fühle mich alleine / unverstanden / alleinerziehende

    • (1) 10.05.19 - 08:01
      alles doof

      ihr lieben,

      ich habe mich von meinem mann getrennt, was mich viel kraft gekostet hat. ich bin eigentlich ganz froh, die auseinandersetzungen mit ihm hinter mir zu haben aber die probleme werden nicht kleiner..

      ich bin viel dünnhäutiger geworden, bin schneller gereizt... ich habe 2 jungs die sehr fordernd sind, sich leider nicht besonders gut verstehen..

      aber nun zu meinem problem, immer wieder bin ich froh, dass es so ist wie es ist und ich bin dann fast stolz das geschafft zu haben. aber dann kommt mein ex-mann um die ecke und trifft den ton nicht oder meine eltern haben an meinem erziehungsstil (du läßt zu viel durchgehen) was auszusetzen oder an den kindern selbst.

      ich bin gerade wirklcih im selbstmitleidsmodus. ich war jahrelang in einer unglücklichen ehe gefangen und doch habe ich immer ein nettes gesicht gemacht, war dankbar für gesunde kinder und alles was ich habe. und nun fällt mir die dankbarkeit so schwer, ich schaue verstärkt auf uns und sehe so viel was nicht stimmt.
      ich weiß auch gar nicht was ich erwarte.. etwas zuspruch? naja, zu meinen eltern hatte ich auch früher kein inniges verhältnis. sie haben beide gearbeitet und zeit für mich war da nicht viel, also habe ich alles mit mir alleine ausgemacht. das ist immernoch so. aber vielleicht auch besser bei diesem umfeld.

      mein sohn sagte beim letzten besuch meiner mutter, er glaube die oma mag ihn nicht.. gut er hat sich auch entsprechend benommen und sie hat ihn kritisiert aber sie hat sich eben auch null interessiert obwohl sie davor 4 monate auf reisen war.. total schlecht gelaunt, immer einen motzigen unterton. ich bin gerade echt kurz vor der verzweiflung. die kinder sind das we weg und ich sollte durchatmen und genießen. statt dessen habe ich diesen ganzen mist im kopf.

      ich brauche urlaub und weiß nciht wohin mit den beiden, denn so ganz dicke haben wir es eben auch nicht.

      ach entschuldigt diesen jammerpost, ich weiß es gibt viele denen geht es noch viel besch... aber ich könnte einfach heulen.

      lg

      • Vielleicht hilft dir ein Strategiewechsel? Lass dir einfach nicht mehr so viel gefallen von deinen Eltern und dem Ex-Mann. Die benehmen sich daneben in deinem Haus - weil du es ihnen jahrelang hast durchgehen lassen. Also überlege schon mal im Voraus, wie du ihnen entgegen trittst zukünftig.

        Wegen des Urlaubs: wie sieht es aus mit deinen Eltern oder dem Vater der Kinder als Kindersitter? Oder ein Urlaub, bei dem du deine Kinder mitnimmst?

        Ich finde es gut, wenn man sich mal ausheult und rummjammert. Es läuft nicht immer alles glatt und man kann auch nicht jeden Tag freudestrahlend durch die Gegend laufen. Gerade als Alleinerziehende hat man ein ordentliches Pensum zu meistern. Da kann man sich auch mal von allem überrannt und ausgelaugt fühlen.
        Als erstes würde ich mal schauen, was DIR gut tut: ein bisschen Wellness (geht auch zu Hause in der Badewanne ;-)? Ein Shoppingtag? Ein Couchtag mit Sekt, Schokolade und der Lieblingsserie? Ein schöner Abend bei einem Gläschen Wein mit der besten Freundin zum quatschen? Es ist wichtig, dass man sich selbst auch ab und zu was Gutes tut.
        Im nächsten Schritt würde ich mal ganz konkret überlegen, WAS genau Dich stört: berufliche Situation? Gute Freundin? Harmonischeres Zusammenleben mit den Kindern? Ein neuer Partner? Wenn man das Problem erstmal genau benannt hat, kann man sich überlegen, wie man es ändern und verbessern kann: unterstützende Erziehungsberatung, z.B. von der Caritas oder pro familia. Neues Hobby/Verein/Kurs, um rauszukommen und neue Bekanntschaften zu machen. Klärendes Gespräch mit Eltern/Großeltern. usw.
        Und schließlich: Du musst auch versuchen, Dir nicht jeden Schuh anzuziehen. Du bist nicht für alles verantwortlich! Nur, weil Deine Kinder mal streiten, hast Du nicht gleich in der Erziehung versagt. Wenn Deine Eltern Deine Erziehung kritisieren, dann weise sie in ihre Schranken und mach ihnen klar, dass sie ihre Meinung gern für sich behalten können. Nur, weil Du Deinen Kindern keinen Luxusurlaub bieten kannst, heißt das nicht, dass ihr nicht schöne Ferien haben könnt. Auch zu Hause kann man es sich schön machen: Radtour in den Wald mit Picknick, rudern auf einem See, gemeinsam Kuchen backen, oder mal 2 Tage zelten auf einem Campingplatz, Lagerfeuer mit Stockbrot, Nachtwanderung mit Taschenlampen und Knicklichtern,... usw.

        Erstmal bist du eine starke Frau, die es geschafft hat sich aus einer unglücklichen Ehe zu lösen. Diesen Mut haben nicht viele.
        Darauf solltest du aufbauen. Du musst dir jetzt nichts mehr gefallen lassen und dazu lächeln.
        Das darfst du ruhig nach außen zeigen.
        Wie alt sind deine Jungs?

      • Hi,
        du hast viele Baustellen auf einmal, da ist es doch klar, dass man darüber manchmal verzweifelt ist.
        Die Situation mit deinem Ex-Mann ist natürlich schwierig, aber genau deshalb ist er ja dein Ex. Jetzt hast du den Vorteil, dass du die Tür hinter ihm schließen kannst, wenn er dir blöd kommt.
        Deine Söhne sind sicherlich durch den Wind wegen der Trennung und wahrscheinlich wart ihr vor der Trennung keine allzu harmonische Familie, sonst wäre es nicht zur Trennung gekommen. Vielleicht solltest du dir da professionelle Unterstützung holen.
        Dafür, dass du eine erwachsene Frau bist, nehmen deine Eltern noch sehr viel Raum bei dir ein. Warum bekommen sie den denn?
        Rein küchenpsychologisch betrachtet könnte ich mir vorstellen, dass du dich durch die Trennung und die veränderten Lebensumstände in einem Umbruch befindest und das bringt sicherlich Schmerz und Stress mit sich. Aber du hattest ja deine Gründe für diesen Schritt und die Momente, in denen du froh darüber und stolz auf dich bist werden bestimmt häufiger in Zukunft.
        Alles Gute!

        vlg tina

        Ich verstehe dich sehr gut. Ich finde jedoch, dass du sehr streng mit dir bist.

        Du hast eine schwierige, kraftraubende Trennung hinter dir der einiges bereits an Belastungen vorausgingen. Es ist völlig normal bzw. es wäre fast sogar überraschend, wenn du jetzt einfach erschöpft bist und vor allem dir wünschst, dass mal jemand deine Erschöpfung aber auch deine Leistungen die du alltäglich zu erbringen hast anerkennt und was liebes, tröstendes und wertschätzendes zu dir sagt, statt dich noch weiter zu stressen.

        Das ist das eine. Das andere ist, und das meine ich mit zu streng-zu-sich-sein, dass du dir ganz sicher erhofft und gewünscht hast, dass nach der Trennung endlich Ruhe und Frieden ist und es sich rundherum gut anfühlt. Eine völlig berechtigte und legitime Hoffnung. Stattdessen stellst du jetzt fest, dass dich das alles doch viel mehr Kraft und Ressourcen gekostet hat und ärgerst dich jetzt auch noch darüber bzw. verortest das Problem bei dir (Selbstmitleidsmodus, Undankbarkeit)

        Und genau DA kannst du ansetzen. Ab jetzt bist du nett mit dir und wertschätzend und fürsorglich. Du DARFST jammern. Du darfst sagen, wie viel das alles gewesen ist und immer noch ist, ohne, dass du dich als undankbar ansiehst. DU DARFST ERSCHÖPFT sein. Du darfst auch traurig über die Trennung sein und den Verlust vielleicht nicht von genau dieser Beziehung, aber zumindest über den Verlust dessen, was du dir irgendwann mal gewünscht hast.

        Das alles braucht einfach seine Zeit und vor allem ein hohes Maß an Freundlichkeit mit dir selber. Auch, dass dir jetzt in Ruhephasen der ganze Mist durch den Kopf geht. Das ist jetzt eben so. Das liegt daran, weil du viel mitgemacht hast und da kein Schalter umgelegt werden kann, der jetzt auf Sonnenschein steht. Dass du dir das wünschst, ist wie gesagt völlig nachvollziehbar und legitim, aber ärger dich bitte nicht über dich selbst, dass du fühlst, wie du fühlst!

        Ich wünsche dir alles Liebe und hoffe für dich gut durchzukommen durch diese schwierige Zeit. Es wird, ganz sicher. #klee

      • Hast du mal an eine Mutter-Kind-Kur gedacht?

        Du kommst mal raus - aus dem kritisierendem Umfeld - hast Bewegungsangebote, während die Kids gut versorgt sind. Psychologen und Pädagogen stehen zur Verfügung um (Erziehungs-) Probleme zu besprechen. Du hast Qualitätszeit für dich, mit den Kids. 3 Wochen raus aus dem grauen Alltag.

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