Was würdet ihr machen?

Hallo!

Ich lieg nach einer Diskussion mit meinem Freund weinend im Bett und überlege, wie ich mit so gewissen Aussagen umgehen soll? Macht diese Beziehung überhaupt noch einen Sinn?

Von Anfang an:
Mein Freund trifft sich regelmäßig mit Freunden, ein gemütliches Beisammensein sein artet meistens in einem Rausch aus. An und für sich stört es mich nicht, wenn er mal was trinkt, das Problem ist nur, dass er dann oft ungut wird und mich beschimpft. Vor ein paar Wochen hatten wir die Taufe unseres Kindes und im Vorfeld war abgemacht, dass diese Taufe nicht in einem Saufgelage enden wird. Naja im Endeffekt hat er viel Zeit an der Bar verbracht und die Gäste zum Trinken animiert, ein paar haben dann natürlich mitgetrunken. Natürlich war er dann auch wieder voll. Daheim angekommen konnte ich es mir nicht verkneifen ihm zu sagen, dass ich es nicht ok fand, dass er unsere Abmachung nicht eingehalten hat. Da meinte er ganz pampig „ich lass mich von Dir nicht bevormunden“.

Samstags war er den ganzen Tag mit Freunden unterwegs, kam diesmal aber nüchtern nach Hause.

Heute rief er mich nachmittags an, dass er einen Freund ganz dringend auf einen Kaffee treffen müsse, weil der mit ihm was ganz wichtiges besprechen müsse.
Was soll ich sagen? Er kam natürlich wieder mal vollgetrunken nach Hause. Ich bin sauer und sagte ihm, dass ich morgen mit ihm ein ernsthaftes Gespräch führen möchte, da ich dieses Verhalten nicht in Ordnung finde. Daraufhin meinte er „ich weiß eh, dass du mich früher oder später verlassen wirst also erlöse uns und mache es eher als später, ich bin wie ich bin und ich werde nie dieser Mensch sein, den du dir vorstellst/wünschst.
Diese Worte haben mich sehr getroffen und nun liege ich da und frage mich, ob diese Beziehung eigentlich noch einen Sinn macht?

Sorry für den langen Text.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

LG

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Hey du. Was soll man da tun? Er war sicher schon vor eurer Hochzeit so... oder ging er erst danach an zum (sorry, aber da muss man nix beschönigen) Alkoholiker zu werden?

Das ist eine Krankheit, die man nicht so leicht heilen kann. Er hat nciht mal den Willen! Das ist ja das verletzende. Er stellt den Alkohol über dich und das Kind. Über eure Familie. Statt sich zu ändern suhlt er sich in Selbstmitleid „du machst doch sowieso früher oder später Schluss!!! Also mach es lieber sofort.“ - klassische Opferrolle. Du musst Konsequenzen ziehen und ihn verlassen. Er beschimpft dich ja sogar schon, was soll noch passieren?

VIELLEICHT wird er dadurch wachgerüttelt und geht in ne Klinik, aber vorher wird sich erfahrungsgemäß einfach nichts ändern. Da kannst du reden und reden, das interessiert den nicht.. sorry, es ist bitter aber so ist die Wahrheit.

Er hat ja nich mal mehr ein schlechtes Gewissen!!!

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Danke für deine ehrliche Antwort.

Er hat immer schon mal gerne getrunken aber ich dachte, dass er sich ändert, sobald er Papa wird. Fehlanzeige :(
LEIDER!!!

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Ich hab auch ein paar Freundinnen die dachten dass sich der Partner nach dem Kind ändert. War leider nie der Fall...
Die meisten ändern sich nicht.

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Manchmal muss man erst ganz unten landen um neu starten zu können, um zu merken das gerade alles ganz gewaltig gegen die Wand läuft im Leben.

Es zieht einen Rattenschwanz hinter sich her, sein Alkoholkonsum. Ihm ist die Tragweite seines Handelns nicht wirklich bewußt.

Fährt er im Suff auch noch mit dem Auto? Was wenn er erwischt wird, oder noch schlimmer er fährt jemanden über den Haufen? Dann ist der Lappen weg und er wird verurteilt. .
Wenn sich sein Alkoholkonsum auch noch negativ auf den Job auswirkt, verliert er diesen auch noch....
Ok, das ist jetzt alles krass, aber nicht unrealistisch.
Ich habe in dieser Hinsicht schon einige [auf die Schn*uze] fallen sehen, die einen packen es und berappeln sich, andere versacken total.

Ich glaube deinem Partner ist nicht ganz klar, was er da von sich gibt und wie weit es gehen kann.
Eigentlich lebt er noch immer wie ein lustiger Jungeselle und merkt gar nicht das er Verwantwortung für eine Familie hat!

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Schade, dass dir die Erkenntnis jetzt erst kommt, wo ihr unbedingt ein Kind in die Welt setzen musstet!

Eine Vaterrolle macht nicht automatisch vernünftiger. Dein Mann hat einen Hang zum Alkohol, mindestens missbräuchlichen Konsum.

Ich hätte da keine Lust drauf. Seine Aussagen dir gegenüber sind respektlos.

MAL einen über den Durst trinken - ok, aber er hat sich anscheinend nicht im Griff.

Bist du glücklich? Kannst du mit ihm glücklich werden? Warum liebst du ihn? Liebt er dich?
Mir brauchst du die Fragen nicht zu beantworten, nur dir selbst und dann zieh Konsequenzen oder lebe so weiter wie bisher. Ändern wird er sich nicht. Meistens wird so etwas schlimmer...

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Warum meinen Frauen eigentlich, Männer würden ihre Gewohnheiten ändern, sobald ein Kind da ist?! Sei es Alkohol, Mithilfe im Haushalt, Hobbies.... Ein Kind bringt nur äußerst selten die Erleuchtung. Es ist doch eher so, dass gerade am Anfang ein Kind häufig die Beziehung auf die Probe stellt.

Entschuldige, dass hilft dir nicht weiter.

Bzgl des Alkohols, tut es mir leid es so sagen zu müssen, kannst du dir jedes weitere Gespräch sparen.
Alkoholsucht ist eine Sucht in unterschiedlichen Formen. Ein Alkoholiker braucht nicht zwangsläufig jeden Tag Alkohol.
Das Ding ist, dein Freund/Mann hat diesbezüglich eigentlich schon kapituliert, indem er sagte, dass du ihn ohnehin verlässt. Heißt im Klartext: Er ist sich der Situation bewusst, verzichtet aber lieber auf dich anstatt sich zu ändern.

Jetzt hast du zwei Möglichkeiten: Möglichkeit 1: du packst deine Sachen und verschwindest
Möglichkeit 2: du bleibst und leidest wie ein Hund. Ändern wird er sich nicht, dazu fehlt ihm die Einsicht und der Wille.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, Möglichkeit 2 wird nicht spurlos an dir und deinem Kind vorbeigehen.
Mein Tipp wäre daher, trenn dich! (und ich bin wirklich nicht jemand, welcher beim kleinsten Problem nach Trennung schreit) Dann besteht evtl die Möglichkeit einer Einsicht, wenn er erkennt was er verloren hat. Aber auch nur eventuell...

LG

7

Ich hätte mit solch einem Typen garnicht erst ein Kind in die Welt gesetzt, aber in die Falle sind hier schon viele getappt und du wirst nicht die Letzte sein. Es gibt zwar immer mal wieder auch Ausnahmen, in denen sich der betreffende Elternpart echt am Riemen reißt, aber die allermeisten behalten ihre Muster bei.
Und ganz ehrlich - diese Ansage von wegen "erlöse uns, ich werd mich eh nie ändern" sagt viel aus. Nämlich, dass er seinen Stiefel bis zum bitteren Ende weiterhin durchziehen wird - ohne Rücksicht auf Verluste. Innerlich bereitet er sich auf die Trennung vor, um hinterher sagen zu können "ich hab doch schon die ganze Zeit gesagt, dass du mich verlassen wirst". Selbsterfüllende Prophezeihung und so.

An deiner Stelle würde ich mein Zeug packen und gehen. Ohne Konsequenzen wird er aus eigenem Antrieb heraus nichts am Status Quo ändern.

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Irgendwie fehlt ihm scheinbar auch in nüchternem Zustand die Wertschätzung für seine Familie.
Schade eigentlich, denn wenn er mal klar im Kopf ist (ich schätze er hat ständig seinen Alkoholpegel), dann würde ihm das bewusst.

Und für dich ist es denke ich recht schwer zu entscheiden... wenn du ausziehst, dann wird er gänzlich abstürzen....aber du hättest dann zumindest ein Leben in deinem Sinne,... stell dir mal vor was er für ein toller Vater ist, wenn das Kind größer ist.

Also ich würde einen Schnitt machen.

9

Hallo liebe TE!

Du hast seinen Konsum als Problem ausgemacht- das ist auch nicht selbstverständlich.

Dann schrieb hier jemand, dass er anscheinend gar nicht wisse, was er von sich gebe.. davon auszugehen ist ein Fehler, da man ihm so die Verantwortung für sein Handeln nimmt. Geh mal davon aus, dass er es sehr wohl weiß, denn diese Aussagen haben einen Zweck: Er will, dass du ihn weitertrinken lässt. Du und dein Kind stehen bereits in der Rangfolge hinter dem Alkohol.

Wie reagierst du denn auf diese Aussagen?
Alkoholiker versuchen gerne zu manipulieren: Da könnte so eine Aussage dazu dienen, dass der Kampfgeist der Frau geweckt wird, dass sie "gegen den Alkohol fürs Kind kämpfen" will, "sie ihn, den Kranken, niemals fallen lässt wie in der Trauung in guten wie in schlechten Zeiten geschworen", "die Liebe stärker ist...".
Die Aussagen, die du zitierst, hat meine Mutter im Suff auch meinem Vater entgegengeschleudert. Das sind die Klassiker! Dein Verhalten ist schlecht, weil du dem armen Kerl "sein verdientes" Bier nicht mehr gönnst.. Du liebst ihn ja eh nicht genug, also kannst du gehen. Ihn trifft nirgendwo Verantwortung oder Schuld am der Misere. Der liebe Kerl ist meilenweit von der notwendigen Einsicht entfernt.
Meine Mutter nach 30 Jahren auch nicht.. und mein Vater hält weiterhin zu ihr.

Was ich tun würde?
Ich bin ein gebranntes Kind und mit einer Alkoholikerin aufgewachsen. Da ich weiß, was ein Alkoholiker im Umfeld/als Bezugspersonen für ein Kind bedeutet, würde ich so niemals leben wollen. Auch für mich selbst wäre es der Horror. Bedenke auch, dass sich die Situation immer verschlimmern und sein Konsum steigen wird: Sich damit arrangieren geht so nicht :(

Ich habe ein paar Beziehungen beendet, da der Konsum in die falsche Richtung ging. Nun habe ich einen Mann, der nicht trinkt und weiß, dass das für mich ein Trennungsgrund wäre. Sobald man mit einem Alkoholiker zu verhandeln beginnt, hast du bereits verloren. Du und er habt unterschiedliche Interessen: Er will weitertrinken, du, dass er damit aufhört.

Ich würde mich nach seinem Verhalten trennen, da ich nicht möchte, dass mein Kind so aufwachsen muss wie ich.
Ich habe nach meinem Auszug, als meine Probleme begangen, eine Therapie gemacht, um alles zu verarbeiten und die Schuldgefühle loszuwerden. Mir kam sicher zu Gute, dass meine Mutter erst zu trinken begann, als ich schon 4 oder 5 war. Das heißt, ich konnte es wahrnehmen, beschreiben und dann in der Therapie besser verarbeiten. Wenn dein Kind noch ein Baby ist, geht es nicht. Ich kann auf solche frühkindlichen Erfahrungen nicht bewusst zugreifen, auch wenn sie erst recht Schäden verursachen, da sie sich prägen.

Du solltest ihn auf gar keinen Fall heiraten! So wirst du für ihn und seine Versorgung herangezogen, auch nach einer Scheidung. Sollte dein Mann arbeitslos werden und später Pflege benötigen, zahlst du.

Mein Rat: Bereite die Trennung vor (alle notwendigen Papiere sichten, kopieren und mitnehmen), such dir eine Unterkunft, ggf. bei den Eltern, und verlass ihn!
Ggf. wird er dann jammern, Besserung gelogen- vergiss es! Da spricht dann nicht die Liebe, sondern das Bedauern, dass Rundum-Service zu Hause auch ganz nett ist
Dein Kind sollte in einem trockenen Umfeld aufwachsen und nicht so ein respektloses Verhalten als Vorbild nehmen.
Eine Freundin hat sich nun erst nach 2-3 Jahren nach Beginn der psychischen Auffälligkeiten vom Partner getrennt. Nun schlägt ihr 5-Jähriger dieselben Töne ihr gegenüber an.

Letztlich musst du wissen, was du willst!

Liebe Grüße
Schoko

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Nein, diese Beziehung ergibt keinen Sinn (mehr).

Ich hätte eigentlich nur bis "oft ungut wird und mich beschimpft" lesen müssen... Du bist mit einem Mann verheiratet, der sich nicht unter Kontrolle hat und das auch nicht ändern will. Deine Bedürfnisse gehen ihm ganz galant hinten rum vorbei. Eventuell hat er auch schon ein handfestes Alkoholproblem. Andauernd volltrunken nach Hause zu kommen und in jedem Anlass ein Saufgelage zu suchen ist definitiv nicht normal (oder sollte es nicht sein).

Ich würde weder einen Partner haben wollen, den ich schon vor jedem Anlass ermahnen muss, nicht zu viel zu trinken, noch würde ich einen Partner haben wollen, der "ungut" wird und mich beschimpft. Wer weiß, wass er irgendwann mal mit den Kindern anstellt... Alkoholismus steigert sich für gewöhnlich immer weiter.

Nix wie weg - der wird sich nicht ändern und selbst wenn, dann müsste er das selbst wollen und das will er nicht. Also nimm seinen Ratschlag an und trenne dich eher jetzt als später, bevor dein Kind auch noch ernsten Schaden nimmt.

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Man soll es ernst nehmen, wenn Leute so etwas äussern. Ich hab das früher oft nicht so ernst genommen, aber dann hab ich gemerkt, dass das wirklich normalerweise stimmt, was Leute so über sich selbst sagen (vor allem wenn es etwas negatives ist). Es ist sicher so, wie er sagt: Er ist so, er wird sich nicht ändern. Er will sich nicht ändern, das ist klar. Ob er es überhaupt könnte, das ist auch unsicher. Und offensichtlich ist er auch ziemlich sicher, dass du das auf die Dauer nicht aushalten wirst.

Man hat in jungen Jahren oft romantische Ideen, dass der Partner sich ändern wird. Aber das ist in den allermeisten Fällen unrealistisch. Alle Menschen passen nicht zusammen, und manche sind auch nicht beziehungsfähig. Und gerade die nicht beziehungsfähigen haben oft Charme. Manche sind sehr lebenslustig und locker. Leider auch wenn es um ernste Dinge geht. Oft merkt man, wenn man etwas älter wird, dass es besser ist einen ruhigeren, mehr zuverlässigen Typ als Partner zu haben.

Ausserdem ist da noch das Problem, dass er in die Alkoholsucht abdriften kann. Ich hab das selbst erlebt mit meinem Ex. Und da konnte ich auch nie sagen, ob er wirklich abhängig ist oder nicht. Mal trank er mal nicht, meist an Wochenenden. Er hat sich aber nach einiger Zeit selbst als Alkoholiker definiert. Trotzdem hat er nie ganz aufgehört, und natürlich hat er nicht die Kontrolle darüber. Man sieht ihn aber auch nach all den Jahren nicht wirklich betrunken, vor allem nicht tagsüber. Es gibt da sehr viele verschiedene Erscheinungsbilder von Alkoholsucht. Manche können jahrzehntelang eine seriöse Fassade aufrechterhalten. Aber man will nicht mit ihnen leben.

Ich finde du solltest mal wirklich nachdenken, mit ein paar klugen Leuten reden, gern auch mit einem Therapeuten, wenn du kurzfristig einen finden kannst, und es dir gut überlegen. Man kann sich auch versuchen auszumalen, wie es in einigen Jahren laufen könnte. Mit einem älteren Kind, vielleicht mit mehreren, und einen Mann, der nicht wirklich Rücksicht auf seine Familie nimmt. Wie war es denn bisher, wenn es dir mal nicht gut ging? Während der Schwangerschaft und in der Zeit um die Geburt? War er für dich da, oder war das auch ein bisschen nur wenn es ihm in die Pläne passt? Und dann stell dir verschiedene Situation/Krisen vor die man haben kann im Leben. Würde er dich da allein lassen mit den Problemen?