitkultur zu arbeiten. Wir sind beide Menschen, die eigentlich nicht warten können, wenn ihnen etwas auf der Seele brennt. Das war der erste Knackpunkt. Also haben wir zuallererst daran gearbeitet, uns Auszeiten zu nehmen und geben zu können, wenn wir streiten. Verlässt heute jemand den Raum, um sich runterzuregeln, rennt der andere nicht mehr zeternd hinterher, wie das früher der Fall war.
Das hat schon mal viel entspannt.

Dann bauen wir, wenn wir hitziger diskutieren, für uns, aber auch fürs Kind immer mal wieder "Rückversicherungen" ein, dass auch ein Streit/eine Diskussion nichts daran ändert, dass wir uns lieben. Wir sind mittlerweile in der Lage, uns selbst im haarigsten Konflikt zwischendurch in den Arm zu nehmen, was allen Beteiligten - uns und dem Kind als Zuschauer - gut tut.

Und jeder Streit, Vorsicht Rama-Werbung, endet hier im Familien-Gruppen-Kuscheln. Das machen wir aber vor allem fürs Kind, das noch ein sehr deutliches Zeichen benötigt, dass nun alles wieder gut ist.

Parallel dazu könntet ihr in ruhigen Momenten doch einmal analysieren, was Ursachen eurer Konflikte sind. Bei uns gibt es da nur zwei, drei Knöpfe beim anderen, die dazu führen, dass es knallt. Kennt man die und sich ihrer bewusst gemacht, kann man im Vorfeld bereits überlegen, ob man sie unbedingt drücken muss. Meistens muss man das nämlich gar nicht. ;-)

Mein Meditationslehrer gab mir den Satz auf den Weg: Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Moment der Freiheit.

Diesen Moment, sich anders zu entscheiden, nicht zu explodieren oder nicht rumzublöken, den kann man lernen zu erwischen und zu nutzen...

Generell finde ich es aber nicht überdramatisch, wenn ein Kind Streits/Diskussionen mitbekommt, wenn es auch daran teilhaben kann, wie man diese Konflikte löst.
Ist halt nicht immer alles Ponyhof und wir sind halt keine Maschinen.

In deinem Post klingt durch, dass du die Schuld für die Verunsicherung deines Kindes hauptsächlich bei deinem Partner suchst. Das finde ich unfair. Er hat vielleicht das bollerigere Streitverhalten, aber zu einem Konflikt gehören immer zwei und irgendeinen Beitrag wirst du wohl auch leisten.

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