Wochenendbeziehung

Hallo

Mein Mann und ich führen nun seit über einem Jahr eine Wochenendbeziehung.
Ich schaffe das einfach nicht mehr.
Er kommt am Freitag und fährt am Sonntag und ich bleibe mit unserem kleinen Sohn allein zuhaus.
Ich vermisse ihn so.
Es zerreißt mich innerlich und ich weine sehr viel.
Ich bin einfach kein Wochenendbeziehungstyp.
Er versucht nun schon seit über einem Jahr eine neue Stelle zu finden, aber leider hat es bis jetzt nicht sollen sein.
Wir sind wegen unserem Sohn damals zur Familie gezogen. Wir haben die Unterstützung dringend gebrauchen können, da er ein Downi ist, ist der Alltag nicht immer so einfach.
Aus diesem Grund kommt ein Umzug in die Nähe der Arbeit meines Mannes auch nicht in Betracht.
Ich weiß aber nicht, wie ich das noch schaffen soll...
Die Trennung tut so weh und ich bin damit so unglücklich, und sehe kein Entkommen.
So, wie es derzeit läuft, kann ich mein Leben nicht mehr aushalten, es muss sich etwas tun. Bloß was?
Ich fühle mich gefangen, Perspektivenlos.
Eine Kündigung seinerseits kann ja auch keine Lösung sein...

Ich wollte mir das einfach mal von der Seele schreiben, auf der Warteliste für einen Psychologen stehe ich schon...

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Kannst du dort Arbeit finden und dein Mann bleibt zu Hause?

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Mein Mann fühlt sich ehrlich gesagt in dieser Situation dem Job als Vollzeit Vater nicht gewachsen.
Selbst ich gehe oft auf dem Zahnfleisch.
Er hat halt nicht viel von unserem Sohn mitbekommen in dem Jahr und die Versorgung ist sehr anstrengend

Außerdem verdiene ich mit meinem Job nur 1500€...er kriegt 3500€ raus.
Wir würden unser Haus verlieren

Er hat halt die Hoffnung, doch noch eine Stelle zu finden, es war ja bisher "erst" ein Jahr..

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Okay. Leider er auch unter der Situation oder hast du das Gefühl, dass ihm das Leben so ganz gut gefällt?

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Ich habe noch nicht ganz verstanden, warum Du mit Sohn nicht zu ihm ziehen kannst....

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Weil sie die Unterstützung der Familie bei der Versorgung des Kindes braucht.

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Bewirbt er sich denn?
Wowas kann auch sehr angenehm sein für den der das Doppelleben hat!
Unter der Woche Junggeselle ohne Verantwortung. Am Wochenende Familienvater.

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Er bewirbt sich, ja. Er war auch schon mehrfach in der engeren Auswahl, aber leider war da immer einer, der den Personalern besser gefallen hat

Dasa er selber unter der Situation leidet, merke ich sehr. Er ist selbst kurz davor, die Vernunft sausen zu lassen und einfach zu kündigen was für uns erstmal den Ruin bedeuten würde

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Wie viele km trennen euch denn genau?

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Hey ich kann dir erzählen wie es bei uns ist..wir sind seid knapp 1 1/2 Jahren zusammen und haben getrennte Wohnungen..seh'n uns nur Samstag Abend und sonntags bis mittags wegen der Arbeit. Hab auch noch ein kleines Kind zuhause.. Arbeiten darauf hin das wir Ende nächstes Jahr zusammen ziehen können ...

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Wenn du nicht der Typ für eine Wochenendbeziehung bist, dann ist das so und es muss - zumindest langfristig eine Lösung her.

Von wie viel km Entfernung sprechen wir denn? Besteht die Möglichkeit, dass dein Mann unter der Woche einmal mehr nach Hause kommt oder dass er auf eine 4 Tage Woche verkürzt?

Bewerbungen schreiben sollte er weiterhin, vielleicht ist irgendwann was dabei. Könntet ihr, wenn du zu ihm ziehst, anderweitig Unterstützung erhalten? Eventuell durch karitative Vereinigungen, Selbshilfegruppen oder soziale Dienste. Ich würde mal schauen, welche Möglichkeiten es da so gibt.

Es muss eine Lösung her. Hilfe mit eurem Kind ist super, aber lohnt es sich, dass die Ehe dafür drauf geht?

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Hast du denn unter der Woche Unterstützung von der Familie? Wie alt ist denn dein Sohn? Ich kann mir vorstellen, der Alltag Kind mit Down-Syndrom ist sicher nicht einfach.
Hat dein Kind Pflegegrad? Dann such dir bitte Entlastung z.B über den Familienentlastenden Dienst wie z.B Lebenshilfe oder Johanniter oder eine privat engagierten Betreuer. Das mache ich nämlich auch. Sonst wüsste ich nämlich bald nicht mehr wie mir der Kopf steht bzw. meinem Mann. Wir haben zu Hause einen frühkindlichen Autisten mit geistiger Behinderung, der nicht immer leicht zu händeln ist.

Und du hast es in der Hand zumindestens unter der Woche euren Alltag so zu organisieren, dass man damit einigermaßen klarkommt. Also stecke bitte nicht den Kopf in den Sand. Für eure Situation gibt es immer eine Lösung.

LG Hinzwife

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Hallo, fühl Dich erst mal gedrückt. Ich hatte fast sieben Jahre lang eine Wochenendbeziehung - das Pendeln Freitagmittag und Sonntagabend (wir wechselten uns ab) aber auch die Ungewissheit (wie geht es weiter) waren so kraftraubend, das ich mehrmals nicht mehr konnte und die Beziehung beendete. Und wir hatten damals keine Kinder!
Rückblickend würde ich heute einiges anders machen: vor allem mit dem Partner reden, reden und reden. Und noch wichtiger ein Zeitlimit vereinbaren wie lange man als Paar bzw. Familie das pendeln noch machen wird.

Reden zB was will ich, was will er, welche Kompromisse kann er eingehen, welche nicht, welche Kraftreserven hat er noch, was kann ich beitragen?
Was ist unser Ziel? was machen wir bis wir dort hinkommen? haben wir Zwischenlösungen also bis zB der Job in der Wunschstadt gefunden ist?
Alternativen durchspielen: Ganz neue Ideen, wie in der Mitte leben? Papa macht ein paar Monate Elternzeit etc...
Getroffene Entscheidungen hinterfragen: ist die familiäre Hilfe für die wir hergezogen sind so wertvoll das ich dafür auf meinen Partner unter der Woche verzichten kann. Oder wäre der Partner am Abend (und auch nachts) die grössere Hilfe?
Gemeinsam Zeitlimit setzen: wenn es mit dem Ziel (zB neuer Job in Stadt X) bis Tag X nicht klappt beisst einer vorübergehend in den sauren Apfel (Umzug an Ort der Arbeitsstelle oder er kündigt etc). Dafür ist die Kernfamilie wieder zusammen. Alles Gute für Euch und lasst Euch nicht unterkriegen,

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Hi!

arbeitest du im Moment?

Wäre es eine Möglichkeit deinen Mann ab und zu besuchen? Alle zwei Wochen am Mittwoch Nachmittag euer Kind einpacken, zum Mann fahren und dann gemeinsam am Freitag zurück in die Heimat?

Kann er ab und zu auch erst Montag ganz früh fahren? Dann habt ihr auch Sonntag Abend.

Zu ihm ziehen würde ich persönlich eher nicht, da du offensichtlich gute Unterstützung vor Ort hast.

Hatte ich übrigens auch, Fernbeziehung, aber Familie vor Ort, mit zwei kleinen Kindern. Wäre niemals zu ihm gezogen, dort hätte ich maximal am Abend ein wenig Unterstützung gehabt, vor Ort war das viel besser durch die Familie. Abgesehen davon dass ich dann auch meinen Job aufgeben hätte müssen.

Dein Mann soll den Job nicht einfach so (also ohne einen neuen Job zu haben) aufgeben, ihr rennt sonst in eine Katastrophe. Nicht nur finanziell. Ein arbeitsloser Mann, der zu Hause hockt kann ganz fatal sein (auch eigene Erfahrung - leider).

Professionelle Unterstützung klingt gut, bleib da weiter dran.

LG