Ehe, Altagstrot, unzufrieden

Guten morgen
Ich muss einmal meine Gedanken und Gefühle aufschreiben...
Ich bin 34,seit 7 Jahren mit meinem Mann zusammen und seit 3 verheiratet. Wir haben eine Tochter. Bis vor 3 Wochen habe ich mir nix mehr gewünscht als noch ein zweites Kind. Und nun Stelle ich alles in Frage.
Mein Mann ist der beste Mensch und Vater den man sich wünschen kann. Er tut alles für uns und ich weiß was ich an ihm habe und das ich nie wieder so jemanden finden werde.
Aber irgendwie weiß ich nicht ob es noch liebe ist oder einfach Gewohnheit.
Ich fühle mich wie in so einer Midlife-Crisis :(
Ich denke einfach : ist es das jetzt gewesen für mein Leben? Für immer in diesem Haus bis ich sterbe? Auf was freue ich mich? Was strebe ich als nächstes an?
Eigentlich ist es genau das was ich immer wollte und nun würde ich am liebsten weglaufen.
Obwohl ich eigentlich weiß das mich das nicht glücklicher machen würde auf Dauer und ich es irgendwann bereuen würde.
Wir befinden uns halt auch in einem Altagstrot. Was natürlich auch normal ist nach so vielen Jahren.

Ich könnte so glücklich sein und stattdessen grübel ich nur, ziehe mich zurück und hatte gestern ein Gefühlsausbruch und nur geweint.

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Guten Morgen, gegen das Gefühl "wars das jetzt" kann man ja was tun. Such dir ein neues Hobby. Kannst du dich beruflich fortbilden? Oder noch ne Schippe drauf: vielleicht sogar komplett umschulen?

Ich kenne das Gefühl. Ich hab das aber immer außerhalb der Familie kanalisiert. Meine Familie war und ist immer mein Hafen. Ein Ruhepol. Wenn ich unruhig werde such ich mir Beschäftigung. Wie gesagt, neues Hobby, beruflich neue Ziele.

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Ist organisch alles In Ordnung bei dir? Vielleicht hast du was mit der Schilddrüse oder einfach eine Depression.

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Hier möchte ich noch hinzufügen, dass eine Depression auch durch hormonelle Verhütungsmittel ausgelöst werden kann.

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Am Anfang schon das Ende sehen ist ja auch nicht schön.
Im selben Haus mit dem selben Mann die nächsten Jahrzehnte, keine Veränderung mehr was das an geht.
Ich verstehe dich.
Was ist dir wichtiger für deine emotionale Stabilität?
Bzw zum Glücklich sein?
Deine Freiheit? Deine Familie?
Ein Haus kann verkauft werden, eine Ehe kann man beenden.
Ich habe mich für Freiheit entschieden, für mich war es eine Befreiung.

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Das geht vielen Frauen in deiner Situation so. Natürlich hat man sich all das gewünscht, aber wenn man dann das Gefühl hat, dass es das jetzt war und nichts mehr Neues kommt, dann wird man unglücklich.

Ich denke auch, dass du dir ein Hobby suchen solltest oder eine Beschäftigung. Irgendwas was dich anspornt und etwas was du für dich selbst tust.

Wenn du das Gefühl hast ihr braucht wieder etwas mehr Schwung in eurer Beziehung, dann solltest du vielleicht darüber nachdenken euch Hilfe zu holen. Eine Therapie klingt zwar immer direkt danach als wäre es kurz vor dem aus, aber das stimmt gar nicht. Manchmal hilft es sehr wenn eine objektive dritte Person einem hilft. Eine Bekannte hat eine Paartherapie in Hamburg gemacht, die soll wohl sehr gut sein, falls ihr aus der Nähe kommt, ist das vielleicht auch was für euch: *** [Link vom urbia-Team entfernt.] ***

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Ich denke, dein Thema ist eher die Umstellung auf das Kind.

Ihr seit erst 7 Jahre zusammen, daraus schließe ich, dass das Kind noch ziemlich klein sein muss.
Bis mein erstes Kind ca im Schulalter war, habe ich mich ähnlich wie du, fast an dem Herd gebunden gefühlt. Obwohl ich gearbeitet habe, Kinder im Kindergarten, mein Mann sich gut eingebracht hat. Aber mit kleinen Kindern büßt man nunmal eine ganze Ecke Freiheit ein. Die viel zitierten Rituale stecken nicht nur den Rahmen für Kinder ab, sondern schränken auch die Eltern ein. Täglich grüßt das Murmeltier...

Um dich zu beruhigen, es wird besser je älter und selbstständiger das Kind ist.

Über den Rest wie "bis ans Lebensende im Haus bleiben" würde ich mir keine Gedanken machen. Das Leben kommt wie es kommt, ein Haus ist schnell verkauft.

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Ich bin auch Anfang 30 und habe Mann, Haus und Kind.

Ich würde mich ja fragen, was genau es ist wovor ich wegrennen will.

Haus, Kind und Mann sind ja eine Sache. Hast du sonst nichts mehr was du begehrst oder anstrebst? Wir haben auch ein Haus, aber ich habe noch so viele Pläne auf die ich mich freue, wenn wir dafür Zeit finden. Das reicht vermutlich für die nächsten 20 Jahre.
Ich habe auch noch so viele Pläne was das Reisen angeht. Ich könnte mir auch gut vorstellen im Alter, wenn das Kind oder die Kinder aus dem Haus sind einen alten Bus selber umzubauen und damit durch Europa zu touren. Auch beruflich habe ich definitiv noch Ziele für die nächsten Jahre. Auf dem Plan steht auch noch ein Gebäude auf unserem Grundstück in ein Studio für mein Hobby zu verwandeln und dort irgendwann auch Workshops zu geben.
Mir fehlt also eigentlich eher Zeit.

Daher habe ich auch manchmal so Anflüge alles zu verkaufen hier und irgendwo hinzuziehen, wo man noch ein Haus für deutlich weniger bekommen kann und dadurch dann beruflich etwas kürzer treten zu können und trotzdem unseren Lebensstandard behalten zu können. Ich bin kein Mensch der wirklich ortsgebunden ist, solange ich meinen Mann und mein Kind bei mir habe reicht mir das. Wenn ich also fliehen würde, dann vor den hohen Kosten in Berlin.

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Das sieht nach depressiver Verstimmung aus. Geh zum Arzt und mach einen Gesundheitsscheck.

Sprich mit deinem Mann über dein Problem und sucht gemeinsam nach Lösungen.

Bei mir stapeln sich Bücher, die ich noch lesen will. Meine Frau ist mit der Gartengestaltung ausgelastet. Wir sind mit unserem Leben, so wie es jetzt läuft, sehr zufrieden.

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Hallo,

Ich bin auch Anfang 30,haben ein Haus, ein Hund und ein Kind von 9 Monaten.
Tatsächlich hatte ich das mit ca. 29Jahren.
Habe überlegt ob dass jetzt alles war, wir waren in der Kinderplanung, ich habe einen tollen Job wo ich immer hin wollte.
Irgendwie hatte ich dann keine neuen Ziele mehr, alles worauf ich hingearbeitet habe (Hausbau, mein Traumjob, Kind in Planung) war auf einmal "schon" erreicht.
Da kam mir die Frage auf "und was nun?!? Wars das jetzt?!"

Ich habe grundsätzlich egtl immer Pläne fürs Leben, aber da gab es auf einmal keine neuen mehr... Dachte ich 😅

Es war eine totale Selbstfindungsphase in der ich gerade unzufrieden war, diese sollte man aber nicht auf seine Familie projizieren! Das liegt egtl immer an einem selbst.
Ich habe mich dann viel mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt, mit Hörbüchern und Videos. Bin in mich gegangen und hatte dann auch ein neues Projekt 😁 damit war ich direkt wieder zufriedener.

Jetzt ist gerade unsere kleine Maus mein "Projekt", klar es ist totaler Alltag, aber ich versuche immer das positive zu sehen, jeden Tag wo sie neue Fortschritte macht usw.
Sobald sie in die Kita geht, habe ich jobmäßig schon wieder Pläne und freue mich drauf!

Natürlich muss man hier aufpassen dass man es nicht übertreibt.
Aber eines meiner Projekte war es z. B. Meine Ängste zu überwinden. Ich hatte panische Flugangst, bin Jahre nicht geflogen. Nie mit meinem Mann. Ich habe dann ein Flugangst Seminar besucht und bin direkt zwei Wochen danach spontan mit meinem Mann nach Spanien geflogen. Eines meiner Dinge die ich nun erfolgreich von meiner To Do streichen konnte, ein tolles Gefühl! 😊
Ich freu mich jetzt schon wenn wir mal mit unserer kleinen Maus wegfliegen können, ich plane sowas dann furchtbar gerne selber!

Schau mal ob du an dir selber vielleicht arbeiten kannst, ob du vllt Ängste hast die du bewältigen möchtest, ob es ein tolles Urlaubsziel gibt was du immer besuchen wolltest und wo du die Planung in Angriff nehmen kannst. Vielleicht steht auch ein neues Hobby an, irgendetwas was du schonmal machen wolltest oder ausprobieren wolltest, ob es in Tennis spielen ist oder vielleicht Fechten 😅😁🤷‍♀️ oder ein Selbstverteidungungskurs oder oder oder...

Das Leben hat so viele Möglichkeiten und nur weil man ein Haus, Mann und Kind hat, ist noch lange nicht alles vorbei. 😊
Hier bist du aber gefragt, du bist für dein persönliches Glück verantwortlich. Schau was du in Angriff nehmen kannst. Das gibt einen auch Kraft für den "langweiligen" Alltag.

Ich wünsche dir viel Erfolg 😊🍀

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Wow so viele antworten :) danke schön.

Ja es setzt mich halt auch unter Druck das meine Tochter schon 4 ist und es halt seit Monaten nicht klappt mit dem schwanger werden ( 1 Fehlgeburt hatte ich dazwischen).
Ich wollte immer einen grösseren Abstand aber nun ist sie dann mindestens 5 und das ist fast schon grenzwertig.
Also muss ich mir klar werden ob ich vllt doch nur bei einem Kind bleibe, aber ich habe Angst das später zu bereuen...

Ich glaube auch das es eine psychische Verstimmung ist. Hinzu kommt noch das ich einen Kumpel habe den ich irgendwie jetzt ziemliche interessant finde... Ich würde aber niemals mit ihm zusammen kommen wollen.

In meinem Kopf ist einfach ein totales chaos und das stresst mich extrem :(

An ein neues Hobby habe ich auch schon gedacht, tanzen macht mir total viel Spaß.

Und Langeweile kommt hier null auf, weil wir ein Haus gekauft haben wo immer noch was zu tun ist.

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Du schreibst nichts darüber, was Dich mit Deinem Mann noch verbindet. "Viel zu tun am Haus" ist ganz sicher nicht das, was ich meine. Wann redet Ihr miteinander? Auch über Deine Gefühle? Weiß er, wie es Dir geht? Oder verschweigst Du ihm das, weil Ihr Euch gerade eh nicht nahe steht und jeder mit sich selbst zu kämpfen hat? Gibt es Paarzeit, gemeinsame Hobbies, Interessen?

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Gemeinsame Hobbies gibt es eigentlich nicht. Wir sind immer gerne in die Sauna gegangen, durch Corona natürlich jetzt lange nicht.

Ja gestern Abend haben wir darüber geredet, aber ich weiß nicht ob er so richtig verstanden hat was ich meine.
Natürlich habe ich nicht gesagt das ich gar nicht so genau weiß ob ich ihn noch liebe. Aber alles andere.
So richtig gemeinsame Ziele haben wir aktuell außer das Haus nicht wirklich.
Der Kinderwunsch war natürlich eigentlich noch einer.
Und gemeinsame Zeit gibt es

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