Das GefĂŒhl von Einsamkeit (lang)

Hallo ihr Lieben.👋
Ich war schon eine Ewigkeit nicht mehr hier und vorher auch nur mit vielen anderen Themen. Leider finde ich kein passendes Forum fĂŒr mich,aber ich muss mir unbedingt einiges vom Herzen schreiben.
Vielleicht kennen viele dieses GefĂŒhl von Einsamkeit trotz Ehe und Kindern.
Ich weiß nicht direkt wie ich anfangen soll und schreib jetzt einfach mal wirr raus....und hoffe verstanden zu werden.
Mit meinem Mann bin ich schon sehr lange verheiratet. Man kann sagen aus dem Sandkasten raus,verliebt,geheiratet und eine Familie gegrĂŒndet. Es hat alles gepasst,nur teile ich meinen Mann mittlerweile mit viel Alkohol.
Er geht arbeiten,ist die Woche nicht viel prĂ€sent und am Wochenende leider oft ein anderer wenn die Kids im Bett sind. GesprĂ€che sind selten,oft endet es in Diskussionen oder aber auch,weil er zu "mĂŒde" ist und ins Bett geht. Vom Sex oder Zweisamkeit allgemein möchte ich gar nicht anfangen. Ich denke man kann es sich denken wie "toll" es ist.
Jeder Versuch Aufmerksamkeit zu bekommen oder sie ihm zu geben, fĂŒhlt sich an wie eine kalte Mauer die man umarmt.
Abends sitz ich oft alleine da und trÀume... wie schön es wÀre nette Worte zu bekommen. Gestreichelt und begehrt zu werden... ich komm mir vor wie ein dummes 16 jÀhriges MÀdchen.
Mir ist durchaus bewusst das nach so langer Zeit die Schmetterlinge nicht mehr fliegen,aber das es so wird,hatte ich nicht gewollt.
An eine Trennung möchte ich nicht denken, denn trotz alldem, denke ich das Liebe da ist. Es ist ja auch alles wunderbar, wenn er mal nicht zu "beschÀftigt" ist. Da ist er dieser Mann denn ich so geliebt habe.
Was ich jetzt eigentlich von euch will? Ich weiß es nicht đŸ€·â€â™€ïž vielleicht zu wissen das es jemanden gibt der diese Situation kennt. Ob es sich zu KĂ€mpfen lohnt und wie man es anpackt.... ach keine Ahnung, mein Kopf und meine GefĂŒhle drehen gerade am Rad.🙈
Danke fĂŒrs Lesen.

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Hallo schlaflos,


ich kann dich verstehen. Vielleicht kann man auch sagen das du im " Goldenen KĂ€fig" gefangen bist. Nach außen mag alles optimal aussehen. Aber etwas ganz wichtiges ist ĂŒber die Jahre auf der Strecke geblieben. Ich denke das " Wir " gibt es vielleicht schon lange nicht mehr. Ihr lebt eine Art WG ohne Zweisamkeit.

Das es dich unglĂŒcklich macht ist verstĂ€ndlich. In einer Ehe / Beziehung möchte man sich von Partner geliebt und geachtet fĂŒhlen. Bei euch scheint vieles zur SelbstverstĂ€ndlichkeit geworden zu sein und kleine , aber ganz wichtige Gesten sind ins vergessen geraten. Ein paar liebe Worte, oder nur mal das er dich in den Arm nimmt. Ich denke ich könnte hier noch viel mehr aufzĂ€hlen.

In langjĂ€hrige Beziehungen / Ehen schleicht sich oft so etwas wie der Alttag ein. Alles funktioniert und jeder geht seinen Weg. Dabei werden mit der Zeit Zweisamkeiten weniger. Gemeinsame Unternehmungen gibt es vielleicht auch irgendwann nicht mehr und gemeinsame GesprĂ€che werde auch nicht mehr oft gefĂŒhrt.

In meinen Augen kann reden sehr viel helfen. Das setzt aber voraus das beide Seiten an den GesprĂ€chen interessiert sind und auch bereit sind an der Ehe/ Beziehung zu arbeiten. Es ist auch wichtig das ihr es schafft fĂŒr euch genĂŒgend gemeinsame Zeit einzurichten und etwas gemeinsam zu unternehmen .

Du schreibst du teilst deinen Mann mit dem Alkohol. Jetzt weiß ich nicht wer den Alkohol konsumiert. Alkohol und sĂ€mtliche anderen Mittel die in diese Richtung gehen beruhigen vielleicht etwas. Sie lösen aber keine Probleme. Sie schaffen aber weitere Probleme und können von daher ein Beziehungs-Killer sein.

Wenn ihr es nicht allein schafft eure Probleme zu lösen könnte eine Beratungsstelle hilfreich sein. Dort könnt ihr eure Sorgen und Problem vortragen und man wird mit euch nach Wegen suchen um diese Probleme zu lösen.

Versuche auch jemand zu finden dem du deine Sorgen anvertrauen kannst damit sie dich nicht innerlich auffressen.


Freundliche GrĂŒĂŸe

blaue-Rose

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Mir ging es ganz Ă€hnlich wie Dir. Irgendwann lernte ich einen anderen Mann kennen, der mir die Aufmerksamkeit gab, die mir fehlte. Ich verliebte mich Hals ĂŒber Kopf, war von mir selbst geschockt, denn andere MĂ€nner hatten mich 16 Jahre nicht interessiert. Als der Andere mir das "er oder ich"-Ultimatum setzte, traute ich mich nicht, das Risiko einzugehen mit zwei kleinen Kindern. Zum Abschied prophezeite er mir "Wenn ich es nicht bin, dann kommt in ein paar Jahren ein Anderer, fĂŒr den Du gehst".

Die Bombe meiner Affaire platzte, weil ich nach der Trennung von dem Anderen schrecklichen Liebeskummer hatte und den nicht verbergen konnte - mein Mann war am Boden, wachte aber auf und sah ein, dass das nur geschehen konnte, weil wir uns voneinander so entfernt hatten als Paar. Er hörte auf zu trinken, wir nÀherten uns wieder einander an...

1-2 Jahre lief es wieder besser, dann entwickelte es sich wieder zurĂŒck, diesmal von mir aus, denn die Emotionen, die der Andere in mir ausgelöst hatte, konnte mein Mann nicht in mir wecken. Heute denke ich, wir hĂ€tten eine Paartherapie machen sollen. So suchte ich mir stattdessen ein neues Hobby, das mir BestĂ€tigung gab, mich ausfĂŒllte und nein BedĂŒrfnis nach Aufmerksamkeit befriedigte... Über das Hobby lernte ich erneut jemanden kennen, dem es in seiner Beziehung genauso ging wie mir. Wir verliebten uns. Diesmal zog ich die Konsequenz und trennte mich, zumal mein Partner wieder angefangen hatte zu trinken, saufen musste man das nun leider nennen, und er wurde nun fies und mies in angetrunkenem Zustand, wahrscheinlich auch und immer mehr, weil er merkte, dass ich mich immer mehr distanzierte. Ich zog mit den Kindern aus. Mit dem Anderen bin ich nicht zusammen, er hat den Schritt nicht gewagt bisher, ob er es je wagt, ich bezweifel es, seit 2 Jahren eiert er herum, wir sind "Freunde", es lĂ€uft nichts, obwohl wir verliebt ineinander sind, er versucht das immer wieder zu verdrĂ€ngen, bricht den Kontakt immer wieder wochenlang ab, wenn es ihm wieder zu nah wird ("kompliziert" nennt er das), naja, mir ist es egal, ich habe den Schritt gewagt, er war der Beschleuniger, aber nicht der Grund, ich bereue den Schritt nicht. Mein Mann hat es nicht gut verkraftet, MĂ€nner sind VerdrĂ€ngungskĂŒnstler, er fiel trotz aller jahrelanger Vorwarnungen und TrennungsgesprĂ€che wegen dem Trinken aus allen Wolken. Von dem Anderen weiß er nichts.

Warum ich dir das erzĂ€hle? Weil ich mich in dem von dir geschriebenen wiedererkenne, VOR der ersten Affaire. Rede mit deinem Mann, wĂ€re mein Rat. Und mach ihm klar, wie unglĂŒcklich du bist und dass sich was Ă€ndern muss. Leider sind MĂ€nner oft zu bequem, was zu Ă€ndern, und nehmen die Warnungen erst ernst, wenn man wirklich mit gepackten Koffern dasteht. Gerade Alkoholiker sind große Beschwichtiger und Verharmloser und VerdrĂ€ngungskĂŒnstler. Ohne dass er das Trinken einstellt, wird es eh scheitern, oder du wirst immer unglĂŒcklicher. Ich fĂŒrchte daher, auch bei Euch muss es daher erst knallen, vielleicht wacht er dann auf. Oder du.

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Es ist ganz wichtig an der beziehung zu arbeiten, rafft euch auf, besorgt euch einen babysitter, geht spazieren, was essen, ins museum, minigolf spielen, kurztrip in andere stadt usw das ist gold wert, und fixier dich nicht nur auf ihn, mach dein eigenes ding, such dir ein hobbie, freundinen, kann man doch die kids mitnehmen aber trotzdem untet frauen quatschen, wĂŒrde trennung trozdem nicht ausschliessen, du schreibst von liebe hm es fehlt aber zweisamkeit, aufmerksamkeit, gesprĂ€che, leidenschaft.. Das alles ist fĂŒr mich liebe.. Und regelmĂ€ssig alkohol dazu geht fĂŒr mich gar nicht

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Hallo du Liebe,
ich kenne das, auch lange verheiratet und drei Kinder.
Ich fĂŒhle mich auch manchmal einsam, genau wie du.
Mein Mann hat jetzt mit Mitte/Ende 40 begonnen, exzessiv Sport zu betreiben. Er trainiert, lĂ€uft Halbmarathons und bald steht ein Marathon vor der TĂŒr.
Ich bleibe dabei manchmal auf der Strecke, hĂ€tte ich mir doch gewĂŒnscht, dass wir etwas Gemeinsames finden, was uns erfĂŒllt.
Den einzigen Rat, den ich dir geben kann, ist: Rede mit deinem Mann.
Ich habe jetzt viele GesprĂ€che mit ihm gefĂŒhrt und wir tragen uns alle paar Wochen einen Paarabend im Kalender ein.
Das hilft schon ungemein. Da gehen wir etwas essen oder wir sitzen zu zweit in einen Biergarten, ohne Kinder, ohne Bekannte, ohne Freunde, nur wir beide als Paar.
Außerdem schaue ich mehr nach mir, was gefĂ€llt mir, was mag ich?
Hier kannst du vielleicht auch ansetzen. Sol

Mein Rat lĂ€sst nun den Alkoholkonsum bei dir/euch außen vor. Ist dein Hauptproblem die Einsamkeit oder der Alkoholkonsum deines Mannes?

Jedenfalls wĂŒnsche ich dir alles Gute!
Liebe GrĂŒĂŸe!
Ichkenndas

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Hallo,
ich kann dich verstehen. Weil ich das was du beschreibst Àhnlich kenne und erlebe.
D. h. ich kann dir auch nicht wirklich einen Rat geben, denn den weiß ich mir momentan selber nicht.
Wir sind seit ĂŒber zwanzig Jahren verheiratet, die Kinder erwachsen, wohnen aber noch bei uns.
Vor ein paar Jahren hatte mein Mann eine AffĂ€re - das hat in unserer Beziehung schon einiges "wachgerĂŒttelt" - wir haben Eheberatung in Anspruch genommen, haben gelernt miteinander wieder zu "reden" - haben uns sehr genĂ€hert und wirklich wieder schöne Zeiten.
Aber seit etwa 1 Jahr flacht das alles wieder ab. Vielleicht liegt es ein StĂŒck weit an mir. In meinem Hinterkopf ist immer noch diese Geschichte mit der Anderen, zwar bei Weitem nicht mehr so detailhaft wie am Anfang, aber in mir ist da einfach etwas kaputt gegangen. Ich hĂ€tte meine Hand ins Feuer gelegt, daß mein Mann niemals fremdgehen wĂŒrde...wobei ich mir andererseits denke: sowas kann wirklich passieren. Es hĂ€tte wahrscheinlich auch mir passieren können.
Das Schlimmste fĂŒr mich daran ist/war, so hintergangen worden zu sein.
Dennoch trĂ€gt auch mein Mann seinen Teil dazu bei, daß es so ist, wie es ist: Unter der Woche ist er mĂŒde, wenn er abends von der Arbeit zuhause ist (Er hat tĂ€glich zwei Stunden Fahrtweg und macht dazu jede Woche bestimmt 3-4 Überstunden) - Am Wochenende gibt es immer etwas zu tun. Er treibt nun wieder Sport, ich wĂŒrde gerne gemeinsam Rad fahren oder Tanzen gehen. Rad fahren macht er manchmal mit, tanzen Fehlanzeige.

Und nun sind wir i-wie wieder auf dem besten Weg in alte Muster zu verfallen. Warum ich ihn nicht verlasse? Weil ich wohl an allem hier irgendwie hĂ€nge. Ich habe mein ganzes Herzblut eingebracht in unser Zuhause, unseren Garten, hab mir hier ein Zuhause geschaffen, mit viel, viel Arbeit. Ehrlich gesagt, wĂŒsste ich auch gar nicht wohin. Klar i-wie wĂŒrde es gehen, wenn es sein mĂŒsste.

Ich bin momentan Àhnlich depri wie du es zu sein scheinst. Bin aber auch zu ausgelaugt, um noch an unserer Ehe zu arbeiten.