Hätte, hätte, Fahrradkette

Hallo,

vielleicht kann mir die eine oder andere hier ihre Erfahrungen erzählen. Also: Gibt es hier noch andere, die das Gefühl haben, im Leben an einer entscheidenden Stelle falsch abgebogen zu sein? Habt ihr das blöde Gefühl inzwischen überwunden, oder steckt ihr wie ich noch mittendrin?

Ich fürchte ich muss ganz schön weit ausholen, um zu erklären.

Ich war schon immer schüchtern und introvertiert, Typ stilles Wasser. Dadurch ist es mir seit je her schwer gefallen, Freundschaften zu schließen, geschweige denn mit Männern anzubändeln. Ich würde sagen ich war vier mal im Leben verliebt. Den dritten habe ich geheiratet, und der vierte hängt mir immer noch nach (er ging vor der Hochzeit aus meinem Leben).

Die erste Verliebtheit gab es in der sechsten Klasse. Ich habe es ihm nie gesagt, aber das war auch okay. Wir haben später noch zusammen Abi gemacht, und uns in der Oberstufe echt gut verstanden - alles im grünen Bereich.
Das zweite Mal war in der achten/neuten Klasse etwa. Wir quatschten jede Lateinstunde durch, und eine Freundin fragte mich schon, ob sie uns nicht mal verkuppeln solle, es sei ja nicht zum mitansehen, dass wir nicht zu Potte kämen. Sie tat es nie (ich traute mich aber auch nicht, sie darum zu bitten), und es verlief irgendwann im Sande. Was blieb war das Gefühl, eben einfach nicht zu Potte gekommen zu sein.

Mein jetztiger Mann war mein erster Freund. Wir kamen zusammen, als ich 16 war, er 21. Das ging erst nur knappe drei Monate, dann machte er Schluss. Ich fing dann aber an zu kämpfen und eroberte ihn tatsächlich nach ein paar Monaten zurück. Das ist jetzt über 20 Jahre her. Rückblickend muss ich bekennen: Ich meinte zwar damals, ich kämpfte vor allem aus Verliebtheit, aber wenn ich heute mal ehrlich bin, war die Angst vor dem allein sein damals auch ein großer Faktor. Ich hatte damals schon Angst, dass es schwer werden würde, einen anderen kennenzulernen, der mich auch wirklich mag. Das hat sicher viel mit mangelndem Selbstwertgefühl zu tun, obwohl ich behaupten kann, damals hübsch, schlank und auch nicht doof gewesen zu sein. Aber die Erfahrung hatte mich da schon gelehrt: Ich bin echt nicht gut in diesen zwischenmenschlichen Dingen.

Das betrifft auch nicht nur Kerle, sondern ebenso Freundschaften mit Frauen. Das letzte mal, als ich eine Freundschaft geschlossen habe, war ich in der siebten Klasse. Die Freundin von damals habe ich zwar immer noch, aber da sie inzwischen eine Stunde weg wohnt, ist der Kontakt nicht sehr intensiv (wir betrachten uns aber dennoch als eng befreundet). Alles andere waren und sind nur Bekanntschaften.

So, also seit ich dann 17 war, war ich also zum zweiten mal mit meinem damaligen Freund, heutigem Mann zusammen.

Nach dem Abi studierte ich dann in der Stadt, in der ich auch zur Schule gegangen war. Und dann kam ER. Ich weiß nicht, wie wir es geschafft haben, im ersten Semester aneinander vorbei zu kommen. Aber am Anfang des zweiten saßen wir in irgendeinem Seminar plötzlich nebeneinander, und es machte "zoom"! In der Vorlesung danach setzte ich mich im Saal so in eine Reihe, dass nur ein Platz neben mir am Rand frei blieb - und er kam tatsächlich zu mir! Man kann sagen, dass wir ab da geflirtet haben wie die Weltmeister. Ich war bald total verknallt, Schmetterlinge im Bauch, weiche Knie, Herzklopfen. Leider war gleich am Anfang klar: Er hatte eine Freundin, ich einen Freund. Und so tänzelten wir Monat um Monat umeinander rum, die Chemie stimmte, die Funken sprühten, und ich glaube jeder kriegte mit, dass wir einander echt mochten.

Oft hatte ich den Eindruck, dass er mich auch wirklich mag, so wie ich ihn. Aber er war ja vergeben, also gab es für mich nicht den Impuls, meine Beziehung zu beenden. Dann kamen ab und an Situationen, die mich alles in Frage stellen ließen. Z.B. bat er mich einmal vor einer Vorlesung auf den Flur. Da stand die süße französische Austauschstudentin, der ich dann bestätigen sollte, dass wir nicht zusammen seien (dabei hatte er zu dem Zeitpunkt immer noch die Freundin). Ich glaube so am Ende des dritten Semesters und im vierten waren wir echt mal nah dran, dass etwas aus diesem Dauerflirt hätte werden können. Wir hatten z.B. mal abgesprochen, dass er auf dem Weihnachtsmarkt "zufällig" zu meinem Mädelsabend mit zwei Freundinnen dazu kommen würde, so dass ich ihn mal vorstellen könnte. Ich denke heute, wenn das geklappt hätte, hätte ich vielleicht von meiner Freundin den nötigen Arschtritt bekommen, mich endlich richtig an ihn heran zu trauen. Leider verpassten wir uns.
Ganz am Ende des vierten Semesters trennte er sich von seiner Freundin, aber das Timing war scheiße. Ich ging gleich darauf in die USA, als ich wieder kam, war er in Finnland. Danach blieb uns noch ein Semester, in dem wir uns durch verschiedene Schwerpunkte nicht mehr ganz so viel sahen, dann ging ich ins Praktikum, und schrieb danach meine Diplomarbeit. Und plötzlich war der Tag meiner Diplomfeier da (er musste noch ein Semester anhängen). Als wir (mein Freund/Mann, meine Mutter und ich) in das Theater kamen, wo die Feier stattfand, traf ich IHN auf dem Flur. Er begrüßte mich wie immer mit seinem norddeutschen "Na?", strahlendem Lächeln, Umarmung, Küsschen links und rechts, und dann gingen wir zu unseren Plätzen, aber diese Sekunden reichten schon für ein wirklich verwundertes "Wer war das denn?!?!" meiner Mutter. Das war das letzte Mal, dass ich ihn sah.

Ich habe mich danach nie getraut, mich bei ihm zu melden. Aber ich habe seitdem immer mal wieder Phasen, in denen ich ständig nur an ihn denke, und mir wünsche ihn wiederzusehen. Ich bin nie über ihn hinweggekommen. Er war so charmant, attraktiv und zuvorkommend. Er ist der einzige Kerl, der mir mal seine Jacke angeboten hat. Er wollte mir mal seine Heimatstadt zeigen (leider wurde nichts daraus). Und ich habe immer noch das Gefühl: es hat soooo gut gepasst!!!

Warum ich meine Beziehung damals nicht beendet und mich IHM an den Hals geschmissen habe? Tja, wenn ich heute meinem Anfang-20jährigen Ich in den Hintern treten könnte... Ich hatte wirklich Angst, und das war mir sogar damals schon bewusst, dass es mit IHM vielleicht nichts werden würde, weil ich mir einfach nie ganz sicher war, ob er mich wirklich mag (heute denke ich: klar tat er das, aber ich war ja nie "frei"), und dass ich dann wirklich Probleme haben würde, wieder eine Beziehung zu finden. Völlig bescheuert, ich weiß, aber wie gesagt: Ich bin echt schlecht in diesen Dingen. Ich meine, da war dieser Typ, den ich wirklich gern mochte, und der mich mochte, und ich habe auch das nicht auf die Reihe gekriegt.

Warum mir das heute noch so nachhängt? Ich müsste schon seit Jahren lügen, wenn ich behaupten würde, meinen Mann zu lieben. Ich liebe ihn nicht mehr. Schon lange. Wir haben zwei Töchter (6. und 2. Klasse). Im Bett läuft schon lange (so gut wie) nichts mehr. Das fing an, weil ich mit meinem Körper nicht mehr so happy war, und weil ich mich eben einfach "entliebt" hatte. Ich habe kein Bedürfnis mehr, mit ihm intim zu werden. Ich respektiere ihn als Familienmitglied, und ich will ihm nichts Böses, aber ich liebe ihn einfach nicht mehr. Ich bin trotzdem nicht so weit, mich zu trennen. Zum einen sind da natrülich die Kinder, denen ich das ersparen möchte, aber ganz ehrlich: Ich habe immer noch die gleiche Angst, am Ende allein alt zu werden.

Mir ist bewusst, dass das kein Grund ist, zusammen zu bleiben, und dass ich mich trennen sollte. Aber ich bin noch nicht so weit. Im Moment denke ich den lieben langen Tag, dass ich mich damals schon hätte andere entscheiden sollen. Dass da etwas ganz falsch gelaufen ist. Dass mein ganzes Leben völlig anders hätte verlaufen können.

ER hat übrigens zwei oder drei Jahre nach mir auch geheiratet und lebt seit über zehn Jahren im Ausland, 9.000km weit weg. Ich überlege, ob ich ihn irgendwann mal anschreibe, um reinen Tisch zu machen. Um endlich zu wissen, und nicht mehr dauernd zu grübeln, wie er damals zu mir stand. Ändert ja aber im Grunde auch nichts. Aber vielleicht hilft es mir ja, endlich mit ihm abzuschließen, wenn ich von ihm höre, dass er glücklich verheiratet ist. Vielleicht hat er Kinder. Ich glaube, so lange er mir dauernd im Kopf herum spukt, als der tolle, ideale Mann, den ich so gern gehabt hätte, bin ich ohnehin nicht offen für irgendwas anderes.

Also:

Was ich habe:
einen Mann, an dem mir leider vieles nicht gefällt. Er ist aufbrausend und flucht ordinär, wenn etwas nicht klappt, auch im Beisein der Kinder (aber körperlich gewalttätig ist er nicht). Er kriegt beruflich nicht die Kurve, trägt gerade mal 700€ zu unserem monatlichen Netto bei, und jammert immer nur, dass es keine passenden Jobs gäbe, bzw. traut sich nicht, was Neues zu versuchen (ja ich weiß, bei "traut sich nicht" darf ich nicht mit Steinen werfen). Ihm fehlt Empathie und Diplomatie, und er merkt nicht, wie sehr er oft dem Selbstbewusstsein unserer Großen schadet. Der Haushalt hängt zum Großteil an mir, obwohl ich mehr arbeite, und er liegt ständig nachmittags auf der Couch oder im Bett (Schlafstörungen, die meines Erachtens besser werden würden, wenn er genau das mal lassen würde). Mal an die frische Luft - nein danke. Hier im Dorf mal irgendwas für die Gemeinschaft tun - können doch andere machen.

Was ich gern hätte:
so einen wie IHN, nein eigentlich ehrlich gesagt genau IHN. Der, selbst wenn er schlecht drauf war, es nicht am Rest der Welt ausließ. Der Türen aufhielt und Jacken anbot - mit sowas kriegt man mich ja wirklich. Der auch noch besser aussah. Der scheinbar ein gutes Leben lebt, und seinen Facebook-Fotos zufolge mal nen Marathon gelaufen ist und offenbar ganz gerne mal wandert. Der sich im Tierschutz engagiert. Der die so viel bessere Wahl gewesen wäre. Den ich vielleicht tatsächlich hätte haben können. Es ist zum Heulen.

Was mir im Weg steht:
(Abgesehen von den 9.000km und seiner Frau - nein, ich weiß, dass ist Quatsch, ich meine allgemein:) mein geringes Selbstbewusstsein, meine Introvertiertheit (und die lege ich bestimmt nicht mehr ab, ich bin einfach so!), und die Angst alleine alt zu werden.

Ich weiß was ich tun sollte: mich trennen. Aber ich kann es noch nicht. Ich bin so nah dran wie noch nie, aber ich weiß nicht ob ich den Schritt jemals schaffe. Die Hürde ist hoch. Sehr hoch.

Und nun?

Viele Grüße

11

Herzlich willkommen bei uns in der Midlife-Crisis, setz' Dich und nimm Dir einen Keks#ole

"Fahrradkette" ist eines unser liebsten Spiele und wir freuen uns über jeden Teilnehmer, insbesondere über solche, die so tolle lange Texte fabrizieren können - da wird das eigene Lebensleid regelrecht produktiv!

Aus juristischen Gründen sind wir allerdings dazu verpflichtet vorab klarzustellen, dass "Fahrradkette" immer nur ein amüsantes Gesellschaftsspiel ist, mit realer Lebensgestaltung aber ebensowenig zu tun wie kontrafaktische Geschichtsschreibung.

Inbesondere sei der Hinweis erlaubt, dass eine unterlassene Kurskorrektur in der Gegenwart, z.B. in dem man seine jetzige Beziehung weder auf die Reihe kriegt noch verlässt, als grobe Unsportlichkeit gilt, sofern sie vorsätzlich nur deshalb geschieht, damit man in ferner Zukunft trefflich darüber sinnieren kann, wie viel besser das Leben wohl verlaufen wäre, wenn man im Februar 2020 ausnahmsweise mal richtig abgebogen wäre...

13

Chapeau 👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻

18

Hut ab toller Beitrag ;-)

1

Hallo :)

Ich kann dich so gut verstehen, ich schwebe auch oft gedanklich in "hätte-Situationen", also wie wäre mein Leben bis hierhin verlaufen, wenn ich die eine oder andere Entscheidung ganz anders getroffen hätte. Eines unterscheidet uns beide, und zwar bin ich oft eine Abzweigung gegangen, anstatt auf meinem Weg zu bleiben, habe auch mal eine Beziehung beendet um mal wieder alleine zu sein, oder mich in ein anderes Abenteuer zu stürzen. Die Essenz die ich daraus ziehe: ich glaube nicht mehr, dass es für jeden Menschen diesen einen vorbestimmten Partner gibt. Es gibt sehr viele Wege glücklich zu sein und sein Leben zu leben.
Ich könnte nicht sagen "In der Beziehung mit X war ich am glücklichsten", sondern ich war immer irgendwie anders glücklich. Also, so verschieden die Menschen sind, so verschieden können auch die Erfahrungen sein und wenn es dann nach einiger Zeit nicht mehr gepasst hat, darf man den Mut haben und sich auf einen anderen Weg begeben.

Was ich dir sagen möchte: dieser Mann, dem du hinterherschwärmst ist bestimmt eine verpasste Chance; vielleicht hättest du wirklich eine schöne Zeit mit ihm gehabt. Vielleicht wäre es irgendwann auch vorbei gewesen, man weiß es nicht. ABER da draußen warten noch viel mehr Chancen auf dich. Wenn die Beziehung zu deinem Mann nur noch eine Zweckbeziehung ist, in der du nicht glücklich bist, dann überdenke nochmal genau, was du genau möchtest. Auch das Alleinsein kann man genießen, man muss keine Angst davor haben.

2

Hallo,

ohne jetzt großartig auf Deinen Traummann einzugehen, den Du verpasst hast- der Typ, den Du jetzt an der Backe hast, wird Dir und Deinen Kindern mehr schaden, als Du jetzt überhaupt ahnst!
Du ärgerst Dich doch im Grunde jeden Tag über so einen Waschlappen, der nichts auf die Reihe bekommt und seinen Frust dann noch an seiner Familie abreagiert. Echt ein armes Würstchen, aber Du wirst ihn nicht retten können!
Ich kann Dich gut verstehen, wenn Du Angst vor einer Trennung hast und mit 2 Kindern erstmal alleine dazustehen (ich bin auch alleinerziehend und auch eher introvertiert, habe nur einen sehr kleinen Freundeskreis und kaum Kontakt zu meiner Familie).
Aber glaube mir eines: Das ist millionenfach besser als das, was Du Dir und den Kids jetzt jeden Tag antust!
Du wirst Dich in die neue Situation einfügen- zwar nicht von heute auf morgen, aber langsam und stetig.
Irgendwann merkst Du, dass Du viel stärker bist als Du jemals dachtest!
Dich wird so leicht nichts mehr umhauen!
Und Deine Angst vor dem Alleinsein im Alter wird schwinden wie Eis in der Sonne!
Ich werde nächstes Jahr 50 und könnte Männer haben am laufenden Band- wenn ich wollte.
Will ich aber nicht, sondern es muss wirklich passen.
Und diese Zeit nehme ich mir.

Ich wünsche Dir alles Gute und vor allem viel Kraft und Mut!!

3

Man verliert sich gerne in Träume wenn man nicht glücklich ist.
Vielleicht wärst du mit ihm zusammen gekommen und längst wieder getrennt.
Ich hatte so was ähnliches und habe tatsächlich bis vor 1 Jahr noch immer an ihn gedacht. Wir lernten uns kennen als ich 16 war, verstanden uns super, er hatte aber eine Freundin. Ich war trotzdem schwer verliebt aber ich hätte mich nie an ihn rangeschmissen während er in einer Beziehung war.
Vor ca 2 1/2 Jahren schrieb er mir auf Facebook und sagte, dass er damals sehr in mich verliebt war etc und dass er sich gerne treffen würde. Ich war (und bin immer noch) in einer Beziehung aber trotzdem dachte ich darüber nach. Entschied mich jedoch dagegen auch wenn ich dann noch 1 Jahr lang daran dachte, was wohl passiert wäre etc. Ich finde es bringt nichts in der Vergangenheit rumzuhängen. Es wird schon so seinen Grund gehabt haben warum es nicht geklappt hat.
Ich hab ihm gesagt dass ich kein Treffen möchte. Das war's. Stattdessen habe ich an meiner Beziehung gearbeitet und bin momentan wirklich sehr glücklich mit meiner Entscheidung.

Ich würde es übrigens von dir nicht fair finden ihm zu schreiben, wenn er eine Frau und Familie hat. Wir würdest du es finden wenn die große Liebe deines Mannes ihn anschreibt?

4

Liebe TE,

ich kann dir leider bei deiner Entscheidung nicht helfen, aber ich fühle mit dir.
Vor jeder Entscheidung überdenke ich sämtliche möglichen Konsequenzen, zermartere mir das Gehirn was ich hätte doch anders machen müssen in der Vergangenheit und habe vor so ziemlich jeder Lebensentscheidung Bammel. Ein Angsthase vor dem Herrn.
Natürlich funktioniere ich im Alltag, bin berufstätig, Mutter von zwei Kleinkindern und wirke nach außen tough und mutig.
Und bin insgeheim eine kleine, verhuschte Maus die sich nichts traut.
Die seit Monaten (!!!) Pro-und Contra Listen schreibt bezüglich eines möglichen Hauskaufs und evtl. Umzugs. Die sich nicht entscheiden kann.
Es ist zum Mäusemelken.

Wie erwähnt, ich kann dir keinen Rat geben, da ich auch nicht besser weiß wie man sich diesbezüglich deiner Umstände entscheiden sollte.
Ich möchte dir nur mitteilen, dass ich mitfühle.

Liebe Grüße, von einem "Angsthasen" zum nächsten. #winke

5

Wow: Das liest sich streckenweise wie ein Roman, schön geschrieben.

Bei all dem Wehmut und „Hätte ich doch“ halte dir vor Augen: wenn du hättest, gäbe es deine Töchter nicht. Deshalb war es schon mal kein falscher Weg!

Was IHN angeht: ich würde dir dringend raten ihm zu schreiben. Du hast doch wirklich GAR NICHTS zu verlieren. Ich würde nun nicht gleich alle Karten auf den Tisch legen. Aber „Hey. wie geht es dir? Ich finde es schade, dass wir uns aus den Augen verloren haben. Ich hatte dich damals sehr gern und wünsche mir, dass es dir gut geht.“.
Sicher würde es dir gut tun, dich dabei mehr darauf zu konzentrieren, dass er dir ein wirklich guter Freund war und den Gedanken an die „verlorene Liebe“ hinten anzustellen.
Momentan steckst du emotional in der Sackgasse, vielleicht hilft dir da raus.

Alles Gute.

6

Hallöchen. 😊
Ich denke, du hast jetzt schon bisschen Input erhalten, habe aber nicht alles durch gelesen, daher entschuldige falls ich wiederholen sollte, was schon gesagt wurde.
Ich war auch mal an dem Punkt wo ich dachte "scheisse, wie konntest du so falsch abbiegen".
Ich hatte damals einen Mann kennen gelernt. Schon früh gab es Anzeichen, das er, kurz gesagt, einen Knall hat. Aber ich trennte mich nicht. Ich brach meine Ausbildung ab, trennte mich nicht. Ich hatte irgendwann keine Freunde mehr, aber trennte mich nicht. Damals waren die physischen und psychischen Misshandlungen bereits Alltag, aber ich trennte mich nicht .
Wir wanderten aus nach Mittelamerika. Am Flughafen eskalierte es erneut, aber ich trennte mich nicht, stieg in dieses Flugzeug.
Im ganzen waren wir 3 Jahre zusammen. Erst als ich schwanger war, schaffte ich es endlich!!!!! Mich zu trennen.

Die Geschichte ist eine andere, aber das Prinzip das gleiche. Ich kenne dieses Gefühl, niemals wieder jemanden zu treffen, sehr gut.

Mein Sohn ist mittlerweile 3.5j, manchmal ist es immernoch in meinem Kopf, dieses "hätte hätte Fahrradkette", aber dann schau ich mein Kind an und weiss, das es nurschon seinetwegen NICHT der falsche Weg war.

Als mein Sohn 2j alt war lernte ich tatsächlich wieder einen Mann kennen. Anfangs hab ich mich wieder sehr daran fest gehalten. Ich bin jetzt in der 30ssw, und wieder alleine. Ich habe es geschafft, ihn nicht zu heiraten Und nicht erneut falsch abzubiegen. Er war ein Arschloch, und ich wollte nicht erneut so viel Zeit verlieren.

Und das ist das einzige was ich dir ans Herz legen möchte. Du kannst JETZT richtig abbiegen und dich trennen. Er schadet den Kindern, tu es für sie.
Du wirst danach jeden einzelnen Tag bereuen an dem du länger geblieben bist, und dieses Gefühl wird auch nicht besser, je länger du wartest. Und du wirst immer wieder das Gefühl haben, warum habe ich damals nicht.

Ich wünsche dir viel Kraft und alles liebe❤️🙏

7

Hallo, ja die was -wäre-wenn-Sache. Es gibt leider kein zurück. Er ist vergeben. Und du solltest ihn auch nicht anschreiben. Versetze dich mal in die Lage seiner Frau. Es bringt dir auch nichts.
Aber du solltest unabhängig von einem anderen Kerl, darüber nachdenken, dich zu trennen bzw dich auf jeden Fall trennen. Dein Mann kriegt sein Leben nicht auf die Reihe, du liebst ihn nicht und bist unglücklich. Das Leben ist zu kurz! Verlasse ihn, stemme dein Leben alleine und dann triffst du bestimmt irgendwann einen neuen Mann, der zu dir passt und den du liebst. Es gibt so viele Chancen auf dein Glück. Du musst dich trauen. Du hast doch was besseres verdient als das jetzige Leben.
Alles Gute!

8

Die "Was wäre wenn" Sache hättest du jetzt vielleicht auch, wenn du den besagten Studienfreund nun an deiner Seite hättest und dich fragst wie es wohl mit deinem jetzigen Mann wäre.
Das kannst du leider nicht rückgängig machen.
Aber... Du kannst aus diesen "Fehlern" für deine Zukunft lernen.
Wir Menschen haben immer Angst vor Veränderungen, also das ist tatsächlich so. Ist unserem Gehirn zu verschulden 😅
Man muss dann wirklich mal seinen Mut zusammen nehmen und es einfach wagen.
Ich bin mir sicher, wenn du jetzt nichts änderst, sitzt du in 20 Jahren wieder vorm Handy und schreibst hier bei Urbia, wieso du dich noch nicht von deinem Mann getrennt hast.

Dein Studienfreund wird sicher nicht Deine Zukunft sein, wobei ich ihm wohl trotzallem mal schreiben würde... Was hast du schon zu verlieren?!

Aber wenn man unglücklich im Hier und Jetzt ist und man nur nichts ändert aus Bequemlichkeit und aus der Angst was da noch kommt, dann ist man selber Schuld.
Sicherlich gibt es Phase im Leben wo es mal mit dem Partner nicht so läuft, wo man auch einfach mal unglücklich ist, das gehört zum Leben dazu. Ohne Tiefen keine Höhen.
Aber wenn man dauerhaft in einem Tief sitzt, muss man selber was ändern.
Noch sind wir selber für unser Glück zuständig.

Reiß dich zusammen und ändere endlich was 😉 Ballast muss man abwerfen.
Die oft so genutzte Ausrede dass man finanziell abganhig ist, kannst du ja schonmal nicht nutzen. Was ist dann deine Ausrede?!

Alles Gute dir 🍀