Wie mit sowas/alltäglichem umgehen?

Liebes Forum, ich brauche euren Rat. Gerne von Hartgesottenen und Langzeitbeziehungserfahrenen ;)
Es geht um alltägliches/solche Situationen, beispielhaft für mein Problem dargestellt.
Dass man niemanden ändern kann, ist klar, aber wie mit Dingen umgehen, die einen - zu Recht!- völlig stören...
Mein Freund und ich leben noch nicht zusammen und ich bin schwanger.
Er selbst ist sehr gepflegt, BWLer vom Beruf.
Sein Auto ist ein Drecksloch, sagen alle, er wurde schon extern drauf angesprochen. Wir können da nicht mal zusammen drin sitzen, so voll ist es. Alte Bäckertüten, Kippen, Fastfoodschachteln. Als ich ihn vorgestern um was belangloses für ihn gebittet habe, wo wir unterschiedlicher Ansicht sind (zb nicht so auf einer Matratze zu schlafen, sondern mit Bezug) rollt er die Augen, lacht, schiebt einen Witz vor oder einen dummen Spruch, der mich blöd darstellen lässt. Er wird das zwar nie in dieser Absicht so machen, aber es kommt bei mir so an "Du bist ein Weltverbesserer, Du hast die Weisheit gegessen..."
Ich finde das einfach blöd.
Als ich heute Früh bemerkte, dass mich seine Tüten bei mir stören, die er da abgestellt hat, kommt blöd, soll ich meine Shampooflasche wieder mitnehmen, im Sinne von stört die dich auch?
Er will, dass wir wieder zu seiner Familie fahren, wo ich erst war. Das ist eine Stunde Fahrt und mir einfach zu viel. Zumal alles an mir hängen bleibt. Ferner drohen die übergriffig zu werden und bald nur noch bei mir zu sitzen, daher möchte ich nicht allzu engen Kontakt.
Außerdem haben wir kaum Zeit für uns. Ich weiss auch nicht, wie ich das regeln soll ohne ihn vor den Kopf zu stoßen, Verständnis kann ich nicht erwarten.
Auch als ich sagte, dass mir putzen und Autowaschen mit Bauch zu anstrengend wird, dann kommt, ach leb doch wie ich, ist doch nicht schlimm, wenn der Boden nicht gewischt wird. Ich bin absolut nicht die Ordentlichste, aber ein gewisses Maß setze ich voraus (Haare aus Becken zb) und gerade wenn man Kinder hat.
Was mich phänomenal stört ist das Rauchen. Er wollte aufhören, gestern nur lauwarm, ja irgendwann mal. Dass das für ein neugeborenes gefährlich ist, wird so hingenommen. Wenn er reinkommt riecht alles nach Rauch, wie soll da ein NG auf ihm ruhen?

Mein innerliches Fazit ist, unsere Beziehung kann nur mit 2 getrennten Wohnungen funktionieren. Das macht mich traurig und ich denke in düsteren Momenten oft, dass ich dann in die AE rutschte, was nie mein Ziel war. Aber wie soll ich mit diesem mann. zusammen wohnen können jemals? Eigentlich suchen wir ein haus und ein Familienauto.
Wie kann ich an mir arbeiten, dass ich mir sowas nicht so zu Herzen nehme. Ich analysiere, Zermatter mit den Kopf, wie ich schlagfertiger oder besser reagieren könnte. In meinem Zorn denke ich manchmal, dass er mich nicht respektiert, obwohl ich ohne Zweifel recht habe. Auf der Arbeit schimpfen auch alle, dass er Dinge liegen lässt.
Es kann nicht sein, dass ich mich über jeden Satz oder Sachen so aufrege, dass der Tag gefühlt für mich gelaufen ist. Ich weiss auch nicht wo mein Problem ist, Gelassenheit?
Ändern kann man niemanden und mit einem anderen mann wäre sicher wieder was anderes. aber manchmal stelle ich alles in Frage. und frage mich, wie andere LZ Paare das lösen? Da ist doch auch nicht immer eitel Sonnenschein oder die Dinge im Alltag sind unterschiedlich. Wir geht ihr mit Macken oder doofen Sprüchen um?

Danke!

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Ist ein übergroßer Kinderwunsch Grund genug, sich den falschen Partner ans Bein zu binden? Wieso akzeptieren manche Menschen ihre eigenen Grenzen nicht und jammern dann, wenn der Partner diese ebenso wenig respektiert?

Sorry, mein Mitleid hält sich in Grenzen. Warum pflanzt man sich mit jemandem fort, wo Grundlegendes nicht passt? „Ich hab gedacht, er ändert sich, wenn das Baby mal da ist“ – ich kann’s nicht mehr hören. Die allgemeine Lebenserfahrung zeigt, dass sich Menschen in den seltensten Fällen grundlegend ändern.

Da muss man halt auch mal konsequent sein und den Tatsachen ins Auge sehen, dass dieser Mann nicht geeignet ist als Vater der eigenen Kinder. Nicht jeder Partner ist geeignet für ein gemeinsames zusammenleben. Nicht jeder gute Partner ist auch automatisch ein guter Vater. Probleme, dich in einer Beziehung mit getrennten Wohnungen noch händelbar sind, eskalieren bei Zusammenzug – insbesondere, wenn dann noch ein Baby dabei ist.

Liebe TE, ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute. Aber realistisch betrachtet wirst du entweder das Leben einer AE leben oder zu Hause zwei Kindern nachputzen.

Ich war 8 Jahre mit so einem Mann zusammen. Ein Herz aus Gold und ein angenehmer Kerl, aber sein Einrichtungsstil und Hygieneanspruch haben den Zusammenzug immer verhindert. Ich bin alles andere als pingelig und hasse putzen selber. Deswegen hatte ich dann letztendlich auch keine Lust mehr, mich dauerhaft an diesen Mann zu binden.

Ditto Rauchen. Wenn es dich so stört, warum kommst du überhaupt mit einem Raucher zusammen? Ich hatte mal eine Beziehungsanbahnung mit einem Raucher. Nach 2 Wochen abgebrochen, weil die Aschenbecher-Küsse soooo ekelhaft waren. Mein jetziger Partner (1.Mann, mit dem ich zusammen wohne – sehr harmonisch, da wir ähnliche Vorstellungen haben) hat in einer schweren Lebensphase zu rauchen begonnen. Hat ihn selber auch gestört. Ich hab ihm gesagt, wenn er das jetzt braucht, ist es ok für mich. Aber nicht dauerhaft. Ich kann nicht mit einem Raucher zusammen sein. Hätte er bei unserem Kennenlernen geraucht, wäre nix daraus geworden. Es gab in der Zeit auch keine innigen Küsse, wenn er nach Rauch gestunken hat – das ist MEINE Grenze, und diese überschreite ich nicht. Auch nicht ihm zuliebe. Er hat dann recht schnell wieder aufgehört.

Er wäre Kindern nicht abgeneigt. Aber er hat eine Angewohnheit, mit der ich als Frau/Partnerin leben kann, nicht aber als Mutter. Daher gibt’s keine Kinder.

Conclusio: Das Kind ist ja nun schon in den Brunnen gefallen. Überleg dir, was deine Mindestanforderungen sind für’s Zusammenleben und wo dein unverrückbaren Grenzen sind. Falls ihr Zusammenzieht: Nutz diesen Neuanfang! Kommunizier ganz klar deine Grenzen und halte diese auch selbst ein.

Ansonsten überleg dir das für den nächsten Partner – ist man in einer Beziehung erst mal in einer solch festgefahrenen Situation, kommt man da ganz, ganz schwer wieder raus. Das müssen dann schon beide(!) wollen.

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<<<<< Wieso akzeptieren manche Menschen ihre eigenen Grenzen nicht und jammern dann, wenn der Partner diese ebenso wenig respektiert? <<<<<

#pro



....das frage mich mich, gerade hier, immer und immer wieder....

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Hallo,

ich bin mit meinem Mann über 20 Jahre zusammen und wir haben einen Sohn im Teenie Alter.
Sicher ist nicht immer alles Sonnenschein, aber in den grundsätzlichen Dingen sind wir uns immer einig gewesen. Da gehört auch die Einstellung zur Reinlichkeit und Ordnung dazu.
Wir wohnen nicht im Möbelhaus, aber regelmäßiges saubermachen ist eben nötig. Gesaugt wird bei uns täglich (Haustier), Bad 2x die Woche und die Küche wird logischerweise auch Abends aufgeräumt. Auch liegt keine Dreckwäsche herum sondern kommt ins Bad in den Wäschesammler.

Mein Mann hat früher geraucht, aber hatte bereits aufgehört als wir uns kennen lernten. Ansonsten wäre er niemals ein Partner für mich (Nichtraucherin) gewesen.

Mit der Einstellung deines Partners würde ich es bei 2 Wohnungen belassen. Das endet nur darin das du 2 Kindern hinterherputzt und er dich null unterstützen wird, da sein Empfinden einfach ein total anderes ist.
Über das Auto verliere ich jetzt mal kein Wort.... kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

LG
Tanja

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Tanja, ja, das ist meine bittere Erkenntnis.
Somit ziehe ich gefühlt den Kürzeren, weil er nichts ändert.
Volle Ausgaben, volle Arbeit (einkaufen, Haushalt), Strom und Wasser...
Heiraten kann ich so auch nicht (keine Absicherung)
Am Ende also ein ganz anderes Modell wie vorgesehen und gewünscht.

Das finde ich bitter und macht mich traurig.

Aber wie kommt man mit Differenzen klar, ohne dass man sie sich zu Herzen nimmt?

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Da ihr nicht zusammen wohnt und vermutlich du alleine die EZ nimmst, lässt du dir schön Unterhalt für dich und dein Babay von ihm zahlen! Es ist schließlich nicht alleine dein Kind!

Du übernimmst die Betreuung, er den Unterhalt. So ist das bei allen getrennt wohnenden Eltern (unabhängig davon pb sie zusammen sind oder nicht).

Als BWLer wird da ein bisschen was für sich abfallen!

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So ein Extrem habe ich nicht, aber auch mein Mann meinte vorm ersten Kind das er wohl nicht viel machen muss im Haushalt.

Als dann unsere Tochter zur Welt kam und ich natürlich anfangs etwas überfordert war mit allem, hat er erst gemerkt wie viel ich immer gemacht habe und hat sich ernsthaft erlaubt mir an den Kopf zu werfen das es ja eh leicht zum schaffen ist trotz Baby.

Ich hab ihm die Meinung ordentlich gewischt und ihn am nächsten Tag allein gelassen mit samt Baby. Eigentlich war ich nur ein paar Stunden weg (wegen dem Stillen), vielleicht 3-4Std, ich weiß es nicht mehr, aber Fakt ist, er war überfordert sich um das Baby zu kümmern und gleichzeitig den Boden sauber zu machen sowie zu kochen und die Wäsche abzuhängen und zu verräumen 😉
Seitdem macht er seinen Dreck selbst weg, kocht mittlerweile am WE immer für uns. Putzt das Klo und erledigt die Einkäufe zu 80%.

Er würde sich niemals mehr trauen den Mund so voll zu nehmen geschweige denn nicht selbst im Haushalt was beizutragen.

Wir bekommen mittlerweile das vierte Baby. Wir sind ein super eingespieltes Team seit damals und ihm wurde schnell bewusst dass es nicht selbstverständlich ist eine ordentliche Wohnung zu haben, auch wenn er als Single bzw in unserer Anfangszeit ein absoluter Chaot war und ungern einen Finger gerührt hat.

Also ja, seinen Charakter wird dein Freund vielleicht nicht ändern, aber wenn du Glück hast wird ihm mit Baby im Anhang schnell bewusst dass er so nicht weiter machen kann. Wenn du Pech hast klappt das nicht, aber dann solltest du überdenken ob du so Leben willst wie er... Ich könnte das nicht! Für mich ist das eine Horror-vorstellung und mich ekelts nur vom lesen.

Glg

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Ich denke, bei grundlegenden Dingen muss man einfach harmonieren, sonst wird das nichts. Und ganz ehrlich - du wusstest, dass er ein Saubär ist und raucht, dennoch hast du dich entschieden, schwanger zu werden. Gerade Rauchen liegt in jedermanns eigenem Ermessen, ich habe selbst mal geraucht und hab irgendwann aufgehört, weil ich wollte - alle anderen Gründe wären auch nicht von Dauer gewesen. Hätte mein Partner deswegen regelmäßig an mir rumgenörgelt, hätte ich mich irgendwann gefragt, weshalb er sich keine Nichtraucherin gesucht hat, wenn ihn das so immens stört.

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Ja, das ist richtig. Er will aufhören, was hat er mir erzählt. Wenn nur 50 Prozent umgesetzt worden wären, wunderbar.
Sonst wären wir nie da wo wir jetzt sind. Er tut nichts. Ich nörgle nicht an ihm herum, habe ihn nur aufmerksam gemacht, wie gefährlich das für Kinder ist. Und Entschuldigung, dass müssen Raucher einsehen. Wenn er meint sich kaputt rauchen zu müssen, ok, ich kann ihn nicht helfen, aber bei meinen Kindern kann ich das nicht mit ansehen.

Das Inhaltliche ist das eine, aber wie schaffe ich, damit anders umzugehen?

Dazu habe ich ständig angst, dass wir uns auseinander leben und ich bald alleine dastehe. In den Gedanken kann ich mich sehr reinsteigern. Auch weil auf seiner Arbeit niemand weiss, dass wir zusammen sind (haben uns in der Abteilung kennengelernt und wollten das Geschwätz umgehen) aber in dem Gesamtkontext hat es jetzt einen negativen Touch für mich :(
Sehe ich alles zu eng? Zu weit?

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Aus Sicherheitsgründen und der Hygiene wegen, könnte ich mit so jemandem auch nicht zusammen wohnen, denn man muss Kompromisse in einer Gemeinshaft eingehen.
Es hört sich nicht so an, als könnte/wollte er das.

Du hast den Nestbautrieb und willst Klarheit und alles geregelt haben und reagierst auf alles sehr sensibel und feinfühlig.
Hinzu kommt noch, das er nicht 100%ig zu dir steht, er lebt weiter, als wäre er noch Junggeselle ohne Verantwortung. Ich werde nie verstehen, weshalb man im Auto essen muss und hinterher denn ganzen Müll darin herumliegen lässt.

Während meiner letzten Schwangerschaft (ist schon 19 Jahre her!) wurde mir klar, das ich nicht bis ans Lebensende mit dem Kindsvater zusammen sein werde
Als unser Sohn knapp 4 Jahre alt war, habe ich mich von ihm getrennt.

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Oha, da kommen bei Euch ja gleich mehrere Baustellen zusammen. Mal abgesehen davon, dass schwanger sein und (noch?) nicht zusammen wohnen eh ungünstig ist, müsstet ihr mal ehrlich Klartext über so einige Details sprechen.

Die Sauberkeit ist da nur ein Punkt, den man aber mit einer Putzfrau schon mal minimieren könnte.
Generell ist zu sagen, dass er wohl so einige Eigenschaften hat, die dich jetzt anfangen zu stören, weil euer Baby unterwegs ist und man da natürlich feinfühliger wird.

Ich selbst habe letztes Jahr entbunden und kann dir nur raten, alles wirklich Wichtige vorher mit ihm zu klären! Wohnsituation, wer macht was, wer hält was sauber (wenn man da so detailliert drüber sprechen muss und das nicht von selber läuft).

Ganz wichtiger Punkt, der unbedingt geklärt gehört: seine Familie, die du jetzt schon als übergriffig bezeichnest. Wenn das Kind da ist, werden sie dir wahrscheinlich so richtig auf den Keks gehen, glaub mir. Nicht umsonst gibts hier die unzähligen Schwiegereltern Posts, man und speziell Frau ist mit Neugeborenem einfach viel empfindlicher und vor allem, wenns das erste ist.

Da sollte klar sein, wo er sich positioniert.

Ich denke, du solltest ganz offen und vor allem nachdrücklich mit ihm sprechen, dass dir eure Situation momentan große Sorgen macht, dass du dich nicht verstanden und vor allem nicht respektiert fühlst (denn er tut ja alles als Lapalie ab und macht blöde Witze).

Wirklich, nimm das erst und rede so mit ihm, dass ihm auch klar wird, wie sehr dich das alles wurmt.

Natürlich kann man sagen, dass du ihm jetzt auch nicht in allen Details deine Sichtweise „aufzwingen“ kannst, dazu neigen Frauen durchaus. Alles muss so gemacht werden, wie Frau will, sonst knallts 🙈 Hygiene ist allerdings schon ein kritischer Punkt, Rauchen und Baby auch Mist. Wenn er es nicht schafft aufzuhören, muss er wirklich strikt beachten, sich sehr ordentlich zu waschen nach dem Rauchen usw.

Fies, aber es ist nicht für jeden Raucher einfach, es mal so zu lassen. Das ist aber wieder ein separates Thema.

Dein Freund scheint mir mental noch nicht ganz im baldigen Familienvater-Sein angekommen.
Nimm ihn an die Hand, aber nicht nur meckernd. Hoffentlich machts bei ihm Klick 😬

Abschließend noch zu erwähnen, wie ich mit Marotten meines Mannes umgehe. Er ist wirklich ein herzensguter und umsichtiger Mensch, daher kann ich nur „Nichtigkeiten“ erwähnen. Er hat leider nicht die beste Zahnhygiene, was ich grauenhaft finde. Ich mache ihm einmal im Jahr einen Termin zur Zahnreinigung, aber er hat auch fiesen Mundgeruch manchmal und trotzdem kann ich mir den Mund fusselig reden, dass er sich bitte sofort nach dem Aufstehen die Zähne putzt - er macht es nicht. Will erst seinen Kaffee trinken usw... Stunden später fällt es ihm dann ein (arbeitet im home office). Seit einigen Wochen ziehe ich strikt durch, ihn nicht mehr zu küssen, und jetzt endlich gehts mal gründlich zum Zahnarzt, nächste Woche.

Dann gibts verschiedene Dinge, die er mit unserem Baby anders macht, aber da habe ich mich mittlerweile sehr entspannt, denn er will nur das Beste und dem Wurm gehts blendend. Ob er nun mit falsch angezogener Jacke im Kinderwagen sitzt, who cares... musste aber ein paarmal vehement sein, damit er auf dem Schirm hat, wie oft der Kleine trinken muss und es nicht ewig rauszögert. Hatte ihm seine Mutter eingeredet. Das Baby muss „Hunger aushalten“ lernen, ihre Worte. Zum Glück hat er bald gecheckt, dass das Unsinn ist.

Dir Alles Gute! Mach deine Position klar und bereitet euch gemeinsam auf die Geburt vor, es wird ALLES ändern. Gemeinsam seid ihr stärker. Mach ihm das jetzt klar!

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Wenn du ein Ungleichgewicht empfindest, dann bring es zur Sprache. Ihr seid bald Eltern, ihr müsst ein Team sein!
Es muss nicht immer alles akzeptiert werden und kompromisse gefunden werden. Manche Dinge haben zu klappen. Gerade mit Kind.
Alle Punkte, die du angesprochen hast, gehören meiner Meinung nach grundsätzlich ausdiskutiert.
Außerdem solltest du rasch gegen diese Bloßstellerei gegenhalten. Das ist Mundtod-macherei und absolut nicht angebracht.

Mein Mann und ich hatten auch einen sehr schweren Start und hatten vieles noch nicht geklärt, als wir das erste Kind bekamen. Irgendwann war klar, dass es geklärt werden MUSSTE, weil sonst einer sich im Dreck gesuhlt hätte und der andere am Stock gegeangen wäre.

Kämpf! Streite! Du musst nicht gelassener werden, du musst zupacken!

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Für mich sind das keine Kleinigkeiten und sie regen dich zurecht auf.

Tut mir leid dir das sagen zu müssen, aber jemand, der ein so völlig anderes Verständnis von Ordnung und Sauberkeit hat und Dinge derartig schleifen lässt wäre nicht mein Partner geworden und schon gar nicht Vater meiner Kinder.

Natürlich ist es nicht immer eitel Sonnenschein, aber in grundlegenden Dingen muss man sich einfach einig sein.
Wir uns nicht immer 100% einig, aber ich würde sagen zu 80%. Wie soll denn euer gemeinsames Leben aussehen?
Er findet Dreck nicht schlimm, du schon also wirst du alles sauber halten und sowohl dem Kind als auch ihm nonstop hinterher putzen und es wird dich zurecht nerven. Ändern wird er sich nicht, wenn er nicht einsieht, dass ein Kind eine saubere Umgebung braucht (und jeder normale Mensch auch).

Mit dem Rauchen war es bei uns recht einfach. Mein Partner musste sich nach dem Rauchen umziehen, Zähne putzen und Hände waschen bevor er das Baby haben durfte. Das war ihm irgendwann zu blöd und er hat zuhause gar nicht mehr geraucht und ging nach der Arbeit direkt duschen.

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Er wird sich nicht ändern, egal was er sagt und das wirst Du ja hoffentlich jetzt erkennen!

Mein Rat, dränge nur nicht auf zusammenziehen o.ä. Mach es Dir in Deiner Wohnung schön, richte alles fürs Baby her. Gib ihn bei der Geburts als Erzueger an, dann ist er unterhaltspflichtig.
Wenn Du das jetzt emotional schaffst, würde ich mich bereits vor der Geburt trennen.

Solche massiven Differenzen hält keine Beziehung aus. In den Grundzügen muss mal einig sein (Ordnung, Umgang mit Geld uä.). Ihm ist das offensichtlich egal und Du leidest!

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Das kommt sehr darauf an.

Will er nicht, kann er nicht.... fehlt ihm noch die Motivation?

...ich kenne einige ADSler, die damit extreme Probleme haben...

Damit leben könnte ich mit
- er kann nicht, lässt aber Alternativen zu (Putzfrau, dass ich es mache, dass jemand es macht); behandelt das dann aber NICHT abschätzig, sondern nimmt es als Kompromis an.

Damit kann ich nicht leben
- er will nicht
wenn er könnte und nicht will: keine Chance
- er will nicht, weil er es nicht kann
lässt aber auch keine Alternativen zu.

- er versteht nicht, dass es mir Unwohlsein bereitet
- er versteht nicht, dass es mich an mein Limit bringt
- er bringt herablassende Kommentare

Ich selbst habe ADHS und große Schwierigkeiten in dem Bereich.

In der Schwangerschaft entwickelte ich dann einen Nestbautrieb
als mein Kind dann da war, kam der große Klick bei der Motivation.

Mich selbst konnte ich betrügen, hintergehen, schön reden usw. meinem Kind wollte ich das nicht, außerdem wollte ich Vorbild sein.

Es ist für mich sehr anstrengend.
Mit Kind im Haushalt schaffe ich es deutlich besser, weil ich bewusst die Verantwortung trage.

Seit ich es regelmäßig mache und Routine darin habe, mache ich es routinierter bzw. habe meinen eigenen Wohlfühlstandard erhöht. Chaotisch bleibt es trotzdem, sauber soll es sein. Da hat sich mein Anspruch seit Kind deutlich erhöht.


Zusammenziehen würde ich mit ihm nicht. Vor allem nicht so lange es so heftig bei euch ist.

Chance würde er wohl bekommen (wenn der Rest der Beziehung passt).
Er kann gerne zu dir kommen, du mit Baby konsequent nicht zu ihm, so lange kein Mindestmaß sauber ist.

Wie er das erreicht ist seine Sache. Lernt er es, nimmt er sich eine Putzfrau, egal.
DA würde ich ihm nicht reinreden.

Allerdings wäre die Konsequenz, dass ein Mindestmaß an Sauberkeit da ist, damit du mit Baby zu ihm kommst.

a) es ist ihm auf Dauer zu blöde und er würde euch gerne bei euch haben, dann erhöht das seine Motivation
b) er entfernt sich von euch, weil ihm der Aufwand (Sauberkeit herstellen) zu hoch ist, im Verhältnis euch zu sehen (dann wäre die Entscheidung ohnehin gefallen, wie viel die Beziehung wert ist)

Die Entwicklung kann so oder so werden
Bei b) wäre die Entscheidung so oder so gefallen.

bei a) könnte es zum Dauerstreitpunkt bleiben. Dann nur mit getrennten Wohnungen und immer nur dann, wenn es einigermaßen sauber ist.
Langfristig wäre mir das zu anstrengend.

bei a) könnte es aber auch so sein, dass es dann bei ihm doch noch klick macht. Dass er für sich die Motivation entwickelt, es ändern zu wollen (ggf. mit Hilfe) bzw. sich an die neue Sauberkeit so sehr gewöhnt, dass er es nicht mehr anders haben will.


Ohne ihn zu kennen, kann ich keine Prognose machen. Und selbst wenn man jemanden kennt, kann es anders kommen.

Das wären so die Grenzen mit denen ich leben oder eben nicht leben könnte.
Diese würde ich auch ganz klar so kommunizieren.

Ich (selbst ADHSler) möchte und kann nicht umerzogen werden!
Allerdings bringe ich Bereitschaft mit, mit Hilfe (dort wo ich es nicht kann) einen Weg umzusetzen, der für beide passt. Maß für die andere Person, Hilfe für mich, das umsetzen zu können.
Und die Motivation selbst ein Mindesmaß an Ordnung/Sauberkeit zu haben.

Passt das nicht, weil es den Partner stresst, könnte ich das verstehen.

Ebenfalls bringe ich Kommunikation mit: er sollte mir sagen, was sein Mindesmaß ist, das er braucht und welches Maß er sich wünschen würde und ich würde ihm sagen, was ich dazu brauche um es umsetzen zu können.
Finden wir einen gemeinsamen Nenner: prima.

Wenn nicht, wäre es mir auf Dauer zu stressig für eine Beziehung.

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Danke, du hast mir aus dem Herzen geschrieben...
Ich bin auch eine olle Chaotin (dank ADS) hab aber einen Partner, der das weiß und entsprechend mit mir und meinen Defiziten umgehen kann.