Wie viel Provokation in der Therapie ist normal?

Liebe urbis,
ich bin seit knapp 1 Jahr in Therapie und überlege, diese abzubrechen.
Irgendwie habe ich das Gefühl, meine therapeutin glaubt nicht an mich.
Punkt 1: Der Hauptgrund für die Therapie ist, dass ich mich aus einer ungesunden Beziehung mit emotionaler Abhängigkeit lösen möchte.
Ich sagte ihr, dass ich mir immer die falschen Männer suche und aus diesem Muster raus will.
Was sagt sie: Wenn Sie einen normalen, gesunden Partner wollen müssen sie selbst erstmal "normal" werden.
Sie hat nicht mit mir geschaut, wo die muster herkommen!

Dann habe ich ihr auch unter Tränen erzählt wie ich mit meinem Äusseren hadere und mit dem Älterwerden. Mir fiel das wirklich schwer, es anzusprechen. Sie zuckte daraufhin mit den Schultern, stand auf und sagte wir müssen einen nejen Termin machen. Sie hat mich nie wieder drauf angesprochen. Ich habe mich auch nicht getraut.

Nun zu den Provokationen:
Ich musste eine wichtjge Entscheidung bezüglich meiner Tochter treffen.
Die Therapeutin hat mir nicht richtig zugehört als es um pros und contras ging. Es spielten bei mir emotional auch noch andere, vergangene Entscheidungen mit rein aber da unterbrach sie mich, wirkte total desinteressiert undmeinte das würde sie nerven. Ich konnte also nicht mal zu ende reden.
Ich war nicht zufrieden damit, wie sie reagiert hat und sagte ihr auch nochmal, dass ich es nicht gut fand.
Da wurde sie total genervt und meinte, sie sei keine Beraterin und ich müsse lernen, alleine Entscheidungen zu treffen und das es sie voll nervt dass ich alles anzweifle, auch meine Entscheidungen.
Und wie lange ich denn noch Therapie machen will.
Dabei habe ich wirklich teils traumatische Dinge erlebt, die auch aus falschen Entscheidungen heraus entstanden sind.

Ich fühle mich einfach nach den Sitzungen noch schlechter oder manchnal geht es mir gut und nach der sitzunf dann schlecht.
Sie hilft mir auch nicht mein Selbstbewusstsein zu stärken obwohl ich das als ziel angegebe habe.

Meint ihr das ust normal in einer Therapie?

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Hallo,

zur Therapie selber möchte ich nichts sagen, da die Therapeutin selber eure Stunden vermutlich anders bewertet.

Aber soviel: das Verhältnis zwischen Therapeut und Klient ist der wichtigste Wirkfaktor der Therapie. Da du der Therapeutin nicht vertraust, ihren Umgang anzweifelst und sie dir unsympathisch ist, würde ich die Therapeutin wechseln. Wenn dir das allerdings schon häufiger so gegangen ist (zB mit einer anderen Therapeutin), könnte das zu einem Verhaltensmuster gehören, das dir im Leben Schwierigkeiten bereitet und woran du gerade arbeiten könntest.
Vielleicht thematisiert du das auch in der nächsten Sitzung?

Alles Gute dir!

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Danke für deine Antwort!
Das habe ich ja auch überlegt, ob es ein Muster ist aber ich quäle mich da wirklich und wenn ich versuche meine unzufriedenheit anzusprechen dann reagiert sie immer so krass. Ich bin mir nicht sicher ob sie mich einfach provozieren möchte bis ich mal richtig ausflippe oder ob sie sich nicht bewusst ist dessen.
Aber du hast Recht, vielleicht sollte ich nochmal das Gespräch suchen. Ich habe aber Angst davor, weil es mir hinterher richtig schlecht geht wenn ich mich wieder unverstanden fühle.

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Hallo du Liebe,fühl dich erstmal gedrückt !!!

Ich selbst war zwar noch nie in Therapie, aber normal ist das Verhalten deiner Therapeutin ganz sicher nicht !!!

Ich würde die Therapie weiter machen,da es dir ja noch nicht besser geht ABER bei einem anderen Therapeuten, der dir hilft, dich unterstützt und dich auffängt, weitere Sitzungen bei dieser besagten wären kontraproduktiv für dich !!!

Ich wünsche dir viel Kraft und alles Liebe🍀

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Danke für deine liebe Antwort ❤️ Ich weiß nicht ob ich wechseln kann aber ich kann ja mal bei der Krankenkasse nachfragen.

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Hallo, nachdem mir eine Verlängerung der Therapie bewilligt wurde, wurde das Verhältnis zu meiner Therapeutin zunehmend schlechter. Sie hat Probleme gesehen, die keine sind und hat meine Sorgen ebenfalls nicht ernst genommen.Daraufhin habe ich bei meiner KK angerufen, um zu sagen, dass ich die Therapie gerne abbrechen möchte. Der nette Mann erklärte mir, dass ich selbstverständlich auch zu einer anderen Therapeutin gehen könne, die Stunden werden dann einfach übertragen.

Allerdings habe ich festgestellt, dass mir die Verhaltenstherapie nichts bringt. Und ich fahre tatsächlich ohne Therapie besser. Mein Selbstvertrauen konnte ich nur dadurch stärken, Entscheidungen ohne Rücksprache (z.b durch die Therapeutin)zu fällen und diese auch zu verteidigen. Das ist natürlich bei jedem unterschiedlich.

Liebe Grüße und alles Gute!

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Eine Sache habe ich noch vergessen: Es ging darum dass es mir so schwer fällt Freunde zu finden. Da erzählt sie: "Das ist nunmal schwer. Ich singe in einem Chor und wenn ich nicht mehr kommen würde, würde mich auch keiner vermissen".
Sie macht mir also keinen Mut, sondern gibt mir eine ziemlich resignative Antwort.
Ich weiß nicht ob sie das mit absicht macht oder ob sie einfach wie ein kumpel mit mir redet und sich nichts dabei denkt?

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Welche Berufsbezeichnung hat deine Therapeutin?

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Das frage ich mich auch. Sie kommt sehr unprofessionell rüber.

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Sie ist Diplom Psychologin, Verhaltenstherapie.

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Kasse anrufen und Wechsel beantragen wegen gestörtem Vertrauensverhältnis zur Therapeutin. Dass sie dir mehrfach sagt, Du nervst sie, ist jawohl ein Unding. Ich würde ihr auf sowas antworten "Wissen Sie, meine Kasse bezahlt sie dafür, sich das anzuhören, wenn es sie nervt, haben Sie wohl den falschen Job gewählt" und dann aufstehen und gehen.

Meiner Erfahrung nach haben leider einige diesen Job nur ergriffen, weil sie selbst richtig einen an der Waffel haben.

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Hallo,

das ist wirklich nicht schön wie deine Therapie abläuft. Ich war selbst vor Jahren in Behandlung und freute mich auf jede Stunde mit meiner Therapeutin. Ich habe sie sogar nach 3 Jahren um Rat gebeten und die Stunde privat bezahlt. Die Therapeutin war immer auf „meiner Seite“. Sie hat mich und meine Sorgen und Zwiefel nie abgewertet oder übergangen, weil sie es nervig fand. Mir kommt es vor als würde deine selbst Hilfe brauchen und mit sich selbst nicht im Reinen sein. Das zeigt schon die Sache mit dem Älterwerden oder Freunde finden.

Nach jeder Sitzung ging ich meistens gestärkt raus. Später habe ich noch begleitend Antidepressiva genommen und es ging mir zunehmend besser. An deiner Stelle würde ich mit der KK telefonieren und deineUnzufriedenheit mitteilen und einen neuen Therapeuten suchen. So wie es bei dir läuft ist nicht richtig. Alles Gute

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Hallo, nein, so ganz normal ist das nicht. Natürlich sollte eine Therapeutin sich mit Ratschlägen zurückhalten. Ihr Job ist es, dich dabei zu unterstützen, deinen eigenen Weg zu finden.

Ich würde trotzdem noch einmal das Gespräch suchen und klären, ob sie die Therapie nicht weiter führen möchte. Mit dem Ergebnis kannst du dann mit deiner Krankenkasse klären, wie es weiter geht.

Liebe Grüße

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Ich würde das direkt bei der nächsten Sitzung ansprechen und ihr sagen, dass du das Gefühl hast, mit ihr nicht weiter zu kommen.
Außerdem würde ich sie fragen, was sie mit ihrer Methodik bezwecken möchte.

Vielleicht reagiert sie so, um dich zum Nachdenken anzuregen, ähnlich dem Montessori Prinzip: Hilf mir, es selbst zu tun?

Also ich persönlich würde mir das Verhalten erklären lassen, bevor ich den Therapeuten wechsle.
Ungeklärt läufst du Gefahr, dieses Erlebnis als negativ zu speichern und hast vielleicht dann innerlich ein "Aber" gegen Therapeuten.

Alles Gute Dir

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Wenn du kein vertrauensvolles Verhältnis zu deiner Therapeutin Hast, solltest du wechseln. Um das festzustellen, sind eigentlich die probatorischen Sitzungen da. War es zu dem Zeitpunkt noch anders?