Liebt ihr eure Ehemänner noch?

Guten Abend,

ich 34 bin mit meinem Mann 49 seit 16 Jahren zusammen. Seit 10 Jahren verheiratet. Haben eine 1,5 Jahre alte Tochter.

Irgendwie verspüre ich keine Liebe mehr für meinen Mann. Er ist ein super Papa und macht für mich alles. Ist hilfsbereit, lieb, lustig und arbeitet sehr viel.

Ändert sich die Liebe irgendwann? Ist das vielleicht sogar normal? Ich bin niemand der schnell aufgibt und der seine Beziehung wegen zu wenig Schmetterlinge im Bauch beendet.

Wir haben seit der Geburt unserer Tochter so gut wie nie Sex. Alle 3 Monate mal. Wir sind einfach zu kaputt. Meine Tochter ist sehr fordernd und anstrengend und sitzt nie still. Sie ist noch nicht im Kiga. Mein Mann arbeitet sehr viel. 9h-10h täglich. Fährt 1h einfache Fahrt zur Arbeit und ist kurz vorm Burnout.

Das erste Baby Jahr war die Hölle. Monate lang Koliken und ihr miserabeler Schlaf.

Haben sehr wenig Zeit für uns oder als Paar. Keiner traut sich die Maus man <ber Nacht zu nehmen. Oder haben schlicht keine Lust.

Ist das ein ormaler Prozess wen man länger zusammen ist? Er ist mir nicht Gleichgültigkeit oder so. Ich fühle einfach keine Liebe mehr.

Wir haben schon viele schwere Jahre hinter uns und müssten eigentlich Glücklich sein, jetzt wo under Wunder da ist und alles gut läuft.

Könnt ihr (mit wirklich langjährigen Beziehungen) Rat geben?

LG

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Ich war 35 Jahre verheiratet und auch wir hatten etliche Phasen, wo die Liebe verschüttet war und ich mir nicht mehr sicher war, ob wir eine weitere Zukunft haben, auch ohne Babyzeit, meine Kinder waren ja schon größer.
Aber wichtig war immer, dass uns das beiden bewusst wurde und wir auch beide weitermachen wollten. Dann kann man Verschüttetes wirklich wieder freilegen.
Mach Dich von dem Gedanken frei, dass Du Deinem Baby Böses antust, wenn es mal fremdbetreut wird, das ist Quatsch. Ihr beide braucht dringend Zeit für euch. Sag Deiner Mama bitte "ich komme auf dem Zahnfleisch daher, meine Ehe liegt flach, bitte nimm "Katie" eine Nacht, damit wir uns einmal einen entspannten Abend machen können".
Du musst es nur direkt sagen, dann hilft sie Dir sicher auch und schlägt sich halt auch mal eine Nacht um die Ohren. Hab ich mit meiner Enkelin auch - und hatte sogar noch Spaß daran, ihr nachts um 2.00 vorzulesen, weil Madamchen hellwach war. ;-) Da war sie auch so ca. gut ein Jahr alt.
Die meisten Mütter meinen, sie müssten beweisen, dass sie alles alleine schaffen, das ist aber Unsinn. Es ist überhaupt keine Schande, mal zuzugeben, dass momentan die Luft raus ist und man auftanken muss. Wenn Du richtig überlegst, findest Du sicher noch die eine oder andere Möglichkeit, wo Du Dir etwas freischaufeln kannst, man muss die Leute nur direkt ansprechen. Solange keiner weiß, wie es Dir wirklich geht, kann man Dir auch schlecht helfen.
LG Moni

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Hallo liebes,

Von dem was du erzählst denke ich, könnte euch Zeit zu zweit gut tun. Vielleicht findet sich jemand für euer Mäuschen, dass ihr einfach mal 3-4 Stunden für euch habt.

Mein Mann und ich sind seit 10 Jahren zusammen. Er ist mein erster Freund gewesen damals. Wir haben 2 Kinder, der große ist 1,5 jahre alt, der kleine 2 Monate. Mein Mann arbeitet auch so viel. Wir haben eigentlich nur sonntags wirklich Zeit zusammen.

Klar ist es stressig, aber man sollte sich als Paar nicht aus den Augen verlieren.

Vielleicht seid ihr einfach zu gecshlaucht, grade wenn du erzählst, dass dein Mann kurz vor einem Burnout steht. Vielleicht täte euch auch ein Familienurlaub gut, einfach mal 2 Wochen zusammen wegfahren, aus dem gewohnten Umfeld raus.

Das machen wir auch, alle paar Monate, wir sind zwar um einiges jünger (nicht beleidigend gemeint) aber die Gesundheit geht vor und meinem Mann geht es nicht anders, er steht ebenfalls kurz vor einem Burnout, wenn er so weitermacht . Mein Mann arbeitet je nachdem was gemacht werden muss 12-14 h, morgens um 4 aus dem Haus, abends um 20-21 uhr nach Hause. U d dann zu hause zwingt er sich (gegen meinen willen) noch wach zu bleiben, damit er noch Zeit mit mir hat.

Dafür machen wir einmal im Monat einen Nachmittag "elternzeit". Die Kinder sind dann bei Oma oder Opa, und wir machen uns 3-4 gemütliche Stunden. Das hat unserer Beziehung richtig gut getan. Einfach mal 3-4 h keine Kinder, keine Arbeit, kein Haushalt, kein Fernseher oder Handy. Nur wir 2, mal was essen gehen oder zu Hause einfach reden, spazieren gehen


Vielleicjt wäre das ja eine Möglichkeit? Mit jemand vertrautem reden das eure Beziehung etwas leidet, und ihr einfach mal 3h für euch braucht. Vielleicht findet sich da jemand.

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Ich finde, die größte Herausforderung in einer langjährigen Beziehung ist, dass sich die Menschen mit den Jahren verändern ( nicht unbedingt die Liebe).
Man ist mit 18 Jahren ein anderer Mensch, auch anders denkend, als mit über 30.
Ist in einem ganz anderen Lebensabschnitt.
Die Partner müssen also 15/ 20 jahre später nicht unbedingt noch zusammenpassen, haben sich evtl. in verschiedene Richtungen entwickelt.
Das mal ganz allgemein zum Thema langjährige Beziehungen.

In deinem persönlichen Fall glaube ich aber, dass ihr Beiden die letzten 1,5 Jahre einfach ganz viel zu meistern und großen Stress hattet.
Da bleibt die Zeit, die Beziehung zu pflegen, oft auf der Strecke und deshalb entfremdet man sich.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass ihr das gemeinsam wieder hinbekommt.
Rede mit deinem Mann über deine Gefühle. Nehmt euch wieder mehr Zeit füreinander.

Durch Nähe entsteheht auch wieder Liebe.
Wenn die Glut noch da ist, kannst du das Feuer auch wieder entfachen.

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Hi,
ich bin seit 9 Jahren verheiratet und ja, wir lieben uns noch. Liebe verändert sich und wird tiefer aber ich denke, ihr seid in einer stressigen Phase und solltet versuchen euch zusammen da durch zu kämpfen.
Burnout im Job, kind.. Das ist stressig. Warum eine neue Baustelle "Trennung" aufmachen und noch mehr Stress erzeugen?

Wenn ihr mehr Zeit zu zweit verbringt und versucht neue,. spannende Sachen zu erleben, könnt ihr euch neu ineinander verlieben und als Team eure Stressfaktoren angehen. Das ist,was ich machen würde.

Euch viel Erfolg 💕

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Ja. Ich liebe meinen Mann.
Wir sind jetzt 14 Jahre zusammen, davon 11 verheiratet mit 2jähriger Maus.

Auch bei uns blieb in den letzten 2 Jahren viel auf der Strecke und wir haben uns immer mal wieder gestritten. Trotz allem haben wir viel zusammen geschafft und sind daran zusammen gewachsen. Ich würde mir auch definitiv mehr Paarzeit wünschen, aber aufgrund seines Berufs ist das sehr schwierig. Wir nehmen die Tage trotzdem, wie sie kommen und haben gelernt, die wenige Zeit mehr zu schätzen.

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Tja... ich fürchte, ihr könntet wir sein...
Ich bin jetzt grade -überaus ungeplant- in der 7 Woche schwanger. Wir sind 15 Jahre zusammen, ich bin auch Mitte 30, er über 40.
Wir haben beide vor genau dieser Entwicklung Angst und werden uns -nicht nur deshalb, aber auch- für eine Abtreibung entscheiden.

14, 15 Jahre ist eine verdammt lange Zeit nur zu zweit. Je nachdem wie ihr eure Beziehungen gestaltet habt, habt ihr vielleicht viel Zeit nur zu zweit verbracht, habt euch umeinander gekümmert und euch gut getan... wenn das alles weg fällt, dann macht das natürlich was mit der Liebe. Nur vom frommen Eheversprechen alleine wird keine Beziehung so alt.

Ich stimme den anderen zu: ihr müsst dringend was für euch tun. Self Care, aber auch Pärchenzeit. Das wie steht wieder auf einem anderen Blatt Papier - bei uns wären da keine Freunde und Familie in der Nähe, wir müssten immer jemanden dafür bezahlen, d.h. für einen Abend ausgehen wären das eben 50-60€ extra für den Babysitter. Doppelt lustig, wenn mein Gehalt weiterhin wegfällt.

Meine Freundin meinte, man muss so gut es geht Networken und dann mit den Kindern dealen "nimmst Du meinen am Samstag, nehm ich Deinen am Sonntag"...

Ich glaube, dass Du nichts fühlst liegt einfach daran, dass Du unfassbar erschöpft bist, dein Mann vermutlich auch. Liebe - und damit einhergehend "schöne Gefühle" müssen sich Körper und Geist auch leisten können (wollen), aktuell seit ihr wohl beide im Überlebensmodus und da ist solcher Luxus nicht drin.
Wann kann euer Kind in die Kita? Wie sieht es mit den anderen Lösungsmöglichkeiten aus? (Bezahlter Sitter, andere Mütter?)

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Mit den Kindern dealen.

Bei der Formulierung musste ich herzlich lachen, danke dafür 😂😂😂 und ich stimme dir zu, so nen Deal habe ich mir ner Freundin. Einmal die Woche im Wechsel nimmt eine die Kinder der anderen einen Nachmittag. Diese Pause tut immer sehr gut.

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Hallo. Eure Gesamtsituation ist gerade nicht optimal und da gehen Gefühle flöten.
Man besinnt sich drauf, zu überleben und da sind Gefühle nebensächlich f. Eure/Deine Psyche.

Ich bin mit meinem seit 22 Jahren zusammeb, mehrere Kinder. Jeder von uns war schon krank, es gab Krisen etc.
K. o. wegen Kindern ist auch jedes Elternpaar.

Aber jetzt kommt es: wir lieben uns sehr.
Oft Sex, er ist 45, ich 40.

Wir küssen uns, zeigen uns dass wir uns lieben.

ich weiß, dass das kein Standard in jeder Ehe ist, man hört so einiges.

Aber Liebe, Ehe sind stetige Arbeit! Von nix kommt nix.

beide Seiten müssen wollen.

Euch alles Gute

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Wir, 48 und 53, sind seit 30 Jahren zusammen, seit 20 verheiratet, haben 3 Söhne zwischen 11 und 19, und lieben uns immer noch sehr.

Bei euch klingt es einfach nach sehr viel Stress bei beiden, für Liebe und Sex habt ihr ja kaum Zeit.
Unsere Kinder sind schon größer und nicht den ganzen Tag zuhause, mein Mann hat die Arbeitszeit etwas reduziert, dass es fast jede Woche für ein langes Wochenende reicht (Zeit zuhause, wenn alle Kinder aus dem Haus sind, ist echt was wert), da ist alles viel leichter.
Würde bei deinem Mann nicht die Möglichkeit bestehen, etwas weniger zu arbeiten, wenn er schon kurz vorm burnout ist?

Als unsere beiden ADHSler klein waren, waren wir manchmal auch so gereizt und geschafft, da hatten wir auch weniger Sex als jetzt.

Euer Kind wird auch größer und pflegeleichter und leichter abzugeben;-).

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Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure Antworten.

Paarzeit wäre schön aber leider nicht oft drin. Wir waren in den 1,5 Jahren 3x Abends essen und 1x Nachmittags mit Freunden weg. Das ist wirklich nicht viel.

Hinzu kommt das wir gerade eine große Scheune im Garten bauen. Wenn es also auf Frühling zu geht, sind die Wochenenden auch verplant. Das war auch so schön letztes Jahr wegen der Baustelle. Wir haben ein Haus und großes Grundstück. Da fällt immer was an.

Unsere Maus geht an Juni in den Kindergarten.

Sie ist bis 21 oder manchmal 22 Uhr wach. Dann noch schnell den Haushalt oder Sachen für die ich Ruhe brauche. Dann ist es schnell mal 22 oder 22:30 bis ich Feierabend habe. Mein Mann hilft mir natürlich. Er steht um 4:30 auf. Das heißt das er dann wenn wir mit allem fertig sind noch 6h hat bis er wieder aufstehen muss. Da möchte er noch ein bisschen Zeit mit mir verbringen und irgendwann auch ein paar Std schlafen.
Ich möchte dann einfach meine Ruhe. Mal nicht reden und einfach dumpf in den TV starren (wenn ihr versteht was ich meine).

Samstag immer Baustelle. Sonntag möchten wir natürlich auch was als Familie machen. Oder er möchte mit seiner Tochter spielen. Er liebt sie so abgöttisch.

Ich habe ihm schon vor 3 Monaten unter Tränen erzählt das ich glaube ihn nicht mehr zu lieben. Es tat mir so leid. Er war sehr geknickt und fragte ob ihr ihn denn dann wenigstens noch gut leiden würde. Er ist seitdem sehr lieb und macht alles was er kann. Hat aber an der Sexflaute nichts geändert.

Ich weiß nicht wo und wann wir uns Paarzeit einräumen sollen. Ich könnte meine Mutter fragen ob sie die Maus mal am Sonntag Nachmittag nimmt dann nehmen wir der Maus aber die seltene Papa Zeit.

Ich weiß echt nicht mehr weiter 😢.

Liebe Grüße

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Wie wäre es denn mit einer Paartherapie?
Ein Therapeut kann euch von außen bestimt einen guten Masterplan/ Weg aufzeigen, wie ihr da rauskommt.
Wenn man da selbst drinsteckt, sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Dein Mann scheint ein guter Mann und Vater zu sein, ihr habt viel zusammen aufgebaut.
Es wäre schade, wenn der stressige Alltag euch auseinander bringt.

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Wie wichtig ist es, dass diese Scheune schnell fertig wird? Vor allem, wenn die Beziehung baufällig wird?

Wir haben auch Baustellen. Das Dachgeschoss muss gedämmt werden und im Garten ist auch einiges zu machen.
Aber es ist doch egal, ob das ein paar Monate länger dauert. Zeit ist begrenzt, Leben und Kindheit auch. Ob ich in 30 Jahren - dein Mann ist ja schon in unserem Alter - mich mehr an einem Fahrrad- und Geräteschuppen (der steht seit Jahren bei uns auf dem Plan, hat aber nie Priorität) freue oder daran, dass wir eine tolle Zeit hatten?

Könnte deine Mutter die Kleine vielleicht samstags nehmen, und dann baut ihr zwei Stunden kürzer. (Sex vorm Bauen hat sich bei uns sehr bewährt;-). Sonst hab ich nämlich manchmal so schlechte Laune, dass ich alles blöd finde was er baut;-).)

Oder den halben Sonntag? Dass dein Mann sowohl mit dir als auch mit dem Kind wertvolle Zeit verbringen kann?

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