Wenn man als Frau das Kind nicht will

    • (1) 11.05.19 - 23:03
      Herahi

      Ich bin in der Situation dass ich ein Kind habe was ich nicht will, nie wollte.
      Mein Partner wollte es uns hat gehofft ich ändere meine Einstellung noch oder entwickele Gefühle.
      Nach der Geburt ging es auch....ich hab mich zusammen gerissen und versucht seine Erwartungen was eine Mutter zu tun und zu sein hat, zu erfüllen.
      Aber, das Kind war uns ist mir egal.
      Ich bin dann gegangen, hab ihm das Sorgerecht überlassen, er hat sich dann entschieden, das Kind zur Adoption freizugeben.
      Ohne mich wollte er es dann auch nicht durch ziehen.
      So.... jetzt sucht das Mädchen Kontakt, ist mittlerweile 19.
      Was soll ich ihr sagen?

      • Die Wahrheit. Nett verpackt soweit möglich.

        Willst du den Kontakt denn auch?

        Vielleicht ist es für den Seelenfrieden des Mädchen wichtig. Ich weiß nicht, ob die Wahrheit und eine emotionslose Antwort deinerseits das Richtige ist. Vielleicht malt sich ein Adoptivkind die verrücktesten Dinge aus, warum es weggegeben wurde. Vielleicht auch, dass seine Mutter immer wieder an sie gedacht hat o. ä. Das scheint ja bei dir nicht der Fall zu sein. Aber ein "ich wollte nicht Mutter sein u. dein Vater war allein überfordert" verletzt schon sehr.

        Vielleicht lehnst du lieber ab, wenn du dir nicht zutraust, ein empathisches Gespräch zu führen. Womöglich erhofft sie sich weitere Kontakte mit dir. Ist auch nicht schön, wenn du ihr nach dem 1. Gespräch eine Absage erteilst.

        (4) 12.05.19 - 00:37

        Frag sie einfach, warum sie Kontakt sucht, was sie sich erwartet von dir.

        Weißt Du, wie sie groß wurde? Es ist ja schon ein Unterschied, ob sie z.B. liebevolle Adoptiveltern gefunden hat und jetzt einfach noch ihre Vergangenheit erforschen will. Oder ob sie z.B. nur weitergereicht wurde von einer Pflegefamilie zur nächsten und nie Liebe kennenlernen durfte. Wenn sie ein liebendes soziales Netz hat, das sie auffängt, kannst du ehrlicher sein als wenn sie eh nur herumgeschubst wurde und sich vielleicht erhofft, wenn sie ihre leibliche Mutter gefunden hat, wird endlich alles gut. In dem Fall würde ich ihr nicht sagen, dass sie mir nie was bedeutet hat sondern eher nach dem Motto "ich war überfordert"...

        So oder so, echt traurige Geschichte, ich kann das persönlich als Mutter gar nicht nachempfinden. Hast Du eine Erklärung dafür, dass Du so kalt dem eigenen Kind gegenüber warst/bist? Hast Du selbst eine eher lieblose Kindheit gehabt? Musst Du hier nicht beantworten, aber ich frage mich, ob Du Dich selbst das mal gefragt hast? Denn vielleicht wäre das ja jetzt auch für DICH eine 2. Chance...

      • Das ist hart für ein Kind von beiden Elternteilen im Stich gelassen zu werden.
        Klar, dass das Mädchen gerade in so einer Situation wissen möchte warum.

        Ich finde es mutig von dir hier vor versammelter Mannschaft zuzugeben, dass du keine Muttergefühle entwickeln konntest.
        Hast du dein Kind in jungen Jahren bekommen?
        Weißt du wie, wo und wer sie großgezogen hat?
        Wie war deine eigene Kindheit.

        Ich würde dir raten, dass du dir für ein Treffen Hilfe vom Jugendamt holst. Die können dir bestimmt beistehen, wie du deiner Tochter möglichst sanft erklären kannst warum das damals so gelaufen ist.

        Möchtest du sie denn auch kennenlernen?
        Hast du dich in all den Jahren nie gefragt wie es ihr geht, wie sie aussieht, was sie macht?
        Ich kann mir kaum vorstellen, dass du das nicht gemacht hast.

        • (6) 12.05.19 - 08:24

          Ich kann mir das schon vorstellen. Das würde dann allerdings für totale Verdrängung sprechen, und das wiederum spräche dann für ein psychisches nie verarbeitetes Trauma der TE. Manche Menschen suchen ihr Heil nicht in der Aufarbeitung ihrer emotionalen Altlasten sondern in der Flucht vor ihnen. Das kann lebenslang klappen, wenn man nie wieder mit ihnen konfrontiert wird. Hier findet nun Konfrontation statt, und die TE muss sich erneut entscheiden: Konfrontation oder Flucht. Daher meinte ich, es ist für sie auch evtl. eine zweite Chance im Leben.

      (7) 12.05.19 - 08:30

      "Was soll ich ihr sagen?"

      Vorab: Ich bin immer für die Wahrheit.
      Allerdings gibt es Wahrheiten, die könnten einen Menschen zerbrechen.
      Wenn du Deiner Tochter die gnadenlose Wahrheit sagst: nämlich, dass Du sie nie wolltest und dann zurückgelassen hast bei ihrem Vater, der sich das alleine dann auch nicht zugetraut hat und sie dann ebenfalls abgegeben hat...Wenn du ihr sagst, dass ihre beiden Eltern, ihre zu diesem Zeitpunkt wichtigsten Menschen auf der Welt, sie im Endeffekt nicht wollten...Dann hinterlässt das tiefe Wunden bei Deinem Kind.

      Deshalb: SIE ist DEIN Kind. Du warst nie für sie da. Deshalb schütze sie jetzt vor der gnadenlosen Wahrheit. Das zumindest bist Du ihr schuldig.
      Sage ihr, Du warst damals zu jung und konntest nicht verantwortungsvoll für sie da sein. Ihr wolltet ihr Bestes und habt ihr die Möglichkeit gegeben, bei besseren Eltern, als Euch, in einem guten Elternhaus aufwachsen zu lassen.

      Tu das nicht für Dich, sondern tu es für Deine Tochter.

      • (8) 12.05.19 - 08:58

        Ich war aber nicht jung, sondern 31.
        Ich wollte nie Kinder, da war nie ein Wunsch nach Familie.
        Meine Kindheit war völlig normal, das Verhältnis zu meinen Eltern bis zu ihrem Tod auch.
        Ein Kind hat für mich persönlich nie eine Bereicherung dargestellt, sondern ich wollte die Einschränkungen nicht die ein Kind nun mal mit sich bringt.
        Es ist mir klar, dass ich ein Treffen auch ablehnen kann, aber ich habe ja keinen Grund das zu tun.
        Es ist völlig verständlich, dass sie mich kennen lernen möchte.
        Wenn sie fragt, dann sage ich ihr, dass ich einfach nie Kinder wollte .

        • (9) 12.05.19 - 09:09

          Du hast damals Mist gebaut, jetzt rette, was zu retten ist.
          Sage ihr, dass Du wusstest, dass sie bei den Pflegeeltern, die sich liebevoll um sie gekümmert haben und immer für sie da waren, besser aufgehoben war, als bei Euch.
          Du wolltest ihr ein gutes Elternhaus ermöglichen, das ihr ihr nicht hättet bieten können.

          Ob Du persönlich jemals Kinder wolltest, ist für Deine Tochter doch völlig unrelevant.
          Vermeide einfach, dass sie erfährt, dass Du sie niemals wolltest und Dich dann der Verantwortung entzogen hast und sie weggegeben hast.

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          (11) 12.05.19 - 10:58

          Hallo,
          es gibt nunmal Frauen, die keine Kinder möchten und die Mutterschaft nicht als erstrebenswert betrachten. Das finde ich völlig in Ordnung!

          Was ich nicht in Ordnung finde, ist Deine völlig sachliche, emotionslose und herzlose Haltung. Da kommt eine junge Frau, die einfach wissen will, wo sie herkommt und Du knallst Ihr dann erstmal hin, dass sie unerwünscht war? Sehr sympathisch. Du wolltest sie nicht, das ist o.k., aber warum noch nachtreten.
          Und was sagt überhaupt der Vater? Den wird sie wohl auch sprechen wollen.

          Wenn Du Dich nicht in der Lage siehst, diese Kaltherzigkeit in einem persönlichen Gespräch an die Seite zu stellen, wäre es besser einen Brief zu schreiben, oder einen Kontakt abzulehnen.

          Möchtest du denn jetzt Kontakt zu ihr? Sie ist ja inzwischen kein Kind mehr und würde keine wie du es nennst Einschränkungen mehr mit sich bringen.

    Hab bitte wenigstens soviel Mitgefühl mit dem Mädchen, dass Du ihr einen Brief schreibst, mit dem SIE leben kann.
    Dass Du zu jung warst für ein Kind und Dich damals eben so entschieden hast, wie es geschehen ist. Dass Du davon ausgegangen bist, dass sie Adoptiveltern gefunden hat, die sie besser aufziehen konnten als Du und Dein damaliger Partner.
    Schreib ihr von mir aus auch, dass Du mit einem persönlichen Treffen überforderst wärest, ihr aber trotzdem alles Gute wünschst.
    Ich kenne so eine Situation Gottseidank nicht, aber von so einem Brief wäre ich vielleicht zuerst enttäuscht, fände die Reaktion aber weitaus ehrlicher als einfach zu schweigen.
    Ich finde, wenigstens den Brief bist Du Deiner Tochter schuldig - auch wenn Du verhindern willst, dass sie plötzlich vor Deiner Tür steht und Deine Abneigung direkt erleben muss.
    LG Moni

    😫😢😭🤧😱... 😨😢

    (15) 12.05.19 - 12:31

    Naja ich würde es mit der Wahrheit versuchen. Es nützt ja nichts. Du hast damals eine Entscheidung getroffen und ich finde sie hat ein Recht auf die Wahrheit. Dann kann sie es entweder akzeptieren oder die hassen. Das wiederum musste du dann akzeptieren.

    • (16) 12.05.19 - 13:09

      Ich habe sie nicht zur Adoption frei gegeben, sondern war davon ausgegangen dass sie bei ihrem Vater aufwächst.
      So hatten wir es vereinbart bzw. er sagte mir damals....bitte bekomme das Kind, ich traue mir das zu und möchte mich drum kümmern.
      Dass er es dann doch anders entschieden hat, war eine Überraschung und so nicht vorhersehbar.
      Aber letztlich ist es ja eine Entscheidung im Sinne des Kindes, damit es die Chance hat mit Eltern aufzuwachsen, bei denen man auch willkommen ist.
      Ich finde daher seine Entscheidung richtig, den Weg der Adoption zu gehen.

      • (17) 12.05.19 - 14:20

        Finde ich völlig ok und nachvollziehbar. Nicht jede Frau fühlt sich als Mutter, das ist doch völlig ok. Und mit 19 ist das Mädchen auch kein Kleinkind mehr. Sie weiss, was für Antworten sie erwarten können, man muss sie nicht vor sich selbst schützen. Sei einfach ehrlich, that's it.

        Ich verstehe jetzt überhaupt nicht, dass andere hier so reagieren.. ich bin sicher das Geschrei wäre riesig wenn jetzt hier ein Mann posten würde "Was soll ich tun, meine Frau will unser Baby abtreiben und ich möchte es doch" dann würdest du als Mö**** etc beschimpft werden. So hast du in meinen Augen damals alles richtig gemacht, richtiger als du hättest müssen.

(18) 12.05.19 - 13:40
Ichfragemich...

Warum Menschen wie du überhaupt Kinder bekommen können auf natürlichem Wege, während andere sich Jahrelang sehnlichst ein Kind wünschen und eine Enttäuschung nach der anderen erleben müssen.

Ja, mein Beitrag bringt dir nicht viel!
Schreib ihr einen Brief und sei ehrlich! Danach wird sie dich mit Sicherheit in Ruhe lassen.
Ich wünsche von ganzem Herzen, dass das Mädchen auch tatsächlich in einer liebevollen Familie groß geworden ist!

  • Weil Kinder bekommen ein schlichter biologischer Vorgang ist. Bei manchen funktioniert es, bei manchen nicht, manchmal sterben auch Mutter oder Kind bei dem Versuch. Was es aber ganz sicher nicht ist, ist irgendeine verklärte Auszeichnung! Menschen mit Deiner Einstellung machen meiner Meinung nach insbesondere ungewollt kinderlosen Frauen das Leben schwer, weil nur auf diesem Boden die Frage, warum bin ich damit gestraft gedeihen kann...

(21) 12.05.19 - 19:16

Weil Mutter Natur nur nach Genetik selektieren kann (natürliche Auslese), nicht auch nach psychologischen Aspekten (leider).

Ich würde mich schon mit ihr treffen oder zumindest eben Brief schreiben. Ehrlich sein, aber die Worte mit Bedacht wählen. Für deine Tochter ist es bestimmt wichtig zu wissen wo sie herkommt, wie du aussiehst, ob sie was von dir hat etc.
Mit 19 ist sie ja auch kein kleines Kind mehr und hatte hoffentlich eine schöne liebevolle Kindheit. Mit dir hätte sie die nicht gehabt und ihr wärt beide unglücklich gewesen, auch wenn deine Entscheidung hart war war sie für euch so wohl richtig.
Triff dich einfach mit ihr, dann hat sie Antworten und einen Eindruck von Dir.

(23) 13.05.19 - 13:58

Hallo,

ich bin adoptiert und habe meine leibliche Mutter ebenfalls gesucht (und gefunden).

Interessierst Du Dich denn jetzt für sie? Willst Du wissen, was für ein Mensch sie ist, wie es ihr ging, an was sie sich erinnert? Willst Du ihre Fragen wissen und ihre Gedanken aushalten?

Falls nein (was legitim ist), schreib ihr einen Brief. Erklär ihr, was Du ihr ihr erklären willst ( Deal mit dem Vater), aber, ich bitte Dich, schreib einmal in den Brief, dass es Dir leid tut - und sei es, dass Dir leid tut dass der Deal mit dem Vater nicht geklappt hat und sie so bei keinem leiblichen Elternteil aufwachsen konnte.

Rechtfertigen brauchst Du Dich m.E. nicht. Viele Adoptierte haben 1000 Gründe für die Adoption im Kopf und "wollte mich nicht" steht da ganz weit oben und kommt nicht unerwartet.

Dir alles Gute!

Ich würde ihr die Wahrheit sagen, wobei ich wichtig finde, dass du betonst, dass du nicht SIE nicht wolltest, sondern überhaupt kein Kind. Das würde für mich auf jeden Fall einen Unterschied machen und es entspricht ja auch der Wahrheit. Du hast dann alles versucht, dass sich Muttergefühle entwickeln, aber es ist dir nicht geglückt. Also hast du sie bei ihrem Vater gelassen, der dann unerwartet in seiner Vaterrolle versagt hast, was du ihr nie wissentlich antun wolltest. Dass er sie dann zur Pflegefamilie gegeben hat, war letztlich sicher die beste Entscheidung. Und was dir keinen Zacken aus der Krone bricht ist, wenn du ihr sagst, dass es dir leid tun, falls sie leiden musste oder leidet. Jedenfalls lese ich aus deinem Text, dass du es mit den Gefühlen ernsthaft versucht hat und nicht böswillig das Leben eines Menschen verauen wolltest. Und ich kann mir vorstellen, dass so eine Art Entschuldigung guttun kann.
Alles Gute!

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