Partner mit Depressionen

Hallo ihr Lieben,

ich weiß nicht so recht was ich mir erhoffe aber vielleicht hat jemand Erfahrungen mit diesem heiklen Thema.

Mein Lebensgefährte leider seit ca einem Jahr an (starken) Depressionen, ausgelöst durch Knieop und daraus folgenden Jobverlust.

Unsere eigentlich perfekte Beziehung leider natürlich stark darunter. Ich musste mich bisher nie mit so einer Krankheit auseinander setzen, daher gestaltet sich der Umgang damit für besonders schwierig.. Mittlerweile hat er den Schritt zum Arzt gewagt und sich Antidrepessiva verschreiben lassen, diese bisher aber noch nicht eingenommen..

Mittlerweile weiß ich zum Großteil, wie ich mit ihm umgehen muss, damit er nicht noch tiefer fällt aber was kann ich noch tun um ihn da wieder rauszuholen?
Wir haben vor dieser Zeit sehr viel unternommen und jede Sekunde die wir zusammen verbracht haben genossen..
Mit Spaziergängen, Essen gehen und solche Sachen die wir ständig unternommen haben versuche ich ihn regelmäßig rauszukriegen, klappt nur in den seltensten Fällen 😞

Auch haben wir vorher ein sehr ausgeprägtes und wunderschönes Liebesleben gehabt, seit nun 9 Monaten gab es bei uns keine Intimitäten mehr..
Auch das belastet mich und ich frage mich wie ich seinen Libidoverlust wieder herstellen könnte?!

Wenn also jemand mal in ähnlicher Situation war oder sogar ist, wäre ich über jeden Tipp dankbar.

Eine Trennung kommt für mich absolut nicht in Frage.

Liebe Grüße
Steffi

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Hallo!

Also im Grunde hilft nur Fachmännische Hilfe. Also wirklich eine Psychotherapie.
Es ist wichtig, das man genau weiß, was für eine Depression er hat und er da richtig mit Medikamenten eingestellt wird. Ein Therapeut kann dir auch sagen, wie du damit umgehen sollst und was du tun kannst, um ihm zu helfen bzw. ihn zu unterstützen.

LG Sonja

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>>Auch haben wir vorher ein sehr ausgeprägtes und wunderschönes Liebesleben gehabt, seit nun 9 Monaten gab es bei uns keine Intimitäten mehr.. 
Auch das belastet mich und ich frage mich wie ich seinen Libidoverlust wieder herstellen könnte?!<<

Auch wenn er noch keine Antidepressiva einnimmt, möchte ich dich darauf hinweisen, dass gerade die Einnahme von Antidepressiva häufig zu Libidoverlust führt. Daher würde ich, auch wenn er die Medikamente einnimmt, nicht auf schnelle Besserung diesbezüglich hoffen.

Zu der Krankheit: Du selbst kannst leider gar nichts machen.
Zunächst muss er einsichtig sein und für sich die Erkrankung erkennen. Dann empfiehlt sich der Gang zum Psychiater, Psychotherapie ambulant oder stationär u die Einnahme von Antidepressiva, deren Wirkung setzt erst nach einigen Wochen ein, darauf muss man sich einstellen.

LG

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Der Tipp an dieser Stelle ist wie immer: DU kannst gar nichts tun, Du kannst ihn nur in dem unterstützen, was ER tun will. Und nachdem er nach einem Jahr immer noch nicht wirklich weiter ist, kannst Du noch weniger tun.

Er muss gesund werden wollen, sich zuliebe und natürlich an zweiter Stelle auch Dir zuliebe. Manchmal ist es eine Möglichkeit, dem Partner zu zeigen, wie sehr man unter der Situation leidet, damit sich etwas tut.

Du kannst aber für Dich etwas tun, Du könntest Kontakt zu Angehörigen psychisch kranker Menschen aufnehmen und/oder in speziellen Depressionsforen dazu lesen.

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Ich habe darüber mal eine Reportage mit verschiedenen Fachärzten gesehen.
Eine Depression ist heilbar.
Der Weg ist eine gute medikamentöse Einstellung gepaart mit einer Psychotherapie.
Natürlich dauert das. Aber es gibt diesen Weg.

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Hallo!

Zuerst ist ja die Frage, wie ihm ein Arzt helfen soll, wenn er keine Medikamente nimmt. Wenn er die nicht will, dann muss er das wenigstens ehrlich dem Arzt sagen und dann um so intensiver bei einer Therapie mitarbeiten. Allerdings haben Antidepressiva schon echt ihre Daseinsberechtigung, auch wenn das Sexleben damit noch wesentlich mehr leiden dürfte.

Meine Beziehung hat sich seit den Depressionen auch verändert, aber mein Mann arbeitet wenigstens mit, nicht dagegen. Unternehmungen sind auch seltener geworden, aber mit Ansage und wenig stressigen, gut zu bewältigenden Sachen klappt es. Auch wenn wir schon mal einen Tierpark nach 20 Minuten abbrechen mussten, weil es zu viel wurde. Das kann auch passieren.

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Danke für eure Antworten..

Ich gehe stark davon aus, dass er die Medikamente nehmen wird.. Ich war beim Arztbesuch dabei und hätte er sie nicht gewollt, hätte er das klar gesagt.. So gut kenne ich ihn mittlerweile..

Ein paar Tage danach war ich selbst nochmal bei der Ärztin und natürlich kam das Thema auf..
Sie sagte dann, dass viele die Medikamente nicht sofort nehmen aus Angst vor Nebenwirkungen und wie sie im Allgemeinen darauf reagieren..

Das er an dieser Krankheit leidet, weiß er und da steht er auch offen (mir gegenüber) zu und das er etwas dagegen unternehmen muss weiß er auch..
Wenn ich eines dabei gelernt habe, dann ist es, dass ihn zu nichts drängen kann (manchmal leichter gesagt als getan)

Wie gesagt für mich ist das alles total Neuland und daher wollte ich wissen inwieweit ich ihn unterstützen kann.. Das ich ihn nicht therapieren kann ist mir klar..

Heute war ein guter Tag, er wollte von sich aus spazieren gehen 🥰 wir waren also eine halbe Stunde draußen.. Kleine Dinge die dann doch große Freude bereiten..☺️

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Liebe steffilala,

das ist sehr schwierig. Ich war selbst mit einer Frau verheiratet, die Depressionen hatte. Posttraumatisches Stresssyndrom. Ich dachte, Liebe kann kann alles überwinden, aber leider war das nicht korrekt.

Es ging dann von ihr aus, dass wir uns haben scheiden lassen, das ist mehr als zehn Jahre her. Sie wollte nicht, dass ich ihretwegen unglücklich bin... Ich wollte nicht einsehen, dass sie recht hatte. Das war vor mehr als 12 Jahren, und bis heute belastet mich das, weil ich immer wieder denke, ob ich wirklich alles getan habe, um ihr zu helfen.

Bis heute belastet das nicht nur mein Leben (es gibt auch so etwas wie "induzierte Depression"), sondern es hat auch verhindert, eine ernsthafte neue Beziehung anzufangen (das habe ich gerade wieder erleben müssen), da ich immer noch daran denke, vor meiner großen Liebe versagt zu haben und das vielleicht wieder passieren könnte.

Ich wünsche Dir so sehr, dass Dein Freund sich einer Therapie unterzieht, dann besteht eine Chance für Euch. Aber der Weg wird schwierig sein.

Es ehrt Dich sehr, daß Du Deinem Freund helfen willst, aber Du kannst das nicht ohne professionelle Hilfe.