frage an getrennte eltern wann waren die kinder soweit klar damit

hallo,

ich habe mich vor 1 jahr getrennt. am anfang ging es den kindern ganz gut hatte ich den eindruck. im moment hängen beide etwas durch. der kleinere 10 jahre mehr als der große. er weint viel obwohl der vater viel geschrieen hat und der jung oft sagte, papa soll besser weg sein.
der große ist tapfer aber leidet selbstverständlich auch, mit ihm kann ich gut reden. er versteht die trennung und die gründe besser und sagt auch er findet es jetzt besser.

wie kann ich mit dem kleinen umgehen. er zieht sich sehr zurück, möchte nicht reden, weint mehr. ist traurig.

ich dachte immer nach einem jahr hätte es sich eingependelt. so sagten jedenfalls bekannte. ich habe das gefühl, es geht gerade richtig los.
zur situation. die kinder sehen den vater alle 2 wochenenden und jeden tag zum mittagessen.

liebe grüße

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Es gibt da keine allgemeingültige Antwort, weil so viele Faktoren eine Rolle spielen. Wie alt ist das Kind, wie war die Situation vorher, wie ist sie jetzt, was passiert ansonsten gerade bei den Kindern...

Möchte dein Sohn reden? Und kann er benennen, was ihn traurig macht?

Du schreibst, die Kinder sehen ihren Vater täglich zum Mittagessen. Meine Tochter war bei der Trennung viel jünger, daher ist es wohl nicht direkt vergleichbar. Aber anfangs waren die Trennungen beim Wechsel die schwersten.

Heute kann sie problemlos zwischen uns hin und her wechseln, es gibt auch keinen Stress, wenn wir zu Beispiel gleichzeitig auf einer Kindergarten Veranstaltung sind und sie natürlich nur mit einem nach Hause geht.

Das war aber erst seeehr schwierig, weil sie sich ja jedes mal neu trennen musste. Immer wieder war offensichtlich, was jetzt anders war.

Vielleicht geht es Deinem Sohn ähnlich und ihm fällt das schwer?

Ansonsten gibt es wohl kein Patentrezept. Zeit, Verständnis und Offenheit für Gespräche sind wahrscheinlich ein guter Anfang.

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Ich selbst bin trennungskind/Scheidungskind und mir ging es sehr lange schlecht damit.
Meine Eltern trennten sich als ich 9 war und erst mit ca 16 Jahren habe ich mich davon "erholt".
Auch jetzt würde ich behaupten als fast 30 jährige habe ich einen knacks davon zurück behalten.

Anderer Seits, einer meiner Brüder hat sich nie an der Situation gestört.

Dann gibts auch Kinder die in bestehenden Familien unglücklich sind und welche die absolut glücklich sind.

Das ist wohl alles eine sehr individuelle emotionale vom Charakter abhängig zu machende Situation.

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Ehrlich.....ich denke das ist total verschieden und man kann da auch keine Zeit sagen. Das kommt auf so viele Faktoren drauf an.

1. Das Alter der Kinder - Wie viel bekommen die überhaupt schon mit? Wie viel können sie schon nachvollziehen?

2. Der Trennungsgrund. Ob ich mich nun eher ruhig trenne, weil man sich auf beiden Seiten ausnander gelebt hat ....oder ob ein plötzlicher krasser Betrug der Grund war oder eine Sucht ....oder Gewalt .....das sind zwei ganz verschiedene paar Schuhe. Bei harten Gründen wird so manches Kind noch bis ins Erwachsenenalter rein gebranntmarkt sein.

3. Die Art und Weise der Trennung und die Kommunikation danach. Plant und bespricht man die Trennung halbwegs gesittet oder schreit man sich ein halbes Jahrhundert an und schmeißt die Koffer des anderen aus dem Fenster ....oder stellt die Neue als neue Mutter vor....oder redet schlecht vor den Kindern über ihren Vater.....

4. Kümmern sich beide Elternteile auch nach der Trennung noch liebevoll um ihr Kind. Leider ist das oft nicht der Fall. Manchmal schlicht weil ein Elternteil versucht den anderen am Kontakt zu hindern. Manchmal weil manche Eltern neben der Beziehung auch einfach ihre Kinder mit abstreifen für ihren persönlichen Neuanfang.

Trennung ist nicht gleich Trennung. Und je nachdem was die Kinder durch haben, haben sie ja teils ganz enorm unterschiedliche Berge an Emotionen und Enttäuschungen zu verarbeiten.

Der Idealfall ist eigentlich.....ruhige Trennung In möglichst jungen oder sehr späten Jahren (Pubertät ist immer ein doofer Zeitpunkt).....Residenzmodel ....und zwei vernünftig mitnander kommunizierende Elternteile die man regelmäßig sieht und von beiden hingebungsvoll umsorgt wird und auch noch der Kontakt zu beiden Teilen der Familie ....Omas....Tanten.....Counsins....bleibt.

Aber manche Kinder knabbern trotzdem lange dran. Meist an dem Fakt, dass die Eltern sich nicht mehr lieben und wie das dann gehen soll, dass sie das Kind dann ganz lieben, wenn sie doch den anderen Partner nicht lieben und das Kind versteht sich ja als Teil von beiden Eltern und richtet die Trennung möglicherweise gegen sich selbst. Es steht ja auch immer so dazwischen. Da helfen nur viele Gespräche. Die Ängste und Sorgen auf den Tisch packen und dem Kind versichern, dass es nichts mit der Trennung zu tun hat und die Liebe zu ihm ungebrochen ist und ihm dabei helfen diese zwei Welten in Einklang zu bringen. Manche kommen da schon von ihrem Charakter und der Art mit Problemen umzugehen und damit wie sie denken besser mit zurecht als andere....

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Auch als Erwachsene kann man damit Probleme haben. Mein Kind ist ebenfalls trennungskind und ich kann nur raten, lieber eher einen Kinderpsychologen zu Rate zu ziehen als ewig zu warten bei solchen wesensänderungen.
Wird nur immer schwieriger, umso länger man das Kind damit allein lässt oder eben nicht so richtig helfen kann.
Das braucht aber gewiss nicht jedes Kind. Da musst du in dich gehen.

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Wenn sich dein Sohn zurückzieht, wird er sich hilflos und ohnmächtig fühlen. In gewisser Weise ist er es ja auch. Er kann nichts tun, um die Situation zu verändern. Er muss sie annehmen und das ist aus Kindersicht eben schwierig, wenn man es sich anders wünscht.
Ich denke nicht, dass man als Faustregel sagen kann, dass nach 1 Jahr alles gut ist. Dein Sohn wird wahrscheinlich täglich daran erinnert, dass Papa nicht mehr zu Hause lebt, dass es kein gemeinsames Familienleben mehr gibt und nie mehr geben wird. Das tut weh, wenn andere Kinder wie selbstverständlich von ihren Papas und z.B. gemeinsamen Familienurlauben erzählen.

Wahrscheinlich wird deinem Sohn erst jetzt bewusst, was die Trennung bedeutet. Dein Sohn braucht jetzt extra viel Halt und Nähe. Von dir und auch vom Papa. Bleibt im Gespräch mit ihm.

Grüße

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Wie ist dein Verhältnis zum Ex? Kinder kommen oft mit der Trennung klar, aber nicht wenn die Eltern sich nicht mehr verstehen. Wir haben uns vor einem Jahr getrennt, aber die Kinder leiden gar nicht drunter. un muss man dazu sagen, dass mein Ex vorher auch kein engagierter Vater war und sie jetzt fast mehr von ihm haben als vor der Trennung. Wir verstehen uns gut und unternehmen auch manchmal was noch wie früher zu viert, die Kinder sind glücklich und haben echt gar kein Problem damit, dass Papa nicht mehr mit uns zusammen wohnt. Hätte auch nicht gedacht, dass das so problemlos laufen wird, bin sehr lang nur noch wegen der Kids geblieben und war kreuzunglücklich. Jetzt bin ich glücklicher und das sind meine Kinder dadurch scheinbar auch. Oft spiegeln sie uns.

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Da gibt es keine Frist, und wann es anfängt oder endet. Wie du gelesen hast, kommt es aufs Kind an, die Eltern die Situation, wie war es vorher nachher? Wie gehen die Eltern miteinander um? Alter?

Sei für Ihn da, ob er reden will oder sich nur ausheulen will und nix sagen.

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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es nie „gut“ für die Kinder ist/wird