Partner depressiv? Wer kennt sich aus?

Guten Morgen.
Ich bin neu hier, weil mich folgende Sache beschäftigt: Ich bin seit 1 Jahr in einer Beziehung mit meinem Partner. Wir sind beide Anfang 40. Habe meinen Partner als eher ruhig kennen gelernt, was mich nicht störte. Dann fiel mir aber doch schnell auf, dass gemeinsame Unternehmungen "kompliziert" sind: Er ist schnell erschöpft und findet es in der Regel überall irgendwie blöd. Mal ist es zu heiß, zu kalt, mal hat er Sorge, dass es sowieso regnen könnte und wiegelt einen Auflug von vorneherein ab. Von ihm kommen nie Vorschläge. Er hat nach eigenen Angaben Schmerzen in den Knien, kann nicht weit laufen und wenn wir mal ein kleines Stück gelaufen sind (also spazieren gehen, nicht joggen), dann liegt er erst mal aufs Sofa und muss sich erholen. 10 Minuten Spaziergang sind schon eine Monstertour.

Fernsehen spielt für ihn eine sehr große Rolle - wann immer es geht, macht er die Kiste an. Ich habe einen Garten, da sagte er am Anfang, er würde sich da gerne verwirklichen, worüber ich mich gefreut habe - aber unterm Strich macht er dort nur was, wenn ich mitmache oder die Animateurin mime, obwohl er ständig betont, wie langweilig es ihm sei. Er hat einen sehr guten Job, verdient wirklich gut und hat durch Corona nur wenige Einschränkungen, er hat Homeoffice. Wann immer es geht, liegt er aufs Sofa, auch schon um 11 Uhr morgens, und schläft, auch tagsüber, am liebsten mit halb heruntergelassenen Rollläden und flimmerndem TV. Er sagt, dass die Knieschmerzen ihm zu schaffen machen, deshalb sei er antriebslos und könne nicht richtig schlafen. Um eine ärztliche Behandlung kümmert er sich nicht wirklich, außer, ich vereinbare Termine, was ich anfangs auch gemacht habe, aber jetzt nicht mehr. Er hatte auf meine Initiative eine kleine OP, die hat aber wohl gar nichts gebracht.
Es klingt jetzt komisch - aber immer, wenn er bei mir ist, wird es gefühlt "düster" und "schwer" in der Wohnung ,wie eine dunkle Wolke?! Er war gestern den ganzen Tag bei mir, legte sich um 13 Uhr ins Bett... ich hatte einige Dinge zu erledigen, verließ um 15 Uhr die Wohnung (da schlief er immer noch), kam um 18 Uhr zurück, da saß er in der Garage, Tür zu, im Dunkeln, ohne Licht, und hörte laut Musik (in der garage steht eine alte Musikanlage) - draußen war strahlender Sonnenschein. Sein Zustand hat sich gefühlt noch mehr verschlechtert, als ich vor 3 Wochen das Signal sendete, dass ich ein Leben unter einem Dach im Moment nicht sehe (das ist sein Wunsch, meiner eigentlich auch, aber nicht in der momentanen Situation, sie kostet mich mit ihm zu viel kraft). Ich bin alleinerziehend und selbstständig, und brauche meine Kraft, um den Alltag zu rocken. Er ist ein lieber Mann, keine Frage - aber wenn er nicht bei mir ist, geht es mir irgendwie besser...Außerdem ist er immer sofort beleidigt...ich arbeite zuhause, und wenn er da ist, spricht er mich pausenlos an. ich werde jedesmal gedanklich aus meinen Vorgängen gerissen, weil er mich irgendwas fragt, was bei mir gerade null Prio hat - ich habe schon zig mal gesagt, dass ich - wenn ich arbeite, bitte nicht gestört werden möchte. Er ist dann jedes Mal beleidigt und kläfft zurück, dass man in einem regulären Bürobetrieb ja auch von Kollegen befragt wird und man könne sich da ja auch nicht dauernd ausklinken wie ich es will. Und schon ist eine Diskussion im Gang und ich bin vollends aus meinem vorgang raus und es kostet mich viel Energie, mich wieder reinzufuchsen (ich entwickle Marketingstrategien für Unternehmen).

Ich finde das irgendwie alles nicht ganz normal und gesund?! Es beschäftigt mich und lenkt mich ab und irgendwie zieht er mich runter. Habe ihn schon mehrmals auf Depressionen angesprochen, er meint, er sei einfach nur ein ruhiger Typ. Ich habe auch schon seine Mutter dazu befragt, sie wohnt weit weg und tut am Telefon besorgt, aber richtig Unterstützung gibt es nicht.

Könnte das eine Depression sein? ich fühle mich irgendwie an der Verschlechterung schuldig, weil ich ihn doch immer wieder deutlich ausgrätsche, um mich selbst zu schützen, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass ein Zusammenleben derzeit nicht gut wäre.

Danke fürs Antworten.

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Liebe Polina,

könnte schon eine Depression sein, er könnte aber auch genauso gut einfach ein muffiger Typ Mensch sein.
Alles in Allem hört es sich aber nicht nach einem Schönen Miteinander an, so wie Du das schreibst. Möchte man sowas auf Dauer?...

Ich habe einen Partner, der eine heftig depressive Phasen hatte. Und ich muss gestehen, dass zwar überall geschrieben wird man muss Verständnis haben und die Personen können nichts dafür. Aber wenn man die Auswirkungen davon tragen muss und dafür ja auch nichts kann, ist eine Depression des Partners ganz schön belastend und anstrengend. Da darf man sich nichts vormachen.

Mein Partner kümmert sich jedoch und lässt sich helfen. Ohne dieses Einsehen - finde ich zumindest - macht man sich als Partner kaputt. Da muss man aus meiner Sicht dann aus Selbstschutz sich ernsthaft fragen, wie viel Kraft man für 2 aufbringen kann und möchte und für wie lange. Zu einer Beziehung gehören zwei, die sich kümmern, nicht einer. Ob krank oder nicht.

Alles Liebe wünsche ich Dir!

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>>>Könnte das eine Depression sein?<<<

Ist es nicht egal, WAS es ist? (Vielleicht ist er auch nur eine Couch-Potato.)

Er tut dir nicht gut.

>>>Es klingt jetzt komisch - aber immer, wenn er bei mir ist, wird es gefühlt "düster" und "schwer" in der Wohnung ,wie eine dunkle Wolke?!<<<

>>>aber wenn er nicht bei mir ist, geht es mir irgendwie besser...<<<

Ihr seid erst ein Jahr zusammen, da sollte alles noch eher leicht sein...

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Hallo,

du schreibst, dass dein Freund einen guten Job hat und aktuell Home Office macht. Wie passt es zusammen wenn er den halben Tag schläft oder sich langweilt? Wenn ich gut bezahlt werde, muss ich auch was leisten? Du siehst es an dir selbst. Bist du sicher, dass das alles auch stimmt?

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Das war schon vor Corona so. Er ging morgens ins Büro, tauchte dann aber um 11 Uhr auf und meinte, er könnte jetzt Homeoffice machen, müsse sich jetzt aber erst mal hinlegen.
Seine Tätigkeit besteht - so sehe ich das - aus der Teilnahme an Meetings. Wenn kein Meeting stattfindet, klinkt er sich eben aus.
So richtig verstanden habe ich das alles noch nicht. Aber ich habe schon diese Online-Meetings mitgekriegt - er hat definitiv eine Anstellung und seinen Job macht er, und da ist er auch souverän. Offenbar hat er all seine Themen so im Griff, dass er immer "up to date" ist, ohne große Vorbereitung. Er arbeitet in einem ganz anderen Sektor als ich, deshalb kann ich das nur bedingt gut beurteilen.
Ich brauche jede freie Minute, um meine Projekte zeitlich und inhaltlich auf die Kette zu kriegen, habe aber auch einen anderen Druck. Ich habe schon ein paar Mal gesagt, dass er schon ein sehr cooles Leben hat - ich weiß allerdings nicht wirklich, wie in seinem Betrieb die Leistungskontrolle stattfindet. Als er neulich um 11 Uhr schon wieder auf dem Sofa lag, habe ich gefragt, wieso er das macht und wie das überhaupt vereinbar ist mit seinem Job. Die Antwort: "Weil ich es kann." Mir ist einiges schleierhaft. Und am meisten ärgert mich sein ständiges Genöle über Langeweile, die ihn plagt, während ich in Arbeit "ersaufe", aber ohne Wink mit der Zaunpfahlhandlung kommt er nicht aus dem Quark. Er könnte sich prima im Garten verausgaben, für den habe ich im Moment nämlich gar keine Zeit. Aber stattdessen hängt er vor der Glotze rum oder in der finsteren Garage?! Ich blick da nicht mehr durch.

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Das ist seltsam. Ich arbeite auch im HO und es gibt Pausen- wie jetzt zum Beispiel. Aber ich sitze neben dem Laptop, denn es kann jederzeit jemand anrufen oder es geht weiter. Sich jetzt hinlegen und schlafen, da müssten alle Systeme für Stunden ausfallen 😁 Meine Kollegen in höheren Positionen arbeiten ständig. In Meetings werden doch Ergebnisse besprochen oder weiteres Vorgehen. Danach arbeitet man eigenständig weiter. Und selbst die auf Partner-Ebene sind immer am Rechner. Dein Freund ist erst Anfang 40 und jetzt schon wie ein ü80. Wobei selbst die oft agiler sind. Kennst du Leute, die ihn schon lange kennen? Die man fragen könnte ob er immer so war?

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Ich finde auch die Frage der Einsicht hier ausschlaggebend. Handelt es sich um eine Depression, gibt es durchaus die Möglichkeit, dass er sich verändert. Depressionen haben aber sehr unterschiedliche Gesichter, nämlich die seines Träger. Es gibt ja zusätzlich noch die Persönlichkeit. Es gibt fröhliche und positive Menschen, die schlimme depressive Episoden haben, die aber vergehen und es dadurch dem Partner ermöglichen, es "auszuhalten".
Dann gibt es Menschen, die generell eher eine depressive Persönlichkeit haben und zusätzlich noch erkranken. Es ist also wirklich individuell. Meine Mutter hatte eine schwere Depression und sie ist wirklich ein lustiger und humorvoller Mensch. Man sieht es Menschen nicht an.

Sprich ihn darauf an, sag, wie es dir geht und frag ihn, ob es immer so war.

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Ich habe ihn dazu befragt. Er sagt, er habe früher schon solche Phasen gehabt, mal mehr, mal weniger stark. Mir fällt auf, dass er sich extrem an eine Partnerschaft klammert und sein Wohlbefinden von ihr abhängig macht. Er beginnt immer die gleichen Hobbies wie seine partnerinnen. Die sind also gefühlt wohl die treibende Kraft durch ihre "Projekte", so nenne ich das mal. Ist das Projekt aber beendet und die Partnerin liefert keine neue Aufgabe, verfällt er in diese Lethargie. Mich stresst das. Eigene Hobbies hat er nicht. Er fängt immer die Hobbies an, die auch die Partnerin hat. Das weiss ich aus seinen eigenen Erzählungen. Gesund finde ich das nicht.

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Und wenn ich ihm sage, dass ich unsere Beziehung als belastend empfinde, weil ich das Gefühl habe, ihn immer aufrichten zu müssen, dann zieht er eine Fluntsch und meint, dass er er nicht will, dass ich unglücklich sei - er gehe jetzt. Dem widerspreche ich nicht mehr. Er geht dann in seine Wohnung und sitzt dort vor dem Fernseher, ruft mich dann wieder an und erklärt mir, dass es ihm langweilig sei. Ist er hier, knallt er sich auch vor den Fernseher und verkündet, dass ihm auch hier langweilig sei.
Ich habe ihm schon gesagt, er soll doch bitte zurück zu seiner Ex, die hat ein baufälliges Haus, da kann er ja dann weiter renovieren, denn das hat ihm wohl am meisten Spaß gemacht und das ist die Art von Projekt, die ich nicht bieten kann und will. Ich habe ihm gesagt, er soll doch selbst ein baufälliges Haus kaufen (finanziell wäre es machbar), dann habe er immer was zu tun, und wenn es fertig ist, können wir ja über ein Zusammenleben reden. Nein, dazu hat er auch keine Lust.

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Hallo

Depressiv.. vielleicht. Eher glaube ich bei ihm an eine Art First World - Syndrom: stabiler Job, stabiles und gutes Einkommen, keine Herausforderungen im Leben allgemein und zu faul, sich diese selber zu schaffen. Denn wozu? Läuft ja alles und überhaupt. Eine Spirale. Dann gibt es Menschen, die einfach gerne in der Dunkelheit hocken. Sie selbst brauchen (vermeintlich) kein Sonnenlicht. TV läuft, Musik läuft, so what. Wie ein Teenie.

Was auch immer es ist, frag dich, ob du langfristig eine solche Partnerschaft führen willst. Wo siehst du dich in 5, 10, 20 Jahren und mit wem? Ist er dabei? Wenn nicht, beginne mit der Ablösung.

Ach ja, und finde heraus, wie seine Exen zu Exen geworden sind. Solche Infos sind oftmals Gold wert.

LG
nizanra

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Die Ablösung hat schon begonnen, denke ich. Dadurch, dass ich mitgeteilt habe, dass ich mir ein Zusammenleben so nicht vorstellen kann. Und dass ich ihn gehen lasse, wenn er beleidigt ist. Von seiner Familie bekomme ich keine Antworten; immer nur die Floskel, sie seien ja SOOO froh, dass es mich jetzt gebe, eine Frau, die sich um ihn kümmere und lieb zu ihm ist.
Die Exen sind - so wurde es mir erzählt, teilweise heimlich ausgezogen oder haben ihn granatenmäßig abserviert, mit Rausschmiss und allem. Ich kann das inzwsichen echt gut nachvollziehen - weil ich dieses Jammertheater auch nicht mehr ertragen kann.

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Da schrillen bei mir sämtliche Alarmglocken.

Laut seiner Familie braucht er also eine liebe (vielleicht eher geduldige, naive und dumme?) Frau, die sich um ihn kümmert (weil er sonst dort zu oft aufschlägt und nervt?). Ahja. Heißt das, weiter interpretiert, Beziehung auf Augenhöhe kann er nicht geben, konnte es noch nie und sie wissen das ganz genau? Hast Du nicht auch einen Partner verdient, der lieb zu Dir ist und sich um Dich kümmert?
Das mit den Exen muss ich nicht kommentieren, da schrillt es aber genauso, wie bei Dir. Er war also wirklich wohl schon immer so oder zumindest seit vielen Jahren.

Ich glaube, das erledigt sich von selbst. Mach ich mir gar keine Gedanken. Nur eins noch, da Du ja nicht focussiert arbeiten darfst, weil er das torpediert und das auch noch für richtig erachtet, sollte er vielleicht zukünftig bei sich zu Hause bleiben, so lange Du arbeiten musst. Ist ja schön für ihn, dass er stundenlang pennen kann während der Arbeitszeit, das sei ihm mal gegönnt. Aber Deine Bitten, Dich nicht zu unterbrechen, zu ignorieren bzw. dann auch noch herumzustreiten kannst Du direkt im Keim ersticken. Arbeit geht vor und wenn Du sogar mit ihm minutenlang herumdiskutieren musst, schadet Dir das ja noch mehr.

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Was genau ist gut an der Beziehung?

Führt ihr gute Gespräche?
Unternehmt ihr schöne Sachen?
Habt ihr tollen Sex?

Ich lese aus deinem Text nur Belastung heraus, und das nach einer Zeit, in der der Himmel normalerweise noch voller Geigen hängt.

Was hält dich bei ihm?

LG Claudi

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Gute Frage...

Sex geht wegen seiner Schmerzen selten. Das kann ich akzeptieren.
Gespräche...sind schwierig geworden. Das, was mich interessiert, interessiert ihn nicht mehr. Unternehmungen - so gut wie nicht mehr möglich. Kleine spaziergänge ab und an, das geht.
Wir fahren beide Motorrad, das geht inzwischen auch nur noch wenig, da ihm auch die rechte Hand weh tut. Er hat früher wohl viel getanzt - mit mir geht das nicht, wegen der Knie.
Ich sag ja: Der Handlungsradius wird immer kleiner.

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Ich denke, du weißt selbst, was die logische Schlussfolgerung ist.

Warum solltest du dir Ballast ans Bein binden, wenn du ohne ihn ein gutes Leben hast...

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Was auch immer es ist, die Frage ist, ob ihr gemeinam damit klar kommt oder eben nicht.

An Depression hatte ich auch schon gedacht.
Chronische Schmerzen können Menschen in eine Depression treiben. Viele (gescheiterte) Versuche, Schmerzen, nichts tun können usw.

Da ich das momentan auch habe und 5 Minuten Fußweg eine echte Tortour sind, ich nachts wegen Schmerzen oft nicht schlafen kann, kann ich schon nachfühlen, dass das sch***

Das letzte was ich jetzt brauchen könnte, wäre ein Partner, der mich antreibt oder insgeheim sich wünschen würde und ich hätte ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht kann und weil ich blockiere.

Mit meinem Teenager ist es für uns beide schwierig. Schlechtes Gewissen, kann nicht wirklich was tun, ich bin gereizter als sonst (Schlafmangel, Schmerzen)
und sie hat kaum Hoffnung, dass es was bringt.
Bei Ärzten war und bin ich schon. Einer der Top Ten Sprüche war, dass ich als ledige keine Untersuchung bräuchte. Den Anlauf neu zu starten, neu zu vertrauen wird jedes Mal schwieriger.
Auch: Sie werden sowieso nie wieder gesund, Sie bilden sich die Schmerzen nur ein. Untersuchen ist zu teuer. :-[

So.....

Aber, NOCH bin ich an dem Punkt, dass ich versuche wenigstens geistig am Leben teilzunehmen.
Mit Teenager Dinge zu machen, die trotzdem möglich sind.
Ich bin in der Lage mich selbst zu beschäftigen. Bücher lesen geht nicht mehr. Aber Internet durchaus. Ich käme gar nicht auf die Idee meinen Teenager während der Schulaufgaben zu stören oder anzuquatschen.
Ich käme auch nicht auf die Idee meine Freunde während deren Homeoffice Zeiten anzurufen. Sie sind zu Hause, aber arbeiten. Früher habe ich es einfach probiert und auf den AB gequatscht. Jetzt frag ich per WA an und akzeptiere voll, wenn sie abends keine Nerven mehr zum Telefonieren haben.


Mit einem Partner würde es derzeit schwierig werden. Nur Fernsehen oder so würde ich nicht wollen. Auch wenn ich mehr Zeit mit Medien verbringe, weil es machbar ist und anderes eben nicht.
Die Spanne zwischen: ich WILL und ich KANN NICHT ist für mich selbst schon schwierig.

Dem Partner würde ich daher gar nicht erst versprechen, was ich will. Mit dem KANN NICHT würde er aber leben müssen - oder eben nicht. Allerdings würde ich nicht erwarten, dass er sich einschränkt. Besser gesagt, er müsste mit meinen Einschränkungen klar kommen, wenn er wirklich mit mir zusammen sein will. Verändern kann ich den Punkt nicht.
Ich würde aber nicht erwarten, dass er mit mir zusammen ist.
Dann wäre es mir lieber, wenn er sich selbst und mir gegenüber so ehrlich ist und mir sagt, dass er damit nicht klar kommt.

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Depressionen sind sehr unterschiedlich. Mein Partner (ebenfalls ein Jahr zusammen) hat eine diagnostizierte Depression, war auch schon früher in Behandlung und ist es jetzt wieder.
In manchen Dingen (viel schlafen, schnell kaputt, Rollos runter, Fernseher nebenbei laufen lassen) ähnelt es sich sehr, aber er grenzt sich dann eher ab in schlechten Phasen. Zusammenziehen ist für ihn undenkbar, Hilfe mag er nicht annehmen, bemuttert werden (Termine planen) übrigens auch nicht.
Bei uns war es anders am Anfang. Da ging es ihm gut und ich weiß wie es sein kann, deshalb versuche ich es irgendwie auszuhalten.

Meine Meinung zu deiner Frage: wenn er nach einem Jahr immernoch sagt er wäre halt einfach so und sich keine Unterstützung suchen will (vielleicht ist er wirklich einfach so), dann würde ich es beenden. Du sagst ja eh, dass es dir besser geht wenn er nicht da ist. Nur weil er ein "lieber Mann" ist, würde ich ihn nicht behalten. Liebst du ihn? So richtig über alles? Dann versuche es weiter.