Plötzlich möchte mein Mann kein zweites Kind mehr

Hallo ihr Lieben,

im Moment fühle ich mich in einer sehr ausweglosen Lage und weiß nicht, was ich tun kann bzw. soll!

Mein Mann und ich heirateten im vergangenen Jahr. Ich brachte einen gemeinsamen kleinen Sohn in die Ehe mit. Die beiden verstehen sich prima! Mein Mann ist so ein lieber Papa!

Mein Ex gab meinen Kleinen zur Adoption frei.
Das Adoptionsverfahren ist auch schon beinahe durch. Lediglich ein gemeinsamer Termin beim Jugendamt steht noch an. Dann ist mein jetziger Partner der gesetzliche Vater des Kindes!

Bereits vor der Ehe träumten mein jetziger Mann und ich den Traum vom gemeinsamen Kind.
Obwohl er schon deutlich älter ist als ich (50+).
Dieser gemeinsame Traum war für mich ein entscheidendes Kriterium für die Hochzeit gewesen.

Nun aber sagt mein Mann plötzlich, dass die "rosarote Brille" für seine Schwärmereien verantwortlich gewesen sei. Und dass er sich nun kein gemeinsames Kind mehr wünsche.

Bereits zuvor gab es gewisse Unsicherheiten bezüglich der Aussagen meines Mannes: Einmal hieß es "probieren", dann wieder spontan nicht mit der Begründung, dass es "doch schon hätte funktionieren sollen, wenn es denn so hätte sein sollen".

Vergangenen Monat noch probierten wir weiter. Aber plötzlich merkte ich, dass mein Mann meine Nähe ablehnt. Er gestand mir, dass er sich nun endgültig kein zweites Kind mehr wünsche.

Für mich bricht nun eine Welt zusammen: Wir hatten uns unsere Zukunft mit zwei Kindern nämlich schon so schön ausgemalt und uns sogar auch schon Vornamen für unseren Nachwuchs ausgesucht!
Und plötzlich trifft er diese Aussage.

Auch bin ich zutiefst enttäuscht darüber, dass er das einfach so sagt und dadurch gemeinsame Besprechungen komplett übergeht. So als hätte ich kein Mitspracherecht.
Mir kommt das Ganze daher ziemlich egoistisch vor. Vor allem, da er mir keine handfeste Begründung für seinen Entschluss nennen kann. Er sagt immer nur "Die Situation hat sich geändert"...
Gleichzeitig sagt er jedoch, dass er mich noch genauso sehr liebe wie am Anfang. Dass er auch weiß, wie sehr ich es mir wünsche. Ich solle mir da keine Vorwürfe machen, da es an ihm liege.

Einmal hatte er bereits den Verdacht geäußert "nicht zeugungsfähig" zu sein. Das hatte sich dann aber nicht bestätigt! Es ist zwar eingeschränkt, aber nicht unmöglich!

Schon länger weigerte er sich mit mir in die Kinderwunschklinik zu gehen. Noch nicht einmal zu einem Beratungstermin ging er mit!
Das Spermiogramm machte er bei einem privaten Urologen und fand es ganz offenbar so schlimm, dass er das "nun nie wieder machen würde".
Obwohl er damals noch sagte er wünsche sich ebenso ein zweites Kind. Er meinte aber das würde bestimmt "auf natürlichem Wege klappen". Dann jedoch wieder dieses Aufgeben und diese Aussage, dass er vermutlich doch "zeugungsunfähig" sei.
Dabei klappt es doch bei so vielen Paaren nicht gleich auf Anhieb! Ich finde es geradezu lächerlich von ihm zu sagen, dass wir es doch "schon so lange probiert hatten"!

Für mich steht fest, dass ich diesen gemeinsamen Traum nicht aufgeben kann: Dafür ist zu viel passiert! Außerdem liebe ich meinen Mann und würde ich bei ihm zusammen bleiben, dann würde es mich immer wieder traurig machen, dass dieser Traum nun ganz offenbar für immer vorbei ist. Jedes Mal, wenn ich ihm in die Augen schaue, wir uns nahe sind und erst Recht, wenn ich ihn dabei beobachte, wie er mit unserem Kleinen spielt. Ein Kontakt mit ihm bedeutet für mich also großes Leiden und Verzweiflung. Ich habe das Gefühl, dass ich gerade WEGEN meiner großen Liebe zu ihm nicht bei ihm bleiben kann.
Bestimmt würde ich dadurch krank werden. Und irgendwann daran zerbrechen. Denn ich sehne mich so sehr nach einem zweiten Kind von dem Menschen, den ich liebe!

Sollte ich ihn aber verlassen, dann verlasse ich damit die Liebe meines Lebens und zudem auch noch den lange ersehnten Papa für meinen Kleinen.
Und die Tatsache, dass mein Ex dann der gesetzliche Vater bliebe: Mein Ex würde innerhalb meiner Schwangerschaft nämlich gewalttätig.
Ja: Würde mein Mann den Kleinen nicht mehr adoptieren, so bliebe er weiterhin das Kind von meinem Ex!

Vielleicht weiß jemand von euch mir einen Rat? Denn ich weiß gerade echt nicht weiter!
Vielleicht ist einer von euch ja gerade in einer ähnlichen Situation? Oder hat sie schon hinter sich?

In mir kommen gerade die abstrusesten Gedanken auf bezüglich "mir einen Samenspender suchen", "ihn noch einmal herum kriegen es ohne Verhütung zu tun und ihm daraufhin dann gleich ein Kuckuckskind unterzujubeln, indem ich parallel eine Samenspende bei mir durchführe um die Chancen zu erhöhen" und so weiter. Obwohl ich echt keine kriminelle Betrügern bin! Ich erschrecke ja selbst vor meinen Gedanken und denke einfach nur aus größter Verzweiflung heraus so.
Ich wünsche mir halt auch so sehr ein Geschwisterchen für meinen Kleinen!

Ich würde mich so sehr freuen Antworten bzw. Ratschläge zu bekommen. Denn, wie gesagt: Egal welche Entscheidung ich auch treffe: Mit beiden Entscheidungen kann ich nicht glücklich sein!

Einen neuen Partner kennenzulernen möchte ich nicht, da ich meinen Mann auch weiterhin lieben werde. Auch möchte ich kein weiteres Risiko eingehen dasselbe nochmal mit einem anderen Mann zu erleben. Und außerdem dauert es dann gewöhnlicherweise ja wiederum mindestens zwei Jahre, bis mal etwas bezüglich Familienplanung in Frage käme. Falls überhaupt! Und der Altersabstand zu meinem Kleinen, der wächst in dieser Zeit ja immer weiter!
Deshalb auch die Idee einer Samenspende.

Alleinerziehend käme ich gut klar, aber natürlich Sehne ich mich nach einer festen Partnerschaft. Und sooooo gerne mit meinem Mann!
Aber wie soll ich denn mit ihm reden? Ich habe schon gesagt, was ich nur konnte. Er meint zwar er könne mich verstehen, aber er teile diesen Traum nicht mehr mit mir...

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Du solltest Dir langsam mal bewusst werden, dass Eure Ehe auf lauter seinerseitigen Lügen beruht. Er wollte wohl nie ein Kind, das war mir irgendwie schon beim Lesen Deines Eingangsbeitrags klar. Er wusste auch, er kann mit der Adoption so weit gehen, bis er kurz vor Schluss nach der Hochzeit alles absagen kann. War es ihm vorher nicht immer besonders wichtig, zu wissen, wann das Kind dann wirklich seines ist und er dafür zahlen muss?

Dann kommt der Teil, in dem Du über Deine Zugeständnisse vor der Ehe schreibst. Das sind nicht gerade geringfügige Dinge. Du liebst ihn und tust alles, um ihn glücklich zu machen.

Und er? Verschweigt Dir wichtige Dinge, belügt und manipuliert Dich und jetzt geht er auch noch hinter Deinem Rücken gegen Dich vor. Ganz ehrlich, ist das die Ehe, wie Du sie Dir vorgestellt hast? Wenn Du mich fragst, solltest Du sie annullieren lassen. Er sucht nur eine Dumme, mit der er alles machen kann. Es kann ja nicht sein, dass er nur deswegen damit weiter machen kann, weil er netter zu Deinem Sohn ist, als der leibliche Vater.

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Ja, ich wollte ihn immer glücklich machen.
Er gab auch immer vor dasselbe auch bei mir zu wollen - und anfangs WAR es tatsächlich ja auch so gewesen!

Aber, ja: Dann entwickelte es sich irgendwie anders.

Wegen der Adoption: Vermutlich ist es bei ihm so ähnlich wie bei meinem Ex. Der sah nämlich seinen Kleinen kaum: Nur einmal alle zwei Wochen für eine Stunde. Da "lohnte" sich das Zahlen wohl nicht für ihn.

Wenn einem halt sein Geld wichtiger ist als sei Kind...

Bei meinem Mann sieht es vermutlich sehr ähnlich aus: Er hat Sorgen seinen Sohn kaum noch bis gar nicht mehr zu sehen.
Aber ich finde: Hier hätte er auch mit mir reden sollen! Bevor er da irgendetwas ans Jugendamt schreibt.

Was genau er da verfasst hat weiß ich übrigens nicht. Nur dass es um meinen Auszug aus der Wohnung ging. Also um eine Veränderung der Situation.
Ob das jetzt nur diese Information war oder er da dann auch noch schrieb er möchte den Kleinen nicht mehr adoptieren oder wie auch immer ... das muss ich ihn noch unbedingt fragen! Denn ich habe ein Recht darauf es zu wissen!
Vielleicht schrieb er auch: "Ich weiß nicht, ob ich ihn unter diesen Umständen adoptieren kann"?
Keine Ahnung!
Auf jeden Fall war es ein Alleingang gewesen und ich wusste nichts davon!
Auch hier traf er eine Entscheidung, welche die Zukunft von uns allen Dreien betrifft ohne es zuvor mit mir zu besprechen! Und das ist echt nicht in Ordnung so!

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Hallo, so hart es für dich klingen mag, aber manchmal im Leben heißt es, Abschied zu nehmen. Die Frage ist nur, vom Ehemann oder vom Wunsch nach einem zweiten Kind?
Ich lese von einer tollen harmonischen Beziehung, von einem Mann, der für ein nicht leibliches Kind Verantwortung übernimmt, wie man es mehr nicht mehr tun könnte. Er liebt euch und du ihn auch scheinbar.
Lieb gemeinte Frage: Ist dir bewusst, wie viel Wertvolles Du bereits hast? Er ist zudem im fortgeschrittenen Alter und ich kann verstehen, dass er unter diesen Umständen Abstand nimmt vom zweiten Kind. Ich kann deine verletzten Gefühle verstehen und ja, du darfst traurig sein, dass es nun doch anders kommen wird. Ich empfehle dir eine Beratungsstelle aufzusuchen, dort kannst du deine Gedanken loswerden, sie sortieren und ggf. auch mal deinen Mann mitnehmen. Du musst den Schmerz gut verarbeiten, damit eure Beziehung nicht zu kippen droht.
Ich wünsch dir/euch alles Liebe!

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Unterstreiche ich jedes einzelne Wort.
LG Moni

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Vielen herzlichen Dank für deine Antwort!

Ja, genau so sieht es aus: Abschied nehmen ist nun angesagt. Es fragt sich nur von was?

Es ist tatsächlich total harmonisch zwischen uns! Und der Gedanke daran meinen Mann zu verlassen, der tut mir so sehr weh!
Aber gleichzeitig kann ich mir im Moment auch nicht vorstellen bei ihm zu sein: Ich muss diesen Schock nun erst einmal überwinden. Und auch meine Wut über seine Aussage.
Bin daher zur Zeit erst einmal bei meinen Eltern untergebracht. Brauche Abstand! Und mein Mann versteht das auch.

Was mir das Ganze noch zusätzlich erschwert ist die Tatsache, das meine Schwester demnächst ihr zweites Kind bekommt. Und zwar entstand es durch eine künstliche Befruchtung, da sie auf normalem Wege keine Kinder bekommen kann.
Ich sehe ihren Mann, der ihr zuliebe in die Klinik mitkam und ich sehe meinen Mann, der dasselbe nicht für mich bzw. für uns tut.

Auch fühle ich mich nun wie eine "Versagerin", denn hätte es schneller mit einer Schwangerschaft geklappt, dann wären wir nun schon bald eine glückliche vierköpfige Familie.
Logisch betrachtet sollte ich mir keine Schuld dafür geben. Das weiß ich. Aber ich tue es TROTZDEM!
Und das werde ich nun wohl ebenso mit aufarbeiten müssen...

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Ich verstehe beide so dargestellten Seiten. Du findest es jetzt von ihm egoistisch nein zum Kind zu sagen, findest es aber wahrscheinlich von dir nicht egoistisch ja dazu zu sagen. Er ist nun schon älter und hat vielleicht mit der Zeit mit deinem Sohn gesehen, dass er das mit einem Säugling nicht mehr möchte. Das finde ich durchaus legitim. Zu einer Kinderwunsch Behandlung kannst du ihn nunmal nicht zwingen. Mein Mann ist strikt gegen ein 2. Kind. Unser 1. wird hoffentlich bald gesund geboren. "Denke lieber an das was du hast anstatt an das was du gern hättest ". Eure Ehe hört sich sehr harmonisch an. Dieses Gefühl ist auch nicht zu verachten. Wünsche dir alles Gute!

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Ja, und ich möchte meinen Mann auch definitiv nicht zu einer Kinderwunschbehandlung zwingen.

Da ich alleine jedoch schon dort gewesen bin und mir die Ärztin dort sagte wie unaussagekräftig ein einziges Spermiogramm ist: Ich dachte das könnte ihm die Angst nehmen und all diese negativen Erfahrungen beim Urologen vergessen lassen.
Zum Beispiel diesen abwertenden Satz: "Was? So alt sind Sie schon? Dann beträgt die Zeugungsfähigkeit sowieso von vorneherein nur maximal 50%!" Und noch weitere äußerst unschöne Dinge.
Ich wollte meinem Mann einfach zeigen, dass es auch liebe, wertschätzende und respektvolle Ärzte gibt.

Es sollte auch nur um das Erstberatungsgespräch gehen: Ich wollte, dass er einfach mal da rein schnuppert. Egal wie er sich letztlich entscheiden wird! Mehr wollte ich gar nicht!
Und alles nur als Bitte. Damit er merkt, dass es sehr schön für mich wäre, wenn er mich dorthin begleiten würde. So wie ich doch AUCH immer versuchen ihm entgegenzukommen. Selbst wenn mir persönlich etwas nicht so wichtig erscheint. Einfach ihm zuliebe.

Es kann aber schon sein, dass ich da etwas fordernd herüber kam: In meinem Wunsch ihm die negativen Erfahrungen bei seinem Urologen zu nehmen und da ich es nun mal selbst als absolut logisch erachte mal bei sich nachschauen zu lassen, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappt.
Vielleicht hatte ich dabei tatsächlich aus den Augen verloren, dass er diesbezüglich vielleicht anderes denkt als ich.

Aber zwingen hatte ich ihn tatsächlich niemals wollen!

Ich glaube halt irgendwie auch, dass mein Vertrauensproblem da in die Sache mitmischt:
Ich hatte so viel Vertrauen in seine Worte gelegt und für mich ist es absolut unverständlich, wie er seine Meinung da denn plötzlich ändern kann.
Eben gerade WEIL er doch schon über 50 ist! Da müsste man doch eigentlich wissen, was auf einen zukommt, oder?
Außerdem bekam er damals die Anfangszeit mit dem Kleinen gar nicht so richtig mit, da ich in seinem ersten halben Lebensjahr noch gar nicht mit meinem Mann zusammen gewohnt hatte! Und er merkte doch auch, dass ich das auch alleine doch sehr gut hin bekomme...

Ein Vertrauensproblem habe ich glaube ich vor allem aufgrund der Gewalterfahrungen mit meinem Ex. Seither sehne ich mich ganz enorm nach einer gefestigten Beziehung, in der der Partner ganz genau weiß, was er will und zu seinem Wort steht.

Thema Vertrauen: Mein Mann sagte mir in unserer Diskussion neulich unter anderem auch, dass er es nur "am Anfang unserer Beziehung aufrichtig probiert habe". Aber warum hatten wir dann auch später noch mehrere Versuche unternommen gehabt? Das verstehe ich halt auch nicht!
War das etwa ab da dann eine Lüge gewesen? Eine Hinhalte-Taktik auf unbestimmte Zeit etwa?

Es gibt einfach so viele Dinge, die ich nicht verstehe und die mich skeptisch werden lassen bezüglich dem Thema Vertrauen.
Ich denke da gibt es wohl noch so Einiges zu klären. Vielleicht werde ich anschließend dann ja doch besser mit der jetzigen Situation klar kommen können? Und vielleicht wird mir mein Mann dann ja auch Genaueres sagen können, warum er sich plötzlich kein zweites Kind mehr von mir wünscht.
Vielleicht ja tatsächlich "nur" aus Angst vor der Kinderwunschklinik?
Das Alter sei jedenfalls nicht für seine Entscheidung verantwortlich, meinte er bisher. Also, falls das stimmt...

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Woher hätte er denn wissen sollen, "was auf ihn zukommt"? Er hat doch keine Kinder und ja, auch mit 50+ darf man seine Meinung ändern.
Letztendlich bleibt dir nur der Verzicht - auf deinen Partner oder das weitere Kind, denn bei diesem Thema gibts nun mal keine Kompromisse.
Ihn kann ich ebenso gut verstehen, mit Ü50 würde ich auch keinen Säugling mehr betreuen wollen.

Den Gedanken mit dem "Unterjubeln" würde ich ganz schnell ad acta legen. Ist zwar nachvollziehbar, dass dir das in der Situation durch den Kopf geht, aber damit wirst du deinen Mann, so, wie du ihn beschreibst, definitiv los sein.

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Hallo, ich kann verstehen, dass dich das sehr traurig macht. Ein Kinderwunsch ist nunmal oft ein sehr starkes und präsentes Gefühl.
Das Problem ist nur: es gibt dabei niemals einen Kompromiss. Entweder ja oder nein. Einer muss zurückstecken oder man trennt sich. Das finde ich aber immer heikel und das will gut überlegt sein, für ein hypothetisches Kind, einen neuen Partner zu suchen, den man auch erstmal finden muss. Und das obwohl eure Beziehung ja ansonsten toll zu laufen scheint.
Ich würde ihn vielleicht trotzdem nochmal bitten, dir die genauen Gründe zu nennen, damit du es verstehen und besser damit klarkommen kannst. Ich könnte mir vorstellen, dass er sich jetzt doch zu alt fühlt oder dass er jedes Mal, wenn es nicht geklappt hat, das Gefühl hatte zu versagen (was natürlich nicht so ist!) und das macht ihn vielleicht so fertig, dass er den Wunsch lieber begräbt.
So oder so, bleiben dir nur zwei Möglichkeiten und eine Trennung wäre ja sehr schade, wenn sonst alles passt! Lass deine Wut erstmal versuchen!

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Ja, also ich denke wir setzen uns da beide unter Druck. Deshalb hatten wir uns auch darauf geeinigt gehabt es zwanglos anzugehen:
Er sollte nicht mehr die Versuche zählen und nach jedem gescheiterten Versuch an sich zweifeln und Andeutungen machen, dass es dann wohl "keinen Wert hätte".
Und ich sollte ihm einfach nur ganz sachlich mitteilen, wann meine fruchtbaren Tage sind, damit ER entscheiden kann, wann wir es versuchen wollen. Damit ER sich nicht unter Druck gesetzt fühlt.

Und das habe ich auch eingehalten!
Er aber nicht: Er zählte weiterhin die Versuche immer weiter und zog daraus dann seine Schlussfolgerungen in Bezug auf "Endgültigkeit"!

Ich hatte mich dafür entschuldigt gehabt, falls ich ihn zu sehr unter Druck gesetzt hatte. Bat ihn darum es weiterhin zwanglos anzugehen und ihn die Initiative ergreifen zu lassen.
Aber er fühlte sich wohl schon allein durch dem Satz bedrängt, dass ich ihn mitteilte, dass meine fruchtbaren Tage nun begonnen haben. Obwohl das doch sogar unserer gemeinsamen Absprache entspricht!

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Ich empfinde dich als sehr egoistisch und nur um deine Wünsche kreisend: DU willst ein zweites Kind, nur deswegen hast DU ihn geheiratet, DEINE Schwester bekommt ein zweites und DU willst mitziehen, DU willst einen Vater für DEIN bereits bestehendes Kind und das auch nur weil DEIN Ex gewalttätig wurde, du jammerst und leidest und siehst meines Erachtens überhaupt nicht, was du schon hast.

Wo bleibt denn dein Mann bei dem ganzen Theater? Immerhin ist er Ü50, er zieht mit dir dein Kind groß und adoptiert es sogar, er hat offenbar schlechte Schwimmer und müsste Behandlungen über sich ergehen lassen für deinen Kinderwunsch,.. puh.

Fahr mal ein paar Gänge zurück. Weder solltest du dich trennen, noch solltest du fremdgehen oder einen Samenspender suchen. All das sind richtig blöde Ideen, die nur schief gehen können.

Schau auf dein Leben und auf das, was du bereits hast. Das ist mehr als genug. Deinen Mann unter Druck zu setzen weil du unbedingt noch ein Kind willst, wird für euch alle drei nach hinten losgehen.

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Ja, bestimmt komme ich als egoistisch herüber.

Aber dazu ist auch zu sagen, dass mein Mann mir vor der Hochzeit so einige Bedingungen gestellt hatte. Ich musste ihm gewisse Versprechungen geben. Vegetarierin zu werden (was ich allerdings zuvor sowieso schon so gut wie war), mich religiös neu orientieren, ...
Das empfand ich schon etwas als heikel. Als ich dann merkte, dass alles passt, willigte ich dann aber ein.
Ich hingegen stellte nicht solche Bedingungen an ihn. Holte mir bezüglich Kinderwunsch auch kein Versprechen ein. Aber ich dachte mir, dass ich da auch von ihm erwarten könnte, dass er bei seiner Entscheidung bleibt.

Auch hatte er zu mir gesagt gehabt, dass das Haus, in dem er wohnt, ihm gehören würde. Aber das stimmt nicht: Er hat immense Schulden!

Ich spielte einfach immer mit offenen Karten mit ihm. Und ich bin auch sehr genügsam und habe keine großen Wünsche an ihn. Nur diesen einen.
Und noch vorigen Monat, da klang er noch so begeistert vom Kinderwunsch!

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass von mir erwartet wird ich müsste immer alles einhalten. Und ihn auch zu 100% unterstützen, wenn es ihm mal nicht gut geht oder so.
Aber als ich weinte, nachdem er mir seine Entscheidung offenbart hatte: Keinerlei Verständnis zeigte er mir, als ich weinte. Und er ließ mich einfach wortlos gehen. Keine Worte, kein Trost - rein gar nichts!

Ja, und das finde ich einfach von ihm sehr egoistisch. Und ich frage mich, wie er mich nicht wenigstens aus Mitgefühl in den Arm nehmen konnte, als ich weinte.
Und all diese harten Worte dann auch noch...

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Ja, ich glaube ich fühle mich da einfach ungerecht behandelt. Dass wir vielleicht doch keine gleichwertige Beziehung führen mit Geben und Nehmen.

Das mit der Adoption ist sehr edel von ihm, ja. Und auch die gemeinsamen Interessen sind da!
Aber es gibt so viele Erwartungen an mich! Ihn zu unterstützen. Zum Beispiel auch finanziell. Ich tue das nicht so gerne, will ihm jedoch helfen, auch wenn mein Geldbeutel darunter leidet.

Aber wie ist es eigentlich anders herum?

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Vielleicht etwas unkonventionell, aber kannst du nicht vielleicht ein Kind mit Samenspender bekommen mit dem Wissen deines Mannes? Vielleicht hat er ja tatsächlich Sorge wegen seines Alters (auch das Alter des Vaters spielt zb bei Fehlbildungen eine Rolle). Er hat ja offenbar kein Problem damit, Vater eines nicht-biologischen Kindes zu sein. Vielleicht hat er gar kein Problem damit, dass du schwanger wirst sondern mit seinem Beitrag zu der Sache bzw dem Aufwand (kiwu Klinik und so). Ansonsten mein Rat:da müsst ihr wohl ernsthaft reden.

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Also, damals meinte er er wolle nur noch ein biologisches Kind haben. Aber das sagte er ganz in unserer Anfangszeit, als wir noch dachten, dass es auf natürlichem Wege gut klappen würde.

Das ist eine sehr gute Idee ihn das nochmal zu fragen! Danke!
Denn vielleicht hat er seine Meinung diesbezüglich ja nun tatsächlich geändert?

Und ich würde mich damit ja nicht emotional auf einen anderen Mann einlassen! Das ginge natürlich überhaupt nicht.

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Mit der Frage bezüglich Samenspender werde ich vorsichtshalber mal noch bis nach der Adoption warten.

Ja: Vielleicht wäre das eine Einigung?
Selbst wenn wir noch verheiratet sind, aber dennoch getrennt voneinander wohnen: Er käme mir damit sehr entgegen!

Ich merke nämlich gerade, dass der Kinderwunsch doch nicht auf ihn fixiert war. Sondern allgemein. Auch damit mein kleiner Sohn noch ein Geschwisterchen hat. Vielleicht ist DAS ja der Hauptgrund?

Falls mein Mann den Kleinen adoptieren wird (auf Anraten meiner Anwältin hin): Dann wäre er ja der gesetzliche Vater von meinem Kind.
Warum nicht dann auch noch ein zweites nicht leibliches Kind?

Ja, vielleicht wäre DAS ja ein Weg!

Mit der Stiefelternschaft hat er ja keine Probleme. Zumindest was EIN Kind betrifft.

Er kann uns dann immer wieder besuchen oder wir ihn. Eine Dauerverantwortung gäbe es also nicht. Und es wäre möglich, dass es genau diese ist, die ihn von dem Wunsch abbrachte noch ein zweites Kind haben zu wollen.

Dann gäbe es in jedem Fall ihn als festen Papa. Und diese Lösung sehe ich als sehr zufriedenstellend an.

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Für mich klingt es nicht so als wöllte er kein zweites Kind. Eher, dass er Bedenken hat wegen: 1.Das er nochmal ein Spermiogramm abgeben muss, was an sich schon nicht so toll ist im Arztzimmer. Und wenn das Ergebnis wieder schlecht ist, zieht es Männer enorm runter. 2.Er möchte auf keinen Fall eine Kinderwunschklinik. Manche empfinden dies als Stigma und fühlen sich dann schuldig, weil es eben auf natürliche Weise nicht geklappt hat. 3. Er hat sich über die Kosten einer Kinderwunschbehandlung informiert und mag nicht zugeben, dass er es sich nicht leisten kann. Da er Ü50 ist trägt die Krankenkasse das nicht mehr mit. Da kommen pro Behandlung mal schnell 7000€ zusammen. Von den Kosten für ein weiteres Kind mal ganz zu schweigen. Wenn er sowieso schon Schulden hat, keine gute Idee. Könntest du dir denn allein eine künstliche Befruchtung oder ein weiteres Kind allein durchzufüttern leisten? Falls ja, frag ihn doch mal, ob es für ihn in Frage kommt, es weiterhin auf gut Glück zu versuchen. Es gibt Maca Aktiv Kapseln, auf die hier einige schwören. Bei meinem Mann haben die zwar nix gebracht, aber doch manch einem Mann der Frauen im KiWu Forum hier, hat sich das Sperma nach 2 Monaten sehr verbessert.

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Oje, dann übernimmt die Krankenkasse das nicht mehr? Das ändert die Situation natürlich.

Ich glaube ich hatte doch tatsächlich vergessen der Ärztin im Kinderwunschzentrum sein Alter mitzuteilen! Ich ging davon aus es sei ja ausgefüllt worden. Aber das hatte doch vermutlich mein Mann ausgefüllt gehabt. Und seine Unterlagen nahm ich nicht mit, da er es nicht unterschreiben hatte wollen. Da noch einen Rückzieher gemacht hatte.
Auch das Spermiogramm hatte er mir nicht mitgegeben.

Ja, ganz offenbar hängt bei Männern die Zeugungsfähigkeit ganz stark mit dem Selbstwert zusammen und es kostet eine Menge Überwindung das Ganze durchzuziehen...

Eigentlich könnte ich mir 7000 Euro leisten und würde es auch für ihn übernehmen. Aber ich habe ihm bereits 6000 Euro für das Abbezahlen der oberen Wohnung ausgelegt! Und seither sieht es mit meinem Konto halt auch nicht mehr so rosig aus...

Allerdings würden sich meine Eltern glücklicherweise dazu bereit erklären die Kosten mit zu tragen.
Das muss ich meinem Mann auch noch mitteilen!

Wir haben auch so viel Unterstützung von meinen Eltern! So ein stabiles familiäres Umfeld!
Das darf man einfach nicht vergessen!

Meine Eltern würden das sogar gerne tun, weil sie meine Schwester schon ganz enorm finanziell unterstützt haben und der Meinung sind, dass ich da jetzt auch mal am Zug wäre. :-)

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Wir hatten übrigens angefangen das "Havsund fertile duo" für Mann und Frau einzunehmen. Seit etwa einem Monat nehmen wir es um die Chancen zu steigern.
Ja, und gerade deshalb verstehe ich es erst Recht nicht: Falls es bei meinem Mann eher ein Aufgeben sein sollte - warum dann ausgerechnet jetzt, wo wir doch etwas für unsere Fruchtbarkeit tun?!

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Ich vermute, dass dein Mann das ganze Prozedere mit der Klinik nicht möchte. Ich würde jetzt nach dem ersten Schock etwas Ruhe einkehren lassen und die Entscheidung vorerst akzeptieren. Warte ab, wie es sich weiter entwickelt und dann überlege dir, wie es weiter gehen soll.

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Ja, also, ich denke die Auszeit bei meinen Eltern, die tut mir sehr gut. Abstand zu ihm zu haben, nochmal in mich zu gehen - und dann schauen, ob ich es nicht doch erst einmal so stehen lassen kann.

Das Problem, das ich aber habe, ist: Da er so häufig hin und her schwankt in Bezug auf dieses Thema, da weiß ich nun nicht mehr, dass falls wir uns tatsächlich auf irgendetwas einigen können - ob es dann auch so bleibt.

Dieses Hin und Her halte ich jedenfalls nicht mehr aus!
Da wäre eine endgültige Entscheidung doch eigentlich besser als ein "Wir probieren es nochmal" und kurz darauf dann plötzlich DOCH wieder eine Abweisung.

Ich bin ja noch jung und habe mein Leben noch vor mir. Sollte heraus kommen, dass er mich in irgendeiner Art und Weise belügt bzw. Spielchen mit mir spielt: Dann würde ich wertvolle Lebenszeit verschwenden und mein Kleiner hätte dann auch noch so ein negatives Vorbild!

Leider muss ich immer mehr sagen: Ich weiß nicht, wo ich dran bin.
Zum Beispiel ließ er mich ja auch lange Zeit im Hinblick auf seine Schulden im Unklaren: "Mir gehört das Haus"...

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Bist du, wie es dein Nickname es vermuten lässt, erst 21 Jahre alt? Wenn ja, würde ich es mir ganz genau überlegen, ob ein solcher Mann es wert ist, seinen Kinderwunsch zu begraben. Denn ich habe schon öfters mitbekommen wie sich ältere Männer extra jüngere Frauen nehmen um sie zu Formen, was hier ja scheinbar auch der Fall ist.

Klar, das Alter sollte keine Rolle spielen, aber fast 30 Jahre ist schon ne Menge. Da muss man sich sehr sehr sicher sein, auch was eventuell mal Pflege usw. angeht usw.

Da musst du dir schon 200%ig sicher sein, dass alles perfekt ist.
Glaub mir, auch in deinem Alter gibt es durchaus vernünftige Männer die auch deinen Sohn akzeptieren und durchaus noch eigene Kinder wollen.
Ich würde an deiner Stelle nicht auf meinen Herzenswunsch verzichten.

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Hallo liebe Saphira,

ich habe gerade deinen zweiten Kommentar zum Thema Versprechen gelesen.
Er verlangt von dir, dich religiös anders zu orientieren und auch deine Essensgewohnheiten zu ändern und hat dir von Schulden nichts erzählt bzw auch falsche Angaben zum Haus gemacht und erwartet nun, dass du ihn finanziell trägst. Jetzt, nach der Ehe, zieht er sein Interesse am gemeinsamen Kind zurück.

Das ist harter Tobak und zeugt mMn von einem sehr egoistischen Denken. Wo bleibst da du?

Ich kann deine Perspektive da völlig nachvollziehen und glaube auch, dass es sehr bitter ist, wenn einem der Spiegel vorgehalten wird: der Schwager geht mit in die Kiwu und trägt die gemeinsame Planung mit- dein Mann hingegen macht einen Rückzieher. Aber so bitter solche Momente auch sind- sie zeigen einem doch ungeschönt die Realität auf.

Schön und gut, dass er deinen Sohn adoptieren will- aber ist er aufgrund seiner Schwierigkeiten die geeignete Person? Kommst du vielleicht so vom Regen in die Traufe? Den einen wirst du los (aber das bist du eh schon, oder?) und den anderen bindest du dir so ans Bein.

Ich wäre ggf. dazu bereit, manche Lebensgewohnheiten für meinen Mann zu ändern. Aber so viele Kröten würde ich nicht schlucken und zudem akzeptieren, dass mein Wunsch mir verwehrt wird. Das schlimmste wären für mich die desaströsen finanziellen Verhältnisse.
Für mich sieht das nach einer ordentlichen Schieflage aus und ich würde nun schauen, wie ich noch Schadensbegrenzung betreiben könnte.
Adoption verhindern und mich trennen.

Darüber würde ich nachdenken.

Liebe Grüße
Schoko

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Das Problem ist leider, dass mein Kleiner, insofern er nicht adoptiert wird, weiterhin der Sohn von meinem gewalttätigen Ex bleibt.

Ansonsten müsste ich einen Antrag auf Alleinerziehung machen. Und die gehen wohl nicht immer durch.

Also: Ein besserer Vater als mein Ex ist mein jetziger Mann alle Male! Aber ist es das tatsächlich Wert? Da wäre ich doch lieber alleinerziehend! Aber wird das Gericht das dann genehmigen?

Habe demnächst einen Termin bei meiner Anwältin um es mit ihr zu klären

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Das ist er wohl. Aber scheinbar interessiert sich der Vater auch nicht wirklich für das Kind, sonst würde er ja nicht der Adoption zustimmen.
Die Frage ist auch, was passiert, wenn der Kleine rechtlich zum Sohn deines Mannes wird? Dann könnte er später mal ihm gegenüber unterhaltspflichtig werden, falls dein Mann finanziell nicht auf die Beine kommt, aber pflegebedürftig :(

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