Beziehungsprobleme :-(

Hallo ihr Lieben,

ich bin im Moment ziemlich verzweifelt und habe das Gefühl mit niemandem wirklich sprechen zu können... ich bin umgeben von Menschen (Freunde, Familie, Partner), doch kann mich einfach niemanden richtig anvertrauen und mein Herz ausschütten.
Ich muss vielleicht ein bisschen ausholen. Mein Mann und ich haben im Januar unser erstes Kind bekommen. Es ist wirklich ein Wunder, welches wir erleben durften. Die ersten Monate sind wie im Zauber an mir vorbei gegangen. Doch jetzt habe ich das Gefühl es funktioniert gar nichts mehr. Mein Mann muss sehr viel arbeiten und ich kümmere mich unter der Woche alleine um unser Kind (gleichzeitig arbeite ich an zwei Tagen wieder). Ich organisiere den ganzen Haushalt und kümmere mich um alles was so anfällt.. mittlerweile habe ich das Gefühl, dass meine Akkus aufgebraucht sind. Ich fühle mich ausgelaugt und mir fällt alles furchtbar schwer (was noch vor einem halben Jahr kein Problem war). Wenn ich versuche mit meinem Mann darüber zu sprechen nimmt er mich meistens nicht ernst... er meint ich wäre streitsüchtig, würde ein Putzteufel sein und ich sollte mich mal entspannen.. ich bin jedes Mal, wenn es zu so einem Streit kommt, völlig aufgelöst und muss sehr weinen. Er nimmt mich dann noch weniger Ernst... jetzt ist es schon so, dass wir uns durch die Situation total entfremdet haben... ich merke einfach, dass ich ihn nerve und habe das Gefühl, dass er nur noch wegen unserem Kind mit mir zusammen ist. Es kommt selten ein liebes Wort, Zärtlichkeiten werden kaum ausgetauscht... ich traue mich nicht mit einer Freundin zu reden, ich schäme mich.....
Ich habe das Gefühl, ich kümmere mich um alles und trotzdem mag er mich nicht mehr ... Er ist arbeitstechnisch sehr eingespannt und muss viel machen. Vielleicht kann er Stress auch besser ab als ich, sodass er immer meint , dass ich übertreibe...
Ich weiß wirklich nicht wo das alles ändern soll, denn wir drehen uns nur im Kreis.... er meint ich muss mal mehr machen. Mich mit Freunden treffen, Sport... doch für alles brauche ich unter der Woche einen Babysitter und bevor ich jemanden organisiert habe, stresst es mich noch mehr, dass ich lieber selbst aufpasse. Am Wochenende bin ich so müde von der Woche, dass ich am liebsten nur schlafen will....( was die ganze Situation nicht besser macht)....
Heute am Heiligen Abend habe ich fest damit gerechnet, dass ich für meine ganze Mühe (ich kümmere mich ja schließlich um unser Kind) ein kleine Anerkennung bekomme. Doch es kam kein liebes Wort und auch kein wirkliches Geschenk ..... ihr sagt jetzt bestimmt materielles ist nicht wichtig. Es ist ja auch so, doch ich habe einfach so damit gerechnet... jetzt liege ich hier schon fast zwei Stunden und mir gehen die ganzen Monate durch den Kopf. Wie soll es nur weitergehen?
Ist vielleicht jemand in der gleichen Situation?

Grüße
Anni

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Fühl dich gedrückt... dir ging es ja nicht um einen materiellen wert, sondern um den gefühlten wert, die Anerkennung, dass du deine Sache gut machst. Sowas braucht jeder Mensch! Ich finde es sehr schade, dass dein Mann dich in keinster Weise ernst nimmt. Was sagt er denn dazu, wenn du ihm genau das alles, was du hier schreibst, sagst? Wäre ihm eine Trennung egal? Falls ja, würde ich das ernsthaft in Erwägung ziehen. Das tut zwar weh, aber die geht es doch jetzt schon dreckig, schlimmer kann es also nicht mehr werden. Du möchtest doch auch nicht auf Dauer in einer unglücklichen Beziehung leben, oder?
Es geht ja auch nicht darum, wie er etwas empfindet, du bist nicht er, du fühlst es anders und das ist okay. Du darfst ausgelaugt sein, du darfst an deiner Grenze sein - es ist schließlich dein Körper und Geist, nicht seiner. Und als Partner sollte man für den anderen da sein, sonst ist es keine gleichwertige Beziehung, was wiederum ungesund ist.

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Hallo, ich denke solche Phasen sind mit baby /kleinkind normal. Wie waere eine putzfrau und Kita ab Sommer?Mein Mann arbeitet auch viel und reagiert auf solche Diskussionen auch zurückhaltend bis teilnahmslos.. Es gibt halt auch nicht viele Alternativen bei uns. Bin gespannt wie es bald mit 3 kleinen ist..

Alles Gute!

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Ach so, und ganz wichtig: deligieren! Mein Mann übernimmt viel, wenn ich es sage. Jetzt sagen hier sicher wieder einige, die Partner sind gleichwertig fuer alles zuständig. Grds stimmt das, aber wenn einer eben außergewöhnliche Arbeitszeiten hat, finde ich es OK, mehr zu uebernehmen, solange die beziehung des Vaters zu den kinder nicht leidet. Ich mache jedenfalls lieber den Haushalt und kümmere mich um die kinder als so viel zu arbeiten. Mir ist es aber auch sehr wichtig selbst zu arbeiten, ab Januar weder 100%, aber dann schaffe ich es trotzdem um 14 oder mal 15 Uhr zur Kita, so unterschiedlich sind Jobs..

Ihr steht das schon durch!

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sieht so eine glückliche Partnerschaft aus
Ehrlich?

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Huhu!

Das erste Babyjahr ist echt eine harte Zeit und stellt die meisten Beziehungen auf die Probe!

Ich kann mir vorstellen wie ausgelaugt du sein musst. Immerhin bist du total eingespannt und fremdbestimmt.

Ich kann euch nur den Tipp geben gemeinsame Zeit zu verbringen. Ihr seid ein Paar und müsst eure Beziehung pflegen, sonst verliert ihr Euch.

Mein Mann und ich kuscheln abends. Für mehr bleibt keine Zeit, aber alleine das bewirkt schon viel. Wir hatten aber auch so Phasen gehabt, in denen wir kaum Zärtlichkeit ausgetauscht haben. Man muss ab einem bestimmten Punkt daran arbeiten und da müssen beide Seiten ran. Also auch dein Mann!

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Liebe Anni,

Ich finde, du solltest dich ganz schnell von der Vorstellung verabschieden, dass wenn man alles richtig macht und sich einbringt auch alles gut läuft. Manchmal macht man alles richtig und der andere kann einen trotzdem nicht mehr leiden. Und warum ist das überhaupt deine Aufgabe?! Was macht denn dein Mann, damit du ihn noch magst? Zärtlichkeit gibt's nicht mehr, kein ordentliches Geschenk.... Es scheint, dass er dich und alles, was du tust, nicht zu schätzen weiß.

Fordere dochmal direkt ein, was dir fehlt. Wenn du das nächste Mal in den Arm genommen werden möchtest, sag ihm das! "Karl-Heinz nimm mal in den Arm und drück mich. Ich brauche das jetzt irgendwie..." Er kann dir auch nur vor den Kopf gucken.

Rede mit deinen Freundinnen ehrlich darüber! Die sind dir bestimmt bessere Ratgeber, als die ganzen "Trenn-dich- Stimmen" hier im Forum. Die kennen euch nämlich überhaupt nicht.

Außerdem musst du ehrlich mit deinem Mann sprechen. Wenn du das direkt nicht kannst, schreibe ihm einen Brief. Ihr müsstet dringend (beide!) lernen, wie man miteinander spricht.

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Hey erstmal Kopf hoch. Das erste Babyjahr ist für viele Beziehungen eine Bewährungsprobe. Man unterschätzt wie viel Arbeit so ein Zwerg machen kann.
Unterstützt dich dein Mann denn am Wochenende? Kannst du da mal ausspannen? Ist dein Mann so viel weg weil er so viel arbeitet? Oder nimmt er sich so viele Auszeiten?
Sollte dein Mann so viel arbeitet und dann am WE noch dich mit dem Zwerg unterstützen ist er wahrscheinlich auch durch. Für euch beide ist es jetzt mehr Belastung als vorher. Vielleicht seid ihr beide so fertig dass jeder momentan nur seinen Stress sieht und gar nicht dass der andere auch fertig ist.
Hast du ihm was geschenkt? Hast du ihm gezeigt dass du seinen Stress siehst und ihn wertschätzt?
Geh doch mal auf ihn zu, frag ihn wie er sich fühlt. Und erzähl ihm dann vorwurfsfrei wie es dir geht und überlegt dann was ihr gegen den Stress tun könnt. Vielleicht eine Putzfrau und ein fester Babysitter. Damit du mehr Auszeit unter der Woche hast und ihr am WE auch wieder mehr Paarzeit habt.
Euch alles Gute!

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Unser Kind ist mitlerweile 3,5 und ich kenne deine Situation nur zu gut allerdings deutlich verschärfter weil ich,als unser Kind 9 Monate alt war mein duales Studium wieder aufgenommen habe also Vollzeit im Einsatz war.
Unsere Ehe war kurz vor dem Ende. Wir haben uns einfach nicht so als Eltern zusammen finden können wie gedacht, als Paar schon dreimal nicht und wir beide nicht mit der neuen Situation umgehen konnten.
Was uns wirklich geholfen hat war die Tatsache,dass wir uns grundsätzlich nicht trennen möchten und uns von allem abgesehen lieben. Mit dieser Ausgangslage sind wir zu einer Eheberatung gegangen und haben in einem Paarseminar mit Hilfe der Mediatoren eine neue Basis als Paar und Eltern erarbeitet.
Ich will damit sagen, dass beide einsichtig sein müssen, dass etwas geändert werden muss und beide daran arbeiten wollen.
Alles Gute

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Wir wissen natürlich alle nicht wie es bei dir zuhause WIRKLICH ist. Vielleicht bist du tatsächlich ein Putzteuefel wie es dein Mann sagt? Dann schalte einen Gang runter. Es muss nicht alles immer perfekt sein. Arbeiten: Warum? Würde ich so früh nie machen. Wer betreut euer Kind wenn du arbeitest? Dein Mann hat schon recht, du bräuchtest einen Ausgleich für dich. Dazu muss er dich aber unterstützen. Am Wochenende würde ich ihm das Baby ein paar Stunden in die Hand drücken und außer Haus gehen. Müdigkeit und dergleichen sind faule Ausreden. Auch ER muss sich um sein Kind kümmern.
Ich würde seine Unterstützung und vorallem seine Wertschätzung einfordern.
Außerdem würde ich mich Freundinnen anvertrauen. Ganz viele Leute kennen diese Situation. Ein Baby stellt die Beziehung auf die Probe. Es gibt nichts wofür du dich schämen musst.

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Mal Hand aufs Herz. Putzt du wirklich übermäßig viel?
Meinst du dein Mann ist nicht ausgelaugt, wenn er lange und viel arbeitet?
Du bist es bestimmt auch. Du bist aber flexibler in deinem Tagesprogramm als dein Mann bei der Arbeit. Du kannst mal die Füße hochlegen, wenn das Baby schläft. Nur du musst es auch tun. Du kannst dich auch mit Baby mit einer Freundin verabreden.
Dazu braucht man keinen Babysitter.
Irgendwie klingt es so als wärst du nur zu Hause und gehst 2x die Woche arbeiten.
Oder ist es anders? Selbst dein Mann schlägt dir vor mal was zu machen.
Dann frag ich mich noch ob du ihm auch die Anerkennung gibst, die du dir von ihm erwartest. Schließlich bringt er das Haupteinkommen nach Hause. Hattest du ein Weihnachtsgeschenk für ihn?
Ich war in meinen Karenzzeiten auch hauptsächlich für alles alleine zu Hause zuständig, weil mein Mann die fehlende Kohle mit Überstunden ran schaffte. Nicht für sich sondern für die Familie. Wir haben das Geld aber auch gebraucht.
Da konnte er nicht schon früh am Nachmittag daheim sein. Wenn er dann mal einen Tag frei hatte war er körperlich fertig.
Ich rechne ihm seine damalige Leistung hoch an. Deshalb hab ich auch nicht erwartet, dass er mich irgendwie in Haushalt unterstützt. Mir war wichtiger, dass er seine wenige Freizeit mit den Kindern verbringen konnte.

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Was in eurer Beziehung schief läuft - darüber mag ich nicht urteilen, das ist immer schwer wenn man nur einseitige Infos hat.

Zu deiner Situation als Mutter: es ist ehrlich gesagt schon verwunderlich wenn dich ein Kind so an den Rand bringt. Wie glaubst du denn machen das Mütter mit mehr Kindern? Natürlich darf dich das schlauchen und aller Anfang ist schwer, aber ich hab das Gefühl du kannst dich da noch optimieren. Verkriech dich nicht in deinem Schneckenhaus aus Selbstmitleid!!

Sport? Leg dein Baby neben dich auf die Matte und mach Krafttraining zuhause. Setz das Baby in den Kinderwagen und gehe spazieren oder joggen. Mit Baby im Kinderwagen kann man auch prima in die Boulderhalle gehen. Das geht alles auch perfekt mit Freunden zusammen.

Freunde treffen? Lade andere Mütter zum Kaffee zu dir ein. Such dir eine Spielgruppe. Treffe andere Freunde mit Baby in der Trage im Kaffee.

Es gibt so viele Möglichkeiten wenn man nicht nach Ausreden sucht.