Depressionen oder was ist das??

Hi .... ich bin mir nicht sicher, ob mir jemand hier helfen kann, aber ein Versuch ist es wert.
Wir leben seit 13 Jahren Patchwork, ich habe 3 Kinder mitgebracht, eins haben wir gemeinsam (jetzt 10-17).
Mein Mann ist im Grunde ein lieber und führsorglicher Ehemann und Vater.
Allerdings gibt es seit Jahren immer wieder Momente/Phasen in denen er extrem negativ eingestellt ist und alles schlecht redet, bzw. indirekt Konfrontationen mit mir und den Kindern provoziert.
Seine Antworten klingen zeitweise mega genervt, oder er beteiligt sich gar nicht am Gespräch beim Essen...
Aus Banalitäten entfachen hier richtig unnötige Diskussionen, die Kinder rollen dann nur noch die Augen, weil es tatsächlich sehr nervraubend ist.

Heute wollte er wandern und wir haben beim Frühstück gefragt wer mitkommen möchte. Am Ende wollten 2 mit und er meinte dann plötzlich, dass er da eigentlich keine Lust drauf hätte und ohne Kinder gehen will.
Für mich hat es sich falsch angefühlt, dass er sie zuerst fragt und ihnen dann sagt, dass sie zu Hause bleiben soll.
Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Ich habe dann gesagt er soll besser ganz alleine gehen, ich mache dann was mit den Kindern.

Wir machen sehr viel zu zweit, das kommt absolut nicht zu kurz, daran liegt es nicht.
Aber diese genervte, teilweise freudlose Art zieht mich im Moment echt runter... Und die Kinder irgendwie auch.
Manchmal überlege ich, ob er Depressionen hat o.ä.
Dann gibt es wieder Momente in denen ist er richtig gut drauf und begeisterungsfähig.

Mir fällt es aktuell einfach richtig schwer damit umzugehen, ich kann gar nicht mehr richtig ich selber sein, ich bin schon so stark darauf fixiert wie seine Stimmung ist und versuche entsprechend auszugleichen.
Ich bin im Grunde ständig auf der Hut, das ist sehr anstrengend...
Ich habe schon versucht mit ihm in Ruhe darüber zu sprechen, aber das gelingt nicht so richtig.
D. h. Ich habe Unrecht... laut ihm.

Tja, was tun?????

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Nein, für eine Depression hat er viel zu viel Energie.

Es liest sich so, als ob er einfach unzufrieden ist mit seinem Leben.

2

Hallöchen..

Du Arme, ich kann ungefähr nachvollziehen wie es Dir damit geht.. Bei uns ist es im Moment sehr ähnlich.. Wir leben zusammen mit (meinen) zwei Kindern und auch mein Mann verhält sich ungefähr genauso wie deiner..
Es hat lange (fast 1Jahr) bei ihm gedauert bis er sich selbst und mir gestanden hat, dass er an einer Depression leidet.
Er ist nicht mehr er selbst und endlich sieht er selbst es auch.. Vor gut 4 Wochen hat er seinen Mut zusammengenommen und mit unserer Hausärztin darüber gesprochen und wird nun auf Antidepressiva eingestellt..

Es ist eine verdammt schwere Zeit und eine echte Belastung auch für uns Frauen..
Ich habe lange gebraucht um dies zumindest einigermaßen zu verstehen..

Eines habe ich dabei gelernt..
Bei meinem Mann habe ich mit Vorwürfen, Anschuldigungen und co nur das Gegenteil erreicht..
Er kommt von allein wenn er bereit ist zu reden und mir mitzuteilen was in ihm vorgeht.

Ich wünsche Dir viel Kraft und hoffe, dass es nicht ganz so schlimm wird wie bei meinem Mann, der irgendwann anfing sich jede freie Minute durchgehend in seiner PlayStation zu verstecken.. bevor das losging hätte er nichtmal eine.. 🙄

Liebe Grüße
Steffi

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Männerdepressionen sind anders als Frauendepressionen.
Könnte auf deinen Mann zutreffen.

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Du Liebe,

bei uns das selbe, nur noch schlimmer würde ich sagen.
Inzwischen verbal mega aggressiv, ständig bin ich diejenige, die an allem schuld ist, alles falsch macht. Die Kinder nerven ihn total schnell.

Vor 2 Jahren Depression diagnostiziert, mit Tabletten wurde das Verhalten besser. Die setzte er eigenmächtig Anfang des Jahres ab. Seitdem mit jeden Tag schlimmer. Leider ohne Einsicht. Kann man nichts machen - oder ich habe den Weg nicht gefunden.

Hoffe bei Dir läuft es besser!

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Wie alt ist er? Könnte es eine Midlife-Crisis sein? Klingt für mich, als ob er gerade einfach keinen Bock mehr auf anstrengendes Familienleben mit 4 Kids hat. Ich würde ihm Ruhephasen für sich allein gönnen, die braucht er scheinbar gerade, und gucken, ob er bessere Laune dann hat, wenn er öfter einfach was allein für sich machen kann. Ich hatte auch so eine Phase, mein sehr anhänglicher Partner hat mir leider keine Zeit für mich allein einräumen wollen, mir nicht die Kinder mal zwischendurch eine Weile vom Hals gehalten, meinte auch, ich hätte eine Depression. Ende vom Lied war, dass ich mich Anfang des Jahres deshalb getrennt habe, und siehe da, schlechte Laune ade. Ich würde daher an deiner Stelle versuchen, ihm innerhalb der Familie und Beziehung diese Ruhe zu bieten, wenn du nicht willst, dass er irgendwann auch genervt sein Heil in der Flucht sucht und findet. Jetzt noch ne andere kinderlose Frau kennenlernen wäre ansonsten zu verlockend.