Wer ist hier schräg drauf?

Ich will das Verhalten meines Partners nicht pathologisieren, aber er ist mir manchmal ein Rätsel und ich frage mich, ob ich zu sensibel bin oder er vielleicht irgendeine Störung hat, die sein Verhalten erklärt.

Im Kleinen wie im Großen setzt er seine Sichtweise absolut und ist schwer bis gar nicht zum Perspektivwechsel zu bewegen und nur unter extremen Druck zur Verhaltensänderung:

Beispiele aus dem Kleinen:
Er wechselt Klopapierrollen nur aus, wenn sie leer sind. Sind noch 5 Blatt drauf, lässt er sie hängen und argumentiert, diecseien ja nicht leer und er damit nicht asozial, wenn er sie hängen lässt. Auf meine Bitte, er möge sie trotzdem wechseln, wenn ein Ende in Sicht ist, schlägt er ernsthaft, ohne Humor vor, dann müssten wir "Ende in Sicht" definieren. Sonst wüsste er ja gar nicht, wann er wechseln müsse... an den Stellen bin ich aus der Diskussion raus, weil mir das zu doof ist.

Bei Spaziergängen rennt er immer vor. Seit Jahren... ich hechele mit Kind hinterher. Wenn mich das dann ärgert, sagt er, sein Tempo sei richtig, wir einfach viel zu langsam und erwartet Anpassung von uns. Keine Verhaltensänderung seit Jahren....

Wäsche: Meine Bitte, Wäschekörbe, die im Flur geparkt sind, auch mal zu verräumen, so wie im Alltag ganz normal anstehende Dinge im Haushalt zu übernehmen, wenn sie akut sind, wird abgelehnt: er habe sich jahrelang antrainiert, Dinge linear und chronologisch abzuarbeiten. So "Zwischendurch-Sachen" würden ihn von seinem planvollen Jandeln abbringen. Man sähe ja an mir, wie schlecht Multitasking funktioniert, ich sei ja total zerstreut und würde Sachen anfangen und nicht zu Ende führen etc..

Ich will ihm gar nicht in seine Chronologie reinquatschen, nur tauchen da irgendwie nie Wäschekörbe oder Krümel wegsaugen drin auf.

Beispiele aus dem Großen:
Wir treffen Verabredungen bezüglich der Gestaltung des Wochenendes und er wirft sie vor meinen Augen und vor anderen um, lädt dann einfach spontan 5Leute zu uns ein, und argumentiert, ich sei ja die einzige mit Ruhebedürfnis, alle anderen hätten ja Lust auf einen geselligen Abend.

Wir planen einen Paarabend und machen den auch, Babysitter organisiert, kommen zurück und ich denke: schön, Sex, dann schlafen. Und er sagt: Ich gehe noch aus. TSchüss. Sein Argument: er hat keinen Bock auf Sex und Schlafen...

Etc.etc.: Bei Einzelfällen würde ich drüber lachen. In der Summe führt das zu vielen Konflikten, bei denen ich immer verliere, denn er bleibt dabei: er sieht etwas anders, also macht er das so. Wenn ich dann sauer bin, ist das mein Problem, denn es sei doch normal, wenn man unterschiedliche Sichtweisen habe...

Ich kriege das irgendwie nicht voreinander, wie man so sein kann. Er wirkt jetzt sonst nicht wie ein Arschloch. Fakt ist aber: wenn wir Dinge anders sehen, zieht er sein Ding stumpf durch und ich fühle mich da manchmal wenig gewertschätzt und ziemlich hilflos.

Er hat mich auch schon am Hochzeitstag mit gedecktem Tisxh sitzen lassen, weil er die Wertigkeit des Tages anders sah und spontan entschlossen hatte, dass er lieber eine Fahrradtour mit seinen Jungs macht. Wenn ich dann sauer bin, ist das, ihr ahnt es: Mein Problem.

Er selbst beschreibt sich als sensibel und empathisch... ich muss dann immer lachen... dann ist er beleidigt...

Tjaja.

Also: seh ich das zu eng?

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Und wieviel Jahre lässt Du Dir diese Rücksichtslosigkeiten schon klaglos bieten?
Nur meckern hilft bei solchen nicht, da fiele mir einiges ein, wie ich dem Herrn Kontra bieten würde. Wieso soll er was ändern? Läuft doch.....
LG Moni

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Nein du siehst dann nicht zu eng. Dein Mann hört sich an wie der Typ „getarnter innerlicher Dauersingle“ der macht was er will und halt gerne Haushälterin und ab und zu Sex hat.
Ich würde das nicht als Beziehung bezeichnen, sondern als WG+.
Hatte ich auch mal, war aber nicht meins und ging schnell zu Ende damals.

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Tja. Emphatisch ist anders. Wie lange seid ihr schon verheiratet und wie alt seid ihr?

Denkst du vielleicht, dass er dich gar nicht mehr wirklich liebt und er seine Freiheit will? Reisende soll man nicht aufhalten und sind wir mal ehrlich, eine Änderung würde es NUR geben, wenn du ihn vor vollendete Tatsachen stellst, sonst denkt er doch eh nur, dass du nur laberst und laberst und er gar nichts ändern muss, weil er am längeren Hebel sitzt. Was aber nciht der Fall ist. Du sitzt dort!! Und wenn diese Partnerschaft dich nicht mehr erfüllt, kann er mal zusehen wie er sein Tolles Single Leben mit trennungsunterhalt und Unterhalt fürs Kind so bestreiten will!

Willst du ewig so weiterleben?? Ändern wird sich nämlich nix, das kann ich dir jetzt schon sagen. Wieso vergeudest du deine ganze Lebenszeit und Energie in so einen Mann? Ich würde mich ganz klar trennen. Eine Partnerschaft ist das jedenfalls nicht!

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An dem Punkt, dass ich gehen will, bin ich gerade. Er sagt, er würde dann aus Selbstschutz nie wieder mit mir reden, darauf müsse ich mich einstellen. Und ich müsse den Preis zahlen, der daraus resultiert, nämlich dass das Kind einen psychischen Schaden erhält, wenn es zwischen Haushalten pendelt, wo die Elternteile nicht mehr kommunizieren.

Ich weiß, dass er das durchzieht, weil er alles durchzieht, was er sagt und ich bringe es nicht übers Herz, dass dem Kind anzutun. Unser Sohn ist sehr sensibel, der würde dran zerbrechen.

Und im Alltag, also wenn wir einer Meinung sind, hüstel, läuft es ja harmonisch...
# Galgenhumor

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Ich habe keine Erfahrung mit getrennten Eltern, aber wäre dann nicht das alleinige Sorgerecht gut? Dein Sohn sollte doch auch nicht wirklich lernen, dass das Verhalten seines Vater in irgendeiner Weise in Ordnung oder zu tolerieren ist, oder?

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Hallo,
Dein Partner ist ein Egoist vom Feinsten.

Hut ab, dass du eine Beziehung mit ihm aushältst. Ich wäre schon lange über alle Berge.

LG Nici

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Lustigerweise behauptet er das von mir. Ich immer mit meinen Bedürfnissen...#augen

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Das ist ganz typisch. Angriff ist die beste Verteidigung und der Fehler kann unmöglich bei deinem Partner liegen. *Ironie off*

Mein Mann zeigt in sehr abgeschwächter Variante ähnliche Züge. Aber als ich ihm mit Trennung gedroht habe, hat er um mich gekämpft und nicht mit emotionaler Erpressung angefangen. Klar es ist hier auch nicht perfekt, aber er bemüht sich.

Bei der Hochzeitstagsgeschichte wäre bei mir Feierabend gewesen. Da fehlt ja jede Wertschätzung. Mein Mann würde den Hochzeitstag auch nicht feiern, aber er weiß mir ist das Wichtig also machen wir uns einen schönen Tag.

Wende dich an Beratungsstellen und geh. Für dich und für deine Kinder.

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Du sieht das gar nicht zu eng.
Vor allem das Verhalten zu den wochenendplänen, paar-abenden und zum Hochzeitstag finde ich absolut respektlos. Da nimmt man Rücksicht aufeinander, vor allem, wenn Dinge schon abgesprochen sind.
Dann muss man eben vorher klären, was für wen welche Bedeutung hat und wie man einen Kompromiss findet, mit dem beide leben können.

Den Kommentar, dass man an dir ja sieht wie schlecht Multitasking funktioniert, finde ich sehr beleidigend. Auch da, es ist der gemeinsame Haushalt und beide müssen zufrieden mit der Aufteilung der Arbeit sein. Selbst wenn die Frau den Großteil übernimmt, finde ich es selbstverständlich, dass der Mann auch mal mitanpackt.

Das Vorrennen bei Spaziergängen finde ich auch sehr unschön. Das soll doch sicherlich gemeinsame Familienzeit sein? Bedeutet ihm das nichts?

Die Klopapierrolle wird bei uns auch erst weggeworfen, wenn sie leer ist. Die wird bis zum letzten Blatt aufgebraucht, aber natürlich wird eine neue daneben gestellt. Sonst kann man da ja durchaus mal in Bedrängnis kommen😄

Tatsächlich erinnert viel von deinen Erzählungen an einen sehr narzisstischen und egoistischen Ex-Partner von mir. Hat gar nicht lange gehalten, da ich mit so einem Verhalten absolut nicht leben konnte.

War er schon immer so oder hat sich das über die Jahre verändert?

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Nee, der war schon immer so. Ich habe das lange als "Bevormundungsallergie" bezeichnet und als männliche Rmpathielosigkeit abgetan.

Er hat aber vor einiger Zeit etwas gemacht, dass mich in meinen Grundfesten erschüttert hat und mich weit über die Grenzen meines Verständnisses gebracht hat. Seither mache ich eine Art Beziehungsinventur und nehme mich mal Ernst und nicht seine Argumente... tut aber sauweh.

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Das glaube ich, dass das weh tut. Aber ich glaube, dass es auf jeden Fall notwendig ist, wenn du nicht komplett untergehen willst.
Deine Gefühle haben genauso Relevanz wie seine. In einer Partnerschaft zählen immer beide gleich viel, wenn er das nicht sehen will, wäre es für mich da auf jeden Fall vorbei.

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Ehrlich? Man könnte glauben, dass er dich nicht liebt. Er rennt von der Paarzeit mit dir weg. Das sagt schon alles.

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Ich renne da mittlerweile auch vor weg....

Wir waren noch nie alleine in Urlaub, gehen nie zu zweit essen...

Wenn ich so was will (was ich anfangs wollte), muss ich das organisieren und vielleicht klappt es dann, vielleicht hat er dann aber auch Leute dazu eingeladen...

Und mittlerweile wüsste ich gar nicht mehr, was ich alleine mit ihm besprechen sollte. Ich bin auch so scheißwütend mittlerweile....

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Mein Mann ist auch so 🤷🏻‍♀️ Es ist manchmal schwer, aber es wird einfacher wenn du lernst das zu akzeptieren. Wenn du das nicht kannst, musst du gehen 🤷🏻‍♀️

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Und, liebst du ihn? Und wenn ja, warum?

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Weil er abgesehen von diesen Macken ein toller Kerl ist.

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Ich verstehe nicht, warum du dir so weh tun lässt. Sei dir sicher, dein Kind leidet unter einer gebrochenen Mutter mehr als unter getrennten Eltern.

Dein Mann droht dir, dass er im Falle einer Trennung mit dir nicht mehr kommunizieren wird und darunter euer Sohn leiden wird. Aus meiner Sicht ist das krank und ich frage mich, warum du mit einem solchen Menschen ein Kind bekommen wolltest (das soll absolut nicht provokant rüberkommen, ich verstehe es wirklich nicht!)

Ich war EINMAL mit einem Narzissten liiert, von dem ich emotional abhängig war und habe mir für mein eigenes Seelenheil geschworen, mir so etwas nie wieder anzutun.

Male dir die Dinge bitte nicht kleiner als sie sind. Hier passiert etwas absolut Ungesundes und ich wünsche dir einfach nur, dass du deinen Weg finden wirst.

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Ich habe das vorher nicht gemerkt. Wirklich nicht.
Die Konflikte begannen erst, als wir zusammengezogen sind und da war ich bereits schwanger.
Aus beruflichen Gründen konnten wir früher nicht zusammenziehen...
Und wir haben eine große gemeinsame Basis, d.h. wir sind uns nicht so oft uneins. Der Terror fängt an, wenn wir es dann mal sind, weil ich dann keine Chance habe.

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Hallo,

nach deiner Beschreibung entsteht bei mir der Eindruck, als ob dein Partner seine Bedürfnisse über die deinigen stellen würde, oder, dass bei dir zumindest dieses Empfinden besteht.
Wenn man deiner Beschreibung folgen möchte, liest sich das Verhalten deines Partners also als egoistisch und dir gegenüber wenig wertschätzend, je nach vorhandener Intention sogar respektlos.
Du kannst dir die Frage stellen, ob die Dinge mit Vorsatz geschehen, ihm also sehr wohl Bewusst sein können und trotzdem von ihm ignoriert werden, oder ob er einfach eine komplett andere Auffassung als du vertritt.
Ersteres Verhalten wäre sehr respektlos, letzteres Verhalten würde für mangelnde Empathie und damit verbundener Einsichtsfähigkeit sprechen.
In beiden Fällen besteht ein massives Ungleichgewicht zwischen Wünschen und Erwartungen, also einer diesbezüglichen Inkompatibilität in der Beziehungsebene.
Bisher hast du dich dafür entschieden, immer nachzugeben und dein Leben und auch das Leben deines Sohnes entsprechend auszurichten.
Jetzt hat es den Eindruck, als ob du die Beziehung in Frage stellst, du allerdings deiner eigenen Wahrnehmung nicht traust.
Was ich sehr problematisch empfinde, ist der Punkt der emotionalen Epressung und der Nutzung eures Sohnes als Druckmittel. Letztlich scheint es so zu sein, dass die dadurch hervorgerufenen Ängste, dich zum bisherigen Bleiben veranlasst haben.

Ich empfehle dir ein Beratungsgspräch in etablierten Einrichtungen.

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Das hast du gut auf den Punkt gebracht. Ich denke, er handelt aus mangelnder Empathie. Um ihn zu erreichen, muss man schon heulen und nicht mal dann ist es gewährleistet, dass er erkennt, was Phase ist und selbst wenn er es dann in dem Moment erkennt, heißt das nicht, dass er sich das nächste Mal anders verhält.

Und ja, ich bin an einem Punkt, wo ich mich frage, ob ich eine Beziehung will, in der ich tatsächlich auf gepackten Koffern sitzen muss, damit sich in den Punkten, die mir wichtig sind, etwas ändert.

Was empfiehlst du konkret für Beratungsstellen?