In einer Beziehung das Verlangen nach Sex mit anderen

    • (1) 07.05.19 - 14:54
      -u--

      Hallo ihr Lieben, vielleicht könnt ihr mir ja weiter helfen :)
      Mein Freund und ich haben an sich eine sehr glückliche Beziehung (nichts ist perfekt aber ich kann mir durchaus vorstellen mein restliches Leben mit ihm zu verbringen).
      Wir sind seit fast 2 Jahren zusammen und wohnen seit 1.5 Jahren zusammen.
      Der Sex ist eigentlich auch super, nur habe ich in letzter Zeit immer wieder Fantasien mit anderen. Ich weiß, so eine Fantasie ist nichts schlimmes... Trotzdem denke ich in letzter Zeit oft daran wie es wohl wäre mit meinem Ex zu schlafen (die Beziehung [erster Freund] ist damals daran gescheitert das ich vor Problemen weg renne bzw. Menschen die mir zu Nahe komme weg stoße). Jetzt frage ich mich ständig wie der Sex wohl jetzt mit ihm wäre, damals war er mein erster oder wohin die Beziehung geführt hätte (über kurz oder lang wäre es eh auseinander gegangen, wir haben uns damals sehr gut verstanden, aber mit meinem jetzigen Freund ist das noch mal ganz was anderes). Ich weiß, den ersten vergisst man nicht ^^, ich habe jedoch auch noch andere Fantasien die bestimmt umsetzbar wären wenn mein Freund nicht wäre.
      Versteht mich nicht falsch, ich liebe meinen Freund und nüchtern und rational betrachtet kommt es nicht in Frage meine Beziehung für einen bedeutungslosen F*ck aufs Spiel zu setzen. Trotzdem lässt mich der Gedanke daran nicht los. Das löst ein Gefühl des Bedauerns bei mir aus, da ich gerne neue Sachen ausprobiere (und die mit meinem Freund leider nicht umsetzbar sind).

      Ich fühle mich schuldig, wenn ich abends im Bett liege und an andere denke. Ich weiß, es ist nur eine Fantasie, ich betrüge ihn damit nicht wirklich, aber ich würde gerne...
      Es wird bestimmt niemals passieren, ich verabscheue Fremdgehen, trotzdem...

      War schon mal jemand in einer ähnlichen Situation, wie seid ihr damit umgegangen? Allgemein eure Meinung dazu?
      Vielleicht kommt hier ja eine Antwort die mir hilft mich selbst zu verstehen...

      • Wenn du mit deinem Partner nicht über deine Gefühle und Gedanken reden kannst ist er definitiv der falsche ..

        • Solche Weisheiten mögen ja in "klugen" Beziehungsratgebern zu den Highlights gehören.

          Aber wie man ein Gespräch mit seinem Partner beginnen und führen kann, dass die Überschrift trägt "Ich träume von Sex mit meinem Ex-Partner oder anderen Kerlen", da würde ich gerne mal deine rhetorischen Empfehlungen hören, inklusive dem, wie dein Partner - nach o.g. Ratgeberart vermutlich ganz lässig und entspannt - es aufnimmt und verarbeitet.

          Nach dieser Kategorisierung sind dann wohl ein Großteil aller Partner die Falschen.

          • Das ist meine Meinung!

            Wenn ich mit meinem Partner nicht über alles wirklich alles reden kann, ist er der falsche.

            Ich bin vor vier Jahren zu meinem Mann nach Hause gekommen und habe ihm gesagt, dass 2 Stunden davor ein Kollege mich umarmt hatte ( auf meine Aufforderung) und ich mit der Situation vollkommen überfordert bin, weil es plötzlich gekribbelt hat zwischen mir und diesem 19 Jahre älteren, völlig uninteressanten Typen… Das Ende der Gespräche waren sieben Monate Beziehung mit diesem Mann. Eine große Liebe. Heute einer meiner besten und wichtigsten Freunde/vertrauten.

            Und seit her leben wir polyamor. Wir waren der inBegriff der monogamen Spießerehe. Wir haben Patchwork verteufelt. Wir hatten (o. k., bis heute) ein Problem mit One night stands ä, swingen , Freundschaft plus… Und Heute leben wir eine doppelte parallel Beziehung zu unserer Ehe und sind unglaublich glücklich.

            Seither rede ich mit vielen vielen vielen vielen vielen Menschen dazu und ich kenne keine!!! Monogame Beziehung. In allen diesem Beziehungen läuft einer quer. Einer traut sich nichts zu sagen. Es wird fremdgegangen und betrogen wie man nur hinschaut. Und zwar am meisten in den Beziehungen, in denen die Treue am höchsten gehangen wird. Wenn der Partner sagt, ich möchte dich verlassen, wenn du mir untreu bist kann man offenbar nicht reden.

            Und daher – wenn ich mit einem Menschen zwei Jahre liiert bin und nicht mit diesen Menschen reden kann waren es zwei Jahre Lebenszeit verloren und nicht 40.

            • Dann funktioniert das bei Dir. Das ist natürlich in Ordnung. Und Du wirst zugeben müssen, es hat deswegen funktioniert weil Dein Partner mitgespielt hat. Denn Deine Offenheit ist nur 50% des Erfolgs. Wenn es der Partner nicht auch richtig aufzunehmen weiß und bereit ist, Deinen Gedanken zu folgen oder sie sogar teilt und befürwortet.

              Der Satz : "Wenn du mit deinem Partner nicht über deine Gefühle und Gedanken reden kannst ist er definitiv der falsche .." überträgt dein Lebensmodell und deine Vorstellungen auf andere und erklärt ihren Partner kategorisch zum Falschen. Damit schießt du über's Ziel hinaus.

              Nicht jedem ist es gegeben, die richtigen Worte bei solchen heiklen Themen sofort zu finden, noch ist ihnen ein Partner gegeben, der sofort alles richtig versteht und aufnimmt und verarbeitet.

              Schon wegen dieser Komplexität stoßen mir so hastig hingeschriebene Einzeiler etwas auf, die nur auf den ersten Blick klug klingen. Aber danke, dass Du es im zweiten Post so ausführlich dargelegt hast und deiner zunächst verkürzten Ansicht auch entsprechenden Inhalt gegeben hast.

              • Allerdings dachte ich das auch schon davor… Mein Partner, mein engster vertrauter… Es gibt absolut gar nichts, was ich mit ihm nicht besprechen könnte!

                Wenn das nicht gegeben ist – ist das in meinen Augen keine Partnerschaft. Alle Partnerschaften, in denen das nicht gegeben ist (soweit ich weiß) in meinem Umfeld sind gescheitert oder heftig dabei.

                • Ich gebe dir im Grunde absolut Recht. Der Partner als Vertrauensperson, dem man alles mitteilen kann und - noch wichtiger - der einen so gut kennt, diese Dinge auch direkt unmissverständlich einzusortieren. Aber es ist eben auch ein Idealbild einer Paarbeziehung und wenn Du schon sehr früh zu dieser Erkenntnis gelangt bist, bist Du wirst Du auch wissen, dass dieses Ideal in vielen Beziehungen nicht so einfach funktioniert. Vor allem bei jungen Menschen oder jungen Beziehungen, denen es noch an ausreichend Kenntnis über sich selbst mangelt, aber auch über den Partner und über die richtigen Kommunikationsstrategien.

                  Insbesondere bei Themen, bei denen man schon im Vorfeld ahnt, dass eine falsche Formulierung den Partner komplett verunsichern kann oder gar Bilder einpflanzt, die nicht einfach mehr zu löschen sind.

                  • Und genau deswegen hat es keinen Sinn drumherum zu reden… Man muss den Leuten gegebenenfalls den Spiegel vors Gesicht halten!

                    Meine Kinder sind 8,8 und 6… Und jeder von ihnen (in unkenntnis der parallel Partnerschaft der Eltern) Hat ziemlich ausgefallene Ideen, wie das partnerschaftliche Leben später laufen soll. Finde ich total gut und unterstütze sie definitiv immer!

                    Ich werde regelmäßig gefragt, warum ich mit meinem Lebensstil hausieren gehe, Leute schocken… Vor fünf los Jahren hätte ich mich für psychiatrisch auffällig gehalten. Nun empfinde ich es als notwendig anderen Menschen diese Möglichkeit auf zu tun.

                    • "Nun empfinde ich es als notwendig anderen Menschen diese Möglichkeit auf zu tun."

                      Nun bist also sozusagen in Mission unterwegs?

                      Das und die vermuteten psychischen Störungen bieten sicher eine gute Gesprächsgrundlage für lange Sitzungen an langen Winterabenden. Ab 20:00 Uhr dann auch mit Rotwein.

          Man kann auch über sowas reden. Dazu gehört natürlich Fingerspitzengefühl, aber auch über das Verlangen mit anderen zu schlafen, kann man mit Partner*innen reden. Ich gebe dir aber recht, dass es nicht bedeutet, dass das immer am Partner liegt, dass man das nicht kann. Es kann auch an einem selbst liegen, dass man sich nicht überwindet.
          Die rhetorischen Empfehlungen finde ich nun auch nicht schwer. Anstatt expliziter Beispiele, ab ins Abstrakte und nicht mit der Tür ins Haus fallen.
          Anfangen mit: Wir sind ja doch relativ jung zusammengekommen (sie hatte ja vorher nur einen Partner), hättest du eventuell auch gerne vorher mehr Erfahrungen mit anderen Sexualpartner*innen gemacht? Dabei könnte man es bei einem ersten Gespräch auch erst einmal belassen, damit der Partner sich erst einmal an den Gedanken gewöhnen kann, dass der Freundin etwas fehlt.
          Dann später einmal fragen, ob er sich prinzipiell eine offene Beziehung vorstellen kann, eventuell zeitlich begrenzt.

          "Aber wie man ein Gespräch mit seinem Partner beginnen und führen kann, dass die Überschrift trägt "Ich träume von Sex mit meinem Ex-Partner oder anderen Kerlen", da würde ich gerne mal deine rhetorischen Empfehlungen hören, inklusive dem, wie dein Partner - nach o.g. Ratgeberart vermutlich ganz lässig und entspannt - es aufnimmt und verarbeitet."

          Neben Ratgebern gibt es, Gesprächskarten für Liebende (Freunde/Familie).
          Auf denen stehen Fragen, die man sich gegenseitig stellt. Die Fragen sind recht offen gehalten und decken alle Lebensbereiche ab. Man kann im Gespräch schauen ob man tiefer gehen möchte oder nicht.
          Diese Karten schulen unheimlich die Kommunikation.
          Das wiederum kann dann helften, wenn man "echt mal was" auf dem Herzen hat.

          Ich glaube, wenn man in einer Partnerschaft vor der Situation steht, dass man nicht weiß wie man was sagen soll, kann man das als Einladung sehen, sich und seinen Partner dahin zu bringen, dass man sagen kann was man sagen möchte und der Andere es auch aushalten kann es zu hören.

          Man entwickelt sich ja im besten Fall auch gemeinsam.
          Lg fatty

    Hallo,

    ich denke, solche Gedanken sind überhaupt nicht verwerflich. Verwerflich wird es, wenn man anfängt zu lügen und Vertrauen zu missbrauchen. Du hast einfach "nur" Fantasien.

    Warum bist du dir so sicher, dass du diese Fantasien nicht mit deinem Freund ausleben kannst? Wie offen kommuniziert ihr bei dem Thema Sex?

    • (14) 07.05.19 - 15:42

      Eigentlich hätte ich gesagt das wir da eher offen kommunizieren. Mach ich zumindest bei dem was nur ihn und mich betrifft. Haben auch schon einiges ausprobiert.

      Wir haben eine entfernte Bekannte, sie und ihr Mann haben eine offene Beziehung, dreier, alle Konstellationen die mir spontan einfallen. Mein Freund meinte, als er davon gehört hat, das dies nichts für ihn ist. Habe dann bei verschiedenen Gelegenheiten noch einmal unauffällig nachgefragt. Das mit dem ausleben wird nix

      • (15) 07.05.19 - 17:19

        Dann bist Du scheinbar poliamor und er ist monogam. Das passt dann natürlich auf Dauer nicht, auch wenn Ihr Euch liebt, denn er liebt exclusiv und Du vielfältig. Er wird nie glücklich, wenn Du das auslebst und Du wirst nicht glücklich, wenn Du es nicht ausleben kannst.

        Da gibt es nur drei Alternativen:

        1. Du unterdrückst Deine Bedürfnisse dauerhaft, und baust die Beziehung auf Deinem Verzicht auf (was ein schlechtes Fundament ist, da Dich das auf Dauer unglücklich machen wird).

        2. Du redest mit ihm und trennst Dich ggf., wenn er damit nicht klar kommt, dass Du das auslebst.

        3. Du lebst es heimlich aus, was nur funktioniert, wenn es eben nicht irgendwann auffliegt, dann ist natürlich alles noch schlimmer als wenn Du mit offenen Karten gespielt hättest.

        Ich bin momentan in ähnlicher Gefühlslage und habe mich getrennt. Ich möchte nicht mehr monogam leben. Ich habe aktuell eine Affaire mit einem verheirateten Mann und zwei Freundschaften Plus. Es ist wunderbar. Nur Zuneigung und schöne Zeiten miteinander ohne Alltag. Und wenn der eine nicht kann, ruf ich halt den Anderen an. 😃 Lerne ich neue Männer kennen, stelle ich gleich klar, dass es mich nicht exklusiv gibt, ich aber andersherum auch nicht erwarte, dass sie nur mich daten.

        • (16) 07.05.19 - 20:13

          Dann bist Du scheinbar poliamor und er ist monogam. Das passt dann natürlich auf Dauer nicht, auch wenn Ihr Euch liebt, denn er liebt exclusiv und Du vielfältig. Er wird nie glücklich, wenn Du das auslebst und Du wirst nicht glücklich, wenn Du es nicht ausleben kannst.

          Das ist zu simpel. Wir sind alle mononormativ aufgewachsen. Manche Menschen brauchen Zeit, um sich an die Idee des nicht Exklusivens zu gewöhnen. Mein Mann und ich haben seit 2 Jahren eine offene Beziehung und sind sehr glücklich damit. Als ich das, das erste mal ansprach. hat er es strikt abgelehnt. Er hat sich aber mehr damit beschäftigt und würde nicht mehr zurückwollen.

      (17) 07.05.19 - 20:15

      Nur weil er mal so eben nicht gesagt hat, dass er das super findet, heißt nicht, dass es nicht Möglichkeiten gibt, das im Einverständnis auszuleben. Vielleicht muss er sich mit dem Thema erst einmal außeinandersetzen. Außeinandersetzen heißt aber mehr als eine extreme Version davon zu kennen. Es gibt ja auch etwas zwischen monogam und der Freundin, bei der alle Konstellationen möglich sind.

Vielleicht sagt Dein Sexus Dir einfach, dass Du für eine monogame Beziehung auf Dauer bzw. eine alleinige sexuelle Fixierung auf Deinen Partner noch nicht bereit bist oder nicht dafür geschaffen bist.

Ich weiß nicht, wie alt Du bist aber möglicherweise hat man in jungen Jahren noch den Drang, etwas mehr entdecken zu wollen und weiß intuitiv, dass es das noch nicht gewesen sein kann.

Je nach Intensität dieser Sehnsüchte und Wünsche kann da schon ein veritabler Leidensdruck entstehen.

Du wirst selbst wissen, wie aufnahmefähig Dein Partner beim Gedankenaustausch über Euer beider Sexualleben ist. Wenn Du schreibst "wenn Dein Freund nicht wäre" bedeutet das, Du verbietest Dir aufgrund der Partnerschaft ein Ausleben dieser Wünsche oder ahnst Du bereits, dass er es ablehnen würde?

Wenn man, wie Du sagst, Fremdgehen ausschließen möchte, liegt der Schlüssel zum möglichen Wahrwerden bestimmter Wünsche im Gespräch mit dem Partner. Auch wenn solche Gespräche nicht eben immer leicht zu führen sind. Man möchte ja den Partner integrieren, häufig passiert, je nach Vorstellung, genau das Gegenteil und der andere fühlt sich desintegriert. Und man wird auch nicht in einem Gespräch direkt Lösungen parat haben. Aber wenn das Thema auf der Agenda steht, kann der andere sich schon mal gedanklich damit auseinandersetzen. Fingerspitzengefühl und Geduld sind hier wohl sinnvolle Begleiter.

Es ist doch auch schön, einfach noch ein paar Fantasien zu haben!
Genieße doch die Fantasien in deinem Kopf und mit dir.

Wahrscheinlich vergehen sie eines Tages von allein wieder.
Ich glaube, jeder hat mal solche Fantasien. Ich finde es völligen Quatsch, gleich deinen Partner als den "Falschen" darzustellen. So ein Blödsinn!!!!!
Manchmal ist in der Fantasie auch alles schöner und besser als es in der Realität wäre!!

Völlig überzogen, wegen Fantasien gleich die Monogamie und Treue in Frage zu stellen!
Geborgenheit und Zuverlässigkeit sind doch das Wichtigste!! Und das scheinst du ja mit deinem Freund zu haben!

Falls du ein schlechtes Gewissen wegen den Fantasien hast, könntest du deinem Partner auch fragen, ob er manchmal auch Fantasien hat und dann von deinen erzählen.

(22) 09.05.19 - 00:29

Schuldgefühle brauchst du nicht haben. Es gibt halt Menschen, den reicht der Sex mit immer nur ein und der selben Person nicht aus.
Ich gehöre zu diesen Menschen und ein Mann, der komplett monogam leben will, wäre nichts für mich. Ich brauche aber auch keine Beziehung neben der Beziehung oder treffen alleine mit Männern. Ich lebe das am liebsten mit meinem Partner aus - Swingerclub, treffen mit anderen Paare und eher selten mal dreier.

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