Job des Mannes "wichtiger "

Ist das so?
Gerade jetzt in Corona Zeiten höre ich diesen Satz von Kolleginnen und auch im Freundeskreis.
Damit ist das Thema erledigt und die Frauen stellen das auch nicht in Frage,
Machen es sich hier nicht beide Seiten zu einfach?
Das ist doch keine Diskussion auf Augenhöhe.
Frauen reduzieren zugunsten der Familie dann , verdienen weniger, machen sich abhängig.
Wie sehen eure Lösungen aus?

18

In vielen Familien ist der Job des Mannes wichtiger als der der Frau. In der Coronakrise habe ich im näheren Umfeld erlebt, dass
- Frauen in systemrelevanten Berufen gar nicht oder nur sehr eingeschränkt arbeiten gegangen sind, weil sie ihre Kinder betreuen mussten (und ihre nicht systemrelevanten Männer das nicht getan haben),
- dass Frauen nachmittags, nachdem ihre Männer (die genau so viel verdienen) zu Hause waren, wenige Stunden zur Arbeit erschienen sind und
- dass Frauen ihre mühsam aufgebaute Selbstständigkeit durch alleinige Zuständigkeit für die Kinderbetreuung ernsthaft gefährdet haben.
Da haben also wieder einmal Frauen den Spagat zwischen Job und Kinderbetreuung gemacht während die lieben Herren der Schöpfung keine einzige Stunde am Arbeitsplatz gefehlt haben. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Ich möchte einfach mal wissen, inwiefern ein Job wichtiger ist als ein anderer, nur weil dort mehr verdient wird. Eine Frau, die einen Arbeitsplatz hat, wird an diesem normalerweise gebraucht. Egal, ob 12 Stunden pro Woche oder 39.
Als Arbeitgeber würde ich mit einer Mitarbeiterin, die mich und mein Unternehmen derart rücksichtslos im Stich lässt, ein ernsthaftes Gespräch darüber führen, weshalb sie und ihr holder Gatte die Kinderbetreuung nicht mal ein bisschen teilen können. Und die finanzielle Situation der Familie interessiert mich in diesem Moment nicht.
Kaum ein Mann verliert seinen Job, weil er mal seine Kinder betreut. Auch nicht Corona-bedingt.
Große Überraschung, auch ich verdiene weniger als mein Mann. Trotzdem braucht mich mein AG. Wir haben uns also reingeteilt und in der Konsequenz hatten unsere beiden Arbeitgeber *leichte* Nachteile in der Kiga-Schließzeit. Wenn selbst mein systemrelevanter Mann, der beruflich täglich tausende Menschen zur Arbeit und wieder nach Hause kutscht, den Arsch in der Hose hat, seinem AG zu sagen, dass er diese und jene Schicht nicht fahren kann, weil Kinder zu Hause und Frau auf Arbeit, dann frag ich mich, weshalb das so viele andere Männer nicht können.
Versteht mich nicht falsch, es kann jeder sein Leben gestalten, wie er will. Und wenn eine Frau 16 Jahre lang Hausfrau ist und vier Kinder großzieht, ist mir das egal. Wirklich. Aber wenn Frauen arbeiten gehen, dann haben sie nicht mehr nur Verantwortung für die Familie, sondern auch für ihren Job. Sie erweisen uns anderen Frauen einen Bärendienst, wenn immer nur sie diejenigen sind, die ihren privaten kinderkrank-, Corona- oder sonst was bedingten Scheiß auffangen. Von jedem AG war Rücksichtnahme und Verständnis gefordert, ganz klar. Aber auch von den Frauen!

19

Ich stimme dir da voll zu. Dieser Satz, dass es bei vielen Männern ja gar nicht anders gehen würde, ist mittlerweile einfach Quatsch. Trotz Corona herrscht Fachkräftemangel. Niemand mit einer halbwegs guten Ausbildung verliert seinen Job, weil er sagt, dass er heute unerwartet zu Hause bleiben muss. Manche Männer wollen einfach nicht.
Das ist auch ok, wenn die Frau sehr gerne zu Hause ist und dann evtl. auch viel Zeit für eigene Hobbys hat, aber dass sich Frauen eben oft zwischen Job und Familie zerreißen, ist einfach unnötig. Traurig, dass sich manche Frauen dann das assoziale Verhalten ihres Partners auch noch mit den Worten schön reden, dass es ja nicht anders ginge.

21

Du hast es so auf den Punkt gebracht danke für deinen post denn es ist die beste Antwort bisher in diesem Thread. Und deswegen ist jeder Job wichtig weil es nämlich nen Arbeitsvertrag gibt und Frau ebenso Verpflichtung hat wie Mann. Gehalt ist hierbei wurscht.

weitere Kommentare laden
1

Und wie ist es bei Dir?

2

"Damit ist das Thema erledigt und die Frauen stellen das auch nicht in Frage, "

Dir gegenüber, damit sie ihre Ruhe haben?
Oder den innerfamiliär?


Was ich innerfamiliär in Frage stelle oder diskutiere, geht nach außen hin niemanden was an.

Würdest du also anfangen mit mir zu diskutieren und mir ist nicht danach, würde ich dir auch was hinschmeißen, um das Thema zu beenden.
Welche Gedanken ich mir dazu gemacht habe, würdest du nie erfahren.

3

Vielleicht, weil der Mann einen Job hat, mit dem er wesentlich mehr verdient als die Frau? Ist ja manchmal einfach so. Und wenn man dann vor der Wahl steht, welcher Job gefährdet wird, nimmt man natürlich den mit dem niedrigeren Gehalt.

Bei uns ist es so, dass ich reduziert habe und mit meinem 30 Stunden jetzt in etwa genauso viel verdiene wie mein Partner in Vollzeit. Ich habe nicht reduziert, weil sein Job wichtiger ist, sondern weil ich gerne mehr Zeit mit unserer Tochter verbringen wollte. Mittelfristig fänden wir es ideal, wenn auch er auf 80% oder so reduziert. Bei uns hat das nix mit abhängig machen zu tun^^

4

Was ist denn das für eine Aussage?🤔 da müssen doch noch mehr Infos her. Also wenn der Mann CEO ist und das 5fache von der Frau als Kassiererin verdient, dann ja! Bei uns ist es z.B. umgekehrt, ich verdiene in Vollzeit auch fast 6 x mehr als mein Mann in Teilzeit. Die Frage wer hier zu Hause bei den Kindern bleiben müsste stellt sich mir hier gar nicht.

5

Ups das war ein Vertipper, sollte 4 x mehr heissen nicht 6..

29

Hallo

Und die Kassiererin ist mal wieder unwichtig?

weiteren Kommentar laden
6

"Wie sehen eure Lösungen aus?"

Was für Lösungen? Na, mein Job ist so wichtig, dass meine Kollegin und ich während des Lockdowns täglich im Büro erschienen, kein Homeoffice möglich ist (nur unter erschwerten Bedingungen) und ich meinen Job noch habe. Und unsere Firma aufgrund unserer Tätigkeit so wenig Kurzarbeit für andere Kollegen aufwenden musste, wie nötig.

Fragen? #huepf

13

Bei mir nicht anders. Partner saß im homeoffice und hat die große Tochter betreut, ex Mann saß im homeoffice und den kleinen betreut und ich musste arbeiten weil meine Patienten weiterhin betreut werden mussten.... Wäre ich jetzt "gemein" würde ich sagen... Mein Job war wichtiger als der der Männer und ist es noch und wird es auch bleiben.

16

Patienten heißt Pflege? Egal welche Fachrichtung und Ausbildung, ja. Dein Job ist fucking wichtiger als ein durchschnittlicher Bürojob. Da hat Deutschland ja auch extra das schöne Wort "systemrelevant" eingeführt. Da ist Dein Job sogar wichtiger, als meiner. :-)

weitere Kommentare laden
7

Unsere Jobs sind beide „wichtig“ - für uns, aber in dem Sinne auch für die Gesellschaft, dass wir „systemrelevant“ waren/sind, wie es so schön hieß. (Wobei ich meine, da muss man anders denken, für mich sind fast alle Jobs systemrelevant. Aber das ist wohl ein anderes Thema.)
Mein Mann kann ins Homeoffice, ich nicht. Für die „Notfallkinderbetreuung“ zu Lockdown-Zeiten war er also eher zuständig. Wobei unser Kind schon größer ist und auch viel bei Freunden war. Trotzdem war es super, dass mein Mann Zuhause war. (Ist er auch noch.)
Wir verdienen in etwa gleich gut.
Dass in manchen Beziehungen die Arbeit des Mannes höher gewichtet wird, war schon vor Corona so. Das hat sich dann jetzt in manchen Fällen nur verschärft. Muss jede Frau selbst reflektieren, warum sie sich so bereitwillig ins Abseits stellt. Aus meinem Freundeskreis kenne ich das nicht, aber aus dem erweiterten Bekanntenkreis. Wäre nichts für mich und ich habe im Laufe der Zeit so auch einige Ehe/Beziehungen scheitern sehen. Denn oft war das Hausmütterchen dann irgendwann doch nicht mehr so interessant.

8

Mein Mann verdient 5x mehr als ich, da ist es ein no-brainer. Teilweise ja, weil ich damals mit/wegen der Kinder zuhause geblieben bin.
Icb mag mein Leben, hab Erspartes und ein Haus wo ich zur Not hinkann.
Ob sein job jetzt wichtiger ist als meiner 🤷🏻‍♀️

15

Sehe ich genauso. Man müsste noch definieren "für wen" wichtiger. Für die Familie (Unterhalt) ist der deines Mannes wichtiger. Aber z.B. eine Frau die in einem kleinen Flohmarktähnlichen Ramschladen arbeitet und dort voll aufgeht,
ist ihr Job wohl auch sehr wichtig. Es kommt auf die Perspektive an😊

9

Ich selbst hab den Satz noch nicht gehört und ich glaub auch nicht, dass das in jeder Familie oder bei jedem Paar so ist. Die werden sich das alle unterschiedlich untereinander aushandeln und ja, in manchen Fällen ist dann der Job des Mannes wichtiger. Es muss aber nicht automatisch heißen, dass die Frauen sich in diesen Ehen dann abhängig machen. Manche verdienen in Teilzeit mehr oder haben anderweitig vorgesorgt, sodass die Teilzeit-Tätigkeit nicht zu ihrem Nachteil gerät. Und leider gibt es auch solche, die darüber nicht nachdenken und später böse überrascht werden. Natürlich muss das nicht so sein, aber es passiert. Und solang du da nicht genau weiß, was hinter den Kulissen abgeht, weißt du nicht wirklich ob sich diese Frauen abhängig machen oder bestimmte Vereinbarungen getroffen haben oder was auch immer.