Alkohol- hat er ein Problem oder ich?

Hallo!

Ich schreibe heute nach längerer Zeit hier, weil ich befürchte, es gibt ein Problem in meiner Partnerschaft.:(

Wir sind schon recht lange zusammen-13 Jahre. Davon 6 Jahre verheiratet.

Wir lernten uns in unseren Anfang 20ern kennen und waren viel unterwegs. Jedes Wochenende. Auf dem Dorfleben traditionell mit recht viel Alkoholkonsum. Irgendwann war mir das genug und ich wollte nicht mehr so viel unterwegs und hatte genug vom Alkohol trinken. Seit mindestens 10 Jahren trinke ich höchstens mal ein Glas Sekt alle paar Monate. So, mein Mann findet es allerdings immer noch toll Alkohol zu trinken. Nach vielen Streitereien deswegen, trinkt er in der Woche so 3x abends mehrere Bier mit einem seiner Kumpel. Ihm sind allerdings auch weiter Feste mit viel Alkoholkonsum wichtig. Nicht oft, aber wichtig.

Das führt wieder zu Streitereien. Er sagt, ich bin die Einzige, die darum so ein Trara macht. Es ist ja wohl nicht schlimm, mal richtig Party zu machen (ohne Alkohol macht es übrigens NULL Spaß. Ausprobiert. Er hat nur schlechte Laune gehabt). Nun habe ich tatsächlich gedacht, dass das stimmt, dass ich da nicht normal bin, weil ich Alkohol halt schon als schlimm einstufe. Aber eben kam mir der Gedanke, ob das nicht sehr geschickt ist, mir so etwas einzureden.🤔

Das Schlimmste und Prägendste Erlebnis war nach der Geburt unseres Sohnes (zweites Kind). Ich lag dort nach der Entbindung mit einer Gesichtslähmung und er wollte nur los aus der Klinik um seine Party für das Baby (auch einfach nur Trinken auf das Baby) vorzubereiten. Ich muss immer noch weinen, wenn ich daran denke. Es war so gemein für mich.

Ich weiß einfach nicht, ob ich zu kleinlich bin oder ob es tatsächlich ein Alkoholproblem seinerseits gibt?

Ich darf einfach niemals sagen, dass es mich stört. Es ist nicht viel Alkohol und ich stelle mich an und es gibt, dann immer Streit.

Ich weiß nicht, warum es mich stört. Ich finde es einfach eklig. Diese Fahne, dieses merkwürdige Verhalten (er ist nie aggressiv!), einfach dieses total drüber sein.

Wir machen so relativ wenig als Partner, weil ihm auch nichts ohne Alkohol einfällt, außer Kino. Da schläft er dann ein. Sowas macht mir dann auch keinen Spaß.

Super langer Text. Aber irgendwie musste ich das mal loswerden und vllt. fällt jemanden hier ja etwas zu so einem Thema ein.

Liebe Grüße

Orchi

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Ich hatte einen Mann mit Alkoholproblem - wir leben mittlerweile in Scheidung und ja, Alkohol war einer der Gründe.

Ich bin der Meinung, wenn nichts mehr ohne Alkohol Spaß macht, dann hat derjenige ein Suchtproblem, das behandelt werden sollte.

Immerhin schadet er dir und den Kindern nicht körperlich, aber ein schönes Familienleben sieht anders aus.

Ich würde ein offenes Gespräch mit ihm führen (wenn er nüchtern ist) und ihm erklären, dass die Beziehung für dich mit dem Alkoholkonsum nicht mehr schön ist und du dir von ihm eine Veränderung wünscht.
Wenn er selbst aber keinen Grund dazu sieht bzw nicht kooperativ ist, wirst du ihn leider nicht dazu zwingen können.
Diese Erfahrung musste ich machen - ich habe oft mit meinem Mann gesprochen und ihm versucht zu erklären, dass sein Alkoholkonsum unsere Ehe an die Wand fährt, aber er hat es nicht geschafft etwas zu verändern.
Er muss das leider von selbst wollen...

Denkst du daran die Ehe zu beenden, wenn er sich nicht ändert?

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Danke für die Antwort.

Ich denke nicht darüber nach, die Ehe zu beenden, nein.
Allerdings sorge ich mich, dass uns dieses Alkoholthema irgendwann zerstört.
Ich will es auch garnicht zu einem Riesenthema machen. Wie er inzwischen trinkt, ist ja schon recht moderat, denke ich so auf den Durchschnittsmensch bezogen. Aber dieser hohe Stellenwert, den der Alkohol bei ihm hat, das stört mich sehr.

Ich denke, wir sollten wirklich ein gutes Gespräch führen. Vllt. in dem ich mir wünsche doch auch einige (vermeintlich langweilige) Dinge ohne Alkohol zu unternehmen und er versucht, dass es halt nicht mehr so wichtig für ihn sein sollte. Klingt komisch, wie ich das schreibe, aber ich hoffe man versteht wie ich das meine.;)

Liebe Grüße

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Ich hab dir weiter unten noch etwas kommentiert 😉

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🤔 schwierig. Rein von den Zahlen her finde ich seinen Konsum (noch) nicht so bedenklich, aber das kommt natürlich auf den Charakter an. Ihr habt mittlerweile eine völlig andere Auffassung von Freizeitgestaltung und Trinkverhalten, das passt nicht zusammen.

Du trinkst fast nie und es fühlt sich für Dich also eklig und zu viel an, wenn er öfter trinkt. Er dagegen sieht seine Biere als normal an und findet Dich zu unlocker und fühlt sich bevormundet. Blöde Situation, denn irgendwie habt Ihr beide Recht.

Er scheint aber schon mental in Richtung Abhängigkeit zu rutschen, wenn er es nicht mal nach der Geburt seines Kindes schafft, an was anderes als Party zu denken. Das finde ich traurig und alarmierend. Fühlt er sich überfordert in der Vaterrolle?
Er scheint sich vom Familienalltag ablenken zu wollen.

Mental verknüpft er den Alkohol mit Belohnung und Entspannung und Auszeit für sich selbst. Da sollte man ansetzen. Warum ist er unzufrieden? Was könntet Ihr als Paar ändern?

Allerdings müsste er bereit sein, überhaupt was ändern zu wollen.

Wenn mein Mann von mir verlangen würde, auch nur mehr ein Glas alle paar Monate zu trinken, würde ich das nicht toll finden. Das möchte jeder selbst entscheiden können. Problematisch wird es dann, wenn man eben die Kontrolle verliert.

Dein Partner steht so auf der Kippe, denke ich. Da könnt Ihr noch was retten, aber es wird schwierig, wenn ihr weiter in Eurem alten Rhythmus lebt. Macht Euch zusammen oder auch mit Hilfe einer Paartherapie bewusst, wo der Knackpunkt bei Euch ist.

Alles Gute

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Hallo!
Danke für deine Antwort!

Ja, ich denke auch, dass er noch nicht „richtig“ abhängig ist. Aber in seinem Kopf irgendwie schon.

Das Beispiel mit dem Gläschen mehr hat mir gut geholfen, dass etwas deutlicher zu sehen aus der anderen Perspektive. Danke!

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Es gibt einen Unterschied zwischen süchtig und abhängig sein.
Wenn er so ein Theater darum macht, dass du seinen Konsum kritisierst und Feiern und sonstiges ohne Alkohol keinen Spaß machen und abgelehnt werden, scheint er abhängig zu sein.
Ob er süchtig ist, lässt sich nicht aussagen. Aber Abhängigkeit ist eine Vorstufe zur Sucht und der Übergang ist fließend.

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Du wusstest vorher, dass dein jetzt-Mann gerne mal über den Durst trinkt, bist ja schließlich lange genug mit ihm zusammen. Ebenso bezweifle ich, dass sich seine Auffassung von "Freizeitspaß" über die Jahre hinweg groß geändert hat. Das hat dich nicht davon abgehalten, zwei Kinder mit ihm zu zeugen. Völlig unabhängig davon, ob das nun "zuviel" ist oder nicht - selbst schuld, sorry. Du wirst das ja vermutlich nun nicht das erste Mal angesprochen haben, geheiratet hast du ihn dennoch. Keine Ahnung, weshalb auf Urbia diese "wenn wir erst verheiratet sind/Kind(er) haben, ändert er sich ganz bestimmt" - Denke so weit verbreitet ist.

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Hallo!
Ich habe ihn so kennen gelernt,ja.
Ich liebe ihn auch nach wie vor sehr. Er trinkt ja auch nicht in Massen.
Ich finde es nur sehr bedenklich, dass es ihm so wichtig ist. Es hat einen hohen Stellenwert für ihn und ebenso bedenklich finde ich, dass er Feiern ohne Alkohol nicht kann.
Meine Frage war allerdings auch, ob er ein Problem hat oder ob ich eins habe!?
Ich finde, dass das aus meinem Beitrag hervorgeht, dass ich ihm nicht den schwarzen Peter zuschieben möchte, sondern auch bei mir schaue, ob ich es zu eng sehe.

Aber danke trotzdem, für diese Meinung.

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Alkoholkrank ist man nicht nur, wenn man täglich trinkt.
Vielmehr kommt es darauf an, ob sich Launen und das Verhalten verändern wenn man nicht trinkt und ob man Ohne Alkohol nicht mehr kann.
Auch wenn man nur 3x in der Woche trinkt, man aber ansonsten unleidlich, fahrig usw.
Ist kann das bereits eine Form des Alkoholismus sein.

Mein Ex hat lange Zeit nur am Wochenende (dann sehr viel) getrunken, irgendwann kam der ein oder andere Abend unter der Wochw dazu und irgendwann hat er an 5 von 7 Tagen getrunken und bereits Mittags begonnen.

Es ist ein schleichender Prozess, den man nicht unterschätzen darf. Und bitte NIE die Probleme bei sich selbst suchen!!!

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Er hat das Problem, nicht du. Dass er ohne Alkohol keinen Spaß haben kann, finde ich schon sehr bedenklich.

Trinkt er auch vor den Kindern bzw ist vor ihnen betrunken? Ich habe Alkoholiker in der Familie und fand das als Kind immer sehr schlimm. Ich fand es gruselig, wenn sie betrunken waren und habe es gehasst, dass ich mich nicht auf sie verlassen konnte (was bei deinem Mann ja hoffentlich noch nicht der Fall ist).

Ihr unternehmt nichts zu zweit. Ist er denn wenigstens bereit, etwas als Familie zu machen oder findet er das auch langweilig?

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Es gibt einige wenige Dinge, die ihm Spaß machen. Er baut gerne Dinge. Er fährt gern Motorrad. Er geht gern Essen.

Aber er sieht sich auch oft das Geld/ Zeitaufwand nicht auch Dingen raus. Beispiel Urlaub. Er mag nicht mit uns in den Urlaub fahren, weil er das zu teuer für so kurze Zeit findet. Also machen wir das leider nicht. Oder Tierpark. Dauert zu lange da hinzufahren, kostet Eintritt. Machen wir dann auch nicht.
Mache ich dann eher allein mit den Kindern, da es nicht so schön ist, dann den ganzen Tag Anspielungen zu hören, wie teuer das nun war.
Klingt jetzt geizig, ist er aber nicht. Nur halt bei Dingen, die für ihn keinen Sinn haben. Ich versuche ihm schon immer zu vermitteln, dass gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen zusammenschweißen und man da halt das Geld übersehen soll. Aber das fällt ihm schwer.

Aber das schränkt natürlich die Aktivitäten zusammen als Paar oder Familie ein.

Vor den Kindern ist er nicht betrunken. Er ist sowieso nicht oft betrunken. Nur angetrunken. Aber vor den Kindern seltenst mal ein Bier. Mehr nicht. Das wäre mir dann aber auch zu viel. Das weiß er.

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Wenn Alkoholkonsum wichtiger ist, als andere relevante Dinge im Leben, dann besteht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Abhängigkeit. Hier wäre dann nur noch zu unterscheiden, ob diese psychisch oder bereits physisch ist.

Es gibt Internettests, die man machen kann und die einem ziemlich deutlich sagen, ob man ein Alkoholproblem hat oder nicht. Man muss sie nur ehrlich beantworten, das fällt aber einem Alkoholiker schon schwer. Er versucht dann nämlich bereits, seinen Konsum zu entschuldigen, zu verharmlosen oder zu vertuschen.

Mich würde an Deiner Stelle schon alarmieren, dass er wohl an nichts mehr Freude findet, außer es ist Alkohol im Spiel. Das ist doch deutlich genug, oder?
Die Frage ist letztlich aber nicht, wie Du ihn dazu bekommst, seinen Konsum einzuschränken, sondern wie Du damit umgehst, dass er das gar nicht will. Vielleicht kann Dir eine Suchtberatung weiter helfen, ruf doch einfach mal dort an.

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Also ich geh jetzt mal von meinem Mann aus😅

Er ist Schichtarbeiter und kann alle 3 Wochen donnerstags am obligatorischen Männerabend teilnehmen. Ich fahr ihn hin ( ist jedesmal bei einem anderen Kumpel aus der Männerrunde) und hole ihn auch wieder ab. Dieses Ritual hatte er schon vor mir. Ich akzeptiere das zu 100%.
Dadurch,dass unser Freundeskreis sehr groß ist, haben wir manchmal 3 Geburtstagsfeiern im Monat. Auch da gibt es Alkohol.
Manchmal kommt mein mann von der spätschicht und öffnet sich ein Bier, während wir den tag nochmal besprechen.

Kochen wir gemeinsam, gibt es für ihn auch meist ein Bier. Er kann so besser abschmecken .

Da mein mann nicht viel verträgt und er nach 3 bier betrunken wäre, trinkt er immer mal ein Bier und das wars.

Ich finde seinen Konsum nicht bedenklich. Ich habe viele Jahre in einer suchttherapeutischen Einrichtung gearbeitet und kann das denke ich einschätzen.

Sein Wesen verändert sich unter Alkohol nicht.
Wie siehst du das denn bei deinem Mann?
Verändert ihn der Alkoholkonsum?
Trinkt er zu ungewöhnlichen Zeiten? Hat er schlechte Laune wenn er mal eine Woche gar nichts trinkt?
Wie sind seine Freunde? Trinken die im gleichen Ausmaß? Was sagen deren Frauen dazu?

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Also er ist, wie gesagt, nicht aggressiv. Er ist so wie man sich einen typischen Partytyp mit Alkohol vorstellt. Fröhlich und torkelnd, wenn er richtig feiern geht.
Wenn er seine Bierabende macht, dann ist geht er abends zu seinen Kumpels und kommt immer erst wieder, wenn wir alle schlafen. Er ist aber nie komplett betrunken dann. Er sagt, er trinkt dann da immer 4-6 Bier.

Manchmal ist er etwas reizbar, wenn er so 3-4 Tage nicht los war. Das fällt mir schon auf.

Vor den Kindern trinkt er eigentlich nicht. Sehr seltenst mal ein Bier. Das würde mich ehrlich gesagt noch viel mehr störten und das weiß er auch.

Seine Kumpel trinken so ähnlich viel. Deswegen ist das recht schwierig. Ich habe nur eine Freundin, die dieses Verhalten (bei ihrem Partner) ähnlich kritisch sieht wie ich und sonst trinken hier ja auch recht viele Frauen gerne. Macht es sehr schwierig, dann jemanden zu finden, der das verstehen könnte.

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Hallo!

Ich kenne das und ich kann dich verstehen.

Mein Mann arbeitet seit Mitte März bei uns im Garten und trinkt ( gefühlt ) jeden Abend mit den Nachbarn Alkohol. Ich finde das furchtbar. Neulich hat er mal eine Woche Pause gemacht, weil ich gesagt habe, dass er das eh nicht schafft...hat er aber dann.

An seinem Geburtstag hat er Leute zum Brunch eingeladen und ab frühen Nachmittag waren die alle betrunken. Ich war sooo sauer!
Ich meine das ist ein Brunch, da kann man mal ein wenig trinken, aber weshalb muss man es so übertreiben...?

Und wie du schon sagst, er ist auch nicht aggressiv, aber das Verhalten von ihm nervt mich dann einfach nur.

Wenn er zusammen mit Freunden los geht, dann sagen die nicht, wir gehen heute mal weg, sondern wir gehen Bier trinken. Alleine schon diese Aussage, macht mich aggressiv!

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Ganz einfache Sache: wenn (!!) es ohne nicht mehr geht, dann ist es eine Sucht. Das Problem ist allerdings, wenn der Süchtige das nicht erkennt. Da wirst du am Ende nur für dich die Entscheidung treffen können, ob du das so weiter willst 🤷‍♀️

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Ich kann Dir nur meine Sicht sagen. Ich finde Alkohol echt abstoßend. Ich trink zwar hin und wieder einen Sekt, aber alles andere schmeckt mir einfach nicht. Ich kann auch keinen Gefallen an Wein oder finden.

Und ich bin froh, dass bei uns Alkohol überhaupt keine Rolle spielt. Ich finde den Geruch von betrunkenen Menschen einfach nur ekelig und will sowas auch nicht als mein Ehepartner haben.

Nicht in den Zoo gehen oder nicht in Urlaub fahren, das Geld aber für Saufen aus dem Fenster werfen, finde ich richtig dämlich. Dass er nicht Urlaub machen mag oder ähnliche Dinge, das ist seine Einstellung und ist halt so. Aber Saufen ist doch noch hirnrissiger und geht richtig ins Geld. Ne, also das wäre nicht der richtige Partner für mich.

Dass Du das Problem bist in der Beziehung, das redet er Dir ein. Ich denke, auch Du hast einen gesunden Menschenverstand und stehst einfach zu Deiner Meinung. Entweder ist Alkohol nix für Dich oder Du kannst drüber hinwegsehen, dass er gerne säuft. Ein Dazwischen gibt es für mich da nicht.

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Ja, das mit den Urlauben und Tagesaktivitäten ist sehr schade. Vor allem für uns als Familie.
Ich würde das Geld dann halt lieber dahin gehend ausgeben, als für Partys. Da sind die Einstellungen schon sehr unterschiedlich.

Für mich ist es halt nichts mehr mit dem Alkohol, aber es ist hier wirklich gesellschaftlich eher ungewohnt, wenn man nicht trinkt. Obwohl es bei mir inzwischen niemanden mehr interessiert, dass ich nur eine Selter trinken möchte.😅
Hier herrscht schon so eine Art Gruppenzwang vor. Aber mal ehrlich, wir sind ja nun auch keine Teenager mehr.

Wir müssen das Ganze nochmal besser thematisieren. Aber es ist ein wie ein Wespennest, sobald ich davon anfange.
Er kennt halt NUR MICH, die das so stört. NIEMAND sonst regt sich darüber so auf. Aber ich will es doch auch nicht unter den Teppich kehren.🤷🏽‍♀️

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"Er kennt halt NUR MICH, die das so stört. NIEMAND sonst regt sich darüber so auf. Aber ich will es doch auch nicht unter den Teppich kehren."

Das sind 2 Punkte

1. das tatsächliche Umfeld
2. die eigene Wahrnehmung

Bsp. zu 2. als ich schwanger war, sind mir sehr viele Schwangere aufgefallen. Ich habe sie fast überall gesehen.
Heute ist mein KInd groß und mir fallen nur selten Schwangere auf. Dann auch nur, wenn sie fast vor Geburt sind und auch nur am Rande.

Die reale Anzahl hat sich eher nicht verändert. Nur meine Wahrnehmung, weil meine Prioritäten anders geworden sind.


1. in meinem früheren Umfeld war ich auch eher eine Ausnahme, die nichts getrunken kann.
Eher, nicht komplett.
Wir waren eine kleine Gruppe, die gar nichts getrunken hatte. Die Gründe waren unterschiedlich.
Die anderen, 90% waren hackedicht. Das haben sie hinterher selbst von sich gesagt. Sie wussten nicht mehr, wer dabei war, wie sie nach Hause gekommen sind, wie viele wir waren. Spaß hatten sie zwar; daran erinnern konnten sie sich nicht.

In meinem heutigen Umfeld spielt Alkohol keine Rolle. Es wird mal ein Gläschen zum Genuss getrunken, manchmal und die eine Flasche reicht dann für mehrere Personen und es bleibt dann noch was übrig.

Dass ich selbst nichts trinke (schmeckt mir nicht), fällt nicht auf. Ich bin nicht die einzige, die keinen Alkohol trinkt.
Spaß haben wir immer.



Zu 2. noch ein Beispiel:
wenn ich mein Kind daran erinnere, die Hausaufgaben zu machen, schimpft sie mich an: ich würde sie sooo oft damit nerven! Und nur ich würde sie damit nerven.

Gefühlt mag das sein.
Effektiv nerve ich sie auch nur damit, wenn sie es nicht macht.
Wenn ich sie darauf anspreche und sie ist schon fertig, fällt es ihr nicht auf. Es nervt sie in dem Moment ja nicht.

Sprechen Lehrer sie darauf an, ist es auch ok. Das gehört ja dazu.

Die Menge empfindet sie so, als würde nur ich sie und dauernd damit nerven. Weil das eine Mal unter vielen nicht auffallenden stärker ins Gewicht fällt. Lehrer kann sie besser ausblenden. Die sagen zwar was, ist dann gefühlt nur #bla im Hintergrund.


Lehrer und Mama kann sie sich nicht aussuchen.

Umfeld beim Trinken kann man sich aussuchen.
D.h. die Wahrscheinlichkeit, dass er sich weiterhin Gruppen sucht, mit denen er den Alkohol gemeinsam hat, ist sehr hoch.
Bestätigung, Gemeinsamkeit.

Fremde, die nicht seiner Meinung sind, kann er ausblenden. Die Frau, die anderer Meinung ist, kann er nicht ausblenden. So kommt es zu dem NUR du und IMMER NUR du.

Lerne für dich ein anderes Umfeld kennen. Dann wirst du merken, dass du nicht der Außenseiter bist. Er wird nicht mitmachen, weil dann ja er der Außenseiter wäre.
Dir und den Kindern kann es aber gut tun. Andere Lebensformen kennen lernen.

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