Die Ex in seinem Haus

Hallo zusammen,

ich würde mich über ein paar Meinungen freuen, denn ich bin unsicher ob ich die Situation zu eng sehe.

Ich bin seit 2,5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Beide geschieden, je zwei Kinder.
Wir wohnen 90 km auseinander und sehen uns alle zwei Wochen übers Wochenende und einmal unter der Woche- immer bei mir.

Ich bin nicht gern bei ihm zu Hause. Er hat seit dem Auszug der Ex nichts verändert, sie hat eine recht exzentrische Wandgestaltung im Schlafzimmer vorgenommen... sieht nicht so toll aus, gefällt ihm auch nicht, er streicht es aber seit 3 Jahren nicht über. Stört ihn nicht. Mich erinnert es immer an die Ex.
Das extra große Familienbett (3 Meter breit) hat er nur insofern verändert, dass nur noch eine 1,4 m Breite Matratze drin liegt und des restliche Bettgestell leer ist. Wirkt nicht sehr gemütlich.

Die Ex hat nach wie vor einen Schlüssel und geht immer mal wieder ins Haus, um dies, das oder jenes für die Kinder zu holen. Müsste ich nicht haben, aber okay.

Kindergeburtstage werden im Haus gefeiert. Sie steht dann in „ihrer“ alten Küche und kocht.

Sie hält sich öfter dort im Garten auf, postet dann auch mal Fotos davon. Im Prinzip nutzt sie den Garten einfach weiter mit, auch wenn nur dann, wenn er nicht da ist.

Mir gefällt das nicht. Gar nicht. Es hat für mich zur Folge, dass ich mich dort nicht aufhalten mag. Ich fühle mich dort einfach unwohl. Somit sind wir eigentlich immer bei mir, was meinen Freund jetzt nicht arg stört, aber er wünscht sich schon dass wir auch mal bei ihm sind.

Stelle ich mich da an, oder ist mein ungutes Gefühl legitim?
Ich finds einfach komisch dass die Ex da noch so häufig anwesend ist, auch wenn ich mich da nicht einmische- ist sein Haus, muss er entscheiden.

Danke für eure Meinung!

Grüssle, Sara

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Ich finde das geht gar nicht und für mich wäre das ein Trennungsgrund. Dass die Wand nicht gestrichen wird ok, es ist ne Wand. Dass sie den Schlüssel hat um Sachen zu holen ok, meinetwegen. Aber dann dort kochen, im Garten relaxen und weiß der Kuckuck was treiben? Absolutes NoGo. Geburtstagspartys bitte auf neutralem Boden wie in einem Restaurant, Spielepark, Kino, ect. oder ganz klassisch: an einem Tag bei der Mama, am anderen Tag beim Papa.
Mal ehrlich, ich würde meinen Freund fragen ob er einen Vogel hat #kratz

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Zu den Geburtstagen: Das findet auf ausdrücklichen Wunsch der Kinder im Haus statt. Das finde ich noch in Ordnung. Den Rest nicht.

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Ok. Nun, ich würde ihm einfach klipp und klar sagen was du davon hältst. Letzten Endes musst du wissen ob du damit leben kannst und er muss wissen ob ihm nur-deine-Wohnung genügt. Ich persönlich finde die Situation befremdlich und würde die Beziehung überdenken. Für mich wäre das nichts.

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Wenn er diesen Wunsch äußert, dass du öfter zu ihm kommst, sagst du ihm denn dann, dass dich das alles stört? Was sagt er denn dazu? Ich würde ihm das deutlich sagen: Ich fühle mich in deinem Schlafzimmer nicht wohl, das Bett, die Wand, das ist für mich wie eine Zeitreise in Eure Vergangenheit. Und dass die Ex da noch ein- und ausgeht mit Schlüssel ohne Ankündigung, geht eben auch nicht für dich, denn in dem Moment, wo du da bist, verletzt sowas eben auch automatisch DEINE Privatsphäre mit. Versteht er das nicht, wenn du ihm sagst, das Haus macht immer noch dadurch den Eindruck auf dich, dass es nicht seins / Euers ist in dem Moment, wenn du da bist, sondern immer noch seins und ihrs, und Du bist da eher der Eindringling als sie gefühlt?

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Doch, ich habe ihm das ganz klar gesagt.
Seither ist im Gespräch die Raumaufteilung im Haus zu ändern, das Schlafzimmer zu verlegen (nicht deswegen, sondern um den Kindern größere Zimmer zu geben) und das Dach auszubauen. Passiert aber erstmal nichts.

Sie würde übrigens nie unangemeldet kommen, gibt ihm immer Bescheid.
Die beiden verstehen und vertragen sich gut, damit hab ich auch keinerlei Probleme.
Ich verstehe mich auch mit meinem Ex, der in unserem ehemals gemeinsamen Haus mit der neuen Freundin lebt. Letztere hat dort aber alles auf den Kopf gestellt, was ich richtig gut nachvollziehen kann.

Mein Freund akzeptiert dagegen einfach nur, dass ich nicht zu ihm komme (war seit Anfang Dezember nicht mehr dort) und damit hat es sich eigentlich. Ab und an fragt er, ich sage nein, und das war’s.

Wenn ich dann aber wieder Bilder sehe oder die Kinder vom Lagerfeuer im Garten mit mama erzählen kommt’s mir hoch...

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Guten Morgen,

mich wundert, dass er selbst nicht das geringste Bedürfnis verspürt, Grenzen zu setzen?

Natürlich kann man sich mit dem Ex - Partner nach einer Trennung gut verstehen. Ist auch wünschenswert, immerhin hatte man ja auch gute Zeiten miteinander.

Dennoch sollte der Ex - Partner keinen solchen Stellenwert einnehmen, dass neue Partner sich unwohl fühlen.

Mich irritiert, dass er deine berechtigte Kritik nicht ernst nimmt und entsprechend handelt? Es sogar in Kauf nimmt, dass sich eure Beziehung ausschliesslich bei dir abspielt?

Nein, ich finde, dass geht so nicht. Da habt ihr dringend Klärungsbedarf.

LG

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Nun ja, die Sache ist ja auch dadurch etwas emotional belastet, dass es ihr Elternhaus ist.
Sie haben es vor 15 Jahren der Mutter (zum Marktwert) abgekauft. Sie ist vor rund 4 Jahren ausgezogen. Es folgten einige Episoden wo sie die Vorstellung hatte das Haus zu übernehmen, er aber weder ausziehen wollte, weder hätte ihr irgendeine Bank einen Kredit gegeben, denn sie hat „nur“ einen Minijob. Das zu verarbeiten war für die bestimmt sehr schwer.

Und nun komm ich, die dabei an sich nix zu melden hat und werfe sie quasi auch noch aus ihrem geliebten Garten, weil ich zweimal im Monat dort übernachten möchte?
Das ist schon eine harte Nummer.

Jeder von uns hat in seinem Heimatort seinen Lebensmittelpunkt und wir werden so lange noch einer von uns ein Kimd daheim hat nicht zusammen wohnen. Die Ex hat sich, bevor mein Freund sie jetzt im März ausbezahlt hat, auch schwören lassen dass ich dort nicht einziehe. Das hat er ihr auch fest versprochen- war mir egal, weil es unter keinen denkbaren Umständen eine Option für mich wäre in dieses Kaff zu ziehen. Trotzdem fühlt sich das alles merkwürdig an. Sollte mir das nicht Wurscht sein, wenn ich da ohnehin absolut nicht wohnen möchte?!

Die Wand selbst streichen? Nein. Es ist allein sein Haus, sowas nehme ich mir da nicht raus.

Ich weiß halt nicht, wie ich das nochmal vernünftig thematisieren soll. Meine Ansage war bislang: Dann komme ich nicht. Wird hingenommen. Was wäre auch meine Konsequenz? Trennung? Nein.

Ich versuche auch noch herauszufinden was mich wirklich so stört... wirklich nur, dass sie da noch rumhüpft, oder dass er dadurch irgendwie keine klare Abgrenzung zur Ehe findet. Sie haben bislang auch Heiligabend immer schön unterm Weihnachtsbaum im Haus gesessen. Der Kinder wegen. Das hat mich auch nicht begeistert. Nach dem letzten Heiligabend sagte er von sich aus dass sich ihre Anwesenheit falsch angefühlt hat.
So ist er dann eben, er muss da selbst drauf kommen. Ich denke das nächste fest findet dann auch anders statt.

Also was soll ich tun? Hey Hase, ich würd gern einmal im Monat ein Wochenende bei dir verbringen, aber nicht in einem Museum deiner Ehe. Sprich mal ein betretungsverbot aus, übermal die Wand und Kauf ein neues Bett. Danke.

?

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Nun ja, ich denke, im Kern geht es schlicht um deinen Stellenwert.
Die Umstände sind natürlich kompliziert gewesen - am Anfang. Elternhaus der Ex - Frau etc., ok - dass musste alles gelöst werden. Das braucht natürlich seine Zeit.

Aber der richtige Cut ist dann nie vollzogen worden. Und dann spielt sich das so ein, wie es jetzt ist, und wird.... fortgesetzt. Ist ja im ersten Moment auch eine gute Sache. Die Ex - Partner kommen miteinander klar, für die Kinder ist es komfortabel ...der Ex - Frau bleibt ihr Elternhaus ein Stück weit erhalten...

Alles easy, bis halt neue Partner ins Spiel kommen. Anfangs ist das alles kein Thema, aber mit der Zeit - wenn man beschließt, zusammen zu bleiben - dann wird das Thema.
Und an dem Punkt seid ihr jetzt. Ein ganz normaler Prozess.

Und jetzt muss das mal geklärt werden. Du musst ihm klar sagen, dass du einen deutlicheren Platz in seinem Leben haben willst. Das er sich einfach mehr zu dir bekennt und nicht seine Ex im Prinzip den gleichen Bonus einräumt, wie dir.

Das fängt beim Heilig Abend an und hört bei der Küchennutzung der Ex auf. Das geht so nicht.
Auch wenn du nie ins Haus einziehen wollen würdest oder dergleichen...es geht einfach darum, wie eure Beziehung gelebt wird. Und da hat sein altes Leben nichts mehr verloren. Nicht SO.
Was also tun? Ich kann dir sagen, wie ich das machen würde.
Ich würde ihn bitten, sich alle meine Gründe durch den Kopf gehen zu lassen und zeitnah zu kommunizieren, wie er das ändern möchte.

Ich gehe mal davon aus, dass er dich nicht verlieren will, oder?

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Also finde die Wandgestaltung ist da das kleinste Problem?

Als erstes sollte die Ex den Schlüssel abgeben... Wenn sie was für die Kinder braucht kann sie auch klingeln. Im Garten hat sie ja Mal nix verloren, man geh auch nicht zu Nachbarn in den Garten um Selfies zu machen oder sich zu sonnen??

Das mit der Matratze würde ich ansprechen. Mein Freund hat jahrelang nicht gesagt, dass er meine Matratze voll ungemütlich findet und Rückenschmerzen hat. Ich hatte keine Ahnung! Als er es gesagt hat sind wir los und haben 2 neue gekauft (jeder hat ja andere Bedürfnisse). Ist doch absolut kein Ding!

Und die Wand... Kannst du die nicht einfach überstreichen?

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Hat sie dich schon einmal in dem Haus angetroffen? Spätestens dann wird sie doch sicher fernbleiben, oder?

Ich finde, dass dein Freund ihr den Schlüssel abnehmen sollte. Getrennt ist getrennt und wenn sie etwas braucht, soll sie einen Termin ausmachen (nach 3 Jahren sollte sie doch endlich alles mal geholt haben).

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Nein, wir sind uns nie begegnet, eben auch weil ich es vermeide dort zu sein und weil sie es nie unangekündigt tut.

Ich wollte nicht den Eindruck erwecken als gehe sie dort ständig ein und aus...

“Getrennt ist getrennt” haben die beiden bisher nicht so gelebt. Beide nicht.

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Meine Meinung ist: getrennt ist getrennt.

Es gibt sicherlich eine gewisse Übergangsphase einer Trennung, wo es noch gewisse Dinge auseinanderzudividieren gibt und hier und da tauchen noch Sachen auf, die man übergeben muss. Aber nach so einer langen Zeit sollten die Grenzen klar getrennt sein und die Leben separiert sein.

Meine Exfrau ist hier auch ausgezogen, ich bin jemand, der gerne klare Cuts macht, von Haus aus. Ich habe ein neues Bett gekauft, ihre Dekosachen entfernt und alles frisch gemacht. Ich habe das für mich selbst gebraucht, für einen Neuanfang.

Aus Männersicht will ich Dir aber sagen, dass es durchaus Geschlechtsgenossen gibt, die tatsächlich "das Ding mit der Ex" nicht so dramatisch sehen. Und sie sehen viele Dinge nicht, die einer neuen Partnerin aufstoßen. Ich weiß aber auch, dass solch ein Verhalten (also dieses Nichtmerken oder keine Grenzen ziehen) auch eine Art des Nicht-Loslassens ist. Diese ständigen Berührungspunkte durch "Ex hat noch den Schlüssel" usw. verbinden immer noch, und wer nicht wirklich loslassen will, will das aus eigenen Stücken nicht verändern - ich glaube, das ist bei Männern so, und bei Frauen auch.

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Ja, er ist da auch einfach Gewohnheitstier.
Zudem machen sie beide ein Wahnsinnsdrama um dieses Haus, natürlich nuuuur der Kinder wegen.
Die Kinder wollen dies im Haus feiern, den Kindern soll das Haus vermacht werden, für die Kinder wäre ein Verkauf eine Katastrophe... Es geht um keine Villa, es ist ein olles Einfamilienhaus aus den 50ern in passablem Zustand, aber nichts besonderes. Sind rein emotionale Werte um die es geht. Die Kinder bezeichnen mittlerweile Mamas Wohnung als “Zuhause” und das Haus als “bei Papa”. Fragt sich, wessen Emotionen da geschützt werden.

Er hätte sich auch leisten können darauf zu verzichten und sich von ihr über die Jahre auszahlen zu lassen, er wollte einfach nicht.

Gegen den heiligen Kinderwunsch werde ich nicht ankommen. Wenn die Kinder weiterhin auch an ihren Tagen bei mama mit mama im Garten sein wollen, werde ich wohl den Kürzeren ziehen. Die Kinder wollen das ja...

Er hat tatsächlich wenig verändert nach dem Auszug. Ein bisschen Farbe im Wohnzimmer, ein paar neue Bilder an der Wand, fertig.

Ich habe auch nur auf Nachfrage erfahren, dass das Haus nun überschrieben ist. Je länger ich jetzt darüber nachdenke, desto mehr fällt mir auf wie sehr ich da außen vor bin. Und desto grantiger werde ich gerade.