Mann trennt sich (für mich), und nun?

    • (1) 10.05.19 - 10:53
      Nichtstun

      Ich hatte hier vor ein paar Wochen geschrieben über meine unglückliche Verliebtheit in einen vergebenen Mann.

      Mittlerweile sind zwei Monate vergangen, er hat sich vor kurzem getrennt und ist aus der gemeinsamen Wohnung raus.

      Zwischen uns ist weiterhin nichts gelaufen, außer dass wir uns einmal länger umarmt haben. Es haben Gespräche stattgefunden, wir haben auch ein paar längere Mails geschrieben.

      Jetzt ist er also single, ich bin von dem ganzen hin und her der letzten Wochen eigentlich eher ein bisschen genervt, gern hab ich ihn immernoch.

      Ich weiß, ich sollte ihm jetzt Zeit geben, er hat einiges zu organisieren und da die Trennung ihm sehr schwer gefallen ist, bin ich auch sicher, dass er emotional längst nicht durch ist.

      Ehrlich gesagt hadere ich grade sehr mit meinen Gefühlen. Die letzten zwei Monate ging es mir oft schlecht. Er bittet mich um Zeit (verständlich) und sprudelt gleichzeitig über vor Ideen die er mit mir umsetzen will. Und ich weiß nicht wie ich mich verhalten darf.

      Ich weiß jetzt auch nicht was ich hören will. Bis er wirklich diese lange Beziehung verarbeitet hat, kann es Monate dauern. Was darf ich denn in der Zeit machen? Ich weiß, das muss und werde ich auch mit ihm besprechen, aber vielleicht kann hier jemand seine Erfahrungen teilen, wie das ablaufen kann.

      Ich würde ihn gerne treffen dürfen, auch auf eigene Initiative hin. Ich möchte über uns reden dürfen, aber eigentlich gerne ihn einfach ausgiebiger kennen lernen, Spaß haben, Dinge erleben. Ich möchte mir nicht verbieten müssen, mal seine Hand zu nehmen, mich anzulehnen usw.
      Oder ist das schon zu viel?
      Gleichzeitig habe ich Angst, ihn zu bedrängen oder etwas zu überstürzen.

      Bleibt für mich wieder nur abwarten?

      • Weswegen hat er sich denn getrennt? Wie sind seine Gefühle für dich?
        Als ich meinen Mann vor 20 Jahren kennen lernte, war er in einer unglücklichen Beziehung und hat sich dann getrennt. Er zog erstmal zu mir, da sein Bett 3 Monate Lieferzeit hatte (er hat sich schon eine eigene Wohnung genommen). Ich war nicht unbedingt begeistert, da ich selber erst seit 6 Wochen in dieser Wohnung gelebt habe, meine 1. eigene Wohnung. Aber nach 3 Monaten liefen dann die Tränen und er blieb.
        Das ist nun 20 Jahre her, wir sind seit 18 Jahren verheiratet und haben 3 Kinder.
        Aber er hat nicht eine Sekunde um seine Ex getrauert, damit hatte er eh schon abgeschlossen. Er hat nur den Absprung nicht geschafft. Wie das bei euch ist weiß ich nicht. Aber es braucht halt nicht immer automatisch viel Zeit nach einer Trennung.

        • (3) 10.05.19 - 13:45

          Danke, dass du deine Erfahrung teilst :)

          Er hat sich in mich trotz Beziehung verliebt. Er war wohl länger nicht ganz zufrieden, aber hat auch seine eigene Schuld daran gesehen. Er hat lange für die Entscheidung gebraucht und ich weiß, er hat noch Gefühle für sie.

          Ich hatte mich auch in ihn verliebt, aber nichts unternommen. Er kam auf mich zu und hat mir seine Verliebtheit gestanden. Wie schon geschrieben ist zwischen uns aber nichts passiert, so dass ich keine Ahnung habe, ob es denn wirklich passt.

          Ich habe einfach Angst, dass ihm auffällt, was er an ihr hatte, und wenn die rosarote Brille irgendwann weg ist, merkt, dass auch ich meine Fehler habe.

          • Vielleicht solltest du dir nicht so viele Gedanken machen ;-) Wobei ich jetzt, mit 43 Jahren, auch anders an die Sache rangehen würde als mit 23 Jahren. Damals habe ich den Moment genossen und nicht an die Zukunft gedacht. Jetzt ist man ja viel zu verkopft.

      (5) 10.05.19 - 11:43

      Mir fallen ein paar Sachen auf, ich frage nur mal nach, es muss nicht stimmen.
      Da ist zum einen der von dir gewählte Threadtitel. Ist der bewusst so gewählt? Wenn ja, ist es vielleicht auch dass du dich in irgendeiner Form verantwortlich für die Trennung fühlst bzw. jetzt denkst, Verantwortung für sein Wohlergehen zu tragen, nachdem er so viel für dich "aufgab"?
      Falls ja: Jeder ist in erster Linie selbst für sein eigenes Wohlergehen verantwortlich und nicht andere. Er hat die Entscheidung getroffen, aber du bist ihm jetzt nicht verpflichtet, dass du eigene Bedürfnisse zurückstellst und auch nicht, ihm nun ein schönes Leben zu bereiten. Das kann er nur allein (oder mit dir zusammen).
      Das nächste: Du fragst dich besorgt, was in ihm vorgeht und bist gleichzeitig ambivalent, weil es dir schlecht ging, du äußerst sogar, etwas genervt zu sein und ihn immer noch gern zu haben.... Gleichzeitig äußerst du wiederum, dass du dir Nähe wünschst aber befürchtest, dass ihm diese zu viel wird.
      Kannst du vielleicht mal etwas genauer diese Ambivalenz in dir beschreiben? Geht es darum, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen (siehe erneut deinen Threadtitel).

      Was brauchst DU? #klee

      • (6) 10.05.19 - 17:04

        Ich weiß nicht, ob ich mich verantwortlich fühle. Ich habe ihn aus meiner Sicht nicht aktiv aus der Beziehung geholt und zu nichts gedrängt. Trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen ihr gegenüber. Ich kenne sie zwar nicht, aber sie waren lange ein Paar und es gab ja auch lange gute Zeiten.

        Ich habe nun tatsächlich Angst, dass ich ihm vielleicht nicht das geben kann, was er sich wünscht. Vielleicht wird aus unserer Verliebtheit keine Liebe. Vielleicht bereut er bald die Trennung. Ich habe Angst, verglichen zu werden. Zumindest körperlich habe ich aus meiner Sicht das Nachsehen, da sie im Gegensatz zu mir zb sehr schlank ist.

        Ambivalent fühle ich mich, weil es seit er mir gesagt hat, dass er sich in mich verliebt hat, ein einziges Hin und Her gab. Den einen Tag hat er mir Hoffnung gemacht, am nächsten Tag zerschmettert. So ging das jetzt Wochen. Davon bin ich genervt und auch ernüchtert.
        Trotzdem verstehe ich, dass die Situation Mist ist, und auch, dass es nicht leicht ist, eine Entscheidung zu treffen. Ich wünsche mir, ihn kennenzulernen. Aber jeder sagt mir ich muss ihm erstmal Zeit geben und ich weiß halt nicht was jetzt richtig oder falsch ist, was zu viel und was zu wenig.

        • (7) 11.05.19 - 08:26

          Die ganze Situation ist natürlich verunsichernd. Ich denke, so würde es jedem gehen, der sich emotional auf einen Menschen einlässt, der entweder so wie bei dir gebunden oder aber frisch getrennt ist. Da schwebt immer noch die Anwesenheit von jemand anderem im Raum.
          Mir macht eher Sorge, was das mit dir und deinem Selbstwertgefühl macht gerade. Die Fragen ob man reicht, Vergleiche mit der anderen. Du bist du und unvergleichlich und liebenswert, so wie sie sie ist unvergleichlich und sicher auch liebenswert. Ob du die Frau bist für die Zukunft bei genau diesem Mann, das kann dir leider niemand sagen. Wenn ich dir jedoch bei dem, was du so schreibst und was du fühlst und wie es dir damit geht, raten würde, dann, dass du dir deine Handlungsfähigkeit zurückeroberst und rauskommst aus der Warteposition. Ich befürchte, dass dich das nämlich wirklich sehr schwächt und dir eben auch auf dein Selbstwertgefühl drückt und das ist keine gute Entwicklung.

          Könntest du dir vorstellen, dass du für eine Weile jetzt Abstand bestimmst, bis er klar und sortiert ist und die Zeit dazwischen nicht mit Warten verbringst, sondern mit ganz bewusst Zeit für dich? Vielleicht stellst du sogar dabei fest, dass er dir nicht ausreicht.

          • (8) 11.05.19 - 09:08

            Es frustriert mich sehr, aus meiner Position heraus als einzige Handlungsmöglichkeit den Rückzug zu haben. Vor allem weil das eben genau das ist, was ich eigentlich nicht will. Ich habe das so nun die letzten Wochen bestmöglich versucht, auch wenn es ab und zu doch Kontakt gab.

            Mein Selbstwertgefühl leidet, das stimmt. Dabei hatte ich grade die Zeit davor einen richtigen Aufschwung mit mir selbst, weil ich so richtig im Leben angekommen bin und einfach gut ging. Im großen und ganzen ist das ja auch weiterhin so, aber die Gedanken kreisen doch, um ihn, um sie, um uns.

    (9) 10.05.19 - 17:48

    Ich schließe mich Tusnelda an - nicht immer benötigt man nach einer Beziehung Zeit "zum verarbeiten".

    Mein jetziger Partner stand am Tag nach seiner Trennung bereits bei mir auf der Matte ;-)

    • (10) 10.05.19 - 18:26

      Naja, "meiner" sagt aber selbst, dass er jetzt Zeit braucht, das erstmal zu verarbeiten.

      Mir bleibt wohl nicht's, als zumindest abzuwarten bis zu unserem Treffen am Wochenende. Dann werde ich hoffentlich heraus finden, wofür genau er jetzt Zeit braucht und wie er sich diese Zeit vorstellt.

      • (11) 10.05.19 - 19:31

        Ja klar, jeder benötigt Zeit. Das muss aber nicht bedeuten, dass man sich daheim verkriecht und monatelang auf Eremit macht.

        Man kann trotzdem mit einem netten Menschen eine schöne Zeit erleben. Man muss den neuen "Menschen an seiner Seite" ja nicht gleich ein Eheversprechen oder so geben. Man lernt sich kennen, man verarbeitet seine Vergangenheit (ev. ja auch teilweise gemeinsam). Vielleicht kommt man später auch drauf, dass es doch nicht passt.

        Desfred hat wie immer schnell des Pudels Kern erkannt: DU bist nicht verantwortlich für die Trennung. DU bist nicht verantwortlich für das Glück diesen Mannes. DU bist ihm nichts schuldig. Lernt euch erst mal ergebnissoffen kennen.

        Übrigens, mein Partner und ich hätten in dieser Zeit mehr über unsere vergangenen Beziehungen reden sollen, was uns beschäftigt, etc. Wir wollten aber scheinbar beide den Anderen nicht verletzen, indem wir über unsere vergangenen Beziehungen und Ex-Partner sprechen - es war ja alles noch sehr frisch. Wir haben's eher mit uns selbst ausgemacht - das eine eine gewisse Distanz geschaffen, die wir immer noch nicht ganz überbrückt haben (trotz über 1 Jahr harmonischen Zusammenlebens).

(12) 10.05.19 - 19:51

Hallo!

Komm weg von dem Gedanken, er hätte sich "nur wegen Dir" getrennt, sondern eher "auch wegen Dir - aber auch wegen 100 anderen Dingen". Er war schon eine Weile nicht mehr glücklich, es war schon an einigen Punkten der Wurm drin, und er hatte sicher nicht den Eindruck, es wäre noch sinnvoll, die Beziehung weiter retten zu wollen, sondern eher nach "ein totes Pferd reiten" war die Entwicklung.

Du bist also jetzt nicht dafür verantwortlich, ob er getrennt glücklich ist, oder nicht. Er hat sich getrennt, und er ist auch für sein Lebensglück verantwortlich.

Dass bei Dir im Moment die Gefühle etwas erkältet sind, hat auch durchaus er zu verantworten, und auch jetzt hält er dich eher warm. Aber Gefühle müssen gepflegt werden, um wachsen zu können. Und ehrlich gesagt bin ich gar nicht so sicher, ob er es selbst ernst mit dir meint, wenn er jetzt erst mal "Zeit braucht" oder ob er dich zwar mag, aber noch gar nicht entschieden hat, wo die Reise mit euch hingehen soll.

Du bist zu nichts verpflichtet, und er auch nicht.

Verbringt erst mal einfach zeit zusammen, das tut euch gut. Und Hand halten ist jetzt echt nicht übergriffig, das ist ok.

(13) 27.05.19 - 15:43

Wahrscheinlich liest hier niemand mehr... und trotzdem muss ich noch ein letztes Mal (?) Frust ablassen.

Er hatte sich getrennt, war ausgezogen. Wir haben uns getroffen, viel geredet, es fühlte sich an, als gäbe es eine Chance. Nur zwei Tage nach diesem Treffen ist er zurück zu ihr, hat mir nochmal vorgesäuselt, dass er mit mir zusammen sein will. Und nochmal Zeit braucht.

Ich bin nun endgültig bedient, kann ihm nichts mehr glauben. Ich habe weder Verständnis noch Vertrauen übrig. Von Beginn an habe ich gesagt, wenn er sie liebt, soll er doch einfach bei ihr bleiben. Es wäre fairer gewesen, wenn er nicht ständig beiden vorgibt, sie hätten noch eine Chance.

Ich hoffe, dass ich ab jetzt stark genug bin ihm zu sagen, dass er mich so sehr enttäuscht hat, dass ich mit ihm durch bin. Es gibt nur noch einen kleinen Teil in mir, der ihm vergeben und kämpfen würde. Die Wut, Verletzung und Enttäuschung geben mir aber Kraft, von ihm weg zu kommen und ich bereite mich schon jetzt auf einen nächsten Sinneswandel von ihm vor.

Er hätte das alles mit weniger Verletzungen über die Bühne bringen können. Ich ärgere mich sehr über die Zeit und Gefühle, die ich investiert habe. So dämlich und scheinbar für jeden außer mir vorhersehbar.

Das Weinen ist immerhin schnell vergangen, ich bin noch etwas antriebslos, aber das wird schon wieder.

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