Warum heiraten?

Hallo,
Ich frage mich, warum viele Menschen heute noch heiraten und dann auch noch ohne Ehevertrag bei bekannten Scheidungsraten von 50,%.
Ich erlebe gerade die dritte Scheidung im Freundeskreis mit, und so schnell die Unterschrift im Standesamt geleistet ist, so langwierig, teuer und belastend ist dann die Scheidung.
Alles muss auseinander gerechnet werden, es geht um Unterhalt, Rentenansprüche etc.
Wobei ich mich frage, warum es immer noch Frauen gibt, die auf Unterhalt angwiesen sind. .. erwachsene Personen können doch arbeiten, für die Kinder gibt es doch eh Unterhalt.
Eine Freundin bekommt jetzt keinen Unterhalt nach der Scheidung mehr, ihr Ex hat ihr 2 Jahre Unterhalt gezahlt und dann mit dem Scheidungsurteil aufgehört, der Richter hat bestätigt dass sie keinen Anspruch hat.
Ihr Sohn ist 13, sie hat weder eine Ausbildung noch jemals gearbeitet.
In erster Linie ist das doch was für Frauen die in eine Versorgerehe wollen.
Letzten Endes geht es doch nur um Geld.
Warum sollten zwei Menschen ansonsten heiraten, wenn sie beide finanziell unabhängig sind.
Und warum machen Frauen immer so einen Aufstand wenn der Mann einen Ehevertrag will....da ist doch von vorneherein klar, dass sie vom Geld des Mannes partizipieren wollen und von vorneherein davon ausgehen, finanziell auf den Mann angewiesen zu sein bzw.sie gehen davon aus, dass er immer das Haupteinkommen verdienen wird.
Ich wundere mich...

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Ich habe aus Liebe geheiratet.

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Hallo,
wir wollten auch nie heiraten, und gefühlsmäßig hätte ich das auch echt nicht gebraucht. Und zum Versorgen schon dreimal nicht :-p
Aber dann haben wir ein Haus gekauft, und das hat uns dann doch zum Standesamt getrieben.
Wenn man unverheiratet im eigenen Haus lebt und ein Partner stibt, wird die volle Erbschaftssteuer fällig. Als verheiratetes Paar hat man einen Freibetrag von mehreren Hunderttausend Euro. Unser Steuerberater sagt immer: „Erbschaftssteuer ist Dummensteuer“.
Ich stelle es mir schrecklich vor, nach dem Verlust des Partners auch noch das gemeinsame Zuhause aufgeben zu müssen. Das war uns dann die Unterschrift wert (in Jeans und T-shirt, für uns war es wirklich nur ein Verwaltungsakt).
#winke

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Ich denke, man kann diese Sache nicht nur so schwarz und weiß sehen. Du hast den finanziellen Aspekt angesprochen und sagst "es geht immer nur ums Geld".

Ich weiß nicht, ob du diesbezüglich persönlich/selber schlechte Erfahrungen gemacht hast (es hört sich dem Beitrag nach ein bisschen so an, ohne dir zu nahe treten zu wollen!), aber entgegen deiner Annahme heiraten nicht alle Paare wegen des finanziellen Aspekts. Ich arbeite Vollzeit, mein Mann auch. Ich habe direkt nach dem Studium gearbeitet, mein Mann war ein Jahr lang arbeitslos, weil er keinen Job gefunden hat. In der Zeit habe ich uns beide von meinem Gehalt ernährt, ohne das auch nur einen Tag aufgerechnet zu haben. Genauso wird mein Mann jetzt uns beide finanzieren, wenn ich im Sommer entbinde und ein Jahr in Elternzeit gehe. Darüber hinaus würde ich aber nicht wollen, dass mein Mann mich ernährt. Ich bin nicht mehrere Jahre zur Uni gegangen, um dann nach der Entbindung mein Leben lang zu Hause zu sitzen und mich vom Geld eines anderen abhängig zu machen.

Es gibt viele Gründe, warum Leute heiraten. Mein Mann und ich haben aus zwei Gründen geheiratet:
1. Wir haben entschieden, dass wir unser Leben miteinander verbringen wollen. Natürlich ist ein Trauschein kein Garant für die "ewige Liebe", aber es ist für uns das Versprechen, einander und unsere Beziehung nicht aufzugeben und an uns zu arbeiten, wenn es Probleme gibt. Viele mögen das als romantisch verklärt sehen, aber wir finden die Idee schön.

2. Der zweite Grund ist deutlich pragmatischer. Ich bin Deutsche, er ist US-Amerikaner. (Und bevor das jetzt falsch verstanden wird: Wir führen KEINE Zweckehe und haben uns zu einem Zeitpunkt verlobt, zu dem mein Mann ein gültiges deutsches Visum hatte und wir bereits fünf Jahre zusammen waren.)

Jetzt - im Nachhinein - hat die Hochzeit aber vieles einfacher gemacht. Die Hochzeit ermöglicht es uns, dem Ehepartner ein Aufenthaltsrecht zu ermöglichen. Wir leben mittlerweile nicht mehr in Deutschland, sondern im EU-Ausland. Ohne verheiratet zu sein, hätte ich ihn nicht so einfach mitnehmen können und er hätte hier nicht sofort Arbeit suchen können. Wenn wir wieder nach Deutschland zurückkommen, ist auch hier die Chance größer, dass wir beide dort wohnen und arbeiten können.

Genauso ist es mit den USA. Sollten wir uns irgendwann entscheiden, näher zu seiner Familie zu ziehen, wäre es für mich einfacher ein Visum zu bekommen als unverheiratet. Für binationale Paare - vor allem, wenn es nicht um zwei Menschen aus der EU geht - macht eine Hochzeit vieles einfacher. Wenn es sowieso eine stabile Beziehung ist und nicht nur "was für Zwischendurch", sehe ich deswegen nicht, warum man nicht heiraten sollte.

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Naja, du musst es ja nicht verstehen. Und auch nicht so handeln.

Ich bin jetzt 5 Jahre verheiratet und finde es sehr schön. Und bei 50% klappt es dann ja immerhin auch, nach deiner Rechnung.

Wir haben ein gemeinsames Kind und dank Trauschein ist man in vielen Dingen einfach gut abgesichert/die Bürokratie ist leichter. Ebenso bei gemeinsamen Eigentum.

Wir kamen jung und mittellos zusammen und haben alles gemeinsam erwirtschaftet, daher fand ich einen Ehevertrag auch nicht wichtig. Im Falle einer Scheidung ist es nur fair, alles 50:50 zu teilen.

Wobei ich meinen Mann eh als sehr vernünftigen Menschen schätze, der auch (kenne ihn schon sehr lange, als er auch noch andere Beziehungen hatte, also vor mir) unschöne Beziehungen vernünftig beendet hat und immer fair war. Ich denke, wir wären so erwachsen, dass wir alles gut geregelt kriegen im Fall der Fälle.

Also, muss halt jeder selbst entscheiden und wenn es mies läuft, lässt man sich halt scheiden. Sehe da kein Problem, das Päckchen muss ja jeder selbst tragen.

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Ein ganz einfacher Grund:Liebe.

Wir sind beide Hauptverdiener, ich bleibe gerade 1 Jahr Zuhause mit unserer Kleinen, danach geh ich wieder arbeiten.
Mein Mann hätte auch gerne Elternzeit genommen, aber er bekommt mehr Zuschläge (Nacht) die auch nicht im Elterngeld berücksichtigt sind, daher haben wir so unterm Strich mehr Geld zur Verfügung.

Der finanzielle Aspekt ist bei uns nicht gegeben, wir haben weiterhin Stkl 4 und 4.
Ich bin danach wieder unabhängig sobald ich arbeite. Das ist mir auch wichtig.

Verschuldet für Haus etc sind wir beide, wobei wir das Haus einzeln nicht langfristig tragen könnten und mit der Beendigung der Ehe das Haus verkaufen würden.

Ein Ehevertrag gibt es nicht, da wir beide kein Land, Immobilien oder sonstiges haben. Wir haben erst nach der Ehe alles gemeinsam erwirtschaftet. Hätte jemand von uns Immobilien oder ähnliches, hätte es auch selbstverständlich ein Ehevertrag gebenen.

Unabhängig vom Geld haben wir aber trotzdem positive Aspekte der Ehe. Es gab eine schöne Feier, unsere Tochter trägt den gemeinsamen Namen und Vaterschaft Anerkunng mussten wir nicht abgeben 😉
Wie es ohne Ehe im Todesfall, was ich natürlich niemals hoffe, weiß ich gar nicht. Aber wir sind gegenseitig abgesichert (Lebensversicherung, Testemanet mit Erbe etc).

Wir sind mit Schulden, Haus, Kind usw so verbunden, wieso nicht aus Liebe auch eine schöne Hochzeit feiern?

Was kommt, wissen wir eh nie, ich kann auch morgen verunglücken oder oder oder....
aber ich lebe im Hier und Jetzt und da bin ich froh dass mein Mann mein Ehemann ist und wir unsere Ringe an den Fingern tragen. 😊

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Aus Liebe!

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Dann heirate doch einfach nicht, und zerbrich dir nicht über andere den Kopf! Das ist unnötig das Leben schwer machen. Und es hört sich verbittert an.

Wir haben ganz schlicht und einfach aus Liebe geheiratet. Ohne TamTam drumherum, ohne andere finanzielle Gründe. Einfach weil wir beide das so wollten und der Zusammengehörigkeit Ausdruck verleihen wollten.
Wir sind erst 12 Jahre verheiratet, aber noch glücklich und zufrieden. Wir würden uns immer wieder heiraten.
In meiner Familie (ich habe eine wirklich sehr sehr große Familie, mein Vater und meine Mutter haben je 7 Geschwister, alle verheiratet, deren Kinder ebenso) gibt es nur zwei Scheidungen.

Wenn du dir das nicht vorstellen kannst, dann hattest du einfach noch nicht den richtigen Partner an deiner Seite. Oder bist generell der „freiheitsliebende“ Typ nehme ich mal an.

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Ich bin über 40,zwei Kinder und bin mit meinem jetzigen Partner 10 Jahre zusammen, er ist aber nicht der Vater der Kinder.
Ich selbst habe nie ernsthaft eine Heirat in Erwägung gezogen, ist mir gerade jetzt wieder aufgefallen wo meine Freundin sich nach 20 Jahren scheiden lässt.
Sie hat mich gefragt, warum ich nicht heirate, immerhin 10 Jahre zusammen usw.
Einfach weil es mir nicht wichtig ist wahrscheinlich bzw ich eher die Nachteile sehe wenn eine Trennung ansteht.
Hab ich bei meinem Partner ja auch noch alles mit bekommen...die Scheidung hat sich ewig hingezogen und es wurde nur um Geld gestritten.
Nicht schön.

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Auch gemeinsame Kinder waren nie ein Thema, obwohl wir als wir zusammen kamen ja besten Alter waren.
Da haben auch einige verwundert reagiert, dass da einfach kein Wunsch war.
Er hat eine Tochter, ich zwei Söhne, damit war das erledigt.
Sowohl er als auch ich haben nie ernsthaft darüber nachgedacht, weil es für uns beide so gepasst hat.
Wenn wir uns trennen, gibt es nichts zu regeln, keine gemeinsamen Kinder, daher keine Unterhaltsfragen, beide Voll berufstätig mit vergleichbarem Einkommen, kein gemeinsames Vermögen....wir wohnen zur Miete, jeder hat seine eigene Wohnung.
Wobei, in unserem Fall wäre auch eine Scheidung schnell durch, fällt mir gerade auf, da die Themen die meist zum Rosenkrieg führen, hier gar nicht vorhanden sind...😉

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Meine Scheidung kostete 112€ und zwei Briefe (in denen ich dem gegnerischen Anwalt erklärt habe, dass ich keine Rente teilen werde. Er hat die Scheidung drei Tage zu früh eingereicht).

Im Gegensatz zu dem, was mich die Beziehung gekostet hat (finanziell und nervlich) ein lächerlicher Betrag. Und diese Kosten waren unabhängig vom Trauschein.

Meinen Vater kostete seine Scheidung übrigens 84€.


Nicht die Scheidung ist teuer. Die Beziehung ist es. Völlig egal ob mit Trauschein oder ohne. Wer also darauf Wert legt, bleibt besser sein Leben lang allein.

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Die Scheidung meines Partners hat 10000de Euro gekostet.
Das Haus könnte nicht verkauft werden, weil sie blockiert hat, Zwangsversteigerung folgteit entsprechenden Verlusten ums Kind wurde gestritten alles vor Gericht mit entsprechenden Kosten.
Versorgungsausgleich muss gemacht werden es sei denn beide verzichten einvernehmlich darauf.
Hat meinen Partner die Hälfte seiner Rentenpunkte gekostet....sie hätte ja nichts zum Gegenrechnen.
Was du schreibst ist die Ausnahme.

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Gut, ist wahrscheinlich die Frage, wie man selber und der Partner auftritt.

Ich kenne jetzt keinen, der an der Scheidung finanziell kaputt geht.
Eher an Kindesunterhalt usw. aber der ist ja wieder unabhängig vom Trauschein.

Vielleicht eine Frage des Umfelds.

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Wegen den Kleid und dem Essen natürlich! ;-)

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Dem Kleid und dem Essen.;-)

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Falsch! Wegen des Kleides und des Essen! Wenn schon, denn schon...🤓🧐🤪

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