Schlechter Einfluss vom neuen Partner

Hi in die Runde

meine besten Freundin ist seit ca. 3 Monaten mit einem neuen Partner zusammen. Ich habe ihn zweimal gesehen. Sie sind noch frisch verliebt und da ist klar, dass man mit seinen Freunden nicht mehr so viel zusammen macht. Sie und ich treffen uns alleine aber mindestens 2 mal die Woche zum Joggen. Er ist so äußerlich ein ganz charmanter Typ, ist Anwalt und geschieden.

Nun zu meinem Problem: ich weiß, hat mir meine Freundin selbst gesagt, dass er sich politisch für eine bestimmte Partei engagiert (ich nenne nicht den Namen), was ja auch okay ist. Allerdings hat er vorsichtig ausgedrückt wohl ein Problem mit der Zuwanderungspolitik und Migration. Ich selbst habe einen Migrationshintergrund, meine Eltern sind 1966 aus dem früheren Jugoslawien nach Deutschland gekommen. Was ich halt merke, dass seine Ansichten beginnen auf meine Freundin abfärben. Am Samstag sagte sie so etwas, dass sie noch nicht wusste wie viele Migranten mittlerweile Deutsche umgebracht haben usw. ich kann jetzt nicht jede Bemerkung wiedergeben, habe aber gespürt, dass ich da etwas verändert hat. Am Samstag habe ich ihr gesagt, dass ich ihre Ansichten nicht teile bzw. gefragt ob sie ein Problem mit mir habe weil ich ja auch Migrationshintergrund habe. Sie verneinte das sofort aber ich würde die Augen zumachen vor dem, was in Deutschland passiert.

Ich fürchte ihr neuer Typ hat sie irgendwie voll im Griff und beeinflusst sie. Aber ich kann das natürlich nicht beweisen. Am liebsten würde ich sie von dem Typ wegholen. Er tut ihr nicht gut. Das geht natürlich nicht. Aber es ist irgendwie traurig, dass sie sich so beeinflussen lässt.

Keine Ahnung ob mir da jemanden einen Rat geben kann. Wahrscheinlich nicht außer einfach Abwarten.

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Liebende haben gerade zu Beginn nicht selten einen enormen Influencer-Faktor aufeinander.

Mir würden fremdenfeindliche Äußerungen bei meinen Freunden oder im direkten Umfeld auch nicht schmecken. Die Mutter meines Sohnes hat da auch ein paar ganz ganz merkwürdige Ansichten. Als er, unser Sohn, am Wochenende mal wieder bei ihr war, hat er mir gestern bei seiner Rückkehr erzählt, dass er und seine Mutter am Samstag in der Stadt waren und sie einfach einen etwas dunkelhäutigen Mann, Typ Südländer angequatscht hat, als der sich an einem Straßenimbiß eine Falafel kaufte: „Na, schmeckt das Essen im Flüchtlingsheim nicht?“

Meinem Sohn (17) sind solche Plattitüden seiner Mutter mittlerweile unheimlich peinlich und er hat ihr dann nach eigener Aussage auch genauso offen gesagt, wie unmöglich ihr Benehmen sei. Seine Erzählung inkl. seiner Reaktion hat natürlich das altlinke Herz eines ergrauten und unverbesserlichen One-World-Junkies wie mir sehr zufrieden gestimmt. Mein Sohn ist politisch/weltanschaulich, so scheint es, eher auf meiner Linie. Die letzten 5 Jahre bei mir und Marx und Engels waren wohl nicht ganz umsonst. Seine Mutter zieht mich bei unseren Telefonaten auch mitunter gerne damit auf, dass wir beiden roten Kommunarden (ich und Sohn) ja ziemlich feudal auf dem Land leben würden und die Probleme der Großstadt nicht kennen oder ignorieren.

Machen kann man da aber nur wenig bis gar nichts. Du für Deinen Fall schon gar nicht, denn Deine Kritik trifft den, in den sie offensichtlich verliebt ist. Am Ende unterstellt sie Dir noch Eifersucht, und dass Du neidisch bist, dass sie so einen smarten Rassisten abbekommen hat. Ich für meinen Fall aber auch nicht. Sie ist und bleibt die Mutter meines Sohnes. Dass ihre latente Ausländerfeindlichkeit nicht auf meinen Sohn abgefärbt hat, ist aber ein fettes Plus in meinen Augen.

Ihr könnt Euch weiterhin treffen und dabei politische Themen konsequent ausklammern. Sollte sie von sich aus das Thema bedienen, kannst Du Ihr freundlich sagen, dass Du davon bitte nichts hören möchtest. Allerdings wird das Prädikat „beste Freundin“ wohl auf Dauer darunter leiden, dass man eben nicht mehr über alles sprechen kann.

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Danke für deine Zeilen. Dein letzter Satz bringt es auf den Punkt. Eine beste Freundin die solche Ansichten vertritt kann eigentlich nicht mehr wirklich Freundin sein. Nicht falsch verstehen, ich will sie nicht verlieren, wir kennen uns seit 25 Jahren aber es macht mir schon Sorgen. Vielleicht wenn das Verliebtsein vorbei ist, sieht sie wieder klarer.

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Du beeinflusst einen Jugendlichen also politisch und bist auch noch stolz drauf? ****vom urbia-Team editiert****

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Meine Freundin ist ja kein Dummchen und ist nicht mit verschlossenen Augen durch das Leben gegangen. Wir haben noch nie Probleme mit Migranten gehabt und sie auch nicht. Davon wüsste ich. Deswegen bin ich so verwundert wie sie offensichtlich auf diese Linie einschwenkt und das macht mir große Sorgen.

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Oooooder er streut ihr mit einer verzerrten einseitigen Darstellung Sand in die Augen...

Wer hat noch mal Lübcke umgebracht? Ein Syrer? Ein Afghane... #gruebel... Ich komm nicht mehr drauf.

Man muss sicherlich über Migration reden, aber mit Abstand und Augenmaß und nicht auf dem Niveau der Bild oder der AfD.

An die TE: Zeig deiner Freundin eine Statistik über die Straftaten aus rechter Richtung und lass sie noch mal im Geschichtsbuch nachlesen und Parallelen zwischen 33 und heute ziehen, frag sie, ob es jemals etwas gebracht hat, Menschen zu hassen und ob sie Angst für einen guten Berater hält. Frag sie, was für sie Anstand bedeutet, hör ihr zu, konfrontiere sie damit, wie es dir als Mensch mit Migrationshintergrund mit den Ansichten der AfD geht, sprecht über eure Ängste, entwickelt alternative Wunschszenarien, wie mit Migration umgegangen werden soll.
Btw. Die AfD hält die Sonne für die Ursache des Klimawandels und sieht keinen politischen Handlungsbedarf. Frag sie mal, was sie meint, wohin die Menschen fliehen, den zunehmend die Lebensmittel und Lebensräume knapp werden wegen Dürre, Überschwemmungen etc..

Ich halte es nach wie vor für sinnvoll, im Gespräch zu bleiben, auch wenn es einem gewisse Menschen nicht einfach machen. Ich greife da auf Atemtechniken aus dem Geburtsvorbereitungskurs zurück.

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Ich denke du kannst da nichts tun außer dir zu überlegen wie sehr dich ihre neue Einstellung stört und ob es dir reicht bestimmte Themen zu meiden, oder ob du trotzdem dich bei jedem Treffen ärgerst, dann würde ich den Kontakt reduzieren.

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Hallo.
Du kannst sie nicht "retten" vor ihm und seinen Ansichten.

Sie ist komplett blind vor Liebe und sieht rein gar nichts mehr neutral.

Ich würde mich klar positionieren indem ich keinen Kontakt mehr pflegen täte zu Menschen die sich als was Besseres darstellen nur weil sie auf der goldenen Seite der Erde geboren wurden.

Zumal sämtliche Fluchtursachen der Westen selbst fabriziert hat.

Daher, wende Du Dich ab und verschwende nicht Deine Zeit ihr die Augen zu öffnen.

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Zumal sämtliche Fluchtursachen der Westen selbst fabriziert hat.

Das kann man SO auch nicht verallgemeinern.
Seit der Nachkriegszeit (was ich weiß) wird für Afrika Geld gespendet, ich möchte nicht wissen, wieviele unzähligen Milliarden da zusammenkamen. Dieses Geld war vollkommen für die Katz - weil die korrupten politischen Systeme und die goldstrotzenden Präsidenten sich alles einsackten. Das hat übrigens auch schon Nelson Mandela gesagt, dass man mit Geld allein Afrika nicht helfen kann, wenn sich in der Regierung nichts ändert.
Da greift vieles ineinander, aber die Rechnung geht nicht auf: Afrika flüchtet nach Europa und die sollen zusehen, wie sie das händeln, weil sie dran schuld sind.....
LG Moni

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"Zumal sämtliche Fluchtursachen der Westen selbst fabriziert hat."

Meinen wir da dasselbe "sämtlich", ohne jede Ausnahme...?

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell bei diesem Thema alle Grautöne über Bord geworfen und nur noch schwarz oder weiß argumentiert wird...#augen

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Ich kann das echt nicht mehr hören oder lesen..

Migrationshintergrund

Ey, wir sind alle Menschen und wie gut würde es uns gehen, wenn wir uns ALLE einfach nur lieb haben.

Ja okay, für manche ist das einfach scheinbar unmöglich.....

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So geht es mir auch. Ich kann es nicht mehr hören. Wenn aber deine beste Freundin mit so Verallgemeinerungen anfängt, dann trifft dich das wirklich. Deswegen macht mir das wirklich Kummer. Sie hatte noch nie diese Ansichten bzw. war bisher eher unpolitisch.

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Du merkst ja selbst, daß man nicht über die Deutungshoheit eines anderen kämpfen kann.
So wie schon beschrieben: selbst klar Stellung beziehen, ggfls. musst Du ihr sagen, daß Du sie als Mensch achtest, mit den politischen Ansichten allerdings nicht zurecht kommst und Dich das mehr und mehr von ihr trennt.

Wenn Dir die Freundschaft sehr viel bedeutet, ist es vllt. auch möglich, das Thema Politik auszublenden. Hängt natürlich auch davon ab, wieviel "Sendungsbewusstsein" Ihr habt und ob Ihr Gott-und-die-Welt-Gespräche hattet (da ist's eher schwierig) oder Euch auf ein Thema (Hobby) fokussieren könnt. Je nachdem was eben Eure Freundschaft ausmacht - das weißt nur Du.

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Hallo!

Naja, wenn deine Freundin so beeinflussbar ist, dann kannst du zwar gegen reden, aber sie wird wohl ihren neuen Freund eher zuhören. Liebe macht einfach manchmal auch blöd. Lass sie mal machen.
Ich würde jetzt nicht anfangen da irgendwie gegen zu reden, sondern klar stellen, das du dich mit ihr über sowas nicht mehr unterhalten möchtest, da ihre momentanen Ansichten zum Streit unter euch führen könnten. Wenn ihr sehr gut befreundet seit, würde ich auch offen sagen das ihre jetzige Meinung nicht ihre eigene zu sein scheint.....
Was ich auf jeden Fall machen würde ist klar Stellung beziehen und wenn sie weiter in diese Richtung driftet die Freundschaft künftigen. Egal ob beeinflusst oder nicht. Das sind Menschen mit denen ich persönlich nichts zutun haben möchte.

LG Sonja

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Ich habe vor kurzem zwei wunderbare Lieder zu dem Thema gehört. Leider passen sie zu deiner Situation.

Lied 1:
https://youtu.be/ifGSVA7upBQ

Lied 2:
https://youtu.be/DdCjPh41jhM

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Ich habe das selbst schon im Freundeskreis erlebt. Meine damalige beste Freundin hatte jemanden kennengelernt und es stellte sich nach kurzer Zeit heraus das er Mitglied der JN war. Für mich war es total unverständlich das sie den Kontakt nicht direkt bei Bekanntwerden abgebrochen hat. In unsere Jugend, die zu dem Zeitpunkt auch nicht allzu lange her war, sind wir gegen Nazis auf Demos gegangen und zudem haben wir und unsere Freunde alle einen Migrationshintergrund.
Ich habe ihr dann direkt gesagt wie ich zu den Ansichten ihres Partners stehe, das ich es nicht nachvollziehen kann wie sie mit jemandem der so menschenverachtende Ansichten hat zusammen sein kann und mir es schwer fällt diese Beziehung gut zu heißen.
Die Freundschaft zu beenden kam für mich nicht Frage und so einigten wir uns darauf das ich ihr sagte wenn ich Veränderungen in ihrem Denken wahrnehme und wir diskutierten über die Aussagen die ihr Partner tätigte.
Mit ihm wollte der gesamte Freundeskreis so wenig Kontakt wie irgend möglich und wenn man sich sah wurde ihm schnell klar gemacht das seine politische Meinung hier nicht erwünscht ist.

Naja, die Beziehung ging dann nach ein paar Jahren in die Brüche weil auch andere Ansichten nicht geteilt wurden.

Es war eine nicht ganz einfache Zeit und es hat unsere Freundschaft auf eine harte Probe gestellt aber am Ende hat es sich gelohnt.

Mein Tip wäre immer ehrlich zu sein, einer Diskussion nicht aus dem Weg gehen und klar Stellung beziehen. So bekommt deine Freundin nämlich beide Seite zu hören und ist gezwungen über die verschieden Positionen nachzudenken und selbst Stellung zu beziehen.