Meine Ehe geht bergab

Hallo, habe schon im Expertenforum gepostet aber da bekomme ich keine Antwort. Mir ist bewusst, dass nur ich allein dafür eine Endlösung finden kann. Aber eventuell gibt es ja Tips oder Erfahrungsberichte die mir weiter helfen. 

Ich bin mit meinem Mann 12 Jahre zusammen und wir sind 7 Jahre verheiratet. Wir haben zwei kleine Jungs (4 und bald 3). 

Seit zwei Jahren spüre ich, wie die Liebe zu meinem Mann immer weniger wird. Ich glaube im Nachhinein, er hat mich nie wirklich geliebt. Ich war einfach immer bequem und easy. Er ist immer korrekt zu mir, respektvoll und anständig. Aber er ist nie wirklich liebevoll. Ich war immer diejenige die jeden ersten Schritt machte, er ließ wohl einfach machen. Er wollte auch nie Kinder bis ich ihn irgendwann vor die Wahl stellte. Zudem haben wir einfach kein schönes Intimleben, hatten wir noch nie (ich hatte nie einen Orgasmus bei ihm). Wenn ich ihm sage was ich mir wünsche ignoriert er es oder er macht es aber sehr gekünstelt, das ist ja dann auch doof. Ich hab wirklich schon viel versucht. Reizwäsche reizt ihn nicht, Rollenspiele und Spielzeug findet er alles doof. Er ist einfach zufrieden mit 12 Jahre Missionarsstellung. Ich aber nicht, ich bin sehr unzufrieden damit.

Wir beide haben ein Haus und sind gemeinsam dadurch verschuldet. Er verdient aber sehr viel mehr als ich und sorgt für den täglichen Unterhalt. Ich arbeite teilzeit.

Seit zwei Jahren rede ich mit ihm, dass ich das Gefühl habe wir sind gute Freunde aber kein liebendes Paar. Ein Jahr lang hat er mich damit ignoriert, er wäre zufrieden. Letztes Jahr habe ich ihm ganz klar gesagt, wenn sich nichts ändert gehe ich fremd oder lass mich scheiden, weil ich einfach nicht glücklich bin. Er gibt sich nun mehr Mühe aber es ist doch beschwerlich. Ich will doch keinen Mann der sich Mühe geben muss um liebevoll zu sein. Es war übrigens schon immer sehr "kalt" zwischen uns. Am Anfang konnte ich das ignorieren, dann gab es oft Diskussionen darüber. Er meinte immer er ist so und kann sich nicht ändern und ich muss damit leben. Und ich habe damit gelebt. Aber nun merke ich, dass ich so nicht alt werden möchte.

Auch zu den Kindern ist er oft ungeduldig und bequem. Nicht böse oder gewalttätig, manchmal macht er auch tolle Sachen mit ihnen. Doch oft lehnen sie ihn auch ab, der kleine will kaum was von ihm wissen. Der große liebt seinen Papa natürlich aber oft will er auch lieber mit mir sein. 

Hätten wir keine Kinder, wären wir schon geschieden. Ich denke ich habe mehr verdient. Und ich sehne mich einfach nach einer intimen und befriedigenden Beziehung. Doch ich will die Kinder dem Riesen akt nicht aussetzen. Sobald ich die Scheidung einreiche würde natürlich ein Krieg ausbrechen. Ich müsste mit den Kindern ausziehen. Ich weiß nicht ob sie dann im Kindergarten bleiben könnten, Wohnungen sind hier wie überall knapp. Ich will meine Kinder beschützen und nicht aus ihrer Welt reißen. Aber ich merke auch, dass ich immer unglücklicher werde. Mir ist klar, dass ich auch nicht gleich wieder einen Partner finde der die situatuonannimmt. Ich würde wohl lang allein mit meinen Kindern leben. Aber so wie es jetzt ist, ist es ja auch nicht gut. Wir streiten nicht viel, aber wir sind auch nicht liebevoll, es ist eben wie eine Freundschaftliche Ehe. Was kann ich denn tun? Ich war schon bei der Eheberatung (allein), habe versucht oft mit ihm zu reden, was meist im Streit endet und danach ändert sich eh nix. Ich bin drauf und dran die Ehe laufen zu lassen und heimlich fremd zu gehen. Aber das ist moralisch natürlich absolut verwerflich. Aber im Moment erscheint es mir als einzige Möglichkeit meine Kinder zu schützen und trotzdem nicht total unglücklich zu sein. Ich habe doch das recht auch ein gutes Sexualleben zu haben. Liebevolle Zuwendung zu erhalten. Wie komme ich denn aus dieser verzwickten Situation heraus? Ich bin so ratlos. Danke für eure Geduld.

6

Wieso hast du diesen Mann geheiratet?

Ich stelle die Frage nicht aus Boshaftigkeit oder um dich zu verletzen, es interessiert mich wirklich. In deinem Text sehe ich nichts, was deine damalige Entscheidung für deinen Mann erklärt. Was hast du an ihm gemocht, warum wolltest du mit ihm zusammen sein, wieso sollte er der Vater deiner Kinder werden? Irgendwas muss er ja haben... kannst du dich daran erinnern und seine guten Seiten sehen und darauf dann vielleicht aufbauen?

9

Warum merke ich das jetzt erst?

Ich hatte eine chaotische Kindheit und dann leider 3 Beziehungen (die jeweils länger als 1 jahr gingen, eine 5 Jahre) mit psychisch sehr labilen Männern. 2 davon leben heute nicht mehr und einer sitzt im Gefängnis. Als ich meinen Mann kennen lernte war seine emotionale Kälte beruhigend für mich, es gab mir Sicherheit. Obwohl ich von Anfang an mit ihm darüber redete, dass ich darunter leide, war es mir lieber als zu viele Emotionen. Ich wog unterbewusst ständig ab was mir wichtiger ist: ein Mann der mir emotionale Sicherheit gibt und mich nicht verletzt - oder guter Sex und Leidenschaft. Ich hatte damals auch ein sehr schlechtes Selbstbild und Selbstwertgefühl. Irgendwann kommt die Gewohnheit und ich schwomm mit der Welle mit. Die Beziehung war glaube ich lange für uns beide bequem.

Nun habe ich aber mit knapp 40 ein neues Selbstwertgefühl, ich weiß was ich will und was nicht. Ich habe mich sehr verändert. Es liegt an mir. Es reicht mir nicht mehr wie Freunde nebeneinander her zu leben. Mein Mann ist kein böser Mensch, aber wir haben quasi kaum Gemeinsamkeiten, er würde nichts mit uns unternehmen wenn ich nicht drängeln würde. Und dann merke ich dass er genervt ist und schnell wieder heim will. Er ist glücklich mit Fernseher und Handy. Das bin aber nicht ich.

Paartherapie will er nicht. Ich bin einige male allein gewesen, aber das bringt ja nix. Wenn ich ernsthaft mit ihm rede dann ist er erst sauer, ein par Tage oder Wochen verbiegt er sich für mich und dann kommt wieder der alte Trott. Was soll ich da machen? Ich habe ihn auch schon unter Tränen gefragt was ICH denn tun kann, welche Möglichkeiten er denn sieht für mich. Aber er weiß halt auch nix.

Mir ist klar, dass ich entweder die Liebe wiederbeleben muss oder die Scheidung einreichen muss. Ersteres versuche ich jetzt seit zwei Jahren, es fällt mir aber schwerer. Es strengt mich immer mehr an. Zweiteres gruselt mich auch, weil ich ihn ja doch gern mag, wir waren so lang zusammen, ich will ihm nicht weh tun. Aber es zerfrisst mich immer mehr und ich habe keine zufriedenstellende Lösung für mich. 😔

1

Entweder fremd gehen, wenn du damit leben kannst.

Oder mit deinem Mann eine "offene Beziehung" aushandeln. Vielleicht wäre das für ihn akzeptabel. Man weiß nie.

2

Danke für die Antwort. Eine offene Ehe fände ich gut. Mein Mann würde das aber verständlicherweise niemals mitmachen.

23

"Entweder fremd gehen, wenn du damit leben kannst."

soll das ernsthaft ein rat sein? ich hoffe auf ironie.. #augen

3

Ist es denn deiner Meinung nach gut, wenn die Kinder eine dauerhaft unglückliche Mutter haben? Was möchtest du weitergeben?

4

Du willst mehr, deinem Mann genügt es so wie es ist. Passt nicht zusammen, gell?
Einer von euch beiden müsste sich immer verbiegen und das ist dann meist gekünstelt und geht erst recht schief. Sagst du ja selbst.
Keiner von euch kann aus seiner Haut raus.
Ein Mittelweg wäre natürlich ideal, sodass jeder auf seine Kosten kommt.
Nur da scheint sich dein Mann quer zu stellen. Du bist jetzt an einem Punkt, der dich mit jedem Tag unglücklicher macht. Das merken auch deine Kinder.
Ihr werdet zu Schauspielern um das Konstrukt der heilen Familie aufrecht zu erhalten. Kurz und knapp: ihr gaukelt den Kindern etwas vor. Ich weiß schon, dass ihr das den Kindern zu liebe macht, aber früher oder später geht der Schuss nach hinten los.
Denn im Endeffekt bist weder du, noch dein Mann, noch die Kinder glücklich.
Also bleibt nur die Option Scheidung.
Im ersten Moment erscheint es hart für die Kinder. Doch wenn ihr wie vernünftige Eltern an die Sache ran geht und Trennung nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird, werden sie schnell den Unterschied zwischen unglücklichen und glücklichen Eltern merken. Es liegt nur an euch.
Man lebt nur einmal. Deshalb ist die Zeit sehr wertvoll und ich bin mir sicher, dass es für jeden von euch einen Partner gibt, der eure Wunschkriterien erfüllt,sodass jeder die Möglichkeit auf ein neues Glück hat.

5

Hey

Ich würde ihm das genauso sagen wie du hier beschrieben hast. Du bist verzweifelt und unglücklich und das könnte ich auch nicht so weiter machen.
Stell ihm doch vor die Wahl und sag das du gehen musst wenn sich nichts ändert.

Wobei du ja sagst er ist immer so und da ist es schwer ob sich jemand dann noch ändern kann.

Schade wegen den Kinder aber du musst auch glücklich sein denn alles andere bringt niemandem was.

Ich wünsche dir alles gute

7

Hallo,

das tut mir leid, dass ihr in so einer verfahrenen situation seid. Aber noch gibt es ein zurück. Ich würde euch eine paartherapie ans herz legen. Meinem mann und mir hat es sehr geholfen. Er war schonmal kurze zeit ausgezogen vor ein paar jahren, ohne die möglichkeit die beziehung zu retten. Ich habe auf eine paartherapie bestanden, (als vorwand weil ich einen normalem umgang wegen der trennung mit ihm haben möchte). Schon nach der ersten sitzung konnten wir endlich offener sprechen, verstehen warum der andere manchmal so ist wie er ist. Wir haben viel über uns gelernt. Jetzt sind wir sehr glücklich. Natürlich gibt es noch streit, aber jetzt können wir im nachhinein normal drüber reden und finden quch möglichkeiten es zu verbessern.


Ich wünsche dir alles gute.

Kg julia

8

Hallo

Du siehst nur nicht das dich dein Mann liebt.

Das er im Bett nicht die Granate ist wußtest du schon vor der Ehe.

Dir zuliebe hat er sich sogar auf Kinder eingelassen.

Alternativ zum Fremd gehen kannst du dich ja einfach um dich kümmern im Bett

10

Ich hatte eine chaotische Kindheit und dann leider 3 Beziehungen (die jeweils länger als 1 jahr gingen, eine 5 Jahre) mit psychisch sehr labilen Männern. 2 davon leben heute nicht mehr und einer sitzt im Gefängnis. Als ich meinen Mann kennen lernte war seine emotionale Kälte beruhigend für mich, es gab mir Sicherheit. Obwohl ich von Anfang an mit ihm darüber redete, dass ich darunter leide, war es mir lieber als zu viele Emotionen. Ich wog unterbewusst ständig ab was mir wichtiger ist: ein Mann der mir emotionale Sicherheit gibt und mich nicht verletzt - oder guter Sex und Leidenschaft. Ich hatte damals auch ein sehr schlechtes Selbstbild und Selbstwertgefühl. Irgendwann kommt die Gewohnheit und ich schwomm mit der Welle mit. Die Beziehung war glaube ich lange für uns beide bequem. 

Nun habe ich aber mit knapp 40 ein neues Selbstwertgefühl, ich weiß was ich will und was nicht. Ich habe mich sehr verändert. Es liegt an mir. Es reicht mir nicht mehr wie Freunde nebeneinander her zu leben. Mein Mann ist kein böser Mensch, aber wir haben quasi kaum Gemeinsamkeiten, er würde nichts mit uns unternehmen wenn ich nicht drängeln würde. Und dann merke ich dass er genervt ist und schnell wieder heim will. Er ist glücklich mit Fernseher und Handy. Das bin aber nicht ich. 

Paartherapie will er nicht. Ich bin einige male allein gewesen, aber das bringt ja nix. Wenn ich ernsthaft mit ihm rede dann ist er erst sauer, ein par Tage oder Wochen verbiegt er sich für mich und dann kommt wieder der alte Trott. Was soll ich da machen? Ich habe ihn auch schon unter Tränen gefragt was ICH denn tun kann, welche Möglichkeiten er denn sieht für mich. Aber er weiß halt auch nix. 

Mir ist klar, dass ich entweder die Liebe wiederbeleben muss oder die Scheidung einreichen muss. Ersteres versuche ich jetzt seit zwei Jahren, es fällt mir aber schwerer. Es strengt mich immer mehr an. Zweiteres gruselt mich auch, weil ich ihn ja doch gern mag, wir waren so lang zusammen, ich will ihm nicht weh tun. Aber es zerfrisst mich immer mehr und ich habe keine zufriedenstellende Lösung für mich.

13

Mir ging es mal wie dir, ich hatte einen Ehemann der vor dem Fernseher zufrieden war selbst wenn die Kinder bei meinen Eltern waren am Wochenende.

Irgendwann ging ich alleine los und irgendwann ging ich ganz.

Obwohl er Verständnisvoll war, ein toller Vater, OK im Bett, ich wollte meine Freiheit.

Noch am Tag unsere Scheidung sagte er vor dem Gerichtssaal sagte er das ich noch zurück kann aber wenn wir da rein gehen ist es vorbei.

Wir gingen rein und es war der größte Fehler meines Lebens.

Heute weiß ich das ich niemals mehr so glücklich war

11

Hej,

mal abgesehn vom Sex - wie geht es dir mit deinem Leben? Hast ud einen Job und bist du damit zufrieden? Was kannst du selbst für dich, nur für dich verändern? Ist echt nicht böse gemeint, auch nicht bevormundend, es ist nur meine Erfahrung: Ich bin verantwortlich für mich!
Mein Partner, Vater unserer 5 Kinder, ist nicht gerade der Burner im Bett, sorry, wir haben uns in jungen Jahren kennen gelernt und dann kamen die Kinder, es kamen auch richtige Katastrophen und in all dem wurde Sex echt unwichtig.
Tja, das Recht auf ein glückliches Sexualleben? Um welchen Preis? Die Entscheidung liegt bei dir. Für mich war der sichere Hafen für meine Kinder wichtiger. Ich habe nebenbei gut für mich gesorgt und mir Träume verwirklicht, eigene Werkstatt und so Zeug. Damit lebe ich sehr gut, sehr verwurzelt, sehr froh. Sexualleben annähernd auf Null, aber ich vermisse nichts.

liebe Grüße

12

Ich kann gut für mich sorgen, ich bin eigentlich mit mir und meinem Leben sonst zufrieden. Ich habe Hobbies und Freunde, ich mach schon einiges nur für mich. Ich bin mir klar darüber, dass mein Mann nicht verantwortlich ist für mein Glück. Ich bin glücklich. Aber ich brauche - im Gegensatz zu dir- eben Sex um zufrieden zu sein. Und mit sich selbst Sex zu haben ist halt nur halbes Geschäft (oder ich mach was falsch 😂). Ich vermisse guten Sex sehr dolle und diese Sehnsucht wird immer doller.

Aber du hast recht, das ist es mir eigentlich nicht wert meine Ehe zu zerstören. Aber es macht mich halt leider auch unzufrieden. So wie es ist.

25

Du bist 40 Jahre alt und stehst sozusagen sexuell voll im Saft - in dem Alter war ich auch mal. Hätte jeden Tag gekonnt und gewollt.
Mein Mann aber nicht. Unser Liebensleben ist auch nicht super prickelnd und leidenschaftlich. Ich verlasse ihn deshalb aber nicht, weil ich ihn liebe #herzlich

Das du sexuell aktiver bist, lässt vermutlich in einiger Zeit wieder nach - die Hormone halt.... #kratz
Aber dann hast du einen Mann verlassen, der dich auf seine ganz eigene schräge seltsame Art doch geliebt und alles für dich getan hat.

Du wirst es aber erst erkennen, wenn du an den falschen Typen geraten bist.

Sex ist nicht alles im Leben, mir ist ein guter Mann viel mehr wert....

14

Wieso müsstest du mit dem Kindern ausziehen? Kann doch auch sein, dass dein Mann mit den Kindern im Haus wohnen bleibt oder dein Mann mit den Kindern auszieht.

15

Das kommt für mich nicht in Frage. Er wollte ursprünglich keine Kinder und er wäre weder beruflich noch privat fähig beide Kinder zu nehmen. Und ich würde das niemals zulassen. Er weiß jetzt noch nicht wo die Unterhemden des einen oder anderen Kindes im Schrank liegen. Und das liegt nicht daran weil ich alles übernehme. Ich habe die Fächer sogar beschriftet damit er es schafft die richtige Kleidung für seine Kinder zu finden. Nein nein, wenn Scheidung dann kommen die Kinder mit mir.

21

Gut, das ist ja nicht deine Entscheidung