Bilder im Kopf...eure Erfahrungen (bitte auch die Fremdgeher)

Hallo,

habe eine (kurze!) Affäre gestanden. Mein Mann und ich wollen zusammen bleiben. Wir lieben uns, erfinden uns neu und machen eine Therapie. Die Affäre war wie eine Flucht, ein Hilfeschrei nach Veränderung. Ich habe sie unter Tränen gestanden. Habe mich ein paar Mal mit dem anderen heimlich getroffen, habe es aber beendet. Mein Mann wollte nicht wissen, wer, wo und wie. Will er immer noch nicht, wegen der Bilder. Die hat er heftig und sie holen ihn immer wieder ein. Manchmal frage ich mich, ob es besser wäre, ein Gesicht oder Namen dazu zu haben...oder schlimmer. Wie sind da eure Erfahrungen, wie lange dauert es, bis man damit zurecht kommt, die Bilder verschwimmen und was sagt ihr dazu, dass er keine Einzelheiten wissen will? Manchmal denke ich, wenn er wüsste, wer es war, wäre es einfacher für ihn mit der Eifersucht. Dann wieder denke ich, es wäre schlimmer, weil er dann konkrete Bilder hätte.
Alles ganz schön Scheisse.
Danke für eure Antworten.

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Hey!

Erfahrungen habe ich auf dem Gebiet direkt keine. Aber letztlich ist das, was er nun durchlebt, eine normale Reaktion, die ich auch von anderen Betroffenen kenne.
Ich fürchte, da kannst du nicht viel anderes machen, außer dich an seinen Wünschen zu orientieren.
So fies es klingt: Du hast ihm das angetan und musst nun auch mit deinem schlechten Gewissen leben, da du gerade die Konsequenzen spürst.
Alles andere macht es ihm nicht leichter, sondern würde vielleicht nur dein Gewissen erleichtern. Jetzt solltest du deine Bedürfnisse in den Fokus stellen. Er teilt dir mit, was er braucht.

Gib ihm Zeit.

Liebe Grüße
Schoko

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Ich muss es noch mal loswerden, ich finde deine Beiträge immer echt toll und empathisch! :) <3

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oh Dankeschön! :-)

Mir ist allerdings ein kleiner Fehler passiert. Ich wollte schreiben "Orientiere dich an seinen Bedürfnissen", nicht an deinen.

Mein Mann ist übrigens auch so jemand, der eher keine Details will. Er weiß nicht, wer meine Ex-Freunde sind, wie lange Beziehungen dauerten oder wie sie endeten. Selbstschutz. Ist für ihn nicht relevant.
Ich würde wahrscheinlich in der Situation auch keine Details zeitnah wissen wollen. Vielleicht erst einen Tick später, wenn alles etwas gesackt ist.

Liebe Grüße!

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Ich kann deinen Mann verstehen. Um so mehr Details um so schmerzhafte und länger der Verarbeitungsprozess. Die Tatsache an sich ist schlimm genug. Achtung, dass ist meine persönliche Meinung. Andere sehen das sicher anders.

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Es kommt darauf an ob und wie er es verarbeitet und welchen Stellenwert totale Offenheit für euch in dieser Situation hat.

Ich hab ähnliches erlebt.. Einige Zeit nachdem meine Partnerin mir vor Jahren ihre Affäre gestanden hatte, hab ich ihre Turnübungen auf einem alten Handy gefunden. Ich hatte einen Namen, bewegte Bilder, Hotelrechnungen. Und so komisch es klingt - mir hat es geholfen ALLES zu wissen. Obwohl ich einige Wochen lang nachts die Bilder im Kopf hatte.

Die Zweifel, ob da eventuell noch irgendetwas war, hätten es mir in dieser Situation schlimmer gemacht. Und auch wenn unser Neuanfang danach aus verschiedenen Gründen nicht von Dauer war, wurde er dadurch zumindest für mich möglich.

Andere Menschen ertragen diese Art von Bildern nicht. Auch das hab ich erlebt...andere Geschichte.

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Hallo,


Ich bin von meinem Exmann betrogen worden und bin heute der Meinung, wenn ich nicht gewusst hätte wer es gewesen war wären wir heute vielleicht noch zusammen 🤷‍♀️ Zur Scheidung kam es letztendlich durch mein fehlendes Vertrauen, Kontrollzwang und Bilder im Kopf. Ich kannte sie sehr gut und jedes Mal wenn wir intim wurden fragte ich mich, ob er sie auch so angefasst hat und geküsst hat etc. Zudem stellte ich mir immer wieder vor wie die zwei die Zeit verbracht haben könnten da ich ein Gesicht dazu hatte.

Ich wünsche euch viel Kraft, dass ihr es gemeinsam schafft aus der Situation zu lernen und euch wieder neu zu lieben.

Viel Glück.

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Wenn er nichts en detail, hören will, dann sag ihm auch nichts. Es kann der Zeitpunkt kommen, wo er mehr wissen will. Ich habe das mehrfach hinter mir, in insges. 30 Jahren Beziehungen mit verschiedenen Partnern sind von mir 3 Affären aufgeflogen. Details wollte keiner meiner Partner hören, nicht was wir gemacht haben und auch nicht mit wem.
Nie, also auch nicht später. Anscheinend ist es so leichter für die Männer.

Wenn er Fragen hat, beantworte sie ihm, aber ansonsten würde ich das Thema von mir aus auch nicht wieder anfangen. Erfahrungsgemäß fährst du am Besten, wenn ER das Thema anfängt, gar nicht über den Anderen zu reden sondern über deinen Mann, was du an ihm liebst, schätzt, und warum es eine Dummheit war, ihm fremdzugehen, weil er der bessere Mann ist, auch im Bett. Das beruhigt sie am meisten. Und regelmäßig mit ihm schlafen auch. Mehr kannst du nicht tun, den Rest schafft die Zeit. Und bessere Vorsichtsmaßnahmen, um nicht wieder erwischt zu werden, denn 2x verzeihen die wenigsten. Gestehen würde ich es freiwillig nie, wenn es nichts ernstes ist.

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Aus reinem Interesse: Wieso geht man ständig fremd ? Was gibt einem das?
Das ist in keiner Hinsicht als Vorwurf gemeint, sondern rein aus Interesse

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Ich war in 3 langjährigen Beziehungen über 6, 8 und zuletzt 16 Jahre. Es war einfach immer so, dass mir nach einigen Jahren etwas fehlte. Ich bin nicht alltagstauglich für eine Beziehung scheinbar. Außerdem habe ich schon immer gern geflirtet und schnell andere Männer kennengelernt, und so entstehen dann auch immer mal wieder Versuchungen. Ich habe mich inzwischen für ein Leben als Single entschieden, meinem letzten Partner war ich 12 Jahre treu, dann eine Affäre, die rauskam und dann haben wir noch 4 Jahre versucht, die Beziehung zu retten. Als ich mich dann wieder in einen anderen Mann verliebt habe, habe ich es beendet und eingesehen, dass es für alle Beteiligten besser ist, wenn ich keine festen Beziehungen mehr eingehe. Ich habe lange versucht, dagegen anzukämpfen, muss aber einfach inzwischen akzeptieren, dass ich so bin. Ich bin monogam und wenn ich einen Mann will, dann nur den, d.h. so blöd das klingt, aber ich war meinen Affären "treu", hatte nicht parallel Sex mit meinem jeweiligen Partner (was schon einiges über die Beziehungen dann aussagt). Ich kann nur nicht länger als 2, 3, vielleicht 4 Jahre denselben Mann begehren, es driftet irgendwann ins Freundschaftliche bei mir, und dann werden andere Männer sexuell interessanter.

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Ich kann dir meine Sicht als zweimal Betrogene sagen. Im ersten Fall war die Trennung aus anderen Gründen und ich habe kurz danach zusätzlich zu anderen Dingen herausgefunden dass er mich auch betrogen hat. Da die Beziehung eh durch war war es nicht weiter relevant.

Im zweiten Fall hat mein Partner es gebeichtet. Weil er sein Gewissen erleichtern und einen ehrlichen Neuanfang wollte. Genau wie du hat er es als Flucht bezeichnet und dass er das ja nicht wollte eigentlich...

Tja nun, er hat sein Gewissen vielleicht erleichtert und war bereit für einen Neuanfang. Dafür war ich belastet und letztendlich ( ich habe lange darüber nachgedacht) nicht mehr bereit da irgendetwas zu investieren.

Wenn es Probleme gibt redet man mit seinem Partner oder trennt sich. Man sucht sich keine Affäre. Und wenn man es doch tut dann entlastet man sich nicht indem man den betrogenen Partner mit seinem Tun belastet. Man kommt mit dem Betrug nicht zurecht und die Bilder verschwimmen nicht. Irgendwo ist dieses Thema immer vorhanden...das Misstrauen, die unguten Gefühle, dieser unterschwellige Verdacht dass es wieder passiert.

Dein Mann hat sich entschieden eure Beziehung weiter zu führen und ihr holt euch Hilfe. Dafür wünsche ich euch alles Gute. Aber die Regeln wie viel er wann wissen will - die bestimmt ausschließlich er und du musst sie respektieren.

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Ich kenne beide Seiten.

Als die Betrügende Seite: wenn du mit ihm weiter zusammen sein willst, richte dich nach seinen Wünschen. Wenn er JETZT keine Details will, halte dich daran. Wenn er morgen oder nächste Woche oder egal wann ankommt, und Details erfahren will, hinterfrage es nicht. DANN kannst du es immer noch erzählen.

Als die betrogen wordene Seite: ich glaube, im Endeffekt ist es gar nicht so wichtig, ob man weiß wer es war. Bei mir zumindest war es immer zweitrangig. Entweder ich konnte verzeihen oder nicht. Es hätte nie einen Unterschied gemacht.

Ihr müsst nur beide schauen, dass ihr es wirklich hinter euch lasst, wenn ihr zusammen weitermacht. Er, damit er es dir nicht immer wieder mal aufs Brot schmiert und du, damit du nicht bei Problemen ins alte Muster zurück fällst :) aber mit genug Liebe arbeit und Aufrichtigkeit klappt das schon.

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PS. : ich finde ONS als Betrug übrigens schlimmer als Affären ohne romantische Gefühle. Beim ONS würde ich mir denken, ok, er geht für schlechten sex fremd. Bei Affären hätte ich wenigstens die Bestätigung dass ich eventuell am Sexleben arbeiten müsste. Da hätte ich eher ne arbeitsgrundlage 😅😅

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Schlechter Sex ist extrem selten der Grund warum man einen ONS hat und langweiliger Sex im eigenen Ehebett ist auch selten der Grund für eine Affäre.

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Vielleicht könntest du deinem Mann einen Brief schreiben und das mit der Affäre beschreiben. Natürlich ohne leidenschaftliche Details, so sachlich wie möglich, aber eben auch etwas von deiner Gefühlslage, wie du es ihm halt erklären willst. Du kannst ihm den Brief verschlossen geben und er kann entscheiden, ob und wann er ihn öffnet. Das wäre vielleicht auch in Verbindung mit der Paartherapie gut.

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Hallo,

er will keine Details wissen, aber du scheinst das Bedürfnis zu haben, ihm diese mitzuteilen, um dir alles von der Seele zu reden. Sorry, aber mit den Konsequenzen musst du leben. Es wäre einfach für dich, nicht für ihn. Denn dein schlechtes Gewissen hat dich zum Geständnis bewegt, nichts Anderes. Wer bewusst das Vertrauen und den Respekt des Partners durch Fremdgehen hintergeht, fühlt und weiß, dass es falsch ist. Also wird es gestanden, aber oft nicht, um etwas zu ändern, sondern weil man nicht selbst damit klarkommt. Und der Partner darf dafür auch herhalten - er wird doppelt abgestraft.