Vernunftsehe?

Hallo zusammen!

Gestern hatte ich eine Diskussion im Freundeskreis und jetzt interessieren mich Meinungen und auch Erfahrungen diesbezüglich.
Folgende These, die ich jetzt ohne meine persönliche Meinung in den Raum stelle: "Mit Mitte 20 kann man noch darauf hoffen, die große Liebe zu finden, bei der man am Anfang richtig verknallt ist. Ab 30 sollte man mit Vernunft an die Sache gehen und einen Partner suchen, mit dem es passt und man gut zurecht kommt, auch wenn die Gefühle nicht so groß sind."

Wie seht ihr das?

Liebe Grüße

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Hm. Ich finde es schön wichtig, dass richtige Gefühle da sind oder sich zumindest entwickeln. Mit 20 legt mal aber eventuell Wert auf andere Dinge als mit 30. Da ist dann eventuell das Aussehen nicht mehr ganz so wichtig aber umso wichtiger, dass man die selben Werte hat und der Rest eben passt.

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Wo zu den überhaupt heiraten?

Wir haben ab April 2. Kinder und es sieht bei uns eher danach aus das wir überhaupt nicht heiraten werden, da wir keinen Wert auf das Dokument legen.

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Statt Ehe hätte ich auch Beziehung schreiben können. Es geht um eine langfristige Partnerschaft, nicht um den Trauschein.

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So hat meine Schwester auch immer geredet, mit dem Kerl drei Kinder bekommen- und dann hat er sie doch sitzen lassen.
Blöd, da nun kein Versorgungsausgleich stattfindet, keine Rentenansprüche, kein Trennungsgeld, kein Zugewinn...

Ach ja, aber mir immer einen Vogel gezeigt haben, als ich ihr das unter die Nase jubelte... Und sie immer: so ist er nicht, er wird immer für mich und die Kinder da sein und es wäre wenn eine saubere faire Trennung und er erkennt ja auch an, was ich für sie Familie leiste (Job zurück getreten, Teilzeit, Elternzeit).

Jap, kannst dir ungefähr vorstellen, dass sie insbesondere nach drei Kindern doch gerne einmal kurz ne Unterschrift geleistet hätte!

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Mit 20 sieht man viele Dinge natürlich noch etwas lockerer. Man denkt in den meisten Fällen noch nicht an Familienplaung und will einfach nur Spass haben und sein Leben genießen. Da kommt es schneller vor, dass man sich Hals über Kopf in jemanden verliebt. Im Nachhinein betrachtet, stellt es sich dann doch manchmal als absoluter Fehlgriff dar, was Zukunftsvisionen und Zusammenpassen der Charaktere betrifft.
Ich glaube, es hat auch viel mit dem Grundcharakter eines Menschen zu tun. Ich gehöre eher zur Kategorie Vernunftsmensch. Wenn ich einen Mann kennen gelernt habe, habe ich relativ schnell angefangen meinem Kopf die endgültige Entscheidung treffen zu lassen und nicht mein Herz.
Ich habe meinen Mann auch schon mit 21 kennen gelernt. Er ist 10 Jahre älter als ich, hatte damals schon 2 Kinder. Mein Kriterium damals war zum Beispiel, dass er noch weitere Kinder möchte. Wenn er das nicht gewollt hätte, hätte alle Verliebtheit nichts genutzt. Ich hätte mich nicht auf eine feste Beziehung eingelassen, weil ich auf jeden Fall eigene Kinder wollte und das früher oder später zu Konflikten geführt hätte.

Grundsätzlich muss eine gewisse Anziehungskraft da sein und auch Aussehen und Charakter passen. Rein aus Vernunft einen Menschen zu heiraten, wäre mir auch nie in den Sinn gekommen. Egal wie alt.

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Ich finde nicht, dass sich das ausschließt.

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Ist es tatsächlich vernünftiger, mit jemandem eine Ehe einzugehen, den man nur ganz sympathisch findet als einfach gar nicht zu heiraten? 🤔

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Aber wenn man sich einen Partner und auch Kinder wünscht?

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Auch dann würde ich unter den Voraussetzungen keine Beziehung eingehen.

Was ich allerdings sagen muss: Die Dinge, die ich an meinem Partner (den ich auch erst mit Mitte 30 gefunden habe) attraktiv finde, gelten wohl eher als "vernünftig". Trotzdem liebe ich meinen Mann sehr.

Nur weil etwas nicht wild und ungestüm ist, ist es ja nicht weniger liebevoll.

Deshalb bin ich nicht sicher, ob ich vielleicht schon bei der Eingangsvoraussetzung für die Diskussion andere Vorstellungen habe.

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Ich glaub bei einer guten Ehe/Lebenspartnerschaft/wieauchimmermanesnennenmöchte muss beides vorhanden sein und es wäre völlig irre jemanden zu heiraten der objektiv betrachtet gar nicht zu einem passt. Wer Kinder möchter, der braucht auch einen Partner der diese will. Wer eher ordentlich und im klassischen Modell leben möchte, der braucht auch einen Partner der das will. Alles andere kann meines erachtens nicht funktionieren, egal wie verliebt man mal gewesen ist.

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Besser alleine und Glücklich als zu Zweit unglücklich.

Ich habe zwei Freundinnen die erst mit Anfang 40 den passenden Deckel gefunden haben.

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ich glaube ja dass auch viele mit Mitte 20 schon nach dem Prinzip "Lieber den / die als gar keine /n" aussuchen.

Es ist keine Frage des Alters, sondern der Gesellschaft. Und / oder des Selbstwertgefühls.


Klingt verbitterter als es soll 😁...

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Ich selber hatte mit Anfang 20 andere Vorstellungen und Prioritäten als jetzt mit Anfang 30.
Ich denke, mit Anfang 30 kommt mehr Vernunft hinzu, trotzdem sollte es zusätzlich Gefühle geben.

Ich habe meinen Mann übrigens mit 26 kennengelernt, da ging es auch schon mehr um Zukunftspläne etc.

Wenn ich aber unseren Alltag sehe, wie anstrengend manchmal alles mit Haus, Hund, Garten und Nachwuchs sein kann, muss ich meinen Mann schon lieben damit es hier nicht immer Krach gibt 😁.

Von alleiniger Vernunftsehe halte ich nichts. Das wäre auch nicht mein Ziel was ich mir fürs Leben wünsche.
Ich habe nur ein Leben, da wäre ich lieber alleine als mit jemanden, den ich nicht wirklich liebe... Vor allem würde mir in der Ehe dann vielleicht ein Mann nicht auffallen, den ich lieben würde und es Vernunftsmäsig auch passt. Wie schade wäre das denn!? 😅