9 Jahre Beziehung, 1 Jahr Ehe - alles vorbei?

Hallo in die Runde,

so richtig konnte ich keinen auf meine Situation passenden Beitrag finden, daher möchte ich mal meine Lage schildern.

Seit einem Jahr sind wir verheiratet. Allerdings habe ich mehr und mehr das Gefühl alleine zu stehen.
Wir sind - beruflich bedingt - erst vor ca. 9 Monaten zusammengezogen.

Zu Beginn unserer Beziehung hat mein Mann sich extrem um mich bemüht. Hat sich Sorgen gemacht, fragte nach meinem Tag und versuchte mich aufzumuntern, wenn es mir schlecht ging. Gut, er konnte zwar nie wirklich in mir „lesen“, aber das ist okay. Dafür habe ich einen Mund und Männer sind ja dafür bekannt, dass sie sich schwer tun, Gefühle zu erkennen 😅 Gefühlskalt war er nie.
Je länger wir zusammen waren, umso wohler fühlte ich mich und hatte bei unserer Hochzeit eigentlich keine Zweifel. Eigentlich, weil er schon immer sehr egoistische Züge hatte und im Lauf der Jahre die Aufmerksamkeit mir gegenüber abnahm. Aber auch das sehe ich ein Stück als Routine. Es war mal besser, mal schlechter. Geliebt und lieben, tue ich ihn nach wie vor.

Aber: Ich fühle mich sehr allein. Nachdem ich mich immer, wirklich immer, um Alles gekümmert habe, kann ich irgendwie bald nicht mehr. Beispielsweise fühlte er sich befindet Planung des Umzugs stark in seiner Selbstständigkeit (beruflich) eingeschränkt, da er keine Zeit dafür hatte. Letztlich habe ich alles gemanagt. Das fiel ihm nun in unserem Urlaub auf und er entschuldigte sich. Aber es ändert sich nichts. Es war auch schon immer so. Ich habe oft mit ihm geredet, dass er sich nicht mehr so um mich kümmert, wie früher. Geändert hat sich nie etwas.
Die Krone hat er dem Ganzen nun aufgesetzt. Meine Familie lebt ca. 2h von uns entfernt. Und ich bekam einen Anruf, dass unsere Hündin sehr krank sei, was sich schon länger abzeichnete. So fuhr ich mit seinem völligen Einverständnis alleine zu meinen Eltern. Tatsächlich ging meine über alles geliebte Prinzessin dann über die Regenbogenbrücke. Das war vorgestern. Heute habe ich ihn endlich mal telefonisch erreichen können. Meinen eigenen Ehemann. Er sagte er hätte das Handy laden müssen, einen neuen Kunden zum Gespräch spontan gehabt, könnte also nicht als ich vorgestern anrief. Aber auch gestern war er entweder im Funkloch oder hatte das Habdy schlicht nicht parat. Ich will nicht übertreiben, da ich mit dem Thema sehr empfindlich bin. Aber so ist es tatsächlich immer. Auch nimmt er mit bei anderen Streitereien oft den Raum und wirft mir teils grundlos Sachen vor, die nicht stimmen. Er ist, wie sein Vater, oft etwas herrisch und tyrannisch. Ich liebe ihn aber wegen seiner guten Seiten. Nur die sehe ich immer weniger und fühle mich dadurch oft sehr verletzt und merke manchmal wie gefühlskalt ich dann oft reagiere. Vor unserem Urlaub war ich soweit, dass ich ihm eine gescheuert habe und dabei selbst erschrocken bin. Ich hatte immer noch mit neuen Möbellieferungen, neuen Job, Haushalt ohnehin und bereits seit einem halben Jahr mit meiner geliebten Hündin zu tun. Das soll keine Entschuldigung sein, aber es ging komplett mit mir durch, da er mir wieder bei seiner Diskussion keinen Raum gab und mir quer durch die Wohnung folgte, obwohl ich erst einmal aus der Situation raus wollte.

Kann mir jemand einen Rat geben, was ich tun kann? Ehe oder Liebe heißt kämpfen. Es kann nicht sein, dass ich nicht alles unversucht lasse. Bitte helft mir

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Schon mal eine Eheberatung/Paartherapie angesprochen?
Tut mir leid, aber von Gewalt halte ich absolut nichts und du hast hier wirklich eine Grenze überschritten. Wäre es andersrum, hätte er dir eine gescheuert, würden dich hier alle dazu drängen die Polizei zu rufen und ihn der Wohnung verweisen!
Das geht gar nicht!!!

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Puh, also ehrlich gesagt, liest du dich sehr anstrengend. Das man sich beim Umzug unterstützt finde ich selbstverständlich. Haushalt für zwei Personen und kranken Hunde rechtfertigen nicht, dass du ihm eine gescheuert hast.
Ich habe den Eindruck du möchtest einen Prinzessinenstatus, er soll um dich herumeiern und sich mit Aufmerksamkeit umd Fürsorge überschütten. Du bist aber selbst nicht belastungfähig und schon mit Umzug und Möbellieferung völlig überfordert.

Ich würde dir empfehlen, dich und deine Ansprüche zurückzuschrauben und ein Stück weit erwachsen zu werden.

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Erstmal mein Beileid zu deinem Verlust.

Das du ihn nicht erreichen konntest, bzw. Er nicht zeitnah zurück gerufen hat, ist fehlende Empathie/Sozialverhalten und hat nichts mit nicht lesen können zu tun. Auch in Streits fehlt ihm irgendwie Empathie/Sozialverhalten, weil eigentlich klar sein sollte, dass man niemanden bedrängt/in die Ecke drängt, wenn der aus der Situation gehen will. Das mit dem Umzug ist auch eher komisch, also die Begründung ist schräg. Aber da könnte man noch sagen vielleicht wollte er nicht mit dir zusammen ziehen/umziehen, wollte das aber auch nicht sagen.

Da gibt es in meinen Augen nichts zu erkämpfen. Also entweder du akzeptierst das so, grenzt dich von ihm ab und sorgst für dich alleine (bleibst aber mit ihm zusammen), oder du trennst dich. Mehr Chancen seh ich da nicht.

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Ich finde, der Drops ist gelutscht.

Er fängt dein Thread ganz harmlos an. Der bemühte, fürsorgliche Mann mit dem du erst vor 9 Monaten zusammengezogen bist und der erst jetzt nach der Hochzeit seine wahren Macken zeigt.

Und im Verlauf stellt sich raus, dass er schon immer egoistische Züge hatte,.....
.......Letztlich habe ich alles gemanagt. Das fiel ihm nun in unserem Urlaub auf und er entschuldigte sich. Aber es ändert sich nichts. Es war auch schon immer so. Ich habe oft mit ihm geredet, dass er sich nicht mehr so um mich kümmert, wie früher. Geändert hat sich nie etwas........
...Aber auch gestern war er entweder im Funkloch oder hatte das Habdy schlicht nicht parat. Ich will nicht übertreiben, da ich mit dem Thema sehr empfindlich bin. Aber so ist es tatsächlich immer.......
.....Er ist, wie sein Vater, oft etwas herrisch und tyrannisch..........
........Auch nimmt er mit bei anderen Streitereien oft den Raum und wirft mir teils grundlos Sachen vor, die nicht stimmen.......

Ganz ehrlich: du würdest mir auch ganz gehörig auf die Nerven gehen. 9 Jahre sind eine recht lange Zeit. Was habt ihr da getrieben? Je länger ihr zusammen wart, umso besser fühltest du dich (deine Worte!)
Und nun plötzlich hat er schon immer !!!! Diese ganzen aufgezählten Defizite gehabt.
Mag ja sein, dass sie dich nicht so gestört haben, weil ihr nicht ständig aufeinander gehockt habt.

Jetzt seid ihr im schnöden Alltag angekommen und das alles geht dir gehörig auf den Keks. Dazu kommt, dass er dich nicht mehr so betüddelt und umsorgt.
Tja, entweder warst du mächtig blind bis zur Hochzeit oder du hast es schlichtweg ignoriert, weil du es so wolltest.

Ich würde mich davon verabschieden, dass er sich nach zig Jahren plötzlich ändert. Denken Frauen leider häufiger. Erstmal heiraten und dann biege ich ihn mir zurecht.
Und weil das nicht recht klappt, sind dir die Sicherungen durchgebrannt und du wurdest handgreiflich.
Ein Glück für dich, dass es kein Echo gab seinerseits.
Wenn er dich geschlagen hätte, wäre hier was los.
Polizei mit Anzeige, sofort die Wohnung verlassen oder ihn der Wohnung vereisen lassen, alles kopieren f. den Anwalt u. Trennung einleiten.

Ich sag nicht, dass seine Macken ok sind. Zwei Tage aus fadenscheinigen Gründen nicht tel. erreichbar zu sein, finde ich respektlos. Scheint ja auch schon "immer" so gewesen zu sein.
Im Text finde ich auch so rein gar nichts, das erklärt, warum ihr überhaupt geheiratet habt.

Wenn gewisse Grenzen überschritten wurden, gibt es m. E. kein zurück.

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"Wenn er dich geschlagen hätte, wäre hier was los.
Polizei mit Anzeige, sofort die Wohnung verlassen oder ihn der Wohnung vereisen lassen, alles kopieren f. den Anwalt u. Trennung einleiten."
Da bin ich mir nicht sicher. Wenn sie ihm auch die ganze Zeit durch die Wohnung nachgerannt wäre, obwohl er aus der Situation gehen wollte, hätte man ihr hier sicher gesagt, sie sei schuld.

Insgesamt sehe ich das aber ähnlich wie du.

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Passt alles - nur:
ich kann absolut nicht verstehen, warum man heute als absolut unabdingbar ansieht, dass jemand rund um die Uhr an dem elenden Smartphone hängt und ununterbrochen erreichbar und zur Verfügung sein MUSS.
Ich war gerade 3 Tage in Sommerhausen bei Würzburg, flog aus dem Hotel-WLAN im Sekundentakt raus, meine mobilen Daten haben auch gesponnen und ich hab das Ding abgeschaltet und in den Koffer gepfeffert. Auch der Empfang bei einem öffentlichen Platz war unter aller *** Also - war ich eben nicht erreichbar, fertig.
Auch das gibt es heute noch ;-) - und - ich habe überhaupt kein Problem damit.
Als respektlos sehe ich das ganz sicher nicht an. Es ist doch krank, dass man keine Sekunde Auszeit mehr von dem Teil haben darf.
LG Moni

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Aber: Ich fühle mich sehr allein. Nachdem ich mich immer, wirklich immer, um Alles gekümmert habe, kann ich irgendwie bald nicht mehr


Äh...um was hast du dich IMMER gekümmert? Ihr lebt erst 9 Monate zusammen.
Um was hätte er sich auf die Entfernung bei dir kümmern sollen? Weil du jetzt 1 x den gemeinsamen Umzug wuppen musstest?
Andere Menschen ziehen ohne Partner zig mal um im Leben.

Du jammerst wegen deines Hundes und dem ganzen Stress und kreidest ihm an nicht geholfen zu haben, da er selbständig ist u. ARBEITEN musste. Bist du immer so anstrengend?

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Ich sollte vielleicht hinzufügen, dass ich mich grundsätzlich um Alles gekümmert habe, auch lange bevor wir zusammenzogen. Seinen Haushalt habe ich immer mitgemacht, damit er sich um seine Selbstständigkeit kümmern konnte, auch Papierkram und den Kram außerhalb seiner beruflichen Seite.
Auch möchte ich hier in keiner Weise mein Handeln rechtfertigen. Dafür gibt es keine Entschuldigung.

Aber sollte man nicht füreinander da sein? Bei dem Umzug habe ich mich bspw. auch um seinen gekümmert, Termine vereinbart und auch wahrgenommen, um ihm den Rücken freizuhalten. Er gibt ja selbst zu, dass er mich mit Allem allein gelassen hat. Ich will ihn auch nicht ändern, da ich ihn auch so wie er ist, geheiratet habe. Aber sollten nicht manche Schritte gemeinsam gegangen werden?
Sicher war er früher aufmerksamer. Ich will auch keinen „Prinzessinnen-Status“, dennoch sollte ich bei ihm, wie er bei mir, Platz 1 sein. Dass auch hier mal Abstriche gemacht werden, okay. Aber letztlich habe ich das Gefühl, es ist schon lange nicht mehr so. Definitiv nicht erst seit dem Umzug. Ich war fast immer auf mich gestellt, wenn es Größeres zu organisieren hab oder ich Unterstützung nötig gehabt hätte. Ich weiß aber auch, dass wir uns lieben. Deshalb will ich ja etwas verändern, ohne mir Schuldgefühle einreden lassen zu müssen, da ich die ohnehin habe.

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So wie du eure Situation beschreibst, sind viele Probleme hausgemacht und zwar exklusiv von dir.
Hat er jemals von dir verlangt seine Wohnung zu säubern? Hat er dich aufgefordert seine Akten/ den Papierkram zu erledigen? Hat er deine Mitarbeit explizit eingefordert, jemals gesagt: "Mach dies/ jenes für mich?" Ich denke nicht, so wie du es erzählst.
Du wolltest unterstützen, hast Arbeiten übernommen, schlicht und einfach helfen wollen und er hat deine Hilfe angenommen. Daran wäre von seiner Seite aus nichts Verwerfliches. Doch nun, nach 9 Jahren Beziehung wünschst du dir eine Partnerschaft, bei der man Seite an Seite agiert, er die Privilegien aufgibt die du ihm bereitwillig zugestanden hast und wirst wütend, wenn er aus dem jahrelangen Trott nicht sofort auf Kommado ausbricht.
Es kommt leider häufig vor, das besonders Frauen, eine fast mütterliche Rolle ihrem Partner gegenüber einnehmen, eben um ihm den Rücken freizuhalten und sich dann wundern, wenn diese selbst herbei gerufenen Geister irgendwann allgegenwärtig sind.
Hör auf Sachen für ihn zu organisieren, lass ihn mit Arbeiten die seinen Beruf betreffen alleine, behandel ihn wie einen Partner. Sei selbstbewusst (ohne ihn zu schlagen), lass ihn Aufgaben im Haushalt übernehmen und wenn er sie nicht erledigt, hat er z.B. mal keine gewaschenen Hemden oder kein Abendessen. Eigenverantwortung bringt man schon den Kindern bei, man fällt hin und man lernt aus seinen Fehlern und versucht es beim nächsten Mal besser zu machen.
Reflektiere erstmal für dich, was du ändern kannst und was du freiwillig und mit Freude übernehmen würdest, dann setzt euch zusammen und besprecht in Ruhe eure Situation und versucht gemeinsam Lösungen zu finden.

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Da musst Du nochmal an die Basics ran.

Was bedeutet Beziehung für Dich und was muss sie (die Beziehung), bzw. was muss er dafür leisten? Also welche Bedingungen müssen erfüllt sein, daß es für Dich erfüllte Beziehung/ Partnerschaft bedeutet?

Es ist wichtig, daß Du Dir das in einer ruhigen Stunde einmal aufschreibst.

Schön wäre es, wenn er das Gleiche tun würde, nur kannst Du das nicht erwarten.

Manchmal hilft auch der Blick von Außen, wie es wäre ohne den Partner zu sein. Die meisten Dinge die es zu erledigen gibt, bleiben auch dann an Dir hängen. Zugegebenermaßen natürlich etwas weniger.

Da ist dann die Frage, ob das was Du als positiv bei ihm bewertest, die Nachteile aufwiegt und das kann Dir hier vermutlich keiner beantworten.

Für viele ist Alleinsein keine Alternative und deshalb sind sie lieber, in einer für sie gefühlt eher negativen Beziehung, als alleine.
Das könntest Du Dich selbst hinterfragen, ob das stellenweise für Dich zutrifft.

Wo liegen Eure Gemeinsamkeiten, was sind Eure Werte, was schätzt Ihr am jeweils anderen etc.
Kannst Du Deine Erwartungshaltung zurückschrauben ohne dabei Deine Werte aufzugeben?
Welche Erwartungshaltung/ Wünsche hat er an Dich? Kennst Du diese?

Und noch 'n schlauer Satz der mir oft hilft:
In einer Beziehung bekomme ich nicht das was ich mir wünsche, sondern das was ich brauche.
Wenn Beides übereinstimmt, dann haben die Partner sich gut entwickelt und das geschaffen, was man gemeinhin als glückliche Beziehung bezeichnet.

Dem geht halt immer voraus, daß ich mich selbst frage, was habe ich dazu beigetragen, daß es so ist wie es ist - im Guten wie im Schlechten und was kann ich dabei ändern. (und wenn es "nur" meine Sichtweise ist)