Was tun in schweren Situationen

Hallo liebe Leserinnen,

Ich habe eine Frage an alle glücklichen Paare da draußen, die sich auch schon eventuell länger kennen und durch dick und dünn gegangen sind.
Wie schafft ihr das, durch schwere Zeiten zu kommen?
Egal ob ein schwerer Tod in der Familie, finanzielle Krisen oder irgendwelche Krankheiten.
Mich würde es sehr interessieren, wie man am besten so welche Situationen bewältigen kann, befinde mich momentan selber in einer und wollte einfach mal gucken, wie die anderen das schaffen.

Zu meiner Situation: ich bin glücklich zusammen mit meinem langjährigen Freund, ich und seine Famile verstehen uns auch sehr gut, wir sind das einzige kinderlose Pärchen in seiner Familie, arbeiten aber noch daran.🍀
Er hat eine Schwester (alleinerziehend,mit 2 Jährigem Kind) mit der ich mich gut verstehe, leider hat sie Anfang des Jahres die schreckliche Diagnose Hirntumor bekommen. Dann hatten wir einige sehr schwere Monate, musste mich um die Kleine kümmern, während ihre Mutter operiert wurde. Die Kleine hat natürlich auch ein ordendliches Trauma davongetragen, war abends sehr unruhig etc. Dass sie monatelang bei uns im Bett mitgeschlafen hat, war beziehungstechnisch extrem belastend. Mein armer Freund hat sich hauptsächlich um sie gekümmert, konnte abends kaum schlafen und musste am nächsten morgen wieder zur Arbeit. Wir konnten wochenlang nicht intim werden miteinander, während des Kinderwunsches natürlich extrem ungünstig. Nach einiger Zeit hat dich die lage bei seiner Schwester gebessert, unsere Beziehung hatte den ganzen Stress ausgehalten (zum Glück) und wir konnten unser Leben gewohnt weiterleben.
Gestern abend aber Schocknachricht: Schwester wurde erneut ins Krankenhaus eingeliefert, ihr geht es wohl sehr schlecht und sie wird einige Tage dort bleiben müssen. Mein Freund hat darauf gar nicht gut reagiert; er ist sehr kalt und distanziert mir gegenüber geworden und lässt seinen Frust sozusagen an mir aus (nicht schlimm, da ich in kenne und weiß, dass er ein bisschen Zeit braucht). Aber das, wovor ich eigendlich extreme Panik habe, ist, dass es alles so wird wie anfang des Jahres. Dass die Kleine wieder bei uns schläft, wir wieder WOCHENLANG nicht intim werden können und wieder dieser graue Schleier über uns hängt.
Und ja, ich weiß, dass es egoistisch ist, in so einer Situation an sich selbst zu denken, aber ihr müsst verstehen, dass ich meinen Partner über alles liebe und dadurch, dass wir (noch) kinderlos sind, kriegen wir alles doppelt und dreifach ab.

Danke für das Lesen und für die Antworten😊

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Reden, reden und nochmals reden. Mein Mann und ich hatten auch schon extrem schlimme Zeiten die wir zusammen durchgestanden haben, aber über die Häufigkeit des Sexes habe ich mir nie Gedanken gemacht. Dazu hatte in solchen Zeiten keiner von uns Lust und dann gibt's halt mal 6 Monate oder länger keinen.

In solchen Zeiten ist und kuscheln und Nahe sein viel wichtiger als Geschlechtsverkehr. Find ich komisch, dass dir in Krisen Sex so wichtig ist. Klar ihr habt n Kinderwunsch, aber der muss in solchen Krisen dann mal hinten anstehen.

Sex ist nicht das Wichtigste im Leben, sondern die Liebe, das Vertrauen und Füreinander Dasein in eben solchen Krisen.

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Ja ich verstehe, für mich heißt intim sein nah sein zueinander, kuscheln und umarmen und ineinanders Armen schlafen. Mit dem Reden muss ich mich glaube ich noch gedulden, er wird wahrscheinlich einige Tage brauchen, um ansprechbar auf das Thema zu sein.
Danke für deine Erfahrung😊

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>>>Und ja, ich weiß, dass es egoistisch ist, in so einer Situation an sich selbst zu denken<<<

Sehe ich auch so, aber für dich spricht, dass dir der Gedanke überhaupt gekommen ist.

Da kämpft eine junge Frau um ihr Leben und ihr seid genervt, weil ihr nicht in Ruhe Sex haben könnt.
Wenn ich es richtig verstanden habe, wisst ihr noch gar nicht, warum es der Schwester so schlecht geht und es sollen nur ein paar Tage KH-aufenthalt sein.

Wie stellst du dir das vor, wenn ihr mal selber ein Kind habt?

Was ist denn mit den Eltern deines Freundes, kümmern die sich nicht um ihr Enkelkind?

Hoffentlich wirst du niemals so krank, dass du für deinen Freund zeitweise nicht zu "gebrauchen" bist.

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Ehhhh ok, hatte ja eben bereits erklärt, dass ich mit intim etwas anderes meinte.
Seine Eltern sind alt und können der Kleinen natürlich nicht hinterher rennen, erwartet auch keiner von ihnen.
Vielleicht kannst du ja die Frage in der Beschreibung beantworten, wenn du mal sowas durchgemacht hast🙏🏼

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>>>Ehhhh ok, hatte ja eben bereits erklärt, dass ich mit intim etwas anderes meinte.<<<

Da hatte ich meinen Beitrag aber schon geschrieben.

wie passt dann dieser Satz:
>>>Wir konnten wochenlang nicht intim werden miteinander, während des Kinderwunsches natürlich extrem ungünstig.<<<

Nur vom Kuscheln wir man selten schwanger.

>>>Vielleicht kannst du ja die Frage in der Beschreibung beantworten, wenn du mal sowas durchgemacht hast<<<

Was genau meinst du? Schwere Krankheiten und Tod sehr naher Angehöriger oder eine "kuschelfreie" Phase?

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Einfach füreinander da sein, reden und versuchen zu kuscheln wann es geht.

Bei uns kamen auch ein paar Krisen hintereinander, erst hatte sein Vater schwarzen Hautkrebs, jetzt hat auch mein Vater schwarzen Hautkrebs, und meine Mutter wurde wegen inneren Blutungen wegen einer Eileiterschwangerschaft ins KH eingeliefert. Zu allem Übel ist meine Oma gestürzt und hat sich 2 Halswirbel gebrochen (ist aber zum Glück nicht gelähmt). Da war Sex das letzte was ich im Kopf hatte, obwohl wir auch den kinderwunsch hatten und einen 4 Monate alten Sohn zu der Zeit, meine 7 jährigen Schwester hat 3 Monate bei uns gewohnt deswegen, mein Mann hat sich neben der Arbeit noch um die Pferde und Kühe seines Vaters kümmern müssen.

In so Zeiten sollte man einfach nur füreinander da sein, und sich nah sein und das geht auch ohne GV

In so einer Zeit an Sex zu denken finde ich auch eher fragwürdig, kinderwunsch hin oder her. Klar ist es schön, mit dem Partner intim zu sein, aber in so Zeiten muss man einfach füreinander da sein.

Ihr habt den kinderwunsch, aber was meinst du wie es wird wenn du schwanger bist? Ich kenne viele Paare die am Ende der Schwangerschaft keinen Gechlechtsverkehr mehr haben, und wenn das Baby da ist auch keine Zeit und keine Lust drauf haben. Ich kenne viele Paare die nach dem Kind erstmal ein Jahr oder 1,5 keinen Geschlechtsverkehr haben.

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Also wie gesagt es geht hier in diesem Beitrag wirklich nicht um den Geschlechtsverkehr🤦🏻‍♀️
Danke für deine Erfahrungen, ist echt nicht schön sowas mitzumachen, vor allem wenn Kinder dabei leiden. Aber umso schöner zu lesen, dass Beziehungen dabei nicht kaputt gehen🍀

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Selbst wenn es nicht um Geschlechtsverkehr geht, willst du das deinem Kind dann so Vorleben? Dass eine Krise ist, und der Vater dan so kalt zu dir ist?

Ich bin in so einer Familie aufgewachsen, von den Folgen will ich gar nicht erst reden.

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Wow, ich würde auch auf Distanz gehen, wenn mein Partner temporäre mangelnde Intimität beklagen würde, während meine Schwester ums Leben kämpft und ein kleines Wesen mich als Stabilitätsanker brauchen würde.

Es ist eine Phase, Hase. Und in der geht es mal nicht in erster Linie um dich.

Wie man schlechte Zeiten übersteht? Indem man sich temporär auch mal selbst zurückzunehmen lernt, indem man mal bewusst eine Dankbarkeitsliste führt für das, was man hat, in dem man mal in sein Herz hineinfühlt und guckt, ob man da irgendwo so etwas wie Mitgefühl findet und diesen Samen nährt...

Du sollst dich nicht dauerhaft hinten anstellen, aber ein Partner, der in Krisenzeiten wie ihr sie erlebt sein eigenes Wohl in den Vordergrund stellt, wäre kein Partner für mich.

Wieso kann dein Partner nicht schlafen? Was machst du denn nachts? Wie wäre es mit abwechseln?

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Also mich selbst zurücknehmen habe ich. Ich hatte alle meine Klausuren, für die ich sogar gelernt hatte, abgesagt (dadurch war mein komplettes Semester umsonst) und hätte auch meine Uni abgebrochen, wenn es nötig gewesen wäre. Ich habe mich monatelang um seine Eltern gekümmert, und als seine Schwester aus dem Krankenhaus raus war haben sie und ihre Eltern auch ne Zeit lang bei mir gewohnt. Ich bin mit ihr zu sämtlichen Arztbesuchen gegangen und habe mich quasi um alles gekümmert ( Wäsche, Kind, Haushalt, Essen etc.) Und ja natürlich war das nicht das einzige, was ich geopftert habe. Klar. Ich habe diesen Beitrag aber nicht verfasst, damit mir Menschen schreiben, wie tapfer und selbstlos ich doch sei, sondern ich möchte gerne wissen, was ich besser machen kann und was ich mir von anderen abgucken kann. Also in diesem Sinne natürlich danke für deine Meinung und Erfahrung🍀🙏🏼

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Die 1.Regel bei Erster Hilfe: Eigenschutz vor Fremdschutz.

Es ist toll, dass du deine kranke Schwägerin und die ganze Familie so unterstützt. Aber denke auch an dich. Es hilft keinem, wenn du dich ausbrennst. DU musst für deine Grenzen eintreten, und DU musst für dich selbst bestimmen, wo deine Grenzen liegen.

Ich denke, dass ist auch des Pudels Kern an der ganzen Sache: Du erwartest dir eigentlich mehr Dankbarkeit von deinem Partner, dass du dein ganzes Leben gerade für seine Familie zurück gestellt hast und soviel "opferst". Daher trifft dich sein Rückzug um so mehr.

Dein Partner ist aber - aus nachvollziehbaren Gründen - derzeit nicht dazu fähig, dir den Kopf zu tätscheln und dich für deinen Einsatz zu loben.

Daher hilf nur soviel, wie du bereit bist zu helfen und nicht, um Lob oder Anerkennung zu "verdienen". "Opfere" nichts in der Erwartung, dass dieses Opfer "belohnt" wird. Zieh zumindest dein Studium durch, es wird dir keiner danken, wenn du ein Semester oder Jahr verlierst.

Bevor man mir Kaltherzigkeit vorwirft: Natürlich helfe ich meiner Familie. Gerade wenn die Kacke wirklich am dampfen ist, ist der familiäre Rückhalt und Unterstützung unabdingbar. Aber ich würde keine Selbstaufopferung betreiben und auch umgekehrt diese nicht erwarten (im Gegenteil, auf keinen Fall würde ich das wollen)!

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Auch bei uns ist das Zauberwort Kommunikation. Nur so meistern wir Krisen. Man muss immer wieder zusammen drüber sprechen: wem geht es wie, wer kann wie helfen und was übernehmen?

Übrigens: unsere Motte ist 16,5 Monate und schläft seit Tag 1 bei uns im Bett. Wir können trotzdem durchaus intim werden. 😜 das ist für mich keine „Ausrede“.

Ich finde es toll, dass ihr euch um deine Nichte kümmert, für sie ist es sicher auch nicht einfach. Aber das ist es mit Kindern nie (auch wenn für sie das natürlich auch ne richtige Belastung ist!). Aber wenn dein Freund jetzt schon SO reagiert... vielleicht tue ich ihm Unrecht, aber er bekommt ja jetzt einen super Vorgeschmack aufs Leben als Eltern. Ist das wirklich was für ihn?

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Also zu aller erst danke für deine Meinung, davon kann ich einiges lernen.
Ich möchte betonen, dass wir beide noch sehr jung sind und man sich im laufe des Lebens weiterentwickelt und dazulernt. Vielleicht haben wir durch die erste Krise etwas dazugelernt und werden bestimmte Fehler in der Zukunft nicht mehr machen. Aber das ist ja auch Sinn und Zweck meines Beitrages; um dazuzulernen🍀

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Krisen sind natürlich reine Definitionssache. Für mich wäre euer Problem nicht der Rede wert.

Der Fokus sollte bei seiner Schwester und deren Kind liegen!

Herrgott nochmal, dass Mädel ist todkrank und ihr passt in der Zeit wochenweise auf ein kleines Kind auf, welches leidet wie ein Hund und die Welt nicht mehr versteht.

Ihr, vorallem dein Freund, macht da mimimimi weil ihr ein paar Wochen wenig kuschelt oder wenig Sex habt?! Ernsthaft?!

Ich glaube ihr habt null und gar keine Vorstellung wie das Leben mit Kind ist. Ihr bzw er, habt jetzt eins wochenweise auf Probe und habt jetzt schon Krisen, weil ihr euren Egoismus nicht herunterschrauben könnt. Meinst du mit eigenem Kind wird das anders, weil er das als Krönung eurer Liebe sieht? Eher nicht. Ich würde mir mal ernsthaft Gedanken machen ob er wirklich derjenige ist, mit dem du eine Familie gründen möchtest.

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„Ihr, vorallem dein Freund, macht da mimimimi weil ihr ein paar Wochen wenig kuschelt oder wenig Sex habt?! Ernsthaft?! „
Also ich weiß nicht, wie du das aus meinen Texten interpretiert hast aber das ist gar nicht so gewesen.
Es ging niemals um wenig Sex oder ähnlichem, es geht um fehlende Zweisamkeit und wenn du denkst, es sei ganz normal, wochenlang nicht mit jemandem zu sein, mit dem du vorher sehr eng warst, dann ist das okay. Ich suche ja nach anderen Erfahrungen und Meinungen, sieht halt jeder anders. Dass du das nicht als Krise siehst, ist ja auch deine Ansicht und dafür danke ich dir auch🍀

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---- unsere Beziehung hatte den ganzen Stress ausgehalten (zum Glück) ----

Sehe ich völlig anders, der Stress hat eure Beziehung nicht ausgehalten, es läuft halt nur weiter wie vorher.

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„Es läuft halt nur weiter wie zuvor“ ist doch genau was das Leben ist oder nicht? Verstehe ich da etwas falsch?

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Ein Kind im Bett ist eigentlich kein Hinderniss um weiterhin Sex zu haben. Dein Freund wird einfach keinen Nerv gerade dafür haben. Ihm würde vielleicht auch psychotherapeutische Hilfe bzw. Beratung ganz gut tun in dieser Situation mit seiner Schwester.

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Wie muss man sich das vorstellen? Zu Dritt im Bett, Kind und Tante&Onkel aufeinander? Bewegen sich auf und ab und stöhnen noch dazu und das Kind schläft gleich daneben und wird davon nicht wach?🙄 eklig..

Nicht für jeden ist es möglich, kurz gemeinsam in ein anderes Zimmer zu verschwinden. Meine Tochter wurde, als sie klein war und bei uns schlief SOFORT wach als wir aufstanden. Natürlich kam sie dann gleich angerannt, weinte und suchte uns.. wir konnten genau nur intim werden wenn sie NICHT im Haus war oder wir uns eingesperrt haben. Ist auch toll, kurz Sex zu haben während das Kind an der Türe rüttelt..

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Ich glaube, er hat Momentan ganz andere Probleme als mit dir zu schlafen.

Ansonsten gilt wirklich Augen zu und durch und schauen, dass man miteinander arbeitet und nicht gegeneinander.

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Die Geschichte in meinem Beitrag hat sich Anfang des Jahres abgespielt, der erneute Krankenhausaufenhalt ist neu ( heute morgen passiert ).